Was sind die wichtigsten Begrüßungsregeln in Deutschland?
Die Begrüßung ist der erste Kontakt zwischen Menschen, wenn sie sich begegnen. Mit einer höflichen Begrüßung zeigt man seinem Gegenüber Interesse und Respekt. Sie kann aus einfachen Worten wie „Hallo“ oder „Guten Tag“ bestehen sowie Gesten, wie einen Händedruck, eine Umarmung oder ein Nicken beinhalten. Freundliche Begrüßungen helfen, sofort eine angenehme Atmosphäre zu erzeugen und ein Gespräch zu beginnen.
Die 10 goldenen Begrüßungsregeln
In Deutschland kann die Begrüßung manchmal etwas förmlich ablaufen. Vor allem im Berufsleben sollten Sie sich hierbei an den klassischen Knigge-Regeln bzw. Begrüßungsregeln orientieren:
- Wer einen Raum betritt, grüßt zuerst.
- Stehen Sie zur Begrüßung immer auf.
- Im Business wird der Ranghöchste zuerst begrüßt.
- Begrüßung unbedingt immer mit Blickkontakt.
- Der Handschlag dauert 3-5 Sekunden, nicht schütteln!
- Der richtige Abstand zum Gegenüber: eine Armlänge.
- Formelle Grüße: „Guten Morgen“, „Guten Tag“, „Guten Abend“.
- Informell: „Hallo“, „Hi“, „Hey“ oder kurzes Nicken.
- Ein Gruß wird immer mit den gleichen Worten erwidert.
- Die Umarmung ist nur erlaubt, wenn man sich kennt.
Es gilt übrigens als ausgesprochen unhöflich, jemanden, der grüßt, nicht zurück zu grüßen oder dabei keinen Blickkontakt zu halten.
Begrüßung-Knigge: Wer grüßt wen zuerst?
Es grüßt immer zuerst, wer einen Raum betritt – das gilt für Büro, Konferenzraum, Fahrstuhl oder Wartezimmer gleichermaßen und unabhängig von der Hierarchie im Unternehmen. Betritt der Chef einen Raum, sollte er die Anwesenden kurz begrüßen. Sollten Sie in einen Raum kommen, in dem bereits mehrere Personen warten, gibt es wiederum verschiedene Szenarien:
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Begrüßen Sie den Gastgeber zuerst
Gibt es einen Gastgeber, begrüßen Sie diesen zuerst. Gleichzeitig können Sie sich bei diesem bereits für die Einladung bedanken.
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Begrüßen Sie Bekannte zuerst
Fehlt ein klarer Gastgeber, und Sie kennen nur einen der Anwesenden, begrüßen Sie als erstes diese Person. Ihr Kontakt sollte Sie anschließend den anderen Anwesenden vorstellen. Dabei gebührt der ranghöchsten Person im Raum das Vorrecht, Sie zuerst kennenzulernen.
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Begrüßen Sie der Reihe nach
Sofern Sie keinen Anwesenden kennen und keine Rangfolge identifizieren können, begrüßen Sie der Reihe nach die Anwesenden. Während Sie mehrere Gäste hintereinander begrüßen, sollten Sie von Zeit zu Zeit Ihren Namen wiederholen, damit die zuletzt begrüßten Gäste ebenfalls wissen, mit wem sie es zu tun haben.
Falls die Begegnung zufällig ist – etwa auf dem Flur – begrüßt derjenige zuerst, der sein Gegenüber zuerst erblickt. Diese Regeln zur Begrüßung gelten sowohl im Geschäftsleben wie bei privaten Treffen.
Richtige Rang- und Reihenfolge im Business
Im Berufsleben gibt es jedoch eine Besonderheit: Hier wird immer die ranghöchste Person zuerst begrüßt – unabhängig vom Geschlecht. „Ladies first!“ gilt also nur, wenn die ranghöchste Person eine Frau ist. Diese Knigge-Regel gilt bei formalen Meetings ebenso wie beim Geschäftsessen. Wer in der Runde keine Rangordnung kennt, begrüßt alle Anwesenden der Reihe nach.
