Gesundheitsberufe: Hier werden Fachkräfte gesucht

Gesundheitsberufe haben Konjunktur: Sie profitieren von der demographischen Entwicklung und können nur schwerlich automatisiert werden. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die Nachfrage nach Altenpflegern, Masseuren oder Notfallsanitätern ist im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen.

Gesundheitsberufe: Hier werden Fachkräfte gesucht

Gesundheitsberufe: Angebot steigend

193 Stellenmärkte in Internet, Zeitschriften und Zeitungen hat der Weiterbildungsanbieter WBS nach eigenen Angaben analysiert. Ergebnis: Die Nachfrage nach Personal im Gesundheitsbereich wächst ungebremst weiter.

Im März 2016 haben die Weiterbilder über 14.000 offene Stellen im Bereich Gesundheit, Medizin und Soziales gefunden, ein Jahr zuvor waren es rund 13.800. Die meisten Stellenangebote gab es demnach in den Technischen Berufen, in Vertrieb und Verkauf und IT-Jobs.

Die Nachfrage nach Gesundheitsfachkräften ist dabei in allen Regionen Deutschlands vorhanden. Für Bewerber interessant: Spezifische Skills können Ihre Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt entscheidend verbessern. Diese werden laut WBS immer wichtiger:

  • Kenntnisse im Qualitätsmanagement
  • Kenntnisse im Bereich Hygiene, um die Einhaltung von Hygieneanforderungen sicherzustellen
  • Kenntnisse in medizinischer Dokumentation
  • Kompetenzen in der Sterbebegleitung im Palliativbereich
  • Kaufmännische Kenntnisse, zum Beispiel eine kaufmännische Ausbildung
  • Deutsch als Fremdsprache, etwa als Lehrer für Migranten

Gesundheitsberufe: Hier entstehen Jobs

  • Erzieher und Kindertagespfleger

    Der Bedarf ist enorm – und er wächst weiter. Im März 2016 zählte WBS 4.000 Stellenangebote für Erzieher und Kindertagespfleger – das bedeutet einen Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als noch 3.150 Fachkräfte gesucht wurden. Ein wichtiger Faktor: Das Kinderförderungsgesetz von 2013, das einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab einem Jahr festschreibt.

  • Altenpfleger

    Auch die Nachfrage nach Altenpflegern befindet sich auf weiterhin hohem Niveau. WBS zählte im März 2016 fast 2.000 Stellenanzeigen, ein Jahr zuvor waren es knapp 1.500 – das macht einen Anstieg von rund 34 Prozent. Die Ausbildung zum Altenpfleger dauert drei Jahre, potenzielle Einsatzorte sind Altenheime, Krankenhäuser, Hospize, aber auch Privathaushalte. Wer sich für den Beruf interessiert, sollte aber nicht unterschätzen: Die Arbeit kann psychisch belastend sein.

  • Fachkräfte für Arztpraxen

    Sie organisieren, planen, assistieren, sorgen dafür, dass der Praxisbetrieb reibungslos funktioniert und der Arzt oder Zahnarzt seinen Job machen kann. Im März 2016 gab es in diesem Bereich 1.849 offene Stellen. Das ist ein vergleichsweise – wenngleich auf hohem Level – geringer Anstieg nach 1.779 Stellen im letzten Jahr. Eine wertvolle Zusatzqualifikation sind Abrechnungskenntnisse, die in 247 Stellenanzeigen verlangt wurden. Auch Abrechnungskenntnisse speziell für Zahnarztpraxen können die Bewerbungschancen verbessern, in 109 Annoncen wurden sie nachgefragt.

  • Krankenpflegehelfer

    Sie unterstützen ausgebildete Kranken- odrer Altenpfleger, durchlaufen daher eine nur ein- bis zweijährige Ausbildung. Als Arbeitgeber kommen auch ambulante Dienste, Behindertenwohnheime oder Kurzzeitpflegeeinrichtungen in Frage. Laut WBS-Auswertung gab es im März 2016 im Vergleich zum Vorjahr 48,9 Prozent mehr Stellenangebote für Krankenpflegehelfer – von 636 Stellenanzeigen damals ging es hoch auf nunmehr 947.

  • Pflegedienstleiter

    Sie führen Teams in Pflegeeinrichtungen, planen Schichten, leiten an. 806 Jobangebote für die Plegedienstleitung waren im März 2016 ausgeschrieben – 19,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Wichtig für Pflegedienstleiter: Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge.

  • Physiotherapeuten

    Drei Jahre dauert die Ausbildung in der Regel, allerdings hat die Physiotherapie ihren Weg auch an die Hochschulen bereits gefunden, wird teilweise als dualer Studiengang angeboten. Wer sich nicht mit eigener Praxis selbstständig macht, kommt in Krankenhäusern, Reha-Zentren, alternativ auch in Wellness-Hotels unter. Die Stellenangebote sind laut WBS-Analyse leicht rückläufig. Nachdem im März 2015 noch 813 Physiotherapueten gesucht wurden, waren es ein Jahr später 799.

  • Masseure und medizinische Bademeister

    Ihre Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre. Arbeitsorte können Bäder, Saunen, Fitnesszentren, Krankenhäuser und Massagepraxen sein. 306 Jobangebote gab es im März 2016 – ein Anstieg von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

  • Notfallsanitäter

    TV-Moderator Tobi Schlegl machte in den vergangenen Wochen mit seinem Vorhaben Schlagzeilen, zum Notfallsanitäter umzusatteln. Am Montag hatte er seinen ersten Tag als Azubi. Insgesamt aber stagniert laut WBS-Auswertung die Zahl der Stellen, 192 wurden im März 2016 per Anzeige gesucht, ein Jahr zuvor waren es exakt sechs mehr. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wurde 2014 modifiziert. Was früher der Rettungssanitäter war, ist heute der Notfallsanitäter.

  • Kaufleute im Gesundheitswesen

    In 158 Anzeigen wurde speziell eine Ausbildung für das Gesundheits- und Sozialwesen verlangt. Das ist ein Anstieg um 73,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der reale Bedarf nach Arbeitskräften mit kaufmännischen Aubsildungen ist nach WBS-Einschätzungen sogar noch deutlich höher. Eine Ausbildung im Gesundheitswesen dauert drei Jahre, beliebte Ausbildungsbetriebe sind Krankenkassen.

  • Fachangestellte für medizinische Dokumentation

    Kenntnisse in der medizinischen Dokumentation gewinnen an Bedeutung. Die Zusatzqualifikation wurde in 660 Stellenausschreibungen explizit gefordert. Noch spezieller sind Kenntnisse in der Tumordokumentation, die 44 Mal nachgefragt wurden. Grundsätzlich ist eine exakte Dokumentation wichtig, um richtig behandeln und abrechnen zu können.

  • Ergotherapeuten

    Für Ergotherapeuten gab es im März 2016 mit 472 Stellenanzeigen lediglich 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Tätigkeitsprofil: Menschen mit körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung aktivieren, zu mehr Selbstständigkeit verhelfen. Logopäden wiederum arbeiten mit Menschen, die unter Sprach- oder Hörstörungen leiden. 114 aktuelle Stellenangebote für Logopäden bedeuten dabei sogar einen kleinen Rückgang nach 119 im Vorjahr.

Apropos…

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[Bildnachweise: Kinga by Shutterstock.com ]
3. August 2016 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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