BewerbungsschreibenTippsBewerbungsmappeAlle Jahre wieder kommen nicht nur Christkind und Gänsebraten vorbei, sondern auch die Fragen, ob und wie man seinen Geschäftsfreunden Weihnachtsgrüße sendet. Die meisten verfahren so: die Firma bestellt’s, die Druckerei druckt’s, noch eine Unterschrift drauf und ab geht die Post. Stiller kann man die Heilige Nacht nicht abhaken.

Unschön. Grüße sind schließlich Botschaften, und die sagen immer zweierlei: a) etwas über den Sender und b) etwas darüber, was der vom Empfänger hält. Aus dem Grund sollten zum Beispiel E-Mail-Postkarten und SMS allenfalls wirklich guten Freunden vorbehalten bleiben. Erstens, weil sie im Geschäftsleben erst recht unpersönlich und mal eben so weggetippt aussehen. Zweitens, weil Spam nicht anders funktioniert. Und wer will schon Weihnachtsgrüsse zwischen Hinweisen zu Penisverlängerung und Erregungsarznei suchen?

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Schneeball-Mails, die sichtbar an mehrere Empfänger versendet wurden, sind genauso tabu wie Grußkarten mit verzweifelt witzigen oder obszönen Xmas-Motiven. Erfahrungsgemäß landen solche Karten sofort im Altpapier – auf dem Schreibtisch wirken sie peinlich und könnten Fragen nach den seltsamen Freunden provozieren. Damit bleiben zum Fest der Liebe nur drei sinnvolle Alternativen für postalische Aufmerksamkeiten:

  • Sie verschicken einen selbst ausgedachten, individuell formulierten Gruß.
  • Sie gehen auf Weihnachten in seiner ursprünglichen Bedeutung ein und verschicken auferbauende Bibelverse.
  • Sie umgehen religiöse Irritationen und senden gleich einen Jahresendgruß.

Mit allen drei Formen heben Sie sich deutlich von der Masse ab. Noch mehr als das, sollten Sie jedoch den Eindruck vermeiden, mit einer solchen Botschaft eine lästige Pflicht zu erfüllen. Es geht schließlich um Beziehungen, um gegenseitige Wertschätzung, nicht um süßer klingende Kassen.

Weihnachtskarten zu verschicken, sollte Spaß machen. Sie müssen ja keine dreiseitigen Briefe zu verfassen. Wer hier aber etwas Lebenszeit und Mühe investiert, hebt sich deutlich von der Masse ab und kann einer Beziehung mehr Tiefe schenken. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:

  • Individualisieren: Machen Sie Ihre Karten etwas persönlicher – und zwar nicht nur durch eine Unterschrift. Nett und schnell: ein kleines Comic-Bild, ein Zitat handschriftlich an den Rand geschrieben, etwas Bastelschmuck. Allenfalls wenn Ihnen überhaupt nichts einfällt, können Sie auf die bodenständige Formel zurückgreifen: „Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit, Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen frohe Weihnacht und viel Glück und Erfolg im kommenden Jahr!“ Sie gewinnen damit zwar keinen Grimmepreis, haben aber an den anderen gedacht.
  • Beifügen: Manche Menschen mögen das: Statt einer Karte verschicken Sie ein großformatiges Foto von der eigenen Familie im Weihnachtsoutfit und schreiben ein paar persönliche Zeilen auf die Rückseite. Alles nicht schlecht und sicher sehr persönlich. Im Business-Umfeld aber vielleicht etwas zu persönlich. Das sollte wirklich nur der Familie und sehr guten Freunden vorbehalten bleiben.
  • Adressieren: Schicken Sie die Karten, wann immer möglich, nicht ins Büro, sondern nachhause. Das wirkt viel persönlicher und dokumentiert so, dass sich Ihre Sympathien nicht nur auf das Geschäft beschränken. Schicken Sie eine solche Karte an einen Kunden, Kollegen oder Mitarbeiter, sollten Sie allerdings dennoch eine formale Anrede wählen (Herr…, Frau…) – es sei denn, Sie sich schon perdu.
  • Besonderheiten: Etwas tricky ist natürlich Weihnachtsgrüße an Kollegen, Kunden oder Mitarbeiter zu senden, die einer anderen Religion oder Kultur angehören. Hier sollten Sie besser eine neutrale Karte wählen – also keine Weihnachtsmänner oder christlichen Motive. Wünschen Sie den Leute lieber „frohe Tage“ oder eine „besinnliche Zeit im Kreis der Familie“. Das heißt ja nicht, dass Sie Ihre eigene Religion verleugnen müssen. Ein Vers aus der Bibel ist durchaus erlaubt – ich würde vielleicht nur etwas Neutrales wählen und nicht gerade etwas in der Art: „Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und die Auferstehung.“
  • Verpacken: Weihnachtskarten verschickt man – anders als gewöhnliche Postkarten – immer in einem Kuvert. Dabei zeigt die Vorderseite der Karte auf die Rückseite des Kuverts, so dass sie beim Öffnen als erstes erscheint. Schreiben Sie auf die Rückseite des Umschlags aber immer auch Ihre Adresse. So weiß der Empfänger sofort, von wem die Aufmerksamkeit stammt und hat zugleich die Chance, sich zu revanchieren.
  • Zugaben: Nur wenige Präsente machen Freu(n)de. Immer wieder entzaubern Wissenschaftler die Idee von Weihnachtspräsenten im Business-Umfeld. Allen voran Professor Joel Waldfogel von der Wharton Universität. Er veröffentlichte vor Jahren eine mehrseitige Abhandlung über die „weihnachtliche Verschwendung“ in The American Economic Review. Seine These, die er durch mathematische Schaubilder unterstrich: Mindestens zehn Prozent der Gaben gehen am Geschmack der Empfänger vorbei. Ihr Preis im Laden übersteigt deutlich den Wert und praktischen Nutzen für die Beschenkten. Wenn Sie also schon etwas zur Karte dazu geben, sollten die Präsente unbedingt zum Schenkenden passen. In vielen Unternehmen ist die Annahme von Präsenten, die einen bestimmten Wert übersteigen, ohnehin wegen Vorteilsnahme verboten. Will man den Beschenkten nicht in Gewissenskonflikte stürzen, sollte die Gabe schon deshalb nicht mehr als 30 Euro kosten. Zudem soll sich der Nehmer nicht verpflichtet fühlen etwas zurückzuschenken. Im Zweifel entfaltet eine herzliche Grußkarte deshalb mehr Wirkung. So wusste die Schriftstellerin Daphne du Maurier: „Ein freundliches Wort kostet nichts, und ist dennoch das Schönste aller Geschenke.“

