Musik hören-LieblingsliedMusik verändert die Welt. Mit Musik verbinden wir bestimmte Emotionen, Musik hebt oder senkt die Stimmung, sie hat die Kraft, uns zu entspannen, sie wird in der Therapie eingesetzt – und natürlich verbindet sie zahllose Menschen, die dieselbe Musik mögen.

So populär Musik auch ist, so wenig ist bislang darüber geforscht worden, welchen Einfluss sie auf unsere Arbeit hat. Macht sie uns produktiver, motiviert sie uns – oder lenkt sie uns doch bloß ab? Verbessert sie das Büroklima oder polarisiert sie? Und gibt es überhaupt so etwas wie einen gemeinsamen Nenner bei Musik im Büro?

Zumindest ein paar schon etwas angejahrte Studien dazu gibt es: Wissenschaftler verpassten einmal 75 von 256 Angestellten einer großen Einzelhandelskette Stereokopfhörer und ließen sie vier Wochen lang während der Arbeit Musik hören. Ergebnis: Die Leistung der Beschallten stieg um zehn Prozent. Als die Universität von Illinois ähnliche Experimente absolvierte, kamen die dortigen Forscher zu einem vergleichbaren Ergebnis: 6,3 Prozent mehr Produktivität bei den Musiklauschern gegenüber der Kontrollgruppe. Eine Studie der Universität von Windsor in Kanada wiederum, für die die Wirkung von Hintergrundmusik auf Softwareentwickler getestet wurde, kam zu dem Resultat: Jene Programmierer, die gar keine Musik hörten, lieferten die schlechteste Qualität ab und brauchten für ihre jeweiligen Projekte auch am längsten.

Im Netz zirkulieren sogar Forschungsergebnisse, wonach Musik mit einem auftaktigen Rhythmus die Ausschüttung von Stresshormonen im Blut um 41 Prozent reduzieren kann. Die genaue Quelle ließ sich allerdings nicht ermitteln.

Störfaktor Hintergrundmusik

Man darf dabei allerdings nicht verschweigen, dass es auch gegenteilige Studien gibt, wonach Musik im Büro für die Produktivität eher hinderlich ist. Als die Psychologen Nick Perham und Joanne Vizard an der Universität von Wales in Cardiff den Musikeffekt untersuchten, ließen sie ihre 25 Probanden im Alter von 18 bis 30 Jahren zunächst die jeweilige Lieblings-Musikrichtung nennen. Anschließend bekamen die Teilnehmer acht Konsonanten gezeigt, die sie auswendig lernen und in der richtigen Reihenfolge wiedergeben sollten. Das Problem: Sie wurden dabei unterschiedlich beschallt. Mal war es im Raum absolut still, ein andermal hörten sie leise ihre eigene Lieblingsmusik, wieder andere hörten eine Stimme, die immer wieder dieselbe Zahl aufsagte (“Drei, Drei, Drei, …”). Oder sie hörten wie die Stimme unterschiedliche Zahlen aufzählte. Das Ergebnis ist eher ein Plädoyer für absolute Funkstille: Die Gruppe der Musikhörer schnitt am schlechtesten ab – die stillen Lerner dagegen am besten.

Tatsache ist aber auch, dass Musik unterschiedliche Wirkung hat, sodass sich die genannten Ergebnisse nicht wirklich verallgemeinern lassen. So gilt in der Forschung ebenfalls als bewiesen, dass Beispiel häufig wechselnde und aggressive Rhythmen für die Konzentration schädlich sind, wohingegen eher gleichförmige Beats zur Entspannung und Fokussierung beitragen.

Daraus ließe sich dann beispielsweise folgern, dass sich Radiohören im Büro auf die Arbeit(sleistung) weniger positiv auswirkt (wegen der wechselnden Musikstile und Zwischenmoderationen), wie etwa das Durchhören eines Albums mit ruhiger Loungemusik. Allerdings ist freilich auch das eine Geschmacksfrage: Der Eine mag Loungemusik, ein anderer entspannt am liebsten zur Klassik und wieder andere brauchen ausgerechnet Speed Metal, wenn sie sich richtig reinknien wollen.