Ausnahme: gesellschaftliche Anlässe. Bei gesellschaftlichen Anlässen (z.B. Theater, Oper, Vernissage) wird die Rangfolge aufgehoben. Hier begrüßen wieder die Herren die Damen zuerst. Treffen Paare aufeinander, begrüßen sich erst die Damen, dann die Herren die Damen und schließlich die Herren untereinander. Diese formale Reihenfolge darf unter Freunden auch abgewandelt werden: Hier begrüßen oft die Männer zuerst die Partnerin des jeweils anderen.
Beispiele: Was sagt man zur Begrüßung?
Eine Begrüßung kann ganz einfach sein: „Guten Tag, Frau Beispiel“. Laut Knigge sollten Sie einen solchen Gruß jedoch möglichst im gleichen Wortlaut erwidern. Auch ein förmliches „Guten Abend“ sagen Sie also nicht mit einem saloppen „Hallo“, sondern antworten ebenfalls mit „Guten Abend“. Werden Sie verbal gegrüßt, ist es zudem unangebracht, dem anderen nur stumm zuzunicken.
Für eine höfliche Begrüßung gibt es unterschiedlich geeignete Begrüßungsformeln. Diese sind abhängig vom Anlass, der Tageszeit und der Beziehung zu Ihrem Gegenüber. Einen Würdenträger oder Vorgesetzten würden Sie logischerweise nicht so flapsig begrüßen wie Ihre beste Freundin oder einen Kumpel. Die wichtigsten Grüße im Überblick:
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„Guten Morgen“
Betreten Sie morgens das Büro, ein Geschäft oder eine Arztpraxis, begrüßen Sie Kollegen, Verkäufer oder Anwesende mit einem freundlichen „Guten Morgen“, „Morgen“ oder „Hallo“, das von den anderen genauso quittiert wird.
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„Guten Tag“
Ab 11 Uhr beginnt der Vormittag beziehungsweise Mittag. Ab dieser Tageszeit sagt man in Deutschland eher „Guten Tag“, um jemanden zu begrüßen. Das süddeutsche Gegenstück dazu ist: „Grüß Gott“.
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„Guten Abend“
„Guten Abend“ bietet sich für die Zeit ab 18 Uhr an. Manche Menschen kürzen diesen Gruß zu „N’Abend“ ab. Das ist für offizielle Treffen jedoch zu flapsig.
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„Hallo“
Für Gesamtdeutschland geeignet und in verschiedenen Variationen üblich ist ein „Hallo“ zur Begrüßung. Es eignet sich für private Treffen ebenso wie für Kollegen. Weit verbreitet ist inzwischen auch das englische „Hi“ oder „Hey“. Alle diese Grüße können Sie unabhängig von der Tageszeit nutzen.
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„Moin“
Typisch für Norddeutschland ist der Gruß „Moin“, den man ebenfalls ganztägig verwendet. Wer sich in Hamburg aufhält, wird „Moin Moin“ zu hören bekommen. Eine andere Variante ist „Moinsen“, die auch für Niedersachsen typisch ist.
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„Servus“
Im süddeutschen Raum sowie in Österreich ist „Servus“ das Pendant zu „Moin“. Für fremde Ohren ungewöhnlich: „Servus“ eignet sich sowohl zur Begrüßung als auch zur Verabschiedung.
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„Mahlzeit“
Ein herzhaftes „Mahlzeit!“ hört man vor allem in Betrieben in der Mittagszeit. Als Gruß in der Kantine ist es gleichzeitig ein Synonym für „Guten Appetit!“.
Förmliche Begrüßungen
Informelle Begrüßungen
Tipp: Bei der Begrüßung sollten Sie stets lächeln. Das signalisiert Offenheit, Freundlichkeit und macht sofort sympathischer. Profis empfehlen überdies, langsame Gesten zu machen, weil diese selbstsicherer und selbstbewusster wirken.
