Redewendungen: Beispiele und Definition
Redewendungen sind feststehende Wortgruppen oder kurze Sätze mit eher bildhaftem Charakter. Sie sind nicht unbedingt wörtlich gemeint, sondern erst im übertragenen Sinn zu verstehen. Der Ausdruck „nicht alle Tassen im Schrank zu haben“, meint daher nicht, dass im Schrank Geschirr fehlt, sondern vielmehr, dass jemand verrückt ist oder bekloppte Ideen hat. Redewendungen sind deshalb für Muttersprachler oft völlig normal, während sie für Außenstehende fremd klingen. Weitere Beispiele für Redewendungen mit bildhafter (= metaphorischer) Bedeutung sind:
- „Alles in Butter“ = Alles in Ordnung
- „Abgehen wie Schmidts Katze“ = Mühelos durchstarten
- „Alle Register ziehen“ = Nichts unversucht lassen
- „Den Bock zum Gärtner machen“ = Jemand Ungeeignetem eine Aufgabe übertragen
- „Mehrere Eisen im Feuer haben“ = Mehrere Optionen haben
Welche Funktion haben Redewendungen im Deutschen?
Redewendungen erfüllen im Deutschen gleich mehrere wichtige Funktionen und sind mehr als nur sprachliche Dekoration: Sie machen die Sprache anschaulich und lebendig. Statt nüchtern zu sagen „Ich bin sehr überrascht“, sagen Sie zum Beispiel: „Ich bin aus allen Wolken gefallen“. Das erzeugt Kopfkino und Emotionen. Gleichzeitig können Sie mit einer Redewendung mit wenigen Worten viel sagen sowie eine kulturelle Identität schaffen. Damit erfüllen Redewendungen auch noch eine soziale Funktion: Wer sie versteht und passend benutzt, wirkt sprachlich sicher und integriert. Überdies geben der Sprache Stil, Farbe und Persönlichkeit. Je nach Situation können sie humorvoll, ironisch oder auch kritisch wirken.
Was ist der Unterschied zwischen Redewendung oder Sprichwort?
Im Gegensatz zu Redewendungen bestehen Sprichwörter meist aus einem vollständigen Satz und enthalten in der Regel Lebensweisheiten oder eine philosophische Moral. Redewendungen haben dagegen einen übertragenen Sinn. Beispiele: Das Sprichwort „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ bedeutet: Wer anderen etwas Böses zufügen will, schadet sich am Ende selbst. Die Redewendung „sich etwas abschminken“ meint hingegen nicht, Make-up zu entfernen, sondern ist eine Metapher dafür, eine Hoffnung aufzugeben.
Was ist ein geflügeltes Wort?
Geflügelte Worte wiederum sind Sprichwörter oder Redewendungen, deren Urheber bekannt ist. Es handelt sich dabei um Zitate von mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten oder Schriftstellern der Vergangenheit oder Gegenwart.
Beispiele für geflügelte Worte
- „Ich denke, also bin ich“ (René Descartes) = Ausdruck für Selbstbewusstsein oder Existenz durch Denken.
- „Der Zweck heiligt die Mittel“ (Niccolò Machiavelli) = Ein gutes Ziel rechtfertigt sogar fragwürdige Methoden.
- „Die Geister, die ich rief“ (Johann Wolfgang von Goethe, Der Zauberlehrling) = Etwas, das man selbst ausgelöst hat, gerät außer Kontrolle.
- „Wir schaffen das“ (Angela Merkel) = Ausdruck von Zuversicht bei großen Herausforderungen.
300 deutsche Redewendungen mit Bedeutung – von A bis Z
Die folgende Liste enthält die 300 bekanntesten deutschen Redewendungen, alphabetisch sortiert. Die enthaltenen Links führen zu ausführlichen Erklärungen im Redensarten-Index:
Redewendung |
Bedeutung |
| 08/15 | Minderwertige Massenware |
A |
|
| A und O | Das absolut Wichtigste |
| Abfuhr erteilen | Jemanden abweisen und Nein sagen |
| Abwarten und Tee trinken | Ruhig und geduldig bleiben |
| Ach du grüne Neune | Ausdruck von großem Erstaunen |
| Ach und Krach | Etwas gerade so schaffen |
| Affenzirkus veranstalten | Übertriebenes Getue oder Chaos |
| Alles in Butter | Es ist alles in Ordnung |
| Alle Register ziehen | Jede Möglichkeit ausprobieren |
| Alte Leier | Ständig wiederholte Information |
| Alte Zöpfe abschneiden | Sich von überholten Traditionen trennen |
| Am Ball bleiben | Ziele hartnäckig verfolgen |
| An den Kragen gehen | Eine Auseinandersetzung beginnen |
| An den Pranger stellen | Andere öffentlich beschuldigen |
| Äpfel mit Birnen vergleichen | Unvergleichbare Dinge vergleichen |
| Auf Biegen und Brechen | Unbedingt um jeden Preis |
| Auf 180 sein | Binnen Sekunden in Rage sein |
| Auf dem Holzweg sein | Sich komplett irren |
| Auf den Hund gekommen | Gesundheitlich oder finanziell schlecht stellen |
| Auf den Schlips treten | Andere verletzten und kränken |
| Auf Heller und Pfennig | Ganz genau und vollständig |
| Auf keinen grünen Zweig kommen | Keinen Erfolg haben |
| Auf Nummer sicher gehen | Alle möglichen Risiken vermeiden |
| Aus allen Wolken fallen | Völlig überrascht und fassungslos |
| Aus dem Nähkästchen plaudern | Intime Geheimnisse ausplaudern |
| Aus dem Stegreif | Unvorbereitet etwas vollbringen |
| Auge um Auge, Zahn um Zahn | Leid mit gleichem Leid vergelten |
B |
|
| Bach runtergehen | Etwas läuft schieft |
| Bahnhof verstehen | Absolut nichts verstehen |
| Bären aufbinden | Jemandem Unwahrheiten erzählen |
| Bauernopfer | Unwichtiges aufgeben, Wichtiges schützen |
| Bis in die Puppen | Bis spät in die Nacht |
| Blaumachen | Ohne Grund fehlen oder schwänzen |
| (Sein) blaues Wunder erleben | Unangenehme, böse Überraschung |
| Blut und Wasser schwitzen | Große Angst vor etwas haben |
| Brett vor dem Kopf | Offensichtliches nicht verstehen |
| Buch mit 7 Siegeln | Unlösbares Rätsel oder Problem |
C |
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| Chemie stimmt | Eine harmonische Beziehung |
| Chuzpe haben | Mut zur Frechheit |
D |
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| Da ist Hopfen und Malz verloren | Keine Chance mehr haben |
| Das kommt mir Spanisch vor | Etwas merkwürdig finden |
| Der frühe Vogel fängt den Wurm | Eine Aufgabe rechtzeitig beginnen |
| Die Katze im Sack kaufen | Vor dem Kauf nichts darüber wissen |
| Dito | Vorherige Aussage trifft zu |
| Drahtseilackt | Einen riskanten Plan haben |
| Dreck am Stecken | Keine reine Weste haben |
| Drei Kreuze machen | Erleichtert über überstandene Gefahr |
| Durch dick und dünn gehen | Auch in schweren Zeiten zusammenhalten |
| Durch die Lappen gehen | Etwas knapp verpassen |
E |
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| Ei der Daus | Ausdruck freudiger Überraschung |
| Ei des Kolumbus | Eine einfache Lösung |
| Eier haben | Mutig sein |
| Eine Hand wäscht die andere | Einen Gefallen erwidern |
| Elefant im Porzellanladen | Ungeschicktes Verhalten |
| Ende im Gelände | Etwas ist vorbei |
| Eselsbrücke bauen | Lern- und Merkhilfe erstellen |
