Vielleicht ist heute ja Ihr letzter Arbeitstag und schon morgen früh wachen Sie im Hotelbett auf. Aber selbst wenn es noch ein paar Tage oder Wochen bis dahin dauert: Sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass Sie sich dabei so richtig entspannen können – und nicht vor lauter ungenutzter Energie Ihren Mitmenschen zu Hause gehörig auf die Nerven gehen.

Dabei hilft es Ihnen vielleicht, wenn Ihr Urlaub bereits einen Tag vor der Abreise beginnt. Dann können Sie nämlich nochmal kurz in die Firma, falls doch etwas unklar sein sollte. In erster Linie dient dieser Tag aber dazu, dass Sie runterkommen, ausspannen und auf Urlaubsmodus umschalten. Schließlich haben Sie auch mehr von Ihren Ferien, wenn Sie nicht erst im Urlaubsort die Hektik ablegen.

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Damit Ihre Anspannung sofort nachlässt und die Ihrer Kollegen nicht sprunghaft ansteigt, sobald sich die Bürotür hinter Ihnen schließt, sollten Sie Ihren Stellvertreter gründlich eingearbeitet haben.

Wenn er weiß,

  • welche Aufgaben er für Sie übernehmen soll
  • was er dabei genau tun muss und
  • wo er die notwendigen Informationen findet,

wird er Sie in Ihrer Abwesenheit nicht verfluchen, weil er leider überhaupt keinen Durchblick hat und deswegen nicht weiß, was er eigentlich tun soll.

Damit tun Sie übrigens auch sich selbst einen Gefallen: Sie sparen sich nicht nur einen unwirschen Kollegen, sondern auch sich das Aufarbeiten zahlreicher Aufgaben, die er mangels präziser Instruktionen nicht erledigen konnte.

Damit es Ihr Stellvertreter leicht hat, dokumentieren Sie seine Aufgaben so, dass er auf jeden Fall damit klar kommt. Denken Sie dabei bitte immer daran, dass er nie so tief in Ihrer Materie ist wie Sie selbst – auch wenn er ähnliche Aufgaben bearbeitet. Das gilt speziell für Dinge, die er im Umgang mit bestimmten Kunden beachten muss.

Selbstverständlich sollten Sie ihm die To-Do-Liste nicht nur auf den Schreibtisch legen, sondern mit ihm durchgehen. Stellen Sie bitte sicher, dass er wirklich alles verstanden hat.

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Dass Sie alle Projekte abschließen, bevor Sie verschwinden, vesteht sich eigentlich von selbst – auch wenn Sie dafür Überstunden machen müssen. Ihrem Vertreter auch noch mal eben schnell einen Berg Aufgaben aufs Auge zu drücken, die Sie nicht mehr geschafft haben, ist ziemlich unkollegial. Erst recht, wenn die Dinge längst überfällig sind – und die lieben Kollegen während Ihrer Abwesenheit für Sie die Kastanien aus dem Feuer holen sollen. Glauben Sie bloß nicht, dass deren Ärger längst verraucht ist, bis Sie aus dem Urlaub zurück sind.

Selbstverständlich hinterlassen Sie auch Ihren Schreibtisch sauber: Ihre Kollegen haben definiv keine Lust, zwei Wochen lang einen Berg aufgeschlagener Ordner anzustarren. Und Sie räumen Ihn auch nicht gern für Sie auf: Dazu lassen sie sich allenfalls herab, um den angebissenen Hamburger zu finden, der die Büroluft mittlerweile nachhaltig verpestet. Doch auch dafür ist Ihnen der Zorn der Kollegen sicher.

Außerdem ist das Aufräumen des Schreibtisches ein Ritual, mit dem Sie den Übergang in den Urlaub einläuten können. Damit werfen Sie den Ballast von den Schultern und können anschließend richtig entspannen. Obendrein ist es ein gutes Gefühl, an einen Arbeitsplatz zurückehren zu dürfen, an dem nicht haufenweise unerledigte Arbeit auf Sie wartet.

