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Vermutlich kennen Sie das: In der Wut, wenn man anderer Meinung ist, werden schnell Dinge gesagt, die gar nicht so gemeint sind. Da wird jemand als Psychopath bezeichnet, obwohl wir genau wissen: Das ist eine heillose Übertreibung. Unter einem Psychopathen stellen wir uns eigentlich eher eine Persönlichkeit wie die Figur des Hannibal Lecter vor, also einen Massenmörder, Serienkriminellen. Was aber zeichnet denn so einen Charakter aus? Und was, wenn mein Chef diese Merkmale aufweist – wie gehe ich mit so einer Person um? Welche Wege stehen mir als Arbeitnehmer offen?

Psychopathen: Alltag oder Übertreibung?

Psychopathen erkennen Psychopath DefinitionEs gibt Stimmen, die behaupten, dass wir in Wirklichkeit ständig Psychopathen über den Weg laufen. Klar, wir reden nicht von der Sorte, die meuchelmordend oder anderweitig pathologisch auffällig um die Häuser zieht. Aber vielleicht brauchen wir eine neue Definition davon, was einen Psychopathen ausmacht?

Wenn Menschen mit diesen Wesenszügen wesentlich häufiger unter uns sind, als gemeinhin angenommen wird, dann haben wir auch auf der Arbeit mit ihnen zu tun. Immerhin verbringt der Mensch einen Großteil seines Lebens mit Arbeit und somit auch mit Mitmenschen, die nicht immer angenehme Wesenszüge aufweisen. Dennoch wird Psychopathie nicht als eigenständige Krankheit betrachtet.

Dementsprechend taucht Psychopathie auch weder in dem Klassifikationssystem DSM-5 noch in ICD-10 auf. Festzuhalten ist, dass es als schwere Persönlichkeitsstörung angesehen wird. Mangelnde Empathie und Reuefähigkeit sind nur zwei der vielen Merkmale, die sich bei Psychopathen beobachten lassen.

Die Wissenschaft ist sich noch nicht sicher, woher diese Störung kommt. Die Psychologie und vor allem das Verständnis davon, wie unser Gehirn funktioniert, steckt noch in den Kinderschuhen. Immerhin ist es bereits ein großer Fortschritt, dass viele psychologische Störungen nun als Krankheiten eingeordnet werden, ebenso wie körperliche Symptome.

Das Problem in Unternehmen ist nun, dass Personaler dazu neigen, Führungskräfte ausschließlich nach ihren Abschlüssen und beruflichen Qualifikationen auswählen, weniger aufgrund von persönlichen Merkmalen. Das führt leider dazu, dass Firmen psychopathische Persönlichkeiten einstellen, die nicht nur ihre Umgebung vergiften, sondern im schlimmsten Fall unethisch oder gar kriminell handeln.

Psychopathie im Job - ein Erfolgsfaktor?

Psychopathie im JobPsychopathen im Job haben nicht das beste Image. Die pauschale Einschätzung als kalt, rücksichtslos, manipulativ und durchtrieben ist aber so nicht richtig. Wie eine Studie von Psychologen an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn feststellt, hat Psychopathie im Job auch eine Kehrseite: Sie kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein.

Kurz gesagt: Psychopathie kann zwar zu unsozialem und toxischem Verhalten führen - sie muss es aber nicht. Tatsächlich gibt es auch eine Art gutartige Psychopathie, bei der die Betroffenen zu "furchtloser Dominanz" neigen, wie die Forscher es nennen. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen, enorm stressresistent sind und keinerlei Angst haben, Risiken einzugehen.

Ob daraus am Ende wertvolle Leistungsträger für das Unternehmen werden, hängt laut Wissenschaftlern von einem wesentlichen Faktor ab: Bildung.

  • Weniger gebildete Menschen mit furchtloser Dominanz neigen eher zur toxischen Form der Psychopathie - und schädigen sowohl das Betriebsklima wie auch die wirtschaftliche Entwicklung ihres Arbeitgebers.
  • Hochgebildete positive Psychopathen mit überdurchschnittlicher Intelligenz dagegen, besitzen zwar starken Durchsetzungswillen, seien aber auch besonders tüchtig, innovativ und krisenfest.

