Taxifahrer-Syndrom: Ziellos durch den Tag

Der Alltag nimmt einen nicht nur gefangen – er macht viele ebenso orientierungslos! Taxifahrer-Syndrom heißt das Phänomen und hat nichts mit einem verspannten Nacken zu tun. Vielmehr geht es darum, dass Betroffene so sehr von ihren Aufgaben vereinnahmt werden, dass eigene Lebensziele oder berufliche Pläne komplett aus dem Fokus geraten. Mit dramatischen Folgen…

Taxifahrer Syndrom Definition Bedeutung Ziellos Psychologie Beispiel

Das Wichtigste in Kürze

  • Bedeutung: Das Taxifahrer-Syndrom beschreibt ein Leben ohne klare Ziele, bei dem Menschen nur ihren Alltag erledigen und ihr Leben nicht langfristig und bewusst planen.
  • Verhalten: Betroffene fahren bildlich wie ein Taxifahrer durch den Tag und erfüllen nur Aufträge, statt eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Folgen: Auf Dauer führt das Taxifahrer-Syndrom zu steigender Unzufriedenheit, Ohnmachtsgefühlen und fehlendem Lebenssinn.
  • Lösung: Klare Lebensziele, bewusste Prioritäten und Entscheidungen helfen, das Taxifahrer-Syndrom zu vermeiden.
  • Selbstreflexion: Regelmäßige Fragen wie „Macht mich das glücklich?“ oder „Bringt mich das meinem Ziel näher?“ helfen, die eigene Situation zu prüfen.
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Taxifahrer-Syndrom: Lebst du noch?

Der Name „Taxifahrer-Syndrom“ hat zweierlei Bedeutungen: Medizinisch beschreibt das Syndrom typische Schmerzen und Verspannungen im Rücken, Nacken und in den Beinen durch langes Sitzen und die einseitige Körperhaltung beim Autofahren. Bei Taxifahrern ist das eine häufige Berufskrankheit.

Uns geht es in diesem Artikel jedoch um die zweite Bedeutung: Viele Taxifahrer irrlichtern tagsüber von Fahrt zu Fahrt, ohne zu wissen, wohin sie das diesmal führt. Sie wissen nur eines: Zum Feierabend sind sie wieder zu Hause. Die Zeit dazwischen ergibt sich. Irgendwie.

Genau das beschreibt das Taxifahrer-Syndrom: ein Leben, bei dem Betroffene ziellos durch ihren Alltag und durch Leben navigieren – ohne zu wissen, wo sie eines Tages ankommen. Man ist zwar beschäftigt, kommt aber allenfalls dort an, wohin andere wollen. Das ist auf Dauer weder zielführend, noch macht es glücklich.

Verfolgen Sie noch Ihre Ziele?

Das Problem am Taxifahrer-Syndrom sind nicht die vielen Aufgaben oder Aufträge. Es sind die verschobenen Prioritäten im Leben und die eigenen Ziele, die dabei immer mehr aus dem Blickfeld verdrängt werden.

Es gibt einen simplen Test, ob Sie gerade die richtigen Prioritäten im Leben setzen: Fragen Sie sich, ob Ihnen das Ziel oder die Sache auch noch wichtig ist, wenn Sie 95 sind?! Im Rückblick auf das Leben sehen wir oft viel klarer – und andere Dinge werden wichtiger: mehr Zeit mit der Familie und Freunden verbringen; etwas tun, das wirklich Bedeutung hat; Spuren hinterlassen. Sowas.

Hand aufs Herz: Verfolgen Sie noch Ihre großen Lebensziele? Oder hat Sie der Alltag schon so fest im Griff, dass Sie regelmäßig Ihr großes „Warum“ vergessen?

Zielstrebigkeit Ziele erreichen 5 Schritte Infografik

Orientierungsfragen für Ihre Ziele

Wem die Frage nach dem 95-jährigen Alter Ego zu weit in die Zukunft reicht, kann auch andere Fragen zur Selbstreflexion nutzen, um wichtige Ziele nicht aus den Augen zu verlieren:

  • Warum mache ich den Job hier überhaupt?
  • Macht mich das glücklich?
  • Was wollte ich aus meinem Leben machen?
  • Was wollte ich erreichen?
  • Bringt mich das, was ich gerade mache, meinem Ziel näher?
  • Was kann ich (heute) unternehmen, um meinem Ziel näher zu kommen?

Solche Orientierungsfragen sind nicht bequem, ja. Sie helfen aber dabei, sich weiterzuentwickeln – und damit dem Stillstand in der Komfortzone vorzubeugen. Und sie machen es schwierig, uns selbst zu belügen und die Umstände zu beschönigen.

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Eigene Ziele gegen das Taxifahrer-Syndrom

Gerade für den beruflichen Erfolg kann dieser Effekt nützlich sein: Um erfolgreich zu sein, müssen wir uns regelmäßig hinterfragen, Selbstreflexion üben und wissen, was unsere Ziele sind und wie wir diese erreichen können und wollen. Womöglich ist die Antwort darauf, seine bisherige Strategie zu ändern, umzudenken und neue Wege zu finden.

Der Taxifahrer kann an seiner Situation nicht viel ändern. Bei ihm macht es den Job vielleicht sogar abwechslungsreich und interessant, nicht zu wissen, wohin die nächste Reise geht. Aber selbst er (oder sie) sollte wissen, ob er den Job 40 Jahre lang machen will, ob ihn das ausfüllt und ob das seinem Lebensplan entspricht. Falls nicht, wird es Zeit, das Navi neu zu programmieren…


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