3×3 Grußformeln für Weihnachtsbriefe

  1. Freunde An der Schwelle zum neuen Jahr möchte ich Dir und Deiner Familie von Herzen die besten Wünsche schicken. Möge Dir und Deinen Lieben das neue Jahr viel Freude bringen. Mit weihnachtlichen Grüßen Dein…
    Zu Weihnachten wünsche ich Euch angenehme Mußestunden und viele neue Ideen für das kommende Jahr Viele Grüße nach…
    Jetzt wünsche ich Dir von Herzen ein heiteres Weihnachtsfest sowie viel Zuversicht und Energie für das kommende Jahr. Mit großem Dank für die gute Freudschaft…
  2. Mitarbeiter Deshalb möchte mich ganz herzlich bei Ihnen für Ihren Einsatz in diesem Jahr bedanken und hoffe weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich geruhsame Feiertage.
    Dass wir im vergangenen Jahr so erfolgreich waren, liegt auch an Ihnen! Dafür möchte ich mich ganz persönlich bei Ihnen bedanken. Ich hoffe, dass Sie sich an den kommenden Weihnachtstagen ganz Ihrer Familie widmen können und wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!
    Daher: Genießen Sie die Festtage und verbringen Sie harmonische und erholsame Tage im Kreis Ihrer Lieben. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen im neuen Jahr die nächsten Herausforderungen zu meistern!
  3. Geschäftspartner Zum Ende des Jahres möchte ich Ihnen herzlich für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen sowie für unsere harmonische Zusammenarbeit danken. Ihnen und Ihren Mitarbeitern wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest, kommen Sie gut ins neue Jahr!
    Für ein weiteres Jahr vertrauensvoller Partnerschaft danke ich Ihnen herzlich. Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut ins neue Jahr. Gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen…
    Am Jahresende möchte ich Ihnen für die gute Zusammenarbeit danken und besinnliche Weihnachtstage wünschen. Ich hoffe, Sie können sich in den nächsten Tagen erholen, und ich freue mich auf die Fortsetzung unserer Geschäftsbeziehung im neuen Jahr!

Wer deutlich persönlicher sein will, muss handwerken. Gegen den Eindruck einer Massenwurfsendung sprechen kleine Beigaben, wie ein aufgeklebter Strohstern, eine Zimtstange, Collagen aus Goldpapier, eine verzierte Schleife. Das kommt immer an, weil darin Wertvolles steckt: Lebenszeit.

Sie können es aber auch machen wie Henry Cole und einen Sonderdruck auflegen. Der britische Staatsbeamte erfand 1843 die erste Weihnachtskarte der Welt. Damals beauftragte er den Illustrator John Callcott Horsley eine Karte mit dem Text „Merry Christmas and a Happy New Year to You“ zu gestalten. Herauskam ein dreiteiliges, durch ein Altarbild inspiriertes Familienfestmotiv. Die Karten wurden in einer handkolorierten Auflage von 1000 Stück gedruckt und für den damals unverschämten Preis von einem Shilling verkauft. Schlau, wer den Gruß aufhob: Im Dezember 2005 erzielte eine der Karten bei einer Auktion den Preis von 9000 Pfund.