| Etwas ausbaden müssen | Die Konsequenzen tragen müssen |
| Etwas im Schilde führen | Heimlich Böses planen |
| Etwas springen lassen | Anderen etwas ausgeben |
F |
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| Faden verlieren | Logischen Anschluss vergessen |
| Farbe bekennen | Seinen Standpunkt nennen |
| Fähnlein im Wind | Seine Meinung ständig anpassen |
| Faust aufs Auge | Etwas passt perfekt zusammen |
| Fels in der Brandung | Eine zuverlässige Person |
| Fersengeld geben | Vor etwas weglaufen |
| Flausen im Kopf | Unrealistische Ideen haben |
| Flinte ins Korn werfen | Frühzeitig aufgeben |
| Finger verbrennen | Schlechte Erfahrungen machen |
| Frosch im Hals | Kratzen im Hals haben |
| Fuchsteufelswild sein | Große Wut empfinden |
| Fünfe gerade sein lassen | Nicht so genau nehmen |
| Fünf vor zwölf | Es wird höchste Zeit |
G |
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| Gang nach Canossa | Demütig um Vergebung bitten |
| Gang runterschalten | Sich etwas beruhigen |
| Gedeih und Verderb | Um jeden Preis |
| Gegen Windmühlen kämpfen | Aussichtsloses Vorhaben |
| (Das) Gelbe vom Ei | Das Nonplusultra oder Optimum |
| Geld stinkt nicht | Die Herkunft des Geldes spielt keine Rolle |
| Gift und Galle spucken | Frust und Ärger laut kundtun |
| Gewehr bei Fuß stehen | Sofort und jederzeit bereit sein |
| Gras darüber wachsen lassen | Etwas vergessen |
| Grün hinter den Ohren | Noch sehr unerfahren sein |
| Gut Ding will Weile haben | Was gut werden soll, braucht Zeit und Geduld |
H |
|
| Haare auf den Zähnen haben | Sehr streitlustig sein |
| Haar in der Suppe | Absichtlich Fehler suchen |
| Hals und Beinbruch | Viel Glück wünschen |
| Hals über Kopf | Überstüzt und unüberlegt handeln |
| Halt die Ohren steif | Pass auf dich auf |
| Hände in Unschuld waschen | Sich unschuldig fühlen |
| Hängen und Würgen | Etwas gerade so schaffen |
| Hempels unterm Sofa | Sehr unordentlich |
| Hieb- und stichfest | Unwiderlegbar und sicher |
| Hinz und Kunz | Unspezifische Gruppe von Menschen |
I |
|
| Im Sande verlaufen | Etwas führt zu nichts |
| Im Stich lassen | Jemandem nicht helfen |
| In die Binsen gehen | Etwas geht kaputt oder verloren |
| Inneren Schweinehund überwinden | Disziplin haben und sich aufraffen |
| In trockenen Tüchern | Etwas ist abgeschlossen |
J |
|
| Jacke wie Hose | Etwas macht keinen Unterschied |
| Jägerlatein | Übertriebene und unwahre Geschichten |
| Jungfrau zum Kind | Etwas passiert unvorbereitet |
K |
|
| Kalter Kaffee | Schon bekannte Information |
| Katze aus dem Sack lassen | Ein Geheimnis offenbaren |
| Katze im Sack kaufen | Unüberlegte Entscheidung treffen |
| Kauderwelsch reden | Unverständliche Dinge sagen |
| Kein Blatt vor den Mund | Offen und ehrlich reden |
| Kirche im Dorf lassen | Mit etwas nicht übertreiben |
| Knall und Fall | Etwas passiert plötzlich |
| Kopf aus der Schlinge ziehen | Eine Gefahr abwenden |
| Kopf in den Sand stecken | Bei einer Sache aufgeben |
| Kopf und Kragen | Es geht um etwas Wichtiges |
| Kraut und Rüben | Großes Chaos |
| Krawatte haben | Genervt und verärgert sein |
| Kuh vom Eis holen | Eine brenzlige Situation retten |
L |
|
| Lanze brechen | Jemanden verteidigen |
| Laufpass geben | Sich von jemandem trennen |
| Laus über die Leber gelaufen | Verärgert und wütend sein |
| Leviten lesen | Ein Fehlverhalten scharf kritisieren |
| Licht unter den Scheffel stellen | Sich unter Wert verkaufen |
| Luft nach oben haben | Potenzial noch nicht ausschöpfen |