Internationale Begrüßungen: Was sagt man wo?
Land, Sprache |
Begrüßung |
Aussprache |
| 🇬🇧 Englisch | Hello | Hello |
| 🇫🇷 Französisch | Bonjour | Bon-schur |
| 🇮🇹 Italienisch | Ciao | Tschao |
| 🇪🇸 Spanisch | Hola | O-la |
| 🇵🇹 Portugiesisch | Olá | O-la |
| 🇳🇱 Niederländisch | Goedendag | Chooden Dach |
| 🇬🇷 Griechisch | Γεια σας | Jassas |
| 🇷🇺 Russisch | Здравствуйте | Sdra-stwu-jtje |
| 🇹🇷 Türkisch | Merhaba | Me-ra-ba |
| 🇸🇦 Arabisch | السلام عليكم | A-salamu alaikum |
| 🇨🇳 Chinesisch | 你好 | Ni-hau |
| 🇯🇵 Japanisch | こんにちは | Kon-ni-tschi-wa |
| 🇰🇷 Koreanisch | 안녕하세요 | An-njong |
| 🇮🇳 Hindi | नमस्ते | Na-mas-te |
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Wie geht der Handschlag zur Begrüßung richtig?
Zur Begrüßung gehört in vielen westlichen Ländern der Handschlag zwingend dazu. Ein perfekter Händedruck dauert nicht länger als 3-5 Sekunden, ist kräftig, aber nicht zu fest. Und „Händeschütteln“ ist heute eher unüblich – ein einfacher Druck reicht.
Für einen korrekten Händedruck im Berufsleben müssen Sie zwei Dinge beachten: Begrüßt wird wieder die ranghöchste Person zuerst – und: Gehen Sie niemals mit ausgestreckter Hand auf Ihr Gegenüber zu! Warten Sie ab, bis Ihnen der oder die Ranghöchste die Hand reicht. Der Ranghöhere entscheidet allein, ob er seinem Gegenüber die Hand reicht.
Eine Ausnahme bilden hierbei Gastgeber. Weil Gastfreundschaft auch hierzulande einen hohen Wert hat, sollte der Gastgeber stets von sich aus auf seine Gäste zugehen und ihnen zur Begrüßung die Hand reichen, um sie willkommen zu heißen.
Welche Begrüßungsfehler sollte ich vermeiden?
Weil der Händedruck einen hohen Stellenwert hat und dabei oft noch nonverbale Signale mitschwingen, sollte der Handschlag stets kräftig und bestimmt sein. Absolute No-Gos hierbei sind:
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Feuchte Hände
Wer aufgeregt oder nervös ist, sollte ein Taschentuch in den Hosentaschen haben und die Hände vorher unbemerkt daran trocknen. Andernfalls wischen Sie diese unauffällig an Hose oder Kleid ab.
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Schraubstock
Der Händedruck darf sich nicht wie ein Schraubstock anfühlen. Ein zu fester Druck gilt als Dominanzgeste und wird von den meisten Menschen als unangenehm und unsympathisch empfunden.
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Schlaffe Hände
Das andere Extrem ist genauso ungünstig; Wer einen schlaffen Händedruck hat und die Hand womöglich nur partiell, mit den Fingerspitzen reicht, fällt ebenfalls unangenehm auf.
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Langes Schütteln
Keinesfalls sollten Sie die Hand durchschütteln. Eine kurze, einmalige Auf-und-Abbewegung reicht.
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Hand verstecken
Die andere Hand sollte beim Händegeben keinesfalls in der Hosentasche stecken. Das ist nicht lässig, sondern gilt als Zeichen für fehlenden Respekt.
Wann ist eine Umarmung zur Begrüßung okay?