Ganz zum Schluss leiten Sie noch Ihre Anrufe und Mails zu Ihrem Vertreter um. Wenn Sie keinen haben, richten Sie für Ihr E-Mail-Postfach einen Autoresponder ein und besprechen den Anrufbeantworter mit einer Nachricht, wann Sie wieder zu erreichen sind.

Abtauchen

Und dann sind Sie weg. Nicht mehr erreichbar, was immer auch geschehen sollte. Schalten Sie Ihr Handy aus. Rufen Sie Ihre Mails nicht ab. Denken Sie nicht mal an Ihre Arbeit – entspannen Sie sich.

Natürlich gelingt das nur, wenn Sie wirklich keine Leichen im Keller haben, die Ihnen nach und nach wieder einfallen und Sie zu immer neuen Anrufen im Büro nötigen. Oder dafür sorgen, dass Ihre Kollegen Ihnen dauernd hinterher telefonieren müssen. In beiden Fällen ist Ihnen die Abreibung nach dem Urlaub sicher – und sie ist redlich verdient.

Auf der anderen Seite sollten Sie aber bitte auch nicht auf die Idee kommen, immer mal wieder im Büro anzurufen, um zu fragen, ob auch wirklich alles ohne Sie funktioniert. Bei aller Fürsorglichkeit: Wenn Sie die Kollegen gut instruiert haben, kommen die locker zwei oder drei Wochen ohne Sie aus. Das gilt selbstverständlich auch, wenn Sie ihr Vorgesetzter sind. Selbst wenn Sie Ihre Anrufe nur gut meinen drängt sich leicht der Verdacht auf, dass Sie einen Kontrollfimmel haben – und so falsch ist das wahrscheinlich auch nicht.

Außerdem tun Sie sich damit selbst keinen Gefallen: Was nutzt der tollste Strand, wenn Sie in Gedanken noch bei der Arbeit sind? Falls Sie den Urlaub nicht genießen (können), weil Ihnen das Abschalten nicht gelingt, sollten Sie vielleicht besser zu Hause bleiben. Denn einen Gefallen tun Sie sich damit ganz sicher nicht.

Das gilt übrigens auch, wenn Ihnen im Urlaub einfach langweilig ist und Sie deswegen ständig bei der Arbeit dazwischenfunken: Suchen Sie sich lieber eine erholsame Beschäftigung, damit Sie den Daheimgebliebenen nicht auf den Geist gehen.

Abschalten

Als es noch üblich war, aus dem Urlaub Ansichtskarten an die Lieben zu Hause zu schicken, war die Sache relativ klar: Jede Person bekam genau eine Karte – schließlich kosteten die Dinger Geld, obendrein schlug das Porto zu Buche und dann musste jede Karte ja auch noch einzeln beschriftet werden – und das verschlang viel Zeit.

Diese Beschaulichkeit hat durchs Smartphone ein jähes Ende gefunden: Seit seiner Entwicklung wird jede Merkwürdigkeit sofort geknipst, mit einem Kommentar versehen und an sämtliche Freunde verschickt – mindestens aber bei Facebook gepostet. Dabei ist der fünfte kaputte Klodeckel in der Lagune von Venedig auch nicht spannender als der erste, und auch die Live-Dokumentation des zunehmenden Sonnenbrandes Ihrer Frau möchte eigentlich keiner ansehen müssen.

Klar ist es toll, überall einfach drauflos knipsen und die Bilder auch gleich archivieren zu können. Wenn Sie aber ehrlich sind, finden Sie die meisten Aufnahmen auch nicht mehr wirklich berauschend, wenn Sie sie später nochmal ansehen. Tun Sie Ihrem Freundeskreis also bitte den Gefallen und sortieren die Bilder, bevor Sie diese weiterverbreiten.

Das dabei entstehende Album dürfen Sie dann gern bei Facebook posten. Schließlich ist das immer noch besser, als Ihre Freunde zu einem Diaabend einzuladen – bei Facebook kann man nämlich weg- oder weiterklicken. Und das spart bei jährlich gefühlten 10.000 Urlaubsbildern von Freunden viel Zeit und Nerven.