Haare & Karriere: Wie Frisuren wirken

Haare und die Frisur prägen – neben Gesicht, Kleidung und Körpersprache – massiv den ersten Eindruck. Ob gefärbt, geföhnt, geflochten, geglättet oder gestylt – das ist zwar Privat- und Geschmacksache. Wir können aber nicht verhindern, dass uns andere danach beurteilen. Und tatsächlich: Studien zeigen: Haare haben Einfluss auf den Erfolg bei der Bewerbung und im Job. Unser Haare-Knigge verrät, wie Sie Ihre Chancen verbessern…

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Wie wirken Haare und Frisuren auf die Karriere?

Haare sind für viele Menschen Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Im Gegensatz zum Körperbau können wir über deren Länge, Schnitt, Frisur und Farbe selbst bestimmen. Damit nehmen Haare und Frisuren zugleich Einfluss darauf, wie wir von anderen wahrgenommen werden wollen bzw. beurteilt werden.

Zahlreiche psychologische Studien haben sich schon mit der Wirkung von Haaren beschäftigt. Die wichtigsten und bemerkenswertesten Ergebnisse in Kürze:

  • 73 Prozent der Befragten gaben zu, die Haare (Frisur, Farbe, Styling) in die Bewertung der Professionalität eines Kollegen mit einzubeziehen.
  • Eine chaotische Frisur wie am „Bad Hair Day“ verbinden Kollegen häufig mit einer chaotischen Arbeitsweise im Job.
  • Rothaarige Frauen strahlen interessanterweise auf andere am wenigsten Professionalität aus.
  • Frauen, die ihre Haare zum Pferdeschwanz binden, wirken dafür kompetenter als ihre Kolleginnen mit offenen, lockigen Haaren.
  • 52 Prozent der Männer und 64 Prozent der Frauen sagen, dass sie mehr und Besseres leisten, wenn sie mit gepflegter Frisur zur Arbeit gehen.

Natürlich sind das keine Kausalitäten, sondern Klischees! Dennoch können wir kaum etwas dagegen tun, dass sich solche Stereotype in den Köpfen unserer Kollegen, Chefs und Mitmenschen verfestigen – selbst wenn das alles haltloser Nonsens ist.

Haare Psychologie: Wie wirken Frauen- und Männerfrisuren?

Die Psychologin Marianne LaFrance von der renommierten Yale-Universität hat die Wirkung von Haaren und Frisuren bei Männern und Frauen ebenfalls ausgiebig untersucht. In ihren Studien stellte sie fest:

  • Blonde Haare sind attraktiv

    Lange, glatte und blonde Haare haben tatsächlich die größte erotische Anziehungskraft. Gleichzeitig stünden Blondinen stets unter dem Verdacht, latent dumm, eitel oder egozentrisch zu sein.

  • Kurze Haare zeigen Intelligenz

    Frauen mit kurzen Haaren werden mehrheitlich als intelligent und selbstbewusst eingeschätzt. Lange Locken schneiden dagegen schlecht ab: Ihre Trägerinnen hält die Mehrheit für unsicher.

  • Männer mit langen Haaren sind unkonventionell

    Blonde Männer hält die Mehrheit der Frauen hingegen für weniger intelligent als dunkelhaarige. Langes Männer-Haar wird wiederum gerne mit einem unkonventionellen Typ assoziiert – siehe Haarmode der Hippies.

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Welche Frisur sollte ich Bewerbungsfoto & Vorstellungsgespräch wählen?

Auch über die Wirkung der Frisuren bei Bewerbung und Bewerbungsgespräch weiß die Psychologie heute mehr. Die Mannheimer Soziologin Anke von Rennenkampff fand zum Beispiel bei Ihren Studien über das Bewerbungsfoto heraus: Egal, ob Bewerberin oder Bewerber – mit Attributen, die als typisch „männlich“ gelten, haben Kandidaten bessere Chancen auf den Job. Das gilt für Frauen sogar noch mehr als für Männer.

Vergleichen Sie einmal selbst: Wie wirken die abgebildeten Personen auf Sie? Welcher der Frauen würden Sie ganz spontan mehr zutrauen oder sie intelligenter oder kompetenter einschätzen?

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Haar-Knigge: Was sollte ich beachten?

Wenn Sie Ihre Bewerbungschancen verbessern wollen und den psychologischen Studien glauben, dann sollten Sie bei der Bewerbung bzw. auf dem Bewerbungsfoto sowie später im Jobinterview folgende Haar-Regeln beachten:

  • Frauen sollten lange Haare möglichst zurückkämmen, hochstecken oder zum Pferdeschwanz oder Zopf binden statt sie offen zu tragen.
  • Männer sollten mindestes gepflegte und kurze Haare tragen. Vor allem der Bart – falls vorhanden – muss ordentlich und gepflegt aussehen.

