Was englische Jobtitel aussagen
Die Globalisierung sorgt dafür, dass in Stellenanzeigen zunehmend englische Jobtitel auftauchen. Gut: Berufsbilder werden so international vergleichbar und Bewerber wissen, was die Tätigkeit mit sich bringt und welche Kenntnisse für den Job vorausgesetzt werden. Zumindest theoretisch. In der Praxis sorgen die Anglizismen oft genug eher für Verwirrung, weil die Bedeutung vieler Berufsbezeichnungen unklar ist: Wissen Sie beispielsweise auf Anhieb, was ein First Level Supporter den ganzen Tag lang macht? Oder wofür der Junior Internal Auditor zuständig ist? Dann finden Sie es heraus...

Englische Jobtitel - und ihre deutsche Übersetzung

Visitenkarte-ZuckerbergNatürlich, das muss man ganz ehrlich sagen, verbirgt sich hinter den wohlklingenden Jobtiteln oft auch einfach nur Quatsch, frei erfundene Wortschminke, um einen ansonsten öden Job wenigstens im Titel aufzupeppen oder der billige Ersatz für eine Beförderung.

Manch seriöse Berufsbezeichnungen geben aber auch Auskunft über Arbeitsfelder und -inhalte ihres Trägers - und damit natürlich auch schon ein Stück weit über die Qualifikation, die für die Ausübung des Jobs notwendig ist.

Zum Beispiel (in alphabetischer Reihenfolge)...

  • Accounting: Der Buchhalter dokumentiert und bucht Geschäftsvorfälle, analysiert Finanzdaten und erstellt Abschlüsse.
  • Administration / Central Services: Er ist fürs grundlegende Funktionieren des Unternehmens verantwortlich. In dieser Funktion sorgt er für Wartung, Instandhaltung und Bereitstellung benötigter Ressourcen.
  • Analysis: Seine Aufgaben: Controlling, Budgetierung und Berichtswesen. Dabei gilt es, Schwachstellen zu erkennen, um die Rentabilität des Unternehmens zu steigern.
  • Applications / Electronics / Mechanical: Er kümmert sich darum, neue Anwendungen und Komponenten zu entwickeln und zu testen. Daneben berät er den Außendienst in technischen Fragen.
  • Approvals: Er prüft, ob Produkte Gesundheitsrisiken für den Menschen enthalten.
  • Auditing: Er führt Wirtschaftsprüfungen durch, um etwa die Leistungsfähigkeit der Kontrollsysteme oder die Zweckmäßigkeit der Arbeitsabläufe zu bewerten.
  • Central Logistics: Seine Aufgabe ist die Optimierung der logistischen Abläufe anhand von Marketingvorhersagen, Auftragsinformationen und Materialplänen.
  • Controlling: Er ist für die betriebswirtschaftliche Unternehmensplanung, das Berichtswesen und die Kostenrechnung zuständig und berät bei Unternehmensentscheidungen.
  • Design: Er arbeit den Prototypenbau.
  • District: Der Außendienstmitarbeiter setzt die Vertriebskonzeption um, schöpft Marktpotenziale aus und leitet Kundenwünsche ins Marketing weiter.
  • GMP Compliance: Seine Aufgabe ist die Festsetzung von Normen und Standardverfahren zur Vermeidung von Qualitätsmängeln.
  • Human Resources: Der Personaer nimmt Einstellungen und Entlassungen vor, führt Mitarbeitergespräche und ist für die Personalentwicklung zuständig.
  • Industrial Engineering: Er optimiert den Einsatz von Anlagen, Materialien und Personal und macht so die Betriebsabläufe wirtschaftlicher.
  • Key Account: Er betreut Schlüsselkunden, vor allem Großabnehmer, und sorgt durch Beratung und Beziehungspflege dafür, dass sie dem eigenen Unternehmen treu bleiben.
  • Legal Affairs: Der juristische Berater berät über Rechte und Pflichte, prüft Verträge und Vereinbarungen und sorgt für den Schutz des Eigentums.
  • Logistics: Sein Job ist es, die Abläufe nicht nur zu gewährleisten, sondern sie hinsichtlich Effektivität und Wirtschaftlichkeit zu optimieren.
  • Maintenance: Er arbeitet in der Abteilung Wartung und Instandhaltung.
  • Manufacturing / Production: Der Betriebsplaner koordiniert die Fertigung, um Termintreue, Qualität und sparsame Ressourcenverwendung zu gewährleisten.
  • Marketing Analysis: Er untersucht Marktsituation, Mitbewerberdichte, Verbraucherverhalten und Markttendenzen, um Marketing-Strategien entwickeln zu können.
  • Marketing Communications: Sein Job ist, die Bekanntheit der Produkte oder Leistungen des Unternehmens zu steigern – durch Werbekampagnen, Pressearbeit und so weiter.
  • Marketing: Er entwickelt Marketingstrategien und -konzepte für seine Produktgruppe und gibt Zielvorgaben für den Warenabsatz.
  • Market Research: Er untersucht die Marktbedingungen als Grundlage der Absatzpolitik des Unternehmens, hält Kontakt zu Händlern und ist für die Kundenbindung verantwortlich.
  • Operations: Als Verantwortlicher der Betriebsabteilung prüft er Kosten- und Finanzberichte und ist für die Umsetzung der Unternehmensziele verantwortlich.
  • Quality Assurance: Er entwickelt, implementiert und koordiniert Programme zur Vermeidung von Fehlern und stellt damit die Produktqualität sicher.
  • Quality Control: Seine Aufgabe ist die Qualitätskontrolle. Er stellt sicher, dass die gefertigten Produkte tatsächlich den geforderten Standards entsprechen.
  • Plant: Der Mitarbeiter in der Werksleitung verantwortet die Fertigungsprozesse. Dabei berücksichtigt er Unternehmensziele, Marktnachfrage und Werkskapazität.
  • Process: Der Prozessingenieur ist für Kosteneffizienz des Produktionsbetriebs, optimale Anlagenauslastung und Ressourcen schonende Maschinennutzung zuständig.
  • Product: Seine Aufgabe ist es, ein bestimmtes Produkt zu vermarkten, die Aktivitäten der Mitbewerber zu beobachten und gegebenenfalls darauf zu reagieren.
  • Production Controlling / Expedition / Scheduling: Er plant und kontrolliert Produktionsmenge und -abläufe.
  • Production Planning / Supervising, Process Planning: Er ist für die Fertigungsplanung zuständig.
  • Public Affairs / Communications: Der Öffentlichkeitsarbeiter sorgt fürs positive Produkt- und Unternehmensimage in der Öffentlichkeit – vor allem bei den Kunden.
  • Regulatory Affairs: Er sorgt dafür, dass die Firmenprodukte den geltenden Gesundheitsnormen entsprechen.
  • Research and Development (R&D) / Product Development: Seine Zuständigkeit ist die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens.
  • Sales: Er arbeitet Vertrieb, indem er Verkaufsgebiete, -quoten und -zielsetzungen festlegt und personell besetzt, Groß- und Einzelhändler zu Verkaufs- und Werbetechniken berät und die Verkaufspolitik bestimmt.
  • Sales Engineer: Er verkauft chemische, mechanische und elektromechanische Dienstleistungen und besitzt dafür Ingenieurwissen und betriebswirtschaftliche Kenntnisse.
  • Technical: Der technische Mitarbeiter plant den technischen Betrieb und leitet die Arbeiten der Servicetechniker an.
  • Technical Services: Er organisiert den Kundendienst und betreut Kunden bei der Verwendung der gelieferten Produkte und Materialien.
  • Treasury: Der Schatzmeister überwacht Zahlungsverpflichtungen und macht Vorschläge zur Verwendung von Überschüssen oder zur Kapitalbeschaffung.
  • Warehouse Distribution: Er leitet das Vertriebslager und sorgt für die Abwicklung der Kundenaufträge.

