Definition: Was ist eine After-Work-Party?
Eine After-Work-Party ist eine informelle Veranstaltung, die nach der regulären Arbeitszeit stattfindet, bei der Kolleginnen und Kollegen in entspannter Atmosphäre zusammenkommen. Sie dient in erster Linie dazu, den Arbeitstag gemeinsam ausklingen zu lassen, Kontakte zu pflegen, den Teamzusammenhalt zu stärken und sich außerhalb des beruflichen Alltags auszutauschen.
Typischerweise findet eine After-Work-Party in lockeren Locations wie Bars, Restaurants, auf und nach der Messe oder auch im Unternehmen selbst statt und beinhaltet oft Getränke, kleine Speisen wie Fingerfood und ungezwungene Gespräche. Häufige Synonyme sind „After-Work-Club“ oder „After-Job-Party“.
Welche Knigge-Regeln gelten auf der After-Work-Party?
Trotz Feierabend und Feierlaune: Die After-Work-Party ist nur eine semi-private Veranstaltung. Bedeutet: Der Chef darf zwar keine Vorschriften mehr machen (es sei denn, die Party findet im Unternehmen statt – Hausrecht!), Sie sind aber immer noch mit Kollegen unterwegs, denen Sie am nächsten Tag im Job wieder begegnen. Wer sich also daneben benimmt, riskiert Klatsch und Tratsch sowie einen Imageschaden.
Beachten Sie auf der After-Work-Party daher stets folgende Grundsatz- bzw. Knigge-Regeln:
Gespräche: Worüber reden?
Eine After-Work-Party ist eine hervorragende Gelegenheit, auch mal über etwas anderes als Projekte und Bilanzen zu sprechen. Gut sind Themen wie private Interessen, Hobbys oder Urlaubsziele. Tabu ist hingegen über abwesende Kollegen zu lästern oder über Krankheiten, eine Trennung, das Gehalt oder den eigenen Jobfrust zu sprechen. So etwas wird immer zum Eigentor. Wer sich gegenüber dem Arbeitgeber rufschädigend verhält, riskiert sogar eine Abmahnung, wenn der Chef davon Wind bekommt. Bleiben Sie beim Smalltalk deshalb lieber bei unverfänglichen Themen.
Alkohol: Was trinken?
Natürlich darf auf einer After-Work-Party auch Alkohol getrunken werden. Allerdings gilt die Grundregel: Mit Kollegen trinkt man in Maßen, nicht in Massen! Sie sollten nicht nur Ihre eigene Grenze kennen, sondern auch auf Kollegen achten, die bereits unfreiwillig für Gesprächsstoff sorgen. Im Zweifel bleiben Sie besser bei der Apfelsaftschorle. Vorsicht ist vor allem im Umgang mit Vorgesetzten geboten: Die wenigsten schätzen Zeugen der eigenen Verfehlungen. In solchen Fällen sollten Sie rechtzeitig den Heimweg antreten. Vergleichbares gilt für das Duzen unter Alkoholeinfluss: Kann sich der Chef am nächsten Tag daran nicht mehr erinnern, gilt weiterhin das „Sie“.
Flirten: Wie verhalten?
Alkohol enthemmt. Mitunter sieht dann die die Kollegin aus dem Nachbarbüro noch hübscher aus als sonst. Einen Flirtversuch sollten Sie dennoch lassen. Im Englischen heißt es etwas obszön: „Never fuck the company.“ – Aber das trifft es sehr gut: Flirten im Job ist heikel und kann ebenso als sexuelle Belästigung ausgelegt werden, die trotz Feierabend arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Deshalb: Besser lassen und professionelle Distanz wahren!
Wie läuft eine After-Work-Party ab?
Da solche Partys oft schon ab 17 oder 18 Uhr beginnen, können sich Arbeitnehmer den Umweg über das Zuhause sparen. Daher gilt in der Regel der Dresscode: „Come as you are“ – das Business-Outfit bleibt also an. Sie dürfen es sich aber bequemer machen und zum Beispiel Krawatte, Sakko und Blazer ablegen. Damen können hingegen die Highheels gegen Sneaker eintauschen.
Der Ablauf der After-Work-Party hängt wiederum davon ab, wer Gastgeber bzw. Hausherr ist: Handelt es sich um eine offizielle Betriebsfeier, zu der der Chef eingeladen hat? Oder beschließen Sie mit Kollegen spontan in eine Bar oder zu einer allgemeinen After-Work-Party zu gehen? In vielen Großstädten wie Berlin, Köln, München oder Frankfurt haben sich Clubs auf die feiernden Business People eingestellt. Die älteste Veranstaltung dieser Art ist der After-Work-Club in Hamburg. Sie richten seit 1999 After-Work-Partys aus.
