Ins Fettnäpfchen treten: Bedeutung, Beispiele + Was tun?

Ins Fettnäpfchen können Sie fast überall treten: im Job, bei Freunden, im Ausland. Dahinter steckt praktisch nie böse Absicht. Peinlich ist der Fauxpas und Fehltritt dennoch. Einfach erklärt: Was bedeutet die Redewendung genau, was sind typische Beispiele – und wie lassen sich Fettnäpfchen umgehen?

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Definition: Was bedeutet „Ins Fettnäpfchen treten“?

Die deutsche Redewendung „Ins Fettnäpfchen treten“ bedeutet, dass jemand durch eine unbedachte Bemerkung oder ein unangemessenes Verhalten einen peinlichen Fehler macht und dabei andere vor den Kopf stößt oder sich selbst blamiert. Gemeint ist, dass mit dem Fettnapf soziale Regeln, Gefühle oder Erwartungen verletzt werden – jedoch ohne böse Absicht, aber mit peinlichen Folgen.

Seinen Ursprung hat der Ausdruck im früheren Brauch, in Ofennähe einen Napf mit Fett auf den Fußboden zu stellen. Dadurch konnten Besucher ihre nassen Stiefel einfetten. Wer aber ins Fettnäpfchen trat, sorgte für Fettflecken auf dem Boden und verärgerte den Hausherren.

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Was sind Beispiele für typische Fettnäpfchen?

Im Alltag gibt es zahlreiche Möglichkeiten ungewollt oder mit Anlauf ins Fettnäpfchen zu treten – privat ebenso wie beruflich. Zu den häufigsten Beispielen gehören:

    Private Fettnäpfchen

  • Das (falsche!) Alter einer Person schätzen.
  • Kommentare zur Mode oder zum neuen Kleid machen.
  • Eine Frau fragen, ob sie schwanger ist, obwohl sie nur zugenommen hat.
  • Einen Witz über eine Krankheit machen, während ein Anwesender genau diese hat.
  • Ein dunkelhäutige Person nach ihrer Herkunft fragen, obwohl sie Deutsche ist.
  • In kulturell ungewohnten Situationen unpassendes Verhalten zeigen (siehe: Handzeichen).
  • Berufliche Fettnäpfchen

  • Einen Vorgesetzten einfach duzen.
  • Als Neuling im Unternehmen gleich Verbesserungsvorschläge machen.
  • Über einen Kollegen lästern, der gerade hinter einem steht.
  • Eine hochrangige Person mit dem falschen Titel ansprechen oder diesen weglassen.
  • Ungefragt Ratschläge zu persönlichen Themen geben, von denen man nichts weiß.
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Warum treten manche ins Fettnäpchen?

Menschen treten in der Regel dann ins Fettnäpfchen, wenn sie unaufmerksam sind oder eine Situation und ihr Gegenüber falsch einschätzen. Oft fehlt es in dem Moment an dem richtigen Einfühlungsvermögen oder an Sensibilität für mögliche soziale Regeln, etwa wenn man die Gefühle oder Grenzen anderer nicht erkennt und aus Gedankenlosigkeit einfach losredet.

Ebenso können Nervosität, Unsicherheit oder der Wunsch, locker zu wirken oder dazuzugehören, dazu führen, etwas zu sagen, was komplett falsch ankommt. Insbesondere im Ausland oder bei fehlender interkultureller Kompetenz spielen Unkenntnis über Kommunikationsstile, Umgangsformen und Gepflogenheiten eine entscheidende Rolle. Selbst gut gemeinte Aussagen können dann missverstanden werden oder in den falschen Hals geraten.

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Wie kann ich Fettnäpfchen vermeiden und umgehen?

Völlig verhindern lassen sich Fettnäpfchen leider nie. Es kann immer passieren, dass Sie andere vor den Kopf stoßen oder sich daneben benehmen, ohne es zu merken. Mit den folgenden Tipps und Strategien können aber einige Fettnäpfchen umgehen oder deren Risiko senken:

  • Informationen einholen

    Für alle Anlässe, in denen Sie sich zum ersten Mal befinden, sollten Sie vorab Informationen recherchieren. Egal, ob passende Kleidung im Vorstellungsgespräch, Betriebsfeier oder Auslandsreise: Holen Sie Infos zu den wichtigsten Regeln ein.

  • Respektvoll auftreten

    Höflichkeit ist eine Haltung, die stets Respekt zeigt und Rücksicht auf andere nimmt. Wer so handelt, vermeidet bereits die schlimmsten Fauxpas‘. Dazu gehören etwa Pünktlichkeit, das „Bitte“ und „Danke“ sagen sowie andere ausreden zu lassen oder besser Fragen zu stellen, statt Aussagen zu treffen.

  • Zurückhaltung üben

    Solange Sie unsicher sind, sollten Sie sich zurückhalten und heikle Themen meiden, um keine Gefühle zu verletzen. Dazu gehört ebenso, anzuklopfen bevor man einen Raum betritt oder sich nicht einfach zu anderen dazuzustellen, sondern sich erstmal vorzustellen und zu fragen, ob man dazukommen darf.

  • Lernbereitschaft zeigen

    Niemand kann alles wissen. Müssen Sie auch nicht. Wichtig ist, anderen gegenüber Interesse und Lernbereitschaft zu signalisieren. Fragen Sie ruhig nach, wenn Sie bei einer Sache unsicher sind. Das lässt Sie sofort sympathischer und empathischer wirken.

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Ins Fettnäpfchen getreten: Was tun?

Was aber, wenn es schon zu spät ist und Sie bereits ins Fettnäpfchen getreten sind? Dann hilft nur noch eines: die Situation begradigen. Anderenfalls können Ärger und Konflikte entstehen. Im Job ziehen sich womöglich berufliche Kontakte zurück. Damit das nicht passiert, empfehlen wir folgendes Vorgehen:

  1. Entschuldigen Sie sich

    Sobald Sie merken, dass Ihnen ein Fehler unterlaufen ist, sollten Sie dafür um Entschuldigung bitten. Zeigen Sie echte Reue und bieten Sie – falls möglich – Wiedergutmachung oder zumindest Besserung an.

  2. Gehen Sie offensiv damit um

    Peinlichkeiten unterlaufen jedem einmal. Die beste Strategie, um diese zu entschärfen, ist offener und offensiver Umgang damit: Nennen Sie den Fauxpas beim Wort und dass Ihnen das Malheur natürlich unangenehm ist – nur bitte ohne Drama. Indem Sie selbst locker bleiben, nehmen Sie der Sache die Schwere.

  3. Zeigen Sie Humor

    Vor allem bei einem geringfügigen Lapsus ist Humor die beste Reaktion. Nehmen Sie sich selbst auf die Schippe, zum Beispiel: „Kann auch nicht jeder: Aus der Hocke in den gesprungenen Kopfstand ins Fettnäpfchen!“ – So können auch andere darüber lachen und die Blamage ist bald vergessen.

Entscheidend ist aber immer ein ehrliches Eingeständnis sowie eine kurze Entschuldigung ohne Rechtfertigung. Ihre Einsicht zeigt Respekt und entschärft die Situation meist schnell.


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