Motivationsschreiben: Tipps zur 3. Seite der Bewerbung

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Das Motivationsschreiben (auch „Dritte Seite“ in der Bewerbung genannt) dient dazu, besondere Aspekte und Schlüsselqualifikationen des Lebenslaufs herauszuarbeiten, falls diese im Bewerbungsschreiben zu kurz kommen. Das Motivationsschreiben ist (wenn nicht explizit verlangt) ein freiwilliger Zusatz zur Bewerbung – KEIN Ersatz für das Bewerbungsschreiben. Allerdings bietet es Bewerbern eine enorme Chance, aus der Masse hervorzustechen und Personaler zu überzeugen. Falls Sie sich beim Formulieren und Gliedern eines Motivationsschreibens schwer tun, helfen Ihnen die folgenden Tipps und Tricks weiter: Gliedern Sie Ihr Motivationsschreiben zum Beispiel mit cleveren Fragen, die sich auch jeder Personaler stellen würde, wenn er oder sie Ihre Bewerbungsunterlagen liest…

Ist ein Motivationsschreiben notwendig?

Wenn es in der Stellenausschreibung nicht ausdrücklich verlangt wird, müssen Sie Ihrer Bewerbung kein Motivationsschreiben beifügen. Es kann sogar unnötiger Leseballast sein, wenn es keinen erkennbaren Mehrwert für den Leser stiftet. Das Motivationsschreiben ist nicht das Gleiche wie ein Bewerbungsschreiben und auch kein Ersatz dafür, sondern eine Ergänzung. Darin bringen Sie weitere persönliche Informationen unter, heben fachliche Qualifikationen und Stärken hervor und stellen diese in einen Bezug zum Unternehmen. So bekommt der Personaler ein noch umfangreichers Gesamtbild Ihrer Eignung und Persönlichkeit. Kurz: das Motivationsschreiben persönlicher und essenzieller in den Aussagen als ein Anschreiben.

Wie schreibt man ein Motivationsschreiben?

Im Gegensatz zum Bewerbungsanschreiben haben Sie beim Motivationsschreiben Aufbau mehr formale Freiheiten und Gestaltungsspielräume. Wichtig ist nur, dass es in Sachen Layout und Design zum Rest der Unterlagen passt. Insgesamt sollte die Länge des Motivationsscheibens eine DIN A4 Seite nicht übersteigen. So bekommt es maximale Übersichtlichkeit.

Im Kern besteht das Anschreiben aus vier Abschnitten und Aussagen. Diese sollten Sie mit aussagekräftigen Überschriften klar strukturieren und gliedern. Sie können aber auch Fragen als Überschriften verwenden. Das empfehlen wir sogar, weil es idealerweise dieselben Fragen sind, die sich ein Personaler zu Ihnen stellen würde, wenn er Sie einstellen soll. Also gehen wir ebenfalls so vor:

1. Was zeichnet mich aus?

Dieser Teil entspricht der Einleitung. Hier stellen Sie Ihre wichtigsten Qualifikationen, Talente, Stärken in den Vordergrund. Entscheidend ist, dass diese unbedingt hohe Relevanz für die Stelle besitzen, auf die Sie sich bewerben. Alles andere interessiert in diesem Abschnitt nicht.

2. Was spricht für mich?

Dieser Abschnitt entspricht dem sogenannten Hauptteil und stellt einen Bezug zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Position her. Hier machen Sie deutlich, warum Sie so eine starke Motivation für die Stelle haben. Warum Sie eine Art Idealbesetzung darstellen. Bringen Sie Ihre Argumente unbedingt auf den Punkt – kurz, prägnant, präzise. Nur so werden sie den Leser auch überzeugen.

3. Was waren meine größten Erfolge?

In diesem Abschnitt belegen Sie – idealerweise durch konkrete Beispiel, was Sie schon alles geleistet und für bisherige Arbeitgeber oder Kunden realisiert haben: Kosteneinsparungen, Umsatzsteigerungen, Prozessoptimierungen, Verbesserung der Kundenzufriedenheit oder Kommunikation… Zeigen Sie hierbei, dass Sie unbedingt zielorientiert sind und messbare Ergebnisse erreichen. Je eher Sie das durch Zahlen quantifizieren können (Prozentzahlen!), desto überzeugender wirkt der Teil im Motivationsschreiben.

4. Was sind meine spezifischen Kenntnisse?

Im letzten Abschnitt geht es darum, sich noch einmal deutlich von der Masse der Bewerber abzuheben und die Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. Wieder geht es um persönliche Stärken und mögliche Ziele, die Sie mit dem Job verbinden. Aber diese gehen über die genannten Anforderungen der Stellenbeschreibung hinaus. Sie sind eine Art Bonus – mit hoher Relevanz und Mehrwert. Das können Sprachkenntnisse sein, EDV-Kenntnisse, spezielle Fortbildungen oder eigene Projekte die zum Beispiel für besondere Soft Skills stehen. Entscheidend ist, das all diese Merkmale einen Bezug zur Stelle haben.

Ob Sie das Motivationsschreiben als Fließtext formulieren oder lieber stichwortartig und mittels Aufzählungen verfassen, bleibt wiederum Geschmackssache. Hauptsache, die Struktur ist einheitlich und klar erkennbar und die Übersicht leidet darunter nicht.