Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit…
Das ist die Quintessenz einer interessanten Studie von Norbert Schwarz, Psychologe an der Universität Michigan, die zugleich auf eine Untersuchung der beiden Psychologen Milton Lepkin aus dem Jahr 1945 zurückgeht. Schon sie fanden heraus, dass Menschen etwa falscher Kriegspropaganda mehr Glauben schenkten, je öfter sie diese hörten. Tatsächlich ist es so, dass unser Gehirn irgendwann aufhört die Quellen eines Gerüchts oder einer Information zu unterscheiden. Oder anders formuliert: Es macht keinen Unterschied, ob wir ein und dieselbe Information von vielen verschiedenen (und glaubwürdigen) Menschen hören oder nur immer wieder von derselben Quelle, so auch das Ergebnis eines Experiments von Kimberlee Weaver vom Institute for Social Research an der Universität Michigan. Es ist das Prinzip der urbanen Legenden: Man muss den Leuten den Mist nur oft genug einbimsen, dann glauben sie irgendwann, dass es stimmt.
The conventional response to myths and urban legends is to counter bad information with accurate information. But the new psychological studies show that denials and clarifications, for all their intuitive appeal, can paradoxically contribute to the resiliency of popular myths. The research is painting a broad new understanding of how the mind works. Contrary to the conventional notion that people absorb information in a deliberate manner, the studies show that the brain uses subconscious “rules of thumb” that can bias it into thinking that false information is true. Clever manipulators can take advantage of this tendency.
Erschreckend, nicht wahr?! Die Erkenntnisse machen aber auch deutlich, wie wenig es bringt, falsche Nachrichten durch richtige zu ersetzen oder sich gegen üble Gerüchte zur Wehr zu setzen, solange man die negativen Informationen dabei wiederholt. Der Effekt ist nur der, dass sich der Unsinn noch mehr in den Köpfen festsetzt und nach einer gewissen Zeit von unserem Gedächtnis als wahr erinnert wird. An der Stelle funktionieren unsere grauen Zellen ein bisschen wie das Google-Cache: Einmal drin, kriegt man die Daten kaum noch aus dem Netz. Und das macht uns erstaunlich anfällig für Manipulationen.
Das hat auch damit zu tun, dass unser Hirn nicht in der Lage ist ein “nicht” zu denken: Versuchen Sie jetzt doch bitte einmal nicht an eine Tasse Kaffee zu denken! Klappt nicht, oder?! Sie sehen die Tasse so erst recht vor Ihrem geistigen Auge. Das ist zwar völlig normal, erklärt aber auch, warum zum Beispiel Verteidigungsstrategien, wie sie Bill Clinton seinerzeit verwendete (“Ich hatte keinen Sex mit dieser Frau!“) völlig sinnlos sind. Hängen bleibt am Ende nur die Kombination “hatte Sex mit dieser Frau”.
Was das für Sie persönlich heißt? Der beste Schutz gegen Manipulation ist, sich immer wieder bewusst zu machen wie sie funktioniert. Achten Sie darauf, was Sie sich merken und von wem. Hinterfragen Sie aber auch immer wieder angebliche Wahrheiten – erst recht, wenn sie von allen nur wiederholt werden. Motto: Das haben wir schon immer so gemacht! Das mag zwar anstrengend sein und zuweilen aufhalten, hilft aber gegen Kadavergehorsam. Und umgekehrt: Falls man Sie angreift oder Ihnen übel nachredet, keilen Sie nicht mit gleicher Münze zurück. Je weniger die Leute darüber hören, desto weniger werden sie erinnern.
Achja, und merken Sie sich: Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Wiederholungen sind mächtiger…
1. Kommentar
Dreamworker
13.10.07 um 15:04 Uhr
Sobald dir die Masse etwas (die Unwahrheit) erzählt und niemand es widerlegt so bleibt einem doch nichts anderes übrig als darin die Wahrheit zu sehen. Denn es können doch schließlich nicht alle Befragten falsch liegen.
In dem Fall hilft doch nur das (wie schon gesagt) Hinterfragen und die persönliche Neugier.
Denn Glauben und Wissen sind Zweierlei …
2. Kommentar
Gerhard Zirkel
13.10.07 um 15:49 Uhr
Der Artikel erinnert mich jetzt spontan an mein “früheres Leben” als ich noch im Qualitätsmanagement tätig war. Der Spruch “Das haben wir schon immer so gemacht” hat mich damals regelmäßig ausrasten lassen.
Aber genau das ist das prinzip einer jeden Werbung. Es kommt nicht auf die Art der Werbung an und auch nicht auf deren Länge oder Größe. Sie muss nur möglichst oft wiederholt werden um zu wirken.
Gerhard Zirkel
3. Kommentar
Jan Schmidt
13.10.07 um 16:33 Uhr
Interessant. Interessant. Interessant.
4. Kommentar
Christine Coelho
25.05.08 um 03:12 Uhr
Alles was wir in die Materie bringen, alles was uns zu Handlungen motiviert ist im Ursprung aus dem Geistigen entstanden.
Ideen, Erkenntnisse, Informationen, Konventionen,
Paradigmen und Werte, Mode, Trends
Übernommene Überzeugungen
werden zu eigenen Gedanken
Gedankenmuster erzeugen
die entsprechenden Gefühlsmuster
und wirken sich körperlich aus
Gefühle motivieren zu entsprechenden Handlungen.
Wiederholte Denk- und Handlungsmuster
werden zu Gewohnheiten.
Gewohnheitsmässiges Denken
wird zur Gesinnung
Die Gesinnung wird zum Schicksal…………..
5. Kommentar
Peter
14.06.09 um 15:03 Uhr
Hervorragendes, äußerst wichtiges Thema und klasse Artikel!
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