Eine Umarmung zur Begrüßung ist deutlich intimer als ein Handschlag. Das Begrüßungsritual bleibt in der Regel Familie, engen Freunden oder guten Bekannten vorbehalten und dauert meist nicht länger als 20 Sekunden. Selbstverständlich darf eine Umarmung jederzeit abgelehnt werden. Im geschäftlichen Kontext sollten Sie ohnehin auf Distanz bleiben – hier wird die Umarmung überwiegend als unpassend empfunden, zumal man dabei in die Intimzone des anderen eindringt:
Wenn Sie keine Umarmung mögen, sollten Sie zur Begrüßung Ihrem Gegenüber ausnahmsweise zuerst die Hand zum traditionellen Händedruck entgegenstrecken. Den Wink sollte jeder verstehen, ohne das Gesicht zu verlieren. Für die ganz Hartnäckigen und Aufdringlichen bleibt noch die Alternative: abwehrende Hand vor den Oberkörper strecken und sagen: „Stopp. Wir kennen uns dafür nicht gut genug – aber ich gebe Ihnen gerne die Hand!“
Weitere Begrüßungsformen nach Kultur
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Küssen zur Begrüßung
International verbreitet ist das Küssen zur Begrüßung. Hierbei handelt es sich in der Regel um einen Kuss auf die Wangen links und rechts bzw. an der Wange vorbei. Üblich ist das unter anderem in Spanien, Italien oder Lateinamerika. Kompliziert wird es in Frankreich: Hier wird nicht nur zweimal geküsst, sondern je nach Region ein drittes oder sogar viertes Wangenküsschen gegeben.
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Verbeugen zur Begrüßung
In vielen asiatischen Ländern ist eine Verbeugung zur Begrüßung typisch. In Thailand und Indien legt man dafür die Hände vor dem Oberkörper aneinander und verneigt sich. Deutlich komplexer ist die Begrüßung in Japan: Je nach Grad der Ehrerbietung und Rang der Person verneigen sich die Grüßenden im 15-, 30- oder 45-Grad-Winkel zueinander und verharren so etwa 5 Sekunden.
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Zunge zeigen zur Begrüßung
Besonders exotisch mutet diese Begrüßungsgeste in Tibet an: Zum Gruße streckt man sich hier die Zunge heraus. Der Brauch geht auf den Aberglauben zurück, wonach der Teufel eine schwarze Zunge hat. Indem man sich seine rote Zunge zeigt, bekundet man lautere Absichten.
Was muss ich bei der Visitenkarte zur Begrüßung beachten?
Bis heute werden bei Geschäftstreffen Visitenkarten bei der Begrüßung ausgetauscht. Der Austausch gehört zur Vorstellungszeremonie ebenso dazu wie der Smalltalk danach.
Weil die Visitenkarte persönliche Kontaktdaten enthält, macht sie das laut Knigge – symbolisch – zu einer Art persönlichem Geschenk und Vertrauensbeweis. Deshalb gelten für das Überreichen ebenfalls ein paar wichtige Begrüßungsregeln:
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Wann austauschen?
Im Geschäftsleben wird die Visitenkarte zu Beginn des Gesprächs überreicht – kurz nach dem Vorstellen mit Handschlag.
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Wer gibt zuerst?
Üblicherweise reicht der Gast seine Karte zuerst. Danach übergibt der Gastgeber seine Karte im Austausch. Ansonsten gilt wieder die Business-Regel: Der Ranghöchste bekommt die Karte zuerst.
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Wie überreichen?
Eine Visitenkarte wird immer mit Blickkontakt und hierzulande mit einer Hand übergeben, in Asien bitte immer mit beiden Händen!
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Was damit tun?
Würdigen Sie die Visitenkarte stets einige Sekunden. Sie ungelesen sofort wegzustecken, wäre grob unhöflich. Ebenso darf die Karte nicht in die Hosentasche gesteckt werden („am A…“). Sie gehört ausschließlich in die Brusttasche des Jackets oder in die Handtasche.
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