Gehen Sie jedoch nicht kurz vor dem Vorstellungsgespräch zum Friseur, sondern lieber 1-2 Tage vorher. Dadurch wirkt die Frisur natürlicher und authentischer – und genau das bewerten Personaler durchweg positiv.

Darf mir der Arbeitgeber vorschreiben, wie ich meine Haare trage?

Kurze Antwort: Nein. Sie dürfen Ihre Haare tragen, wie Sie wollen. Einzige Ausnahme: Die Haarpracht stellt ein Sicherheitsrisiko dar – z.B. weil sich der Zopf in einer Maschine verfangen könnte oder wenn Hygienebestimmungen etwas anderes verlangen. In solchen Fällen darf der Arbeitgeber vorschreiben, dass Sie eine Mütze oder Haube tragen. Ebenso können Unternehmen den Dresscode (Haare eingeschlossen) in sensiblen Kundenbereichen bestimmen, etwa im Kassenbereich einer Bank. Zwar darf der Chef einen Mitarbeitenden wegen „lila“ Haaren nicht kündigen, aber versetzen.

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Keine Haare: Wie wirkt sich eine Glatze aus?

Haarausfall ist ein typisch männliches Problem und bisher sah es so aus, als hätte eine Glatze im Job nur Nachteile. Frühere Studien der Saarbrücker Uni kamen zu dem Ergebnis:

  • Glatzenträgern wird auf der Arbeit weniger Kreativität unterstellt.
  • Bewerber mit Halbglatze oder Glatze werden seltener zum Jobinterview eingeladen.
  • Personaler stufen Männer mit Glatze meist als weniger karriereorientiert ein.

Diese Studien stammen jedoch noch aus einer Zeit, in der Männer den Haarausfall und kahle Stellen mit Toupet, Haarimplantationen oder einer Föhn- und Klappfrisur à la Donald Trump kaschiert haben. Heute steht die Mehrheit der Männer zum Kahlkopf und rasiert sich den Schädel, wenn der Haarausfall nicht mehr zu stoppen oder zu verbergen ist.

Effekt: Die Glatze verliert ihr Imageproblem. Jüngste Studien – etwa an der Universität von Pennsylvania – zeigen, dass Männer mit Kahlkopf heute als selbstbewusster, maskuliner, intelligenter und dominanter eingestuft werden. Im Vergleich zu größeren Männern mit vollem Haar sogar um 13 Prozent stärker! Die Glatze muss jedoch eine richtige sein: Männer mit Halbglatze wurden als weniger attraktiv, teils sogar als schwach eingestuft.

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Was Sie über Haare wissen sollten

Bereits im alten Ägypten legte man Wert auf das äußere Erscheinungsbild. So fanden Archäologen bei Ausgrabungen diverse Pflegemittel aus Sesam- und Moringa-Öl. Eine prominente Rolle übernehmen dabei die Haare. Nüchtern betrachtet sind Haare nichts anderes als Hornfäden – ein Gemisch aus Keratin, Schwefel, Wasser und Fett. Ein Kopfhaar wächst täglich etwa 0,2 bis 0,5 Millimeter – und das unabhängig davon, ob es rasiert, geschnitten oder naturbelassen wird.

Das Haar selbst erfüllt verschiedene Funktionen: Die Härchen in Nase und Ohr sowie die Wimpern schützen vor Staub und Parasiten; das Haar auf dem Haupt wärmt und ist ein sexueller Signalgeber. Wenn sich Frauen zum Beispiel die Haare zurückstreichen, betonen sie damit ihr Vitalität und lenken so die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners auf sich.

Unnützes Wissen über Haare

  • Menge

    Etwa 5 Millionen Haare sind über den menschlichen Körper verteilt. Die meisten davon sind jedoch kaum zu sehen.

  • Beschaffenheit

    Das Haar besteht aus drei Schichten, dem Haarmark im Zentrum, der Haarrinde und der Schuppenschicht, die für den Glanz verantwortlich ist.

  • Haarverlust

    Pro Tag verliert jeder Mensch zwischen 50 und 100 Kopfhaare.

  • Gänsehaut

    Gänsehaut entsteht dadurch, dass sich winzige Muskeln zusammenziehen, die sich an der Haarwurzel befinden. Dabei richten sich die feinen Härchen auf.

  • Durchmesser

    Das mitteleuropäische Haar ist durchschnittlich 0,06 Millimetern dick.

  • Unterschiede

    Rothaarige Frauen haben weniger Haare – nur knapp 90.000 Kopfhaare. Im Mittelfeld liegen Brünette mit 110.000 und Schwarzhaarige mit rund 100.000. Die meisten Haare haben Blondinen mit rund 150.000 Haaren.


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