Jobtitel: Die Stellung in der Unternehmenshierarchie

Zudem geben die englischen Jobtitel auch Auskunft über die Position des Stelleninhabers in der Firmenhierarchie. Meist (aber nicht immer) gilt: Je gewichtiger ein Titel klingt, desto wichtiger ist auch sein Träger. Gerade ganz oben wird bei den englischen Berufsbezeichnungen ziemlich dick aufgetragen. Also der Reihen- und Rangfolge nach...

  • Chief: An der Spitze des Unternehmens steht als Geschäftsführer der Chief Executive Officer (CEO), der die Unternehmenspolitik verantwortet. Ihm berichten die anderen Häuptlinge, die Bereichsvorstände.
  • Vice President: Direkt unterhalb befinden sich die Ressortleiter, die den etwas irreführenden Titel Vice President tragen – zutreffender wäre die Bezeichnung Leader of Business Unit.
  • Director: Die Position des Director ist oberhalb der Managementebene angesiedelt: Er verantwortet einen ganzen Geschäftsbereich, etwa das Marketing.
  • Head of: Der Kopf leitet ein bestimmtes Segment eines Geschäftsbereich – etwa das Customer Marketing – und hat Finanz- sowie Personalverantwortung.
  • Manager: Der Manager hat Verantwortung für eine gewisse Zahl von Mitarbeitern, er legt Aufgabenbereiche und Arbeitsinhalte fest – der entsprechende deutsche Titel wäre Abteilungsleiter.
  • Associate: Der Associate ist hierarchisch unterhalb der Management-Ebene angesiedelt: Er ist der Spezialist, der für eine bestimmte Aufgabe zuständig ist.

Gerade in größeren Unternehmen werden die Hierarchiestufen noch feiner untergliedert, um die Verantwortungsebenen weiter differenzieren zu können.

  • Junior: Der Junior ist eine Position für Einsteiger mit ein bis drei Jahren Berufserfahrung. Rückt er in die nächsthöhere Stufe auf, fällt das Präfix vor dem Jobtitel einfach weg.
  • Senior: Der Senior hat nicht nur mehr Berufserfahrung als sein Kollege ohne Titel-Ergänzung, sondern auch mehr Verantwortung: Er ist der Team- oder Gruppenleiter.
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