Alles auf einen Blick
- Definition: Akkordarbeit ist eine Arbeitsform, bei der die Bezahlung des Mitarbeiters nicht nach der geleisteten Arbeitszeit, sondern direkt nach dem erzielten Arbeitsergebnis (z.B. produzierte Stückzahl) berechnet wird.
- Voraussetzung: Die Tätigkeit muss messbar, sich wiederholend und vom Arbeitnehmer direkt beeinflussbar sein. Angestellte erstellen Ergebnisse, die eindeutig ihrer Arbeitsleistung zugeordnet sind (z.B. 30 Einheiten pro Stunde).
- Lohnformen: Primär wird zwischen Geldakkord (fester Betrag pro Stück) und Zeitakkord (feste Vorgabezeit pro Arbeitsgang) unterschieden.
- Mindestlohn: Auch in der Akkordarbeit gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn. Langsame Arbeitnehmer dürfen diesen rechnerisch pro Stunde nicht unterschreiten.
- Verbote: Zum Schutz der Gesundheit ist Akkordarbeit für schwangere Frauen, Jugendliche sowie für das Fahrpersonal (z.B. Lkw- und Busfahrer) gesetzlich verboten.
- Risiko: Die größte Gefahr für Beschäftigte liegt in der möglichen Überlastung, weil für eine hohe Bezahlung möglichst viel und schnell gearbeitet werden muss.
Akkordarbeit gibt es besonders häufig bei saisonalen Erntehelfern in der Landwirtschaft (z.B. Bezahlung nach Kilogramm gepflückter Ware) oder bei Paket- und Kurierdiensten. In modernen Fabriken wird die Taktung jedoch fast immer von Maschinen vorgegeben. Nach deutschem Arbeitsrecht ist echter Akkordlohn an automatisierten Fließbändern, bei denen der Arbeiter keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit hat, unzulässig.
Was ist Akkordarbeit genau?
Akkordarbeit ist eine Entlohnungs- und Arbeitsform, die sich strikt am Leistungsprinzip orientiert. Im Gegensatz zum klassischen Zeitlohn, bei dem der Arbeitnehmer für die Anwesenheit und das Bereithalten seiner Arbeitskraft pro Stunde bezahlt wird, koppelt der Akkordlohn das Einkommen direkt an den Output. Das Motto lautet: Mehr Leistung bringt mehr Geld. Damit ein Arbeitsplatz für den Akkord infrage kommt, müssen zwei grundlegende Bedingungen erfüllt sein:
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Akkordfähigkeit
Die Arbeit muss in messbare Segmente unterteilt werden können. Zudem müssen die Arbeitsabläufe regelmäßig wiederkehren und standardisiert sein. Vor allem aber muss der Mitarbeiter das Arbeitstempo durch seinen persönlichen Einsatz direkt und willentlich beeinflussen können.
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Akkordreife
Der Arbeitsplatz muss technisch und organisatorisch voll ausgereift sein. Das bedeutet: Es darf nicht zu unvorhergesehenen Wartezeiten kommen, weil Material fehlt, Maschinen defekt sind oder Werkzeuge nicht bereitliegen. Der Fluss muss garantiert sein.
Beispiele: Jobs in Akkordarbeit
Das Prinzip der Akkordarbeit zieht sich durch verschiedene Branchen. Während es in einigen Sektoren als klassischer Akkordlohn deklariert ist, operieren andere Branchen mit modernen Leistungsprämien, im Grunde handelt es sich aber um denselben Mechanismus.
1. Landwirtschaft und Erntehilfe
In der Agrarwirtschaft ist der Stücklohn vor allem für Saisonarbeitskräfte üblich. Sie werden häufig nicht nach Stunden, sondern nach dem Gewicht oder Volumen der geernteten Früchte bezahlt.
Beispiel: Ein Erntehelfer sticht Spargel oder pflückt Erdbeeren. Die Abrechnung erfolgt am Ende des Tages strikt nach den abgelieferten Kilogramm-Kisten. Wer schnell arbeitet, verdient deutlich mehr als der Durchschnitt.
2. Textil- und Bekleidungsindustrie
Insbesondere in der weltweiten Produktion, aber auch in spezialisierten Manufakturen im Inland, gibt es Arbeiten und Nähen im Akkord.
Beispiel: Eine Näherin erhält einen festen Geldbetrag für jeden eingenähten Reißverschluss oder jeden fertiggestellten Ärmel einer Jacke.
3. Logistik, Paketdienste und Kommissionierung
Die Zahlen im E-Commerce wachsen seit Jahren und Geschwindigkeit beim Versand ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. In großen Logistikzentren werden täglich tausende Pakete zusammengestellt, verpackt und verschickt.
Beispiel: Ein Kommissionierer (Picker) im Versandlager bekommt über ein Handgerät (Scanner) die Route vorgegeben. Das System misst genau, wie viele Artikel er pro Stunde aus den Regalen nimmt und verpackt. Unterschreitet er die vorgegebene Quote, schlägt das System Alarm.
4. Bauhandwerk und Industrie-Montage
Auch im Handwerk ist der Akkord zu finden – hier aber oft als Gruppenakkord, bei dem ein ganzes Team für die schnelle Fertigstellung belohnt wird.
