Bewerbung um, für oder als: Beispiele für korrekte Betreffzeilen
Die Betreffzeile ist das Erste, was Recruiter lesen. Das gilt für die E-Mail-Bewerbung genauso wie für das Bewerbungsschreiben. Wer bereits hier den ersten Fehler macht, wirkt unprofessionell und senkt seine Bewerbungschancen.
Diese Schreibweisen sind richtig:
Laut Duden können Sie immer folgende Formulierungen nutzen – sie sind grammatikalisch korrekt:
- „Bewerbung um ein Praktikum“
- „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“
- „Bewerbung um eine Stelle als Verkäuferin“
- „Bewerbung auf eine Stelle als Erzieherin“
- „Bewerbung als Reinigungskraft“
Alle drei Präpositionen „um“, „auf“ und „als“ sind sprachlich korrekt und laut Duden in der Betreffzeile zulässig.
Diese Schreibweisen sind falsch:
Auf keinen Fall sollten Sie schreiben:
- „Bewerbung für einen Minijob“
- „Bewerbung für eine Stelle als Aushilfe“
- „Bewerbung für eine Stelle als Assistentin“
- „Bewerbung zum Assistenzart“
- „Bewerbung zur Fachverkäuferin“
Die Formulierung „Bewerbung für eine Stelle“ ist immer falsch, weil Sie sich nicht „für“ die Stelle, sondern „um“ den Job dieser Stelle bewerben. Auch wenn die Formulierung umgangssprachlich verbreitet ist, gehört sie nicht in eine professionelle Bewerbung!
Hintergrund: Das Wort „Bewerbung“ stammt vom Verb „werben“ ab. Im Deutschen wird „werben“ jedoch immer mit der Präposition (Verhältniswort) „um“ verbunden. Die Präposition „für“ ist deshalb immer falsch. Alternativ können Sie sich aber „auf eine Stelle“ bewerben.
Weitere häufige Fehler in der Bewerbung
Nicht nur in der Betreffzeile und bei Präpositionen schleichen sich Fehler ein. Auch folgende Fehler bei Rechtschreibung und Grammatik werden häufig gemacht und kosten Sie Bewerbungschancen:
-
Kein Komma nach Anrede
Nach der Anrede (z.B. „Sehr geehrte Damen und Herren“) folgt immer ein Komma. Danach eine Leerzeile, und Sie schreiben klein weiter – es sei denn, der Satz beginnt mit einem Substantiv.
-
Komma nach Grußformel
Umgekehrt ist es bei der Grußformel (z.B. „Mit freundlichen Grüßen“) am Schluss:
Danach folgt nie ein Komma! Abkürzungen wie „MfG“ sind tabu. -
Falsch geschriebene Namen
Beim eigenen Namen ist jeder empfindlich. Firmennamen und Ansprechpartner müssen stets fehlerfrei sein. Korrekt ist zudem der Name des Unternehmens mit Firmierung (GmbH, AG, SE, GBR, KG, e.V.).
-
Hobbies statt Hobbys
Wir lesen es leider immer wieder – sogar bei Coaches: Die Schreibweise „Hobbies“ ist im Deutschen falsch. Einzig richtig ist der Plural „Hobbys“. Englische Lehnwörter, die auf „y“ enden, werden auf Deutsch immer mit „-ys“ am Ende geschrieben, also auch Storys, Citys oder Handys.
-
Zu große Unterschrift
Anschreiben und Lebenslauf werden in Deutschland meist unterschrieben – mit Füller oder Kuli oder eingescannt. Die Unterschrift sollte jedoch nicht größer sein als die Höhe von zwei gedruckten Zeilen.
-
Standardfloskeln im Einleitungssatz
Beginnen Sie die Bewerbung nie mit „hiermit bewerbe ich mich als“ oder „mit großem Interesse habe ich“ – diese Einleitungssätze sind zu generisch und austauschbar. Ein individueller Einstieg wirkt viel überzeugender.
-
Veraltetes Datum
Gerade wenn Sie Bewerbungsvorlagen nutzen, müssen Sie das Datum darin aktualisieren. Ansonsten wirken die Bewerbungsunterlagen veraltet oder gelten als Indiz für mangelnde Sorgfalt.
Absolute No-Gos in einer Bewerbung sind übernommene Texte aus Musterbewerbungen. Die kennt jeder Personaler zuhauf. Ecken Sie lieber ruhig ein wenig an und hinterlassen Sie einen originellen und persönlichen Eindruck.
Viele Personaler und Recruiter achten auf solche Details – und vergeben ab mehr als drei Rechtschreibfehlern oft schon eine Absage. Bedenken Sie: Ihre Bewerbung ist immer eine erste Arbeitsprobe. Und in Zeiten von Rechtschreibprüfung und KI sind solche Flüchtigkeitsfehler einfach zu vermeiden – es sei denn, jemand gibt sich keine Mühe.
Praktische Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung
Eine erfolgreiche Bewerbung überzeugt nicht nur sprachlich, sondern auch durch eine klare Struktur und einen cleveren Aufbau. Unsere Empfehlungen:
- Stellenanzeigen immer genau lesen und Anforderungen aufgreifen
- Anschreiben stets individuell formulieren, kein Standardtext
- Klare Betreffzeile & seriöse E-Mail-Adresse nutzen
- Aktiv schreiben, starke Verben statt Adjektive nutzen
- Rechtschreibung prüfen (am besten gegenlesen lassen)
- Lebenslauf übersichtlich strukturieren (max. 2-3 Seiten)
- Erfolge konkret benennen (Zahlen, Ergebnisse, Beispiele)
- Lücken ehrlich, aber positiv erklären
- Auf einheitliches Design & Format aller Unterlagen achten
- Unterlagen in einem sauberen PDF versenden (max. 5 KB)
- Fristen einhalten und ggf. freundlich nachfassen
5-teiliges Bewerbungs-Training: 100 % kostenlos!
Knacken Sie den Bewerbungs-Code mit unserem kostenlosen Video-Training: 5 Videos in 5 Tagen mit praxiserprobtem Insider-Wissen zeigen Ihnen, wie Ihre Bewerbung Personaler überzeugt:
Was andere dazu gelesen haben