| Luftschlösser bauen | Unrealistische Pläne schmieden |
| Lunte riehen | Einen Verdacht haben |
M |
|
| Mantel des Schweigens | Eine Sache verheimlichen |
| Mäusemelken | Etwas ist völlig absurd |
| Mehrere Eisen im Feuer | Verschiedene Chancen haben |
| Mit allen Wassern gewaschen | Sehr schlau und gerissen |
| Mit seinem Latein am Ende | Keine Lösung mehr wissen |
N |
|
| Nadel im Heuhaufen suchen | Kaum eine Chance haben |
| Nagelprobe bestehen | Eine wichtige Prüfung schaffen |
| Nahe am Wasser gebaut | Jemand muss schnell weinen |
| Narrenfreiheit genießen | Alles machen können |
| Neben der Spur sein | Sich nicht konzentrieren können |
| Nicht lange fackeln | Besonders schnelles Handeln |
| Niemandem Rechenschaft ablegen | Alleine frei entscheiden |
O |
|
| Oberwasser haben | Einen Vorteil haben |
| Obulus entrichten | Einen kleinen Beitrag bezahlen |
| Ochs vorm Berg | Keine Idee, wie es weiter geht |
| Öl ins Feuer gießen | Einen Konflikt weiter anfachen |
P |
|
| Paroli bieten | Entschlossen Widerstand leisten |
| Phönix aus der Asche | Neu und stärker wiederkommen |
| Pi mal Daumen | Etwas ungefähr schätzen |
| Perlen vor die Säue werfen | Etwas verschwenden, Wertvolles nicht schätzen |
| Pferd von hinten aufzäumen | In falscher Reihenfolge handeln |
Q |
|
| Quadratur des Kreises | Etwas Unmögliches versuchen |
| Qual der Wahl | Schwierige Entscheidung treffen |
| Quitt sein | Alle Schulden begleichen |
| Quittung erhalten | Konsequenzen für etwas tragen |
R |
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| Rad neu erfinden wollen | Unnötige Lösungen suchen |
| Reibach machen | Einen großen Gewinn erzielen |
| Revue passieren lassen | Vergangenes gedanklich durchgehen |
| Ross und Reiter nennen | Direkt und konkret ansprechen |
| Roter Faden | Leitmotiv einer Erzählung |
| Rote Laterne | Letzter im Wettbewerb |
| Rücken zur Wand | Eine ausweglose Situation |
S |
|
| Salz in der Suppe | Die wichtigste Besonderheit |
| Sand am Meer | Im Überfluss vorhanden |
| Salz in die Wunde | Etwas noch schlimmer machen |
| Schema F | Immer nach gleichem Muster (schematisch) handeln |
| Schief gewickelt sein | Falsche Vorstellungen haben |
| Schnee von gestern | Veraltet und langweilig |
| Schnitzer machen | Einen Fehler begehen |
| Schuss in den Ofen | Einen Misserfolg erleben |
| Schuss nicht gehört | Eine Veränderung nicht bemerken |
| Schusters Rappen | Zu Fuß gehen |
| Schwein haben | Unerwartet Glück haben |
| Stein und Bein schwören | Felsenfest und aufrichtig beteuern |
| Süßholz raspeln | Jemandem Komplimente machen |
T |
|
| Tabula rasa (machen) | Gründlich aufräumen oder klare Verhältnisse schaffen. |
| Tacheles reden | Ungeschönte Wahrheit sagen |
| Teufel an die Wand malen | Das Schlimmste erwarten |
| Tischtuch zerschneiden | Eine Freundschaft beenden |
| Tomaten auf den Augen | Offensichtliche Dinge übersehen |
| Treulose Tomate | Eine unzuverlässige Person |
| Tropfen auf den heißen Stein | Wirkungslose Bemühen |
U |
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| Über den Jordan gehen | Jemand stirbt |
| Über den Tellerrand schauen | Offen für Neues sein |
| Über Wasser halten | Finanziell gerade so auskommen |
| Um den heißen Brei herumreden | Nicht zum Kernthema kommen |
| Unter aller Kanone | Ungenügende, schlechte Qualität |
| Unter Dach und Fach | Etwas ist erfolgreich abgeschlossen |
| Unter der Gürtellinie | Unfaire, persönliche Angriffe |
| Unter ferner liefen | Weit abgeschlagen sein |
V |
