Definition: Was ist ein Arschloch?
„Arschloch“ ist ein derbes Schimpfwort für einen Menschen, über den wir uns ärgern oder dessen Verhalten wir als egoistisch, rücksichtslos oder respektlos empfinden. Im Berufsleben sind damit meist Personen gemeint, die eigene Interessen regelmäßig auf Kosten anderer durchsetzen.
Arschloch ist jedoch keine psychologische Diagnose. Nicht ein Persönlichkeitstyp steht hierbei im Vordergrund, sondern das wiederkehrende Verhalten: Jeder kann schließlich einmal unfreundlich, egoistisch oder unsensibel reagieren. Problematisch wird es, wenn Rücksichtslosigkeit und Herabsetzung zum Muster werden.
Arschloch Synonyme
Synonyme und ähnliche Begriffe sind Mistkerl, Fiesling, Widerling, Kotzbrocken, Drecksack, Ekel oder Unsympath. Einige davon sind ebenfalls derb oder beleidigend. Im Berufsleben sollten Sie solche Etiketten vermeiden und stattdessen das konkrete Verhalten benennen.
Woran erkenne ich ein Arschloch?
Ein schlechter Tag macht noch keinen schlechten Charakter. Aussagekräftiger ist die Frage, wie sich jemand wiederholt gegenüber Kollegen verhält – insbesondere dann, wenn er davon selbst einen Vorteil hat. Diese sieben Anzeichen sind typisch:
1. Die eigenen Interessen kommen immer zuerst
Was nützt mir das? Diese Frage scheint sämtliche Entscheidungen zu bestimmen. Rücksichtnahme auf Kollegen gibt es nur dann, wenn sie dem eigenen Fortkommen dient. Sobald Interessen kollidieren, ziehen andere regelmäßig den Kürzeren.
2. Andere werden respektlos behandelt
Abfällige Bemerkungen, persönliche Spitzen oder demonstrative Geringschätzung gehören zum Repertoire. Besonders verräterisch ist der Umgang mit Menschen, von denen nichts zu gewinnen ist: Wer zum Chef charmant und zur Assistenz herablassend ist, verrät viel über seinen Charakter.
3. Es gelten doppelte Standards
Von anderen werden Pünktlichkeit, Einsatz und Verlässlichkeit verlangt – für die eigene Person gelten großzügigere Regeln! Fehler der Kollegen werden kritisiert, eigene Versäumnisse dagegen relativiert oder entschuldigt.
4. Menschen werden nach ihrem Nutzen beurteilt
Solange Sie hilfreich sind, erleben Sie womöglich Charme und Aufmerksamkeit. Fällt dieser Nutzen weg, verändert sich der Umgang. Beziehungen sind für solche Menschen weniger von Gegenseitigkeit als von der Frage geprägt: „Was bringt mir diese Person?“
5. Verantwortung tragen bevorzugt die anderen
Erfolge werden gerne persönlich verbucht. Läuft etwas schief, findet sich dagegen schnell ein Schuldiger. Das schützt das eigene Image und sorgt gleichzeitig dafür, dass Kollegen die Konsequenzen tragen.
6. Persönliche Grenzen werden ignoriert
Ein klares „Nein“ wird nicht akzeptiert, Bitten werden zu Forderungen und Hilfsbereitschaft wird ausgenutzt. Wer nachgibt, bekommt deshalb häufig nicht mehr Dankbarkeit, sondern beim nächsten Mal noch höhere Erwartungen.
7. Macht verändert das Verhalten
Beobachten Sie, wie jemand mit Menschen umgeht, die weniger Einfluss besitzen (siehe: Wahre Größe). Werden Praktikanten, neue Kollegen oder Dienstleister deutlich schlechter behandelt als Vorgesetzte und wichtige Kunden, ist das ein starkes Warnsignal.
Warum sind Arschlöcher oft erfolgreich?
Es ist frustrierend: Ausgerechnet rücksichtslose Zeitgenossen und Arschlöcher scheinen regelmäßig Karriere zu machen. Warum? Tatsächlich können ihre Strategien kurzfristige Vorteile bringen. Wer aggressiver fordert, sich ungefragt in den Vordergrund drängt und weniger Skrupel hat, nimmt sich Chancen, bei denen andere noch abwägen. Hinzu kommt: Rücksichtslosigkeit wird oft mit Durchsetzungsstärke verwechselt. Selbstbewusstes Auftreten wirkt kompetent, dominante Menschen verschaffen sich Gehör und Eigenwerbung erhöht ihre Sichtbarkeit. Wer gleichzeitig weniger auf Konkurrenten achtet, kann dadurch tatsächlich schneller vorankommen.