Beispiel: Ein Team von Maurern oder Fliesenlegern wird dafür bezahlt, wie viele Quadratmeter Wandfläche sie an einem Arbeitstag hochziehen oder verkleiden.
Was versteht man unter Akkordlohn?
Im Gegensatz zur Akkordarbeit erhält in anderen Arbeitsverhältnissen der Arbeitnehmer einen Zeitlohn. Das bedeutet: Sie werden für Ihre Arbeitszeit bezahlt. Dabei müssen Sie nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten, für Ihr Gehalt spielt die tatsächliche Leistung aber zunächst keine Rolle. Bei Akkordarbeit erhalten Sie hingegen einen sogenannten Akkordlohn (auch: Leistungslohn). Diesen gibt es in zwei Formen:
1. Geldakkord (Stückakkord)
Beim Geldakkord wird jedem erbrachten Arbeitsergebnis ein fester Geldbetrag zugewiesen. Die gebrauchte Zeit spielt für die Abrechnung keine direkte Rolle. Dahinter stehen zwei Formeln. Zunächst wird der Stückgeldsatz berechnet:
Aus diesem Wert berechnet der Arbeitgeber den Gesamtlohn anhand der individuellen Arbeitsleistung.
Rechenbeispiel
Ein Mitarbeiter montiert Bauteile. Der Grundlohn liegt bei 14 € pro Stunde, der Akkordzuschlag beträgt 20 % (+ 2,80 €). Der Akkordrichtsatz liegt somit bei 16,80 € pro Stunde. Die festgelegte Normalleistung beträgt 10 Bauteile pro Stunde. Der Stückgeldsatz beträgt 1,68 € (16,80 € = 10 Stück). Schafft der Mitarbeiter in einer besonders produktiven Stunde 14 Teile, verdient er dabei 23,52 €.
2. Zeitakkord
Der Zeitakkord ist die modernere und häufigere Variante des Akkordlohns. Hier gibt der Arbeitgeber eine Vorgabezeit pro Stück vor. Diese gibt an, wie lange ein Mitarbeiter bei Normalleistung für eine Einheit benötigt (60 Minuten, Normalleistung pro Stunde). Für den Zeitakkord gibt es dann ebenfalls zwei Formeln – zunächst für den Verdienst pro Vorgabezeit:
Daraus wird der Gesamtlohn ermittelt:
Rechenbeispiel
Die Zahlen bleiben wie im obigen Beispiel: Der Akkordrichtsatz liegt bei 16,80 €, die Normalleistung beträgt 10 Stück pro Stunde. Das ergibt eine Vorgabezeit pro Stück von 6 Minuten und einen Minutenfaktor von 0,28 € pro Minute (16,80 € = 60 Minuten). Produziert der Mitarbeiter in einer 8-Stunden-Schicht insgesamt 100 Teile (statt der normalen 80 Teile), lautet die Rechnung:
Mindestlohn bei der Akkordarbeit
Schlechte Leistungen bei Akkordarbeit werden auch schlechter bezahlt. Aber: Arbeitnehmer sind in Deutschland durch den Mindestlohn vor zu niedrigen Gehältern geschützt. Dieser greift auch bei Akkordarbeit und setzt die Untergrenze der Bezahlung. Auch an einem schlechten Tag mit geringer Stückzahl, bei dem rechnerisch ein Akkordlohn von 9 Euro verdient wird, muss der Arbeitgeber die Differenz auf den Mindestlohn pro Arbeitsstunde aufstocken.
Vor- und Nachteile von Akkordarbeit
Akkordarbeit soll für einen reibungslosen und schnellen Arbeitsprozess sorgen. Für Mitarbeiter ist es ein großer Motivationsschub, denn sie können den eigenen Verdienst direkt selbst beeinflussen. Zudem schafft Akkordarbeit eine leistungsgerechte Bezahlung sowie eine einfache Leistungskontrolle. Es gibt aber auch einige Probleme: Unternehmen versuchen, die Leistung durch knappe Zeitvorgaben oder hohe Produktionserwartungen zu steigern. Das führt zu mehreren Nachteilen:
Hoher Leistungsdruck
Mitarbeiter in Akkordarbeit müssen abliefern, damit die Bezahlung stimmt. Das erzeugt einen enormen Leistungsdruck und ständigen Stress bei der Arbeit. Ein damit verbundenes Problem ist ein höherer Krankenstand. Angestellte leiden unter dem Druck – und sie melden sich schon bei leichten Symptomen krank, weil sie sonst durch geringere Arbeitsleistung auch weniger Einkommen haben.
Verminderter Teamgeist
Gibt es einen Gruppenakkord, drohen Konflikte unter den Kollegen. Arbeitet ein Mitarbeiter etwas langsamer, bremst er das gesamte Team aus – und wird für geringeren Akkordlohn verantwortlich gemacht. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn ein routinierter Mitarbeiter auf einen unerfahrenen Neuzugang trifft.
Verminderte Qualität
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist die Qualität: Mitarbeiter achten hauptsächlich auf schnelle Ausführungen – da bleibt wenig Zeit für Perfektionismus. Für Unternehmen entstehen Einbußen durch höheren Ausschuss oder Produkte müssen später nachgearbeitet werden. Das kann durch zusätzliche Qualitätskontrollen und Zwischenschritte der Qualitätssicherung verhindert werden – diese verursachen für Arbeitgeber aber ebenfalls Kosten.
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