Sie eignen sich daher vor allem für "emotional schwierige Berufsfelder" - wie zum Beispiel Notfallärzte und Krisenmanager.

Psychopathen überall?!

Nein, glücklicherweise nicht. Der Anteil von Psychopathen an der Bevölkerung liegt recht gering. Der Psychologe Jens Hoffmann geht von nur ein bis zwei Prozent aus. In Führungspositionen machen sie sechs Prozent aus, eine australische Studie geht sogar von 21 Prozent aus.

In bestimmten Berufszweigen wie Banken, Versicherungsbranchen oder Vertrieb sind solche Psychopathen überproportional vertreten. Ausgerechnet dort, wo es um sehr viel Geld geht und wo katastrophale Fehlentscheidungen eine weltweite Finanzkrise auslösten.

Das hat sich auch nicht geändert – denn diese Bereiche garantieren immer noch Status und Macht und das ist für Psychopathen wichtig. Leider ist das Risiko in diesen Bereichen groß und der Arbeitgeber weiß unter Umständen gar nicht, was für einen Mitarbeitertypus er da beschäftigt.

Was wiederum daran liegt, dass diese Menschen zumindest an der Oberfläche Soft Skills hervorragend vortäuschen können. Gleichzeitig können sie gut mit Stress umgehen und unpopuläre Entscheidungen treffen, weil es sie kalt lässt.

Psychotricks bedeutet nicht gleich Psychopath

Chefs sind bisweilen leicht manipulativ und wenden Psychotricks an. Aber warum eigentlich? Das fragen sich vermutlich einige, schließlich sitzen Führungskräfte ohnehin am längeren Hebel, können Aufgaben an Mitarbeiter verteilen, auch wenn es sich um unliebsame und zeitintensive Dinge handelt.

Ein solches Vorgehen hat aber absolut nichts mit einer guten Führungskraft zu tun, die von den Mitarbeitern akzeptiert und geschätzt wird und in der Lage ist, Mitarbeiter zu motivieren. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, können verschiedene Psychotricks helfen. Doch es gibt noch weitere Gründe, warum Chefs einige Psychotricks anwenden.

  • Um ihre Autorität zu wahren.

    Zwar stehen Vorgesetzte in der Hierarchie über ihren Mitarbeitern, doch spiegelt dies nicht immer die wahrgenommene Autorität wieder. Hat ein Mitarbeiter das Gefühl, seinem Chef überlegen zu sein - beispielsweise in Fachwissen oder im Umgang mit Kunden - sinkt die Autorität der Führungskraft. Gute Chefs brauchen in der Regel nicht auf ihre Autorität zurückgreifen, da sie ihre Mitarbeiter ohnehin überzeugen können.


  • Um eine Entscheidung durchzusetzen.

    Nicht jede Entscheidung, die getroffen werden muss, findet bei der Belegschaft Anklang. Dennoch gehört es zu den Aufgaben eines Chefs, diese zu treffen und gegenüber den Mitarbeitern durchzusetzen. So können Psychotricks beispielsweise dabei helfen, auch wenig erfreuliche Entscheidungen durchzusetzen, etwa wenn Überstunden fällig werden oder Stellen abgebaut werden müssen.

Diese Tricks lieben Chefs

Diese Psychotricks lieben ChefsWir wollen Ihnen hier zwei Psychotricks vorstellen, die viele Chefs lieben und auch regelmäßig nutzen. Diese haben aber weniger mit hinterhältiger Manipulation zu tun, sondern zielen in erster Linie darauf ab, den Erfolg und die Motivation des Teams zu steigern.

  • Egal was passiert: Niemals überrascht wirken

    Im Berufsleben kann es schon einmal drunter und drüber gehen, plötzlich ändern sich die Anforderungen, kurzfristig sind große Änderungen an einem Projekt umzusetzen oder ein Lieferant springt ab. Im Job gibt es nichts, was es nicht gibt. Das wissen natürlich auch die Chefs und wenden gerne einen einfachen, aber effektiven Psychotrick an: Sie wirken niemals überrascht, sondern strahlen Ruhe aus.

