E-Books haben in den letzten Jahren einen spürbaren Aufschwung erlebt. Waren sie früher nur etwas für absolute Technikfanatiker, so besitzen heute immer mehr Menschen einen Kindle oder ein Tablet, auf dem Sie E-Books lesen können. Amazon gibt zwar keine genauen Zahlen heraus, betont jedoch, dass die E-Book-Verkäufe deutlich zugelegt haben und die Verkaufszahlen weiter wachsen. Apple zielt mit seinem iBooks-Store und dem erst vor wenigen Wochen vorgestellten Programm iBooks Author ebenfalls auf den E-Book-Markt ab. E-Books sind jedoch nicht nur für Leser, sondern auch für Autoren attraktiv, denn sowohl bei Amazon als auch bei Apple können Autoren ihre E-Books veröffentlichen, ohne dafür einen Verlag zu brauchen und die Kosten sind deutlich niedriger als beispielsweise bei einem Print-on-demand-Service. Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie ein E-Book selbst erstellen und publizieren können.

Die Tools

Dürfen wir Ihnen Thomas vorstellen? Thomas ist unser virtueