ollyyBereits im alten Ägypten legte man Wert auf das äußere Erscheinungsbild. So fand man bei Ausgrabungen diverse Pflegemittel aus Sesam- und Moringa-Öl, falsche Haare und Bärte. Eine prominente Rolle übernehmen dabei die Haare. Heute ist das nicht anders. Begegnen sich zwei Menschen zum ersten Mal, werden die Haare gleich nach dem Gesicht und noch vor Figur und Kleidung wahrgenommen und bewertet. Kein Wunder, dass Frauen Stunden damit verbringen ihren Schopf in Szene zu setzen. Es wird geschnitten, gefärbt, geflochten, geglättet und gestylt. Manchmal will es einfach nicht klappen und man kämpft gegen den Bad Hair-day an. Doch egal, wie wir das Haar tragen. Es wirkt sich darauf aus, wie wir von unseren Mitmenschen wahrgenommen werden und damit hat das Haar indirekt auch Einfluss auf Job und Karriere. Wie Frisuren wirken…

Wissenswertes zum Thema Haare

Nüchtern betrachtet sind Haare nichts anderes als Hornfäden – ein Gemisch aus Keratin, Schwefel, Wasser und Fett. Ein Kopfhaar wächst täglich etwa 0,2 bis 0,5 Millimeter – und das unabhängig davon, ob es rasiert, geschnitten oder naturbelassen wird. Das Haar erfüllt verschiedene Funktionen: Die Härchen in Nase und Ohr sowie die Wimpern schützen vor Eindringlingen; das Haar wärmt und ist ein sexueller Signalgeben. Wenn Frauen sich die Haare zurückstreichen, wird es betont und soll so die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners auf sich ziehen.

Was Sie noch nicht über Haare wussten:

  • Etwa 5 Millionen Haare sind über den gesamten Körper verteilt. Die meisten davon sind jedoch kaum zu sehen.
  • Das Haar besteht aus drei Schichten, dem Haarmark im Zentrum, der Haarrinde und der Schuppenschicht, die für den Glanz verantwortlich ist.
  • Pro Tag verliert jeder Mensch zwischen 50 und 100 Kopfhaare.
  • Das, was allgemein als Gänsehaut bekannt ist, entsteht dadurch, dass sich winzige Muskeln, die sich an der Haarwurzel befinden zusammenziehen. Dabei richten sich die feinen Härchen auf.
  • Das mitteleuropäische Haar ist durchschnittlich 0,06 Millimetern dick.
  • Rothaarige Frauen haben weniger Haar. Sie besitzen nur knapp 90.000 Kopfhaare. Im Mittelfeld stehen Brünette mit 110.000 und Schwarzhaarige mit rund 100.000. Am meisten Haar haben Blondinen mit rund 150.000 Haaren.

Tipps für schönere Haare

  1. Vor dem Waschen: Vor dem Waschen der Haare sollten diese ausgebürstet werden. Stylingprodukte werden so größtenteils bereits am Anfang beseitigt und lose Haare landen in der Bürste anstatt im Abfluss.
  2. Richtiges Waschen: Zu häufiges Waschen schadet den Haaren. Drei Haarwäschen pro Woche reichen aus. Um die Haare zu schützen sollte außerdem nach jedem Waschen eine Haarkur verwendet werden.
  3. Richtiges Föhnen: Nach dem Waschen die Haare mit einem weichen Handtuch sanft trockendrücken. Wichtig: Nicht rubbeln! Anschließend bei niedriger Temperatur föhnen, da zu heiße Luft den Haaren schadet.
  4. Richtige Bürse: Verwenden Sie keine Kämme oder Haarbürsten aus Plastik. Durch das Kämmen mit Bürsten aus Naturborsten werden die Haare durch das Kämmen glänzender.
  5. Glänzendes Haar: Shampoos mit Pfirsichextrakten sorgen durch die Fruchtsäure der enthaltenen Kernöle für Extraglanz. Außerdem enthalten sie viel Vitamin E, wodurch das Haar geschützt wird.
  6. Schuppen beseitigen: Neben diversen Anti-Schuppen-Shampoos gibt es auch Hausmittel, die Besserung versprechen: Massieren Sie am Abend Öl in die Kopfhaut und lassen es über Nacht wirken. Am Morgen mit einem milden Shampoo die Haare waschen.

Die Wirkung von Haaren: Haare und Karriere

Die Haare sind für viele Menschen ein Ausdruck der Persönlichkeit. Im Gegensatz zum Körperbau können wir über Länge, Schnitt, Frisur und Farbe selbst bestimmen. Doch damit hat Ihr Haar und die Art, wie Sie es tragen, Einfluss auf Ihr Image.

In einer Umfrage der australischen Friseursalon-Kette “Bossy Hair” kam folgendes heraus:

  • 52 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen gaben an, dass sie mehr und Besseres leisten, wenn sie gut und gepflegt aussehen. Sich mit der Frisur am Morgen Mühe zu geben lohnt sich also.
  • Frauen mit roten Haaren strahlen am wenigsten Professionalität aus.
  • Frauen, die ihre Haare als Pferdeschwanz gebunden tragen, wirken kompetenter als ihre Kolleginnen, die offene Haare tragen.
  • 73 Prozent der Befragten gaben an, die Haare (Frisur, Farbe, Styling) in die Bewertung der Professionalität eines Kollegen mit einzubeziehen.
  • Eine chaotische Frisur signalisiert den Kollegen auch chaotische Züge in anderen Bereichen beispielsweise im Job.