    Dieser Trick hat in schwierigen Situationen gleich mehrere positive Effekte: Zuerst zeigt der Chef damit zu jeder Zeit, dass er die Dinge immer noch unter Kontrolle hat. Er zeigt, dass er mit der Möglichkeit einer solchen Entwicklung bereits im Vorfeld gerechnet hat und bereits eine Lösung parat hat. Auf diese Weise wird dem Vorgesetzten eine große Kompetenz zugeschrieben.

    Gleichzeitig strahlt er seine eigene Ruhe auch auf seine Mitarbeiter aus, die sich nun konzentriert an die Arbeit machen können, ohne selbst in Hektik zu verfallen. Auch bei der Durchführung eines Projekts oder der Umsetzung einer Maßnahme kann es für Chefs ratsam sein, sich niemals überrascht zu geben, sondern immer den Anschein zu wahren, alles würde genauso laufen, wie man es von vornherein erwartet hat.


  • Den richtigen Zeitpunkt erkennen, um Informationen weiterzugeben

    Chefs haben nicht selten Zugang zu Informationen, die für die Mehrheit der Mitarbeiter noch nicht öffentlich sind. Daraus ergibt sich ein Problem, das richtig genutzt aber auch eine große Chance sein kann: Wann werden Informationen weitergegeben? Gerade wenn es sich um wichtige Informationen handelt, wollen Mitarbeiter in der Regel sofort wissen, worum es geht.

    Auf der anderen Seite muss aber auch die Frage gestellt werden: Ist dies wirklich der beste Zeitpunkt? Sollten Mitarbeiter über die mögliche Schließung eines Standorts informiert werden, auch wenn diese noch nicht sicher ist? Vermutlich sollte zumindest das Risiko thematisiert werden. Doch wie sieht es aus, wenn ein Kunde dem Chef seine Zufriedenheit bereits vor dem eigentlichen Ende eines Projekts mitgeteilt hat? Wird das Team weiterhin Bestleistungen bringen oder sich auf den bereits geernteten Lorbeeren ausruhen?

    Genau aus diesem Grund spielen viele Chefs gerne mit dem Zeitpunkt, an dem Informationen weitergegeben werden. Richtig eingesetzt, können sowohl Motivation als auch Qualität der abgelieferten Arbeit durch diesen Psychotrick positiv beeinflusst werden. Allerdings besteht auch das Risiko, wichtige Informationen zu spät durchsickern zu lassen und sich den Unmut des Teams zuzuziehen.

Merkmale eines Psychopathen

Psychopath Checkliste Psychopathen erkennenWie gesagt, nur weil Ihr Chef vielleicht den einen oder anderen Trick anwendet, ist er noch lange kein Psychopath. Die Sachlage ist etwas komplizierter.

Psychopathen haben keine Gefühle, können die aber vorspielen, da sie sehr gut im Lügen sind. Es verwundert daher nicht, dass sie auch sozial erfolgreich sind, Netzwerke aufbauen und andere Menschen mitreißen können.

Die Kehrseite ist, dass sie Menschen benutzen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Opfer merken das häufig nicht, da Psychopathen sehr raffiniert vorgehen. Daher kann es durchaus einige Zeit dauern, bis man einen Psychopathen erkennt - üblicherweise daran, dass er viel Leid und Ärger für andere Menschen bedeutet.

Weil Psychopathen sich selbst eher überschätzen, handeln sie oft riskant. Gleichzeitig sind sie extrem kritikunfähig und reagieren mit aller Härte, wenn sie angegriffen werden. Jens Hoffmann spricht von der

Zerstörung des Angreifers auf beruflicher, finanzieller oder auch sozialer und persönlicher Ebene.

Der kanadische Kriminalpsychologe Robert Hare hat einen Test mit einer Liste von Eigenschaften entwickelt, anhand derer er einschätzen kann, ob ein Mensch ein Psychopath ist oder nicht. Man muss nicht sämtliche Kriterien erfüllen, um bereits für ordentlich Schwierigkeiten im Umgang mit seinen Mitarbeitern zu sorgen.

