Mehr Einkommen motiviert maximal 4 Jahre

Motivation ist nicht käuflich. Entsprechend motivieren Geld oder eine Gehaltserhöhung allenfalls kurzfristig. Bestätigt wird das durch eine Studie der Universität Basel. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob und wie lange ein Gehaltsplus glücklich macht. Ernüchterndes Ergebnis: Die Gehaltserhöhung sorgte zwar kurzfristig für mehr Zufriedenheit, nach rund 4 Jahren war der Effekt aber schon wieder verpufft…

Mehr Einkommen motiviert maximal 4 Jahre

Kurzfristiger Motivationskick für 4 Jahre

Als Grund für diesen eher kurzfristigen Motivationsschub durch ein Gehaltsplus nennen die Forscher den Gewohnheitseffekt. Am Anfang spürt man vielleicht noch das Plus im Geldbeutel, mit der Zeit aber wird es normal und ist nichts Besonderes mehr. So verschieben sich im Laufe der Jahre sowohl Wünsche als auch Ansprüche und Referenzpunkte.

Hinzu kommt: Alles ist relativ – erst recht das Gehalt. Entsprechend messen Mitarbeiter ihr Einkommen nicht allein in absoluten Zahlen, sondern bewerten es im Vergleich zu den Kollegen.

Auch das zeigte die Studie: Die Gehaltserhöhung motivierte kurzfristig vor allem dann, wenn das Gehalt (gefühlt) das der anderen Kollegen überstieg.

Gehaltsplus motiviert erst ab 7 Prozent

In dieselbe Kerbe passt auch eine schon etwas älter Studie des Management-Professors Atul Mitra von der Universität von Northern Iowa. Der untersuchte seinerzeit, ab welcher Höhe eine Gehaltserhöhung motivierend, beziehungsweise demotivierend wirkt.

Resultat: Erst ab einem Plus von sieben bis acht Prozent fühlen sich Mitarbeiter ausreichend gewürdigt, sodass sie sich künftig mehr anstrengen. Darunter hatte die Gehaltserhöhung allenfalls den Halbwerts-Effekt eines Amuse-Gueules.

Mitra drehte den Spieß allerdings auch herum und erforschte, wie groß ein Gehaltsminus ausfallen muss, um demotivierend zu wirken.

Ergebnis: Haben Arbeitnehmer nur fünf Prozent weniger in der Tasche als bisher, reagierten sie maximal verschnupft und verärgert darauf. Und natürlich arbeiten sie danach auch prompt weniger hart und engagiert.

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
15. April 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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