Das liegt an den Assoziationen, die man mit bestimmten Haarfarben und Frisuren hat.

Die Psychologin Marianne LaFrance von der Yale-Universität bestätigte wiederum den allgemeinen Eindruck, dass lange, glatte und blonde Haare die größte erotische Kraft haben. Ihre Wirkung auf Männer hängt jedoch auch mit Assoziationen zusammen, wie jung, hell, golden wie Sonnenlicht. Blondinen – ob echt oder falsch – stehen allerdings immer auch unter dem Verdacht, egozentrisch und dumm zu sein.

Lange Zeit waren Kurzhaarfrisuren bei Frauen verpönt, wurden als jungenhaft beschrieben. Das ist nun vorbei, denn immer mehr Frauen tragen kurze Haare. Frauen mit kurzen Haaren werden mehrheitlich als intelligent und selbstbewusst empfunden. Nur dunkle, lange Locken schneiden schlecht ab: Ihre Trägerinnen hält die Mehrheit für unsicher.

Umgekehrt gilt das übrigens für Männer: Frauen halten blonde Männer für weniger intelligent und attraktiv als dunkelhaarige. Der Latino-Typ, er kommt in der Gunst anderer durchweg besser weg. Lange Haare werden bein Männern gerne als unkonventionell gesehen, denn sie erinnern an die Haarmode der Hippies.

Darf der Arbeitgeber vorschreiben, wie ich meine Haare trage?

ParagrafSie können die Haare tragen wie Sie wollen – es sei denn, die Haarpracht ist ein Sicherheitsrisiko (weil der Zopf in irgendeine Maschine geraten könnte) oder Hygienebestimmungen verlangen etwas anderes. Je nachdem kann der Arbeitgeber aber auch eine branchenübliche Zurückhaltung in der Länge und Farbgebung verlangen, etwa bei Mitarbeitern im Kassenbereich einer Bank. Kündigen kann man Sie zwar nicht für beispielsweise lila Haare, aber (straf-)versetzen.

Die richtige Frisur für Bewerbungsfoto und Vorstellungsgespräch

Egal, ob Bewerberin oder Bewerber – mit Attributen, die als typisch männlich gelten, haben Kandidaten bessere Chancen auf den Job. Das fand die Mannheimer Soziologin Anke von Rennenkampff bei ihrer Promotion über Bewerbungsfotos heraus. Das gilt für Frauen noch mehr als bei Männern. Folgendes sollten Sie berücksichtigen:

  • Bei zurückgekämmten oder hochgesteckten Haare unterstellten die Personaler den Bewerberinnen deutlich mehr Führungskompetenz als jenen mit offener Wallemähne.
  • Bei Männern sollte der Bart gepflegt und gestutzt sein.
  • Gehen Sie nicht kurz vor dem Termin zu Friseur, sondern lieber ein bis zwei Tage vorher. Nicht jeder fühlt sich auf Anhieb wohl mit der neuen Frisur und das wirkt sich auf Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Ausstrahlung aus.

Keine Haare: Wie wirkt sich die Glatze aus?

ollyyHaarausfall ist ein typisch männliches Problem und bislang sah es so aus, als hätte es im Job nur Nachteile: Glatzenträgern wird auf der Arbeit zum Beispiel weniger Kreativität zugetraut, fanden Saarbrücker Wissenschaftler heraus. Und Bewerber mit Halbglatze oder Glatze auf ihren Bewerbungsfotos wurden deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Zudem stuften die Testpersonen sie als weniger karriereorientiert ein. Als Reaktion darauf wählen viele Männer eine sogenannte Klappfrisur – und kämmen ihr (Rest-)Haar über die kahlen Stellen. Brrr. Unnötig ist es dazu: Denn wie eine neuere Studie zeigt, hat der Kahlkopf bei der Karriere auch Vorteile.

Albert Mannes, Management-Professor an der Wharton School der Universität von Pennsylvania und selbst ein Glatzkopf, kam auf die Idee zu der Studie, nachdem er sich selbst mit Mitte 30 die nur noch wenigen Haupthaare ganz abrasiert hatte. Der Sache wollte er genauer nachgehen und stellte dazu einige Experimente an. Immer wieder zeigte er seinen rund 60 Probanden manipulierte Bilder von Männern mit unterschiedlicher Haarpracht – von vollem Haar bis hin zu rasierten Glatzen. Es war natürlich immer dieselben Männer – nur ihre Frisuren wurde mit Photoshop verändert. Die Teilnehmer sollten die Männer nun einschätzen, ihre Attraktivität ebenso wie ihre vermeintlichen Führungsqualitäten, ihre Stärke oder Selbstsicherheit.

Das Ergebnis: Die kahlen Häupter wurden durchweg als dominanter, selbstbewusster und maskuliner eingestuft – im Vergleich zu größeren Männern mit vollem Haar sogar als 13 Prozent stärker.

Genau diese Psychoeffekte lassen sich ebenso zum eigenen Vorteil verwenden – in Gehaltsverhandlungen etwa oder bei der nächsten Beförderung.

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