Gleichzeitig ist natürlich nicht jeder, der einige wenige Merkmale aufweist, ein klinisch auffälliger Psychopath. Es ist eher umgekehrt: Jeder Psychopath zeigt diese Kriterien. Zu diesen Auffälligkeiten zählen:

  • Gewandtheit
  • Kein Schuldbewusstsein
  • oberflächlicher Charme
  • stark ausgeprägtes Selbstwertgefühl
  • Notorisches Lügen
  • Dominanz
  • Gerissenheit
  • Manipulation
  • Impulsivität
  • Kontrollzwang
  • Oberflächliche Emotionalität
  • Härte
  • Verantwortungslosigkeit
  • Schnelles Gelangweiltsein
  • Parasitärer Lebensstil
  • Keine realistischen langfristigen Ziele
  • Gefühlskälte
  • Verstoß gegen Bewährungsauflagen
  • Mehrere Ehen
  • Promiskuitives Verhalten

Und als ob diese Eigenschaften nicht bereits erschreckend genug wären, können hochgradig psychopathische Persönlichkeiten zumeist auf eine solide kriminelle Karriere zurückblicken. Das fängt mit Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit an, erstreckt sich über die Jugend und ein insgesamt vielseitig kriminelles Verhalten auch im weiteren Leben.

Nicht umsonst wird auch etlichen bekannteren Führungspersönlichkeiten eine psychopathische Natur bescheinigt – etwa dem früheren FPÖ-Chef Jörg Haider, dem italienischen Politiker Silvio Berlusconi, George Bush Junior – und vermutlich einige charismatische Führer der Geschichte.

Drogen- und Alkoholprobleme sind bei den Genannten vermutlich noch die geringsten Vergehen.

Psychopath Chef: Test für Vorgesetzte

Ob Ihr Chef ein Psychopath ist oder nicht, kann dieser Test nicht endgültig klären. Allerdings können die folgenden Fragen ein gutes Indiz sein. Zählen Sie die jeweiligen Punkte zusammen (jeweils: Ja = 2 Punkte; Nein = 0 Punkte; Vielleicht = 1 Punkt), am Ende finden Sie eine Auswertung.

  • Ihr Chef zeichnet sich durch überbordendes Selbstbewusstsein aus.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Ständig ertappen Sie Ihren Chef beim Lügen.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Er kann binnen kürzester Zeit Leute um den Finger wickeln - jedenfalls kurzfristig.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Für Fehler, die durch ihn verursacht wurden, übernimmt er keine Verantwortung.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Wenn er andere Menschen beleidigt oder kränkt, fehlt ihm jegliches Schuldbewusstsein.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Gleichzeitig kann er sich sehr gewandt ausdrücken und in fremder Umgebung mühelos bewegen.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Wenn er eine Eingebung hat, folgt er ihr sofort ohne Wenn und Aber.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Bei anderen Menschen fehlt ihm jegliche Empathie.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Nie lässt er die Mitarbeiter ihre Arbeit alleine tun, ständig muss er überprüfen.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Seit seiner Jugend hat er einige kriminelle Taten auf dem Kerbholz.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Er hat häufig wechselnde Partnerinnen; mit einigen ein eheähnliches Verhältnis.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Ihr Chef duldet keine Widerrede und tritt sehr dominant auf.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht
  • Häufig manipuliert er seine Mitmenschen, indem er ihnen Schuldgefühle einredet oder sie mit einer Mischung aus Komplimenten und Druck kontrolliert.
    • Ja
    • Nein
    • Vielleicht

Auflösung:

Psychopathen als Chef - wie ihrer Herr werden?

Am besten durch Feedback – das kann durch Kollegen, aber natürlich auch die eigene Familie erfolgen. Problem dabei: Diese ich-bezogenen Persönlichkeiten haben selten ein Ohr für andere und schon gar nicht für Kritik. Auch lässt sich beobachten: Je erfolgreicher jemand beruflich ist, desto psychopathischer im Wesen ist die Persönlichkeit.

