Was ist die SCAMPER-Methode?
Die SCAMPER-Methode ist eine systematische Kreativitätstechnik, mit der Sie bestehende Ideen, Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse weiterentwickeln. Entwickelt wurde sie von Bob Eberle auf Grundlage der Osborn-Checkliste. Der Name SCAMPER ist ein Akronym aus sieben englischen Begriffen: Substitute, Combine, Adapt, Modify, Put to other uses, Eliminate und Reverse bzw. Rearrange. Dahinter stecken unterschiedliche Veränderungsrichtungen, die gewohnte Annahmen infrage stellen und einen gezielten Perspektivwechsel provozieren.
Besonders nützlich ist die Methode, wenn bereits ein Ansatz vorhanden ist, Sie bei dessen Weiterentwicklung aber feststecken. SCAMPER ersetzt damit nicht die vollkommen freie Ideensuche, sondern gibt dem kreativen Denken eine Struktur.
SCAMPER-Methode einfach erklärt
| Prinzip | Bestehendes mithilfe von 7 Denkimpulsen verändern und weiterentwickeln |
| Ziel | Neue Varianten, Verbesserungen und Nutzungsmöglichkeiten entdecken |
| Geeignet für | Produkte, Dienstleistungen, Prozesse, Projekte und vorhandene Ideen |
Wofür steht SCAMPER?
Jeder Buchstabe des Akronyms steht für eine andere Denkrichtung. Die Leitfragen helfen dabei, einen vorhandenen Ansatz bewusst zu verändern, statt immer wieder aus derselben Perspektive darüber nachzudenken:
SCAMPER |
Bedeutung + Leitfragen |
| S – Substitute | Ersetzen: Was können Sie austauschen? Was lässt sich anders lösen? Was kann etwas anderes ersetzen? |
| C – Combine | Kombinieren: Was können Sie verbinden? Welche Funktionen passen zusammen? Welche Ressourcen lassen sich bündeln? |
| A – Adapt | Anpassen: Was können Sie übertragen? Was lässt sich anpassen? Welche Vorbilder können Sie nutzen? |
| M – Modify | Verändern: Was können Sie verändern? Was lässt sich vergrößern? Was können Sie verkleinern? |
| P – Put to other uses | Anders verwenden: Wofür lässt es sich noch nutzen? Wer könnte es noch gebrauchen? Wo wäre es noch einsetzbar? |
| E – Eliminate | Entfernen: Was können Sie weglassen? Was lässt sich vereinfachen? Was ist eigentlich überflüssig? |
| R – Reverse / Rearrange | Umkehren: Was können Sie umdrehen? Was lässt sich neu anordnen? Was passiert beim Gegenteil? |
Die 21 Leitfragen sind als Denkimpulse gedacht, nicht als starre Checkliste. Sie müssen weder jede Frage beantworten noch die Reihenfolge einhalten. Entscheidend ist, gewohnte Annahmen aufzubrechen und möglichst unterschiedliche Varianten zu entwickeln.
Je nach Darstellung gibt es leichte Abweichungen: Beim M wird teilweise „Magnify“ statt „Modify“ verwendet, beim R finden sich „Reverse“, „Rearrange“ oder beide Begriffe. Das Grundprinzip bleibt aber gleich: Sie verändern das Bestehende aus sieben unterschiedlichen Blickwinkeln.
SCAMPER Vorlage: Kostenloses Arbeitsblatt
Mit unserer SCAMPER-Vorlage können Sie die Methode direkt anwenden. Schreiben Sie zunächst das Produkt, den Prozess oder die Idee auf, die Sie weiterentwickeln möchten. Notieren Sie anschließend zu jeder der sieben Perspektiven mehrere Einfälle – zunächst ohne diese zu bewerten.

SCAMPER-Vorlage kostenlos herunterladen
Wie funktioniert die SCAMPER-Methode?
Die Anwendung funktioniert alleine ebenso wie im Team. Stift und Papier reichen grundsätzlich aus; für Gruppen eignen sich Karten, Flipchart oder digitales Whiteboard.
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Ausgangspunkt bestimmen
Legen Sie konkret fest, was Sie verändern möchten. Das kann ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Arbeitsablauf oder eine bereits vorhandene Idee sein.
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7 Perspektiven durchspielen
Gehen Sie die SCAMPER-Buchstaben nacheinander durch. Versuchen Sie, zu jeder Veränderungsrichtung mehrere Antworten zu finden – auch ungewöhnliche oder zunächst unrealistisch wirkende.
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Ergebnisse sammeln
Halten Sie die Vorschläge fest, ohne sie sofort zu kritisieren. In dieser Phase zählt zunächst die Vielfalt der Varianten.
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Beste Ideen auswählen
Prüfen Sie anschließend Originalität, Nutzen und Umsetzbarkeit. Vielversprechende Einfälle können Sie weiterentwickeln oder miteinander verbinden.
SCAMPER Beispiel: Onboarding verbessern
Angenommen, neue Mitarbeiter absolvieren bisher einen klassischen Einführungstag mit Präsentationen und Informationsmaterial. Mithilfe von SCAMPER lässt sich dieses vorhandene Konzept aus sieben Richtungen weiterentwickeln:
SCAMPER |
Neue Idee |
| Substitute | Gedrucktes Handbuch durch eine digitale Wissensplattform ersetzen |
| Combine | Einführungstag mit Mentoring und Feedbackgesprächen verbinden |
| Adapt | Erfolgreiche Elemente aus dem Kunden-Onboarding auf neue Mitarbeiter übertragen |
| Modify | Aus einem einzelnen Einführungstag eine mehrwöchige Onboarding-Phase machen |
| Put to other uses | Onboarding-Videos später als Wissensdatenbank für alle Beschäftigten verwenden |
| Eliminate | Überflüssige Präsentationen streichen und Informationen auf das Wesentliche reduzieren |
| Reverse | Neue Mitarbeiter erklären nach zwei Wochen selbst wichtige Abläufe und decken dadurch Wissenslücken auf |
So entsteht nicht sofort die eine perfekte Lösung. Stattdessen liefert SCAMPER zahlreiche Varianten, aus denen sich anschließend ein besseres Onboarding-Konzept zusammensetzen lässt.
Was ist der Unterschied zwischen SCAMPER und Osborn?
SCAMPER basiert auf der Osborn-Methode. Beide Kreativitätstechniken nutzen gezielte Fragen, um vorhandene Ideen weiterzuentwickeln. Der Unterschied liegt primär in der Struktur:
Methode |
Besonderheit |
| SCAMPER | 7 kompakte Veränderungsrichtungen als leicht merkbares Akronym |
| Osborn | Breiterer Fragenkatalog zur systematischen Variation vorhandener Ideen |
Wer schnell mit einer kompakten Checkliste arbeiten möchte, findet in SCAMPER eine praktische Struktur. Die Osborn-Checkliste bietet dagegen mehr einzelne Denkanstöße:
Osborn-Methode einfach erklärt
Welche Vor- und Nachteile hat SCAMPER?
Wie jede Kreativtechnik hat auch SCAMPER spezifische Vor- und Nachteile. Die wichtigsten finden Sie hier im Überblick:
SCAMPER Vorteile
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Leicht verständlich
Die sieben Veränderungsrichtungen geben Orientierung, ohne den kreativen Prozess unnötig kompliziert zu machen.
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Neue Blickwinkel
Fragen wie „Was können wir entfernen?“ oder „Was passiert beim Umkehren?“ führen bewusst weg von vertrauten Lösungswegen.
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Vielseitig einsetzbar
SCAMPER eignet sich für Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsprozesse und kann sowohl alleine als auch gemeinsam genutzt werden.
SCAMPER Nachteile
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Ausgangspunkt erforderlich
Die Methode spielt ihre Stärke vor allem bei vorhandenen Ideen oder Lösungen aus. Für eine komplett offene Ideensuche sind andere Verfahren oft besser geeignet.
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Qualität bleibt offen
Viele Varianten bedeuten noch keine gute Lösung. Die Ergebnisse müssen anschließend nach Nutzen und Machbarkeit bewertet werden.
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Routine kann Kreativität bremsen
Wer die Buchstaben lediglich abhakt, bleibt schnell an der Oberfläche. Die Leitfragen sollen zum Weiterdenken anregen, nicht nur beantwortet werden.
5 Tipps für bessere SCAMPER-Ideen
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Stellen Sie zusätzliche Fragen
Beschränken Sie sich nicht auf eine Leitfrage pro Buchstabe. Fragen Sie beispielsweise bei „Substitute“ nach Materialien, Personen, Regeln, Werkzeugen oder einzelnen Prozessschritten.
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Übertreiben Sie bewusst
Machen Sie etwas doppelt so groß, halb so teuer oder komplett überflüssig. Extreme Varianten müssen nicht umgesetzt werden, können aber zu neuen Lösungen führen.
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Hinterfragen Sie Selbstverständlichkeiten
Besonders ergiebig sind Elemente, über die bisher niemand nachdenkt, weil sie „schon immer so“ waren. Genau dort können Eliminate und Reverse neue Möglichkeiten eröffnen.
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Verbinden Sie Ihre besten Varianten
Betrachten Sie die sieben Bereiche nicht als getrennte Endergebnisse. Eine starke Lösung kann beispielsweise gleichzeitig etwas ersetzen, vereinfachen und neu kombinieren.
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Testen Sie statt endlos zu diskutieren
Wählen Sie die vielversprechendsten Ansätze aus und probieren Sie diese möglichst klein aus. Erst in der Anwendung zeigt sich, ob aus einer kreativen Variante tatsächlich eine Verbesserung wird.
Bestehendes in 7 Richtungen neu denken
SCAMPER macht kreative Weiterentwicklung systematisch: ersetzen, kombinieren, anpassen, verändern, anders nutzen, entfernen und umkehren. Die sieben Perspektiven helfen vorrangig dann, wenn eine vorhandene Idee grundsätzlich funktioniert, aber neue Impulse benötigt. Mit der Vorlage können Sie die Methode direkt ausprobieren und anschließend die besten Varianten weiterentwickeln.
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