Wie verschieden die Geschmächer sind, das zeigt auch die Umfrage, die ich heute auf Twitter, Facebook und Google+ gestartet habe. Kernfrage: Was hört ihr am liebsten im Büro (um euch zu motivieren). Die Antworten sind – wie zu erwarten – so vielschichtig wie Erdsediment. Allerdings enthalten sie auch zahlreiche Anregungen. Vielleicht ist ja auch was für Sie dabei… Deshalb hier

Die ultimative Songliste fürs Büro

Lieblingslieder via Twitter:

    R_Fro: Passacaglia von Fischer und Müller-Schott gespielt, fantastische Tempi, die einen mitreißen

    caspar_g: horizon has been defeated von jack johnson schafft es mich, egal wie stressig es ist, stets zu entspannen

    miranda_m: Um sich zum Texten motivieren “ABC”/Jackson5! Und wenn ein Projekt erfolgreich war: Bowie-Version v “Dancing in the Streets”

    fwhamm: Wenn ich mich nicht zu sehr konzentrieren muss, den Soundtrack “Star Trek: First Contact”

    NGC6544: Bach. Brandenburgische Konzerte. Alle.

    bstackelberg: Ich HASSE z.B. das ORginal von Lady Gaga – aber dieses “Paparazzi” ist geil!

    blatternet: Im Moment hat sich iTunes gerade zufällig für “Feeling Good” von Michael Bublé entschieden. Gute Wahl, iTunes.

    MikeSchnoor: Unbedingt in die Liste aufnehmen: Star Wars – Original Trilogie Soundtrack

    LariDDevil: Bodzin/Romboy – Hydra (Minilogue Remix): perfekt, um im Hintergrund zu laufen.

    mkriesten: Home of the Lame – Big Machines

    ConnyGoesEbiz: Kings of Leon – Four kicks

    veuillet: Chicago – if you leave me now

    die_gruender: Bester Song für die Arbeit: Jamie T – Sticks ‘n’ Stones

    Lanzenheim: Zarah Leander, “Davon geht die Welt nicht unter”.

    _ski: Derzeit: Je veux von Zaz

    Schrodi82: Seit gestern, als mal wieder “get him to the greek” kam, läuft heute permanent “furry wall” (infant sorrow) bei mir

    happybuddha: Madonna / Vogue

    WuerzburgTagung: “Lazy Song” von Bruno Mars – gerade heute bei Dauerregen:”Today I don’t feel like doin’ anything, I just wanna lay in my bed”

    jupe_: Wenn ich allein im Büro bin: Daft Punk, Digitalism, Justice #ElektroKram

Lieblingslieder via Facebook:

Lieblingslieder via Google+:

    Andrea Juchem: Ich höre keine Musik bei der Arbeit, nie.

    Dalila Graf: Höre auch keine Musik während der Arbeit.

    Frank Hamm : Beim Schreiben einer Konzeption oder beim längeren Lesen höre ich gerne Andreas Vollenweider (Harfe). Keine besonderen einzelnen Stücke, am liebsten seine Klassiker “Behind the Gardens”, “Caverna Magica”. Oft nehme ich dann Last.fm, und da kommt dann auch z.B. Kitaro. Mir hilft das als Hintergrundrauschen zum Konzentrieren und Abschalten von Nebengeräuschen.

    Angelika Dorsch: Zum Beispiel Cool Porter “How To Be A Millionair” ist nicht nur dem Titel nach sehr motivierend bei der Arbeit

    Swen-William Bormann: Sehr gute Idee, Jochen Mai! Also da gibt es eine Menge Lieder: Survivor “Eye of the tiger”, Tina Turner “Simply the best”, Ketty Perry “Firework”, Luxuslärm “Leb Deine Träume”, Manfred Man`s Earth Band “For you”, Christina Stürmer “Lebe den Moment” … das ist beliebig erweiterbar ;-) Denn Musik sind Gefühle, und wir haben ca. 80.000 Gefühle am Tag! Mit NLP kann man diese positiv beeinflussen, natürlich auch mit Musik