Generell gilt: Bei einer offiziellen Firmenfeier hat der Chef das Hausrecht und macht die Regeln. Solange er anwesend ist, ist die Party eine Firmenveranstaltung mit allen arbeitsrechtlichen Regeln. Privat sind Sie dagegen frei. Hier macht höchstens der Gastwirt die Hausregeln. Unsere Knigge-Tipps sollten Sie aber weiterhin beachten!
Historie: Woher kommt die After-Work-Party?
Die After-Work-Party entwickelte sich in den späten Neunzigerjahren. Vorreiter waren Bars und Restaurants in New York, in denen sich die Menschen nach Feierabend trafen. Von New York schwappte der Trend erst nach London und schließlich nach Deutschland. Gerade in den Großstädten, in denen immer mehr Singles leben, hat das Konzept viele Anhänger: Sie sind die ideale Zielgruppe für Clubs und Lokale jeglicher Art. Heute ist die After-Work-Party ein festes Symbol moderner Arbeits- und Lebensstile, in denen Geselligkeit, Karriere und Freizeit miteinander verbunden werden.
Was sind die Vorteile von After-Work-Partys?
Ein wesentlicher Aspekt der After-Work-Partys ist der frühe Start: Arbeitnehmer können gleich nach der Arbeit feiern, sind aber dennoch frühzeitig zuhause, um am nächsten Tag wieder ausgeschlafen und fit zur Arbeit zu erscheinen. Weitere Vorteile sind:
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Mitarbeiterbindung
Aus Arbeitgebersicht haben After-Work-Partys denselben Vorteil wie Weihnachtsfeier oder Betriebsausflug: Sie stärken das Wir-Gefühl und wirken sich positiv auf die Arbeitsmoral und -motivation aus.
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Kreativität
Wer sich in entspannter Atmosphäre vom Bürostress ablenkt, kommt oft auf neue Ideen für aktuelle Probleme oder erhält durch Kollegen aus anderen Abteilungen interessante Anregungen. Im normalen Büroalltag kommt das seltener vor, weil dort die Gespräche zielgerichteter sind.
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Netzwerk
Weil auf solchen Partys häufig Kollegen aus anderen Bereichen oder Unternehmen mitfeiern, sind sie eine perfekte Chance zum Networking. Dabei lassen sich manchmal sogar langfristige berufliche Weichen für die Karriere stellen – oder Themen vertiefen für die sonst nur kurze Zeit auf dem Büroflur bleibt.
Was sind Alternativen zur After-Work-Party?
Nicht jeder schätzt die gleiche Musik oder Atmosphäre in einer Bar. Andere Kollegen wünschen sich nach 8 Stunden auf dem Bürostuhl nichts sehnlicher als Bewegung. Auch hierfür gibt es inzwischen zahlreiche Angebote und damit Alternativen zur After-Work-Party:
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After-Work-Sport
Statt mit einem Cocktail oder Feierabendbier das Arbeitsende einzuläuten, treffen sich Gleichgesinnte zum After-Work-Sport im Fitnessstudio. Wer lieber an die frische Luft will, kann sich nach der Arbeit ebenso zum gemeinsamen Joggen oder Walken treffen. Wem das doch zu hektisch ist, hat mit Bowling oder After-Work-Golf sanftere Alternativen.
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After-Work-Museum
Eine komplett andere Form der Ablenkung bietet das After-Work-Museum: Diese Veranstaltungsform erlebte während der Corona-Pandemie einen Boom: Statt sich in lange Schlangen zu reihen, können Sie dank modernster Technik in 360-Grad-Touren Kunstwerke und Ausstellungen digital erkunden.
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After-Work-Event
Daneben gibt es zahlreiche weitere Online-Events, die gezielt Arbeitnehmer ansprechen. Dazu gehören etwa gemeinsames Online-Cooking oder After-Work-Wein-Tasting, Pokerspiele oder Improtheater. Solche Veranstaltungen zielen meist darauf ab, das Teambuilding zu unterstützen.
Dinner-Party-Knigge: Achtung, offiziell!
Eine Dinner-Party ist ein sozialer Anlass, bei dem die Gäste ein gemeinsames Abendessen miteinander teilen. In offizielleren Zusammenhängen spricht man auch von einer „Tischgesellschaft“ – etwa bei Jubiläen und formellen Anlässen. Ungezwungener ist es nur im privaten Freundes- und Bekanntenkreis.
Zu einer Dinner-Party werden Sie praktisch immer offiziell eingeladen. Bedeutet: Es gibt einen festen Dresscode (z.B „Black Tie“ oder „White Tie“), an den Sie sich halten müssen. Und Sie sollten stets pünktlich erscheinen. Lesen Sie auf der Einladung die Abkürzung „RSVP“ steht das für „Répondez s’il vous plaît“ – und bedeutet: „Um Antwort wird gebeten“ Hier ist also eine Zu- oder Absage in jedem Fall Pflicht, beispielsweise weil der Gastgeber die Anzahl der Gäste im Restaurant angeben muss.
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