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| Verflixt und zugenäht | Fluchen bei einem Missgeschick |
| Verschlimmbessern | Etwas gut meinen, aber verschlechtern |
| Vogel abgeschossen | Erwartungen übertroffen |
| Vom Leder ziehen | Über andere meckern |
| Vom Regen in die Traufe | Schlimme Lage weiter verschlechtern |
W |
|
| Wald vor lauter Bäumen | Wesentliches total übersehen |
| Wasser bis zum Hals | Eine bedrohliche Situation |
| Wasser in den Wein gießen | Eine Freude dämpfen |
| Weiße Weste | Nichts zu schulden kommen lassen |
| Wind davon bekommen | Geheime Dinge erfahren |
| Wink mit dem Zaunpfahl | Deutliche Hinweise machen |
| Wolf im Schafspelz | Böse Absichten verstecken |
| Würfel sind gefallen | Entscheidung ist unwiderruflich |
Z |
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| Zahn zulegen | Etwas schneller machen |
| Zähne ausbeißen | Eine Aufgabe nicht schaffen |
| Zapfenstreich | Ende einer Veranstaltung |
| Zeter und Mordio schreien | Lauf und heftig protestieren |
| Zuckerbrot und Peitsche | Wechselbad zwischen süßer Belohnung und harter Strafe |
| Zünglein an der Waage | Der entscheidende Faktor |
Die Redewendungen-Liste mit Bedeutungen können Sie sich zusätzlich hier kostenlos als PDF herunterladen.
Top 10 der bekannstesten und lustigen Redewendungen
Sprachwissenschaftler schätzen, dass es in der deutschen Sprache mehr als 7.000 Redewendungen und 250.000 Sprichwörter gibt. Ein Großteil davon wird heute kaum noch genutzt oder ist durch moderne Jugendsprache ersetzt worden. Andere sind noch immer fest in der Alltagssprache verankert. Die folgenden Listen zeigen die Top 10 der bekanntesten und lustigsten Redewendungen:
Top 10 bekannte Redewendungen
- Schmetterlinge im Bauch haben = Frisch verliebt sein
- Um den heißen Brei herumreden = Eine Sache nicht direkt ansprechen
- Den Löffel abgeben = Sterben
- Die Flinte ins Korn werfen = Verfrüht aufgeben
- Blau machen = Die Arbeit oder Schule schwänzen
- Den Nagel auf den Kopf treffen = Eine Sache exakt auf den Punkt bringen
- Tomaten auf den Augen haben = Etwas Offensichtliches übersehen
- Auf großem Fuß leben = Viel Geld ausgeben
- Jemandem Honig ums Maul schmieren = Jemandem schmeicheln
- Unter aller Kanone sein = minderwertig oder unverschämt sein
Top 10 lustige Redewendungen
- Holla, die Waldfee = Ausruf der Überraschung oder Erstaunens
- Da wird der Hund in der Pfanne verrückt = Ausdruck völliger Fassungslosigkeit
- Jemandem auf der Nase herumtanzen = Jemanden nicht ernst nehmen
- Den Ball flachhalten = Sich zurückhalten, um keinen Ärger zu provozieren
- Auf Wolke sieben schweben = Glücklich verliebt sein
- Jetzt geht es um die Wurst = Es kommt zur alles entscheidenden Phase
- Das ist mir völlig schnuppe = Absolut egal sein
- Jemanden durch den Kakao ziehen = Sich über jemanden lustig machen
- Da beißt die Maus keinen Faden ab = Eine beschlossene Sache
- Sich die Radieschen von unten ansehen = Tot und begraben sein
Häufige Fehler: Redewendungen richtig nutzen
Redewendungen können eine Aussage verdeutlichen – oder für einen peinlichen Moment sorgen, wenn diese falsch genutzt werden. Häufige Fehler sind:
1. Gemischte Redewendungen
Das Gehirn vermischt gerne zwei Redewendungen zu neuen Formulierungen, die es gar nicht gibt. Das klingt dann unfreiwillig komisch oder unwissend. Beispiele:
- Falsch: „Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.“
- Richtig: „Das setzt dem Ganzen die Krone auf“ (Steigerung) oder „Das schlägt dem Fass den Boden aus“ (Unverschämtheit).