An dieser Stelle sind Aufsichtsräte oder generell Vorgesetzte der nächsthöheren Stufe gefragt, beispielsweise bei ihrem Geschäftsführer genauer hinzusehen. Voraussetzung dafür ist natürlich ein geschärftes Bewusstsein und entsprechende Vorbildung durch Aufklärung.

Spätestens, wenn sich beobachten lässt, wie jemand die Verantwortung für schiefgelaufene Projekte ständig anderen in die Schuhe schiebt, diese Person sofort um sich beißt, wenn (berechtigt) kritisiert wird oder aber nur diesem Chef genehme Ansichten aussichtsreich sind, dann ist etwas faul im Staate Dänemark.

Die logische Konsequenz daraus wäre, diese Person ihrer Position zu entheben. Leider ist es traurige Realität, dass das nicht unbedingt passiert. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  1. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus

    Besonders in der Politik – aber längst nicht nur dort – lässt sich dieses Phänomen beobachten. Ein Klima der Angst, aber auch des sich gegenseitigen Rückenfreihaltens sichert den eigenen Machterhalt. Bewirkt wird das, indem Konflikte angezettelt werden, hier und da Informationen gestreut oder Vertraulichkeiten verraten werden.

  2. Mangelnde soziale Kompetenz

    An verantwortlicher Stelle wird weggesehen, aus Bequemlichkeit oder weil die Probleme unterschätzt werden. Das kann leicht passieren, wenn der Bezug zur Basis fehlt, Sorgen und Probleme der Mitarbeiter nicht ernst genommen werden. Tatsächlich soll es vorkommen, dass beispielsweise interne Mobbing-Anlaufstellen wegfallen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

  3. Kein geeigneter Kandidat in Aussicht

    Ähnlich wie bereits im ersten Punkt angeklungen, werden bestimmte Posten häufig durch ein System aus Seilschaften vergeben – der Vater war bereits im Vorstand eines bestimmten Unternehmens, man kennt sich aus dem Golfclub et cetera. Das bedeutet, es wird weniger nach Kompetenz geschaut, sondern man greift auf Leute zurück, die man aus vergleichbaren Positionen kennt.

Handlungsspielraum als Mitarbeiter eines psychopathischen Chefs

Sollte man als Mitarbeiter das Pech haben, mit großer Wahrscheinlichkeit einen Psychopathen als Chef zu haben, empfehlen sich folgende Möglichkeiten.

  • Zeigen Sie keine Schwäche: Sondern präsentieren Sie sich nach Möglichkeit gelassen. Psychopathische Chefs stürzen sich bevorzugt auf sensible Mitarbeiter.
  • Ziehen Sie klare Grenzen: Meiden Sie zu häufigen Kontakt und klären Sie die Dinge per Mail. Das hat zudem den Vorteil, dass Sie Dinge schriftlich dokumentieren und das Verhalten des Chefs belegen können.
  • Bieten Sie keine Angriffsfläche: Sicherlich gibt es Dinge, für die es sich zu kämpfen lohnt. Aber auch Chefs sind nicht perfekt – akzeptieren Sie, dass er einige Schwächen hat so wie Sie. Achten Sie trotzdem darauf, sich nicht ausnutzen zu lassen.
  • Suchen Sie sich Verbündete: Es empfiehlt sich prinzipiell ein gutes Verhältnis zu Kollegen, aber in diesem Fall ist es wichtig, da es Sie vor Bossing schützen kann. Psychopathische Chefs versuchen mitunter, Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen. Auch der Betriebsrat oder die Personalabteilung können behilflich sein.
  • Verlassen Sie das Unternehmen: Sicherlich ist ein Jobwechsel die unschönste Option, weil das Übel nicht bei der Wurzel gepackt wird. Aber bedenken Sie die Alternative – bereits in jungen Jahren einen Herztod zu sterben? Oder psychisch dem Druck nicht mehr standhalten zu können und zusammenzubrechen? Letztlich sollte Ihre Gesundheit Ihr höchstes Gut sein.
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