    Gudrun Woosmann: Shakira – Waka Waka; Knock on Wood – Amii Stewart; Ike & Tina Turner – Nutbush City Limits; The Hollies – Long Cool Woman In A Black Dress; The Hollies – The Day That Curly …. Crazy Sam McGee; ZZ Top – Gimme All Your Lovin’; AC/DC – TNT; AC/DC – Rock ‘N’ Roll Train; The Knack – My Sharona; Guitar King – Hank the Knife and the Jets; Genesis – I Can’t Dance; Adam Ant – Goody Two Shoes; Mark´Oh – Partytime on Planet Earth; Atomik Harmonik – Turbo Polka; The Baseballs – Hello; Menowin – If You Stayed… Also, meine Mucke muß immer viel Bass & Bums haben, dann geht’s nicht nur in die Ohren und in die Beine, sondern auch in die Fingerspitzen. Ein Rhythmus bei dem ich immer mit muss.

    Jens Beckmann: Musik bei der Arbeit? Meistens gar nicht – das lenkt eher ab. Ausnahme sind langweilige Routinearbeiten. Da höre ich am liebsten Country-Musik aus dem Webradio.

    Simon Stammen: Also mit wir haben bei uns im Büro (2Pers.) auf Halleluja in verschiedenen Versionen und auf Heros von Bowie geeinigt. Hinzu je nach Stimmung Klassik oder Rock!

    Gerald Angerer: Frühmorgens: radioeins. tagsüber: ohne musik. abends/nachts: electro, goa, new age.

    Eike Pallas: Bei mir läuft den ganzen Arbeitstag lang Antenne Bayern. Also, so der aktuelle Mix.

    Mark Jeznach: Zur Einstimmung “Alles Neu” von Peter Fox und als Konzentrationshilfe während der Arbeit eher gesanglose Klassik/Elektro.

    Christina Schulz: Wenn ich gerade nix besonderes mache, läuft bigFM, ansonsten beim Lernen und Arbeiten meistens Paul Kalkbrenner (ich kann mir gut vorstellen, dass das nich jedem gefällt)

    Mari Gruner: Bayern3

    Gabriel Dobersch: Chicane feat. Bryan Adams – Don’t Give Up

    Sarah Müller: Hören in der Agentur oft Mumford & Sons oder Jupiter Jones und bei besonders guter Stimmung Alexander Markus

    Lilly Biester: Gerade alles von Queen. Gerne aber auch Yiruma, Roxette oder HIM… Also jede Musikrichtung. Muss nur zur Stimmung passen.

    Jens Toennesmann: Schön entspannend und konzentrationsfördernd finde ich Glenn Goulds Goldberg Variations

    Ferdinando Dicorato: LED Zeppelin – stairway to heaven; Stardust – music sounds better with you; Darft Punk – around the world; Santana – curacion; and many many more

Zum Schluss noch drei Empfehlungen…

  • Wenn Sie in einem Großraumbüro arbeiten und Musik bei der Arbeit hören wollen, nutzen Sie besser Kopfhörer. Alles andere wäre sprichwörtlich taktlos. Denn spätestens wenn zwei verschiedene Songs gleichzeitig gespielt werden, ist es mit der Konzentration bei den Kollegen vorbei. Dann einigen Sie sich wenigens auf einen Radio-Sender.
  • Drehen Sie die Musik nicht zu laut auf. Sie sollten immer noch hören, wenn Sie ein Kollege anspricht oder das Telefon klingelt. Und wenn Sie mit jemandem sprechen, nehmen Sie die Ohrstöpsel natürlich raus.
  • Mitsingen im Büro ist gänzlich tabu – selbst falls Sie es bei DSDS in den Recall geschafft haben. Der Ablenkungs- und Nervfaktor für die Kollegen ist einfach zu hoch.

Und falls Sie bei der Umfrage auf Twitter, Facebook oder Google+ nicht teilgenommen haben, kommt jetzt Ihre Chance in den Kommentaren: Was hören Sie derzeit im Büro?