Darf ich so indiskret sein und fragen, welche Farbe Sie heute tragen? Also nicht im Gesicht, sondern vielmehr bei der Kleiderwahl. Blau oder Grün? Klasse, alles richtig gemacht! Achso, Sie tragen heute Rot… Kann man natürlich machen, besser aber nicht. Der psychologische Effekt von verschiedenen Farben ist alles andere als esoterischer Schnickschnack. Das haben verschiedene Experimente immer wieder gezeigt. Nicht nur an den Wänden nehmen Farben Einfluss auf unsere Aufmerksamkeit, auch direkt am Körper entwickeln Kleiderfarben mitunter suggestive Kraft.

Tatsächlich können Kleiderfarben enorme Wirkung haben – so wie Farben generell unsere Stimmung oder gar unsere Produktivität beeinflussen, zum Teil ohne dass wir es merken. Auch bei der Auswahl der Kleidung morgens vor dem Schrank kann die Farbwahl zugleich Ausdruck unserer Seele sein. Besser aber Sie treffen die Auswahl bewusst – und gezielt. Deshalb hier ein kompakter Kleiderknigge für die besten und die schlimmsten Klamotten-Farben im Job:

Die besten Kleiderfarben fürs Büro

  1. Blau: Die Farbe der Wahrheit, Weisheit und Seriosität. Zugleich hat Blau eine beruhigende Wirkung und wird assoziiert mit einem starken Intellekt, Ausgewogenheit und Stabilität. Also die Idealfarbe für den Job. Mit Blau kann man (frau auch) so gut wie nie etwas falsch machen.
  2. Grün: Die Farbe signalisiert für Frische, Natürlichkeit und Harmonie. Zugleich erinnert sie uns an das grüne Licht einer Ampel – und steht damit für Bewegung und Fortschritt. Eine zweite Idealfarbe – die zugleich angenehm für das Auge ist (wenn Sie nicht gerade Giftgrün oder Neonfarben wählen). Einziger Haken: Grün steht nicht jedem.
  3. Braun: Gilt als klassisch und zugleich recht männliche Farbe. Vor allem bei Leder. Die Wirkung lässt sich allerdings auch geschickt einsetzen: etwa von Frauen in einem Männer dominierten Umfeld.
  4. Schwarz: Die Farbe der Macht – und der Kreativen. Schwarz strahlt – ähnlich wie Blau – Seriosität aus, wirkt immer elegant und (besonders positiv) macht schlank. Also eine Farbe, die sich vor allem für Berufseinsteiger eignet, die logischerweise noch keine richtige Reputation im Job aufgebaut haben, aber durch die Kleidung schon mal ganz seriös und erfahren wirken.

Die schlimmsten Kleiderfarben im Job

  1. Gelb: Ist zwar die fröhlichste Farbe von allen, wird assoziiert mit Sonne, Energie und Spaß – steht aber praktisch kaum einem und lässt die Haut latent krank aussehen. Zudem sieht Gelb einfach viel zu sehr nach Freizeit aus und weniger nach harter Arbeit.
  2. Rot: Eine wunderbare Farbe. Sie steht für Leidenschaft, Dynamik, Durchsetzungskraft. Rot kann allein schon beim Anblick den Blutdruck steigern. Und Frauen, die ein rotes Kleid bei einem Date tragen, haben nachweislich bessere Erfolgschancen bei Männern. Und aus genau diesen Gründen taugt die Farbe nicht fürs Büro. Kurz: zu aufdringlich und zu aggressiv.
  3. Grau: Man könnte meinen, Grau ist doch ideal, weil neutral. Doch das wäre zu kurz gesprungen. Grau gilt nämlich nicht nur als neutral, sondern leider auch als passiv, unentschlossen und schlaff. Eben irgendwie eine Nichtfarbe – typisch für graue Mäuse. Allerdings lässt sich Grau retten durch eine Kombination mit einer der oben genannten Idealfarben. Dann lässt es diesen den Vortritt und bleibt neutral im Hintergrund.

Kleiderfarben zum Kombinieren

  1. Weiß: Ein sauberes weißes Hemd, eine strahlend weiße Bluse – na, klar. Das geht immer und wirkt auch immer ebenso seriös wie klassisch. Als Hose, Blazer oder Sakko ist Weiß im Büro aber tabu. Es sei denn Sie gehen zum Geschäfts-Dinner.
  2. Orange: Diese Farbe steht für Enthusiasmus und stimuliert die Sinne. Eine freundliche Farbe, die den meisten besser steht als Gelb und weniger aggressiv wirkt als Rot. Ein Eyecatcher eben, der sich gut für Accessoires eignet.

  3. Weinrot: Oder Burgund oder Purple – wie auch immer man das dunklere, samtige Rot nennt: Es ist nicht nur die Trendfarbe dieser Saison, sondern steht zugleich für Noblesse und Luxus. Eine perfekte Farbe für Schals, Krawatten, Blusen oder Damenschuhe.