- Falsch: „Wir müssen an einem Strang sitzen.“
- Richtig: „An einem Strang ziehen“ (zusammenarbeiten) oder „im selben Boot sitzen“ (in der gleichen Lage sein).
2. Übertriebene Nutzung
Redewendungen und ihre Sprachbilder können eine Aussage lebendiger machen und geben Sätzen die Würze. Wer es damit aber übertreibt, reiht irgendwann nur noch Floskeln aneinander. Negativ-Beispiel: „Jetzt mal Butter bei die Fische: Wir müssen Nägel mit Köpfen machen. Das Projekt steht auf der Kippe, aber wenn wir jetzt alle Hebel in Bewegung setzen und an einem Strang ziehen, kriegen wir die Kuh vom Eis.“
3. Falsche Zielgruppe
Nicht jede Redewendung ist für jeden Kontext geeignet. Unter Freunden oder in der Familie sind lockere Formulierungen kein Problem, im Job sollten Sie besser nicht davon sprechen, dass sich alle für das Projekt „den Arsch aufreißen“. Angebrachter wäre, dass alle „volles Engagement und Initiative zeigen“ – das klingt professioneller.
Redensarten nach Kategorien
Sie suchen Redensarten für bestimmte Bereiche und Kategorien? Dann nutzen Sie gerne die folgende Auswahl:
- Am Ball bleiben: Eine Sache beharrlich verfolgen.
- Alle Register ziehen: Alle verfügbaren Mittel nutzen.
- Butter bei die Fische: Direkt zum Kern der Sache kommen.
- Den Karren aus dem Dreck ziehen: Eine schwierige, festgefahrene Situation retten.
- In trockenen Tüchern sein Ein Projekt oder Geschäft erfolgreich abschließen.
- Auf Wolke sieben schweben: Überglücklich oder frisch verliebt sein.
- Jemanden auf Händen tragen: Eine Person übermäßig verwöhnen und verehren.
- Ein Stein vom Herzen fallen: Sehr erleichtert sein.
- Nah am Wasser gebaut sein Sehr emotional reagieren und schnell weinen.
- Jemanden in den Wind schießen Eine Beziehung abrupt beenden.
- Gift und Galle spucken: Seinem Ärger aggressiv Luft machen.
- Jemanden auf die Palme bringen: Eine andere Person provozieren.
- Das Haar in der Suppe suchen: Kleinlich nach Fehlern oder Problemen suchen.
- Jemandem den Kopf waschen: Eine andere Person zurechtweisen.
- In der Tinte sitzen: In einer misslichen Lage oder in Schwierigkeiten sein.
- Alles unter Dach und Fach haben: Etwas ist fertig organisiert oder gesichert.
- Den Nagel auf den Kopf treffen: Eine Sache exakt richtig benennen oder erklären.
- Mit der Tür ins Haus fallen: Ein Anliegen ohne Umschweife oder Vorwarnung vorbringen.
- Den Teufel an die Wand malen: Eine Situation schwärzer sehen, als sie ist.
- Schuster, bleib bei deinen Leisten: Sich selbst nicht überschätzen.
- Die Katze aus dem Sack lassen: Ein Geheimnis endlich preisgeben.
- Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zwei Ziele durch eine einzige Handlung erreichen.
- Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul: Geschenke sollte man nicht kritisieren.
- Wie ein Elefant im Porzellanladen: Sich extrem ungeschickt oder unsensibel verhalten.
- Wissen, wie der Hase läuft: Über alle Abläufe und Regeln genau Bescheid wissen.
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