Was versteht man unter einer Beförderung?
Eine Beförderung bezeichnet im Personalwesen den beruflichen Aufstieg in eine höhere Position oder Funktion. Sie geht meist mit anspruchsvolleren Aufgaben, mehr Verantwortung und Entscheidungsspielraum sowie häufig mit einem höheren Gehalt einher. Auf Englisch heißt die berufliche Beförderung „promotion“. Der Begriff hat noch eine zweite Bedeutung: Beförderung bezeichnet ebenso den Transport von Personen oder Gütern. Dieser Artikel behandelt ausschließlich die Beförderung im Beruf.
Eine Beförderung muss übrigens nicht zwangsläufig zur Führungskraft führen. Auch der Aufstieg in eine höherwertige Fach- oder Expertenposition ist möglich. Bei einer stillen Beförderung wachsen hingegen nur Aufgaben und Verantwortung, ohne dass Titel, Position oder Gehalt angepasst werden.
Wann bekommt man eine Beförderung?
Eine Beförderung kommt infrage, wenn Beschäftigte dauerhaft gute Leistungen zeigen und die Anforderungen einer höheren Position erfüllen. Arbeitgeber berücksichtigen dabei neben den bisherigen Leistungen ebenso Fachwissen, Zuverlässigkeit, Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft und das Potenzial für die neue Rolle. Laut dem Unternehmensberater Harvey Coleman gibt die eigene Tagesarbeit nur zu 10 % den Ausschlag für eine Beförderung. Wichtiger seien Sympathien beim Chef (30 %), mehr aber noch Sichtbarkeit (60 %). In der Privatwirtschaft besteht jedoch kein Anspruch auf eine Beförderung.
Wie funktioniert die Beförderung bei Beamten?
Für Beamte gelten andere Regeln als für Beschäftigte in der Privatwirtschaft. Eine Beförderung richtet sich hier nach rechtlichen Vorgaben. Maßgeblich sind Eignung, Befähigung und fachliche Leistung. Hinzu kommen je nach Laufbahn, Dienstherr und Bundesland weitere Voraussetzungen und Wartezeiten. Eine gute dienstliche Beurteilung allein führt daher nicht automatisch zum nächsten Amt. Die wichtigsten Voraussetzungen und Besonderheiten erklären wir ausführlich im Ratgeber zur Beförderung von Beamten.
Wie bereite ich eine Beförderung vor?
Warten Sie nicht darauf, dass der Chef Ihre Ambitionen erkennt. Machen Sie gute Leistungen sichtbar und sprechen Sie Ihre beruflichen Ziele frühzeitig an. Hilfreich ist außerdem, konkrete Ergebnisse und Erfolge zu dokumentieren, um z.B. im Mitarbeitergespräch zu belegen, welchen zusätzlichen Wert Sie bereits schaffen. Eine Beförderung sollte dennoch nicht spontan eingefordert werden. Klären Sie zunächst, welche Anforderungen für die gewünschte Position gelten und welche davon Sie bereits erfüllen. Unsere ausführliche Anleitung zeigt, wie Sie eine Beförderung vorbereiten und ein strategisches Gespräch mit dem Chef führen.
Welche Fehler behindern den beruflichen Aufstieg?
Wer bereits Aufgaben oberhalb der eigenen Position übernimmt, gute Ergebnisse erzielt und beweist, dass er oder sie mit Verantwortung umgehen kann, erfüllt bereits wichtige Voraussetzungen. Umgekehrt gibt es Verhaltensweisen, die den beruflichen Aufstieg eher erschweren:
- Ständige Kritik ohne Lösungen
Wer immerzu Probleme benennt, aber keine konstruktiven Vorschläge macht, empfiehlt sich nicht gerade für eine Führungsrolle. - Fehlende Kontakte zu Entscheidern
Gute Leistungen müssen wahrgenommen werden. Wer kaum kommuniziert und keine Netzwerke zu Entscheidern pflegt, bleibt oftmals unter dem Radar. - Unprofessionelles Auftreten
Unpassende Kleidung, schlechte Umgangsformen oder unangenehmes Verhalten beschädigen den Eindruck von Professionalität und Führungseignung.
Wie viel Prozent mehr gibt es bei einer Beförderung?
Eine Beförderung ist immer ein guter Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung. Im Schnitt Arbeitnehmer dabei ein Gehaltsplus zwischen 5-10 % aushandeln. Ist der berufliche Aufstieg mit deutlich mehr Verantwortung, mehr Budget und einem größeren Team verbunden, liegen Sie eher im oberen Drittel. Wer dabei den Arbeitgeber wechselt oder abgeworben wird, kann sogar zwischen 15-25 % mehr Gehalt herausholen. Klären Sie das neue Gehalt möglichst zusammen mit den neuen Aufgaben, Kompetenzen und Erwartungen an die neue Position.
Welche Vor- und Nachteile hat eine Beförderung?
Eine Beförderung bringt mehr Einfluss und meist ein höheres Einkommen – zugleich steigen Verantwortung und Erwartungen. Die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:
Vorteile |
Nachteile |
| ✚ Höheres Gehalt | ✖ Mehr Verantwortung |
| ✚ Mehr Entscheidungsspielraum | ✖ Höherer Leistungsdruck |
| ✚ Bessere Karrierechancen | ✖ Mehr Arbeit, weniger Zeit |
| ✚ Mehr Status und Anerkennung | ✖ Konflikte durch Rollenwechsel |
Kann ich eine Beförderung ablehnen?
Beschäftigte müssen eine Beförderung nicht annehmen – insbesondere, wenn sie die damit oft verbundenen längeren Arbeitszeiten, die Team-Verantwortung oder den höheren Leistungsdruck scheuen. Prüfen Sie deshalb immer, ob die neue Rolle tatsächlich zu Ihren beruflichen Zielen und Ihrer Lebenssituation passt. Ein höheres Gehalt gleicht einen Job nicht aus, der Sie dauerhaft unglücklich macht. Wie Sie eine Beförderung ablehnen, ohne die weitere Karriere zu gefährden, erklären wir im ausführlichen Ratgeber.
Was ändert sich nach einer Beförderung?
Mit dem Karriereschritt und der neuen Position verändern sich meist Aufgaben, Erwartungen und Verantwortungsbereiche. Sie treffen weitreichendere Entscheidungen, vertreten das Unternehmen vielleicht gegenüber anderen Bereichen oder Kunden und werden stärker an der Zielerreichung gemessen. Besonders anspruchsvoll ist der Wechsel innerhalb des eigenen Teams. Beim Wechsel vom Kollegen zum Chef sollten Sie deshalb früh Rollen, Erwartungen und Grenzen klären. Studien zeigen allerdings: Die Euphorie der Beförderung verpufft bereits nach 3 Jahren.
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