Das bedeutet aber nicht, dass Arschlöcher grundsätzlich erfolgreicher oder leistungsfähiger sind. Wer sich auf Kosten anderer durchsetzt, bekommt zunächst nur mehr vom Kuchen – er hat ihn aber nicht gebacken. Langfristig hat das Verhalten seinen Preis: Vertrauen geht verloren, Zusammenarbeit wird schwieriger und gute Kollegen gehen auf Distanz. Und weil Erfolg zu 90 % Teamarbeit ist, sägen Arschlöcher langfristig an dem Ast, auf dem sie sitzen.
Arschloch oder nur schwieriger Kollege?
Nicht jeder Mensch, der Ihnen unsympathisch ist, ist deshalb automatisch ein Arschloch. Kollegen können andere Arbeitsweisen, politische Ansichten, Gewohnheiten oder Kommunikationsstile haben. Auch gelegentliche Gereiztheit macht niemanden zum Unhold. Fragen Sie sich deshalb zuerst: „Was tut diese Person?“ Werden Sie wiederholt abgewertet? Werden Ihre Grenzen ignoriert? Schiebt der Kollege Schuld und Verantwortung auf Sie ab? Nutzt er andere systematisch aus? Diese Unterscheidung schützt vor vorschnellen Urteilen und hilft zugleich beim Umgang. Denn ein Charakter lässt sich schwer verändern – konkretes Verhalten schon.

Arschloch im Job: Was tun?
Versuchen Sie nicht, den Charakter Ihres Gegenübers zu verändern. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, sich selbst zu schützen und problematischem Verhalten Grenzen zu setzen. Je nach Schwere können Sie dabei schrittweise vorgehen:
1. Benennen Sie das konkrete Verhalten
Sagen Sie Ihrem Kollegen nicht: „Sie sind ein Arschloch!“ Das wäre eine schwere Beleidigung und kann zur Abmahnung führen. Beschreiben Sie stattdessen, was passiert ist: „Sie haben mich gerade vor dem Team persönlich angegriffen.“ Über beobachtbares Verhalten lässt sich wesentlich sachlicher sprechen als über Charakterurteile.
2. Setzen Sie klare Grenzen
Rücksichtsloses Verhalten funktioniert besonders gut, wenn es andere stillschweigend hinnehmen. Formulieren Sie deshalb deutlich, was Sie nicht akzeptieren: „So möchte ich nicht angesprochen werden!“ Oder: „Diese zusätzliche Aufgabe kann ich nicht übernehmen.“ Rechtfertigen Sie Ihre Grenze nicht – setzen Sie eine.
3. Machen Sie sich weniger angreifbar
Bei wiederkehrenden Problemen sollten Sie wichtige Absprachen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungen schriftlich festhalten. Das schafft Klarheit und verhindert, dass Zusagen später anders dargestellt oder Fehler bequem weitergereicht werden.
4. Suchen Sie Unterstützung
Sie müssen dauerhafte Grenzüberschreitungen nicht allein lösen. Wiederholt sich das Verhalten trotz eines Gesprächs, können Vorgesetzte, Personalabteilung oder Betriebsrat geeignete Ansprechpartner sein. Schildern Sie konkrete Vorfälle statt pauschaler Bewertungen.
5. Ziehen Sie Konsequenzen
Manche Menschen ändern ihr Verhalten nicht. Dann ist Distanz oft die vernünftigste Lösung: Beschränken Sie den Kontakt auf das beruflich Notwendige. Wird ein dauerhaft respektloses Umfeld von Führungskräften sogar toleriert, kann letztlich auch ein interner Wechsel oder neuer Arbeitgeber die bessere Konsequenz sein.
Sie müssen ein Arschloch weder besiegen noch erziehen. Entscheidend ist, dass dessen Verhalten nicht dauerhaft bestimmt, wie Sie arbeiten, wie Sie behandelt werden und wie viel Energie Sie täglich im Job verlieren. Sie wollen noch mehr Strategien für den Umgang mit problematischen Menschen im Berufsleben? Dann lesen Sie gleich in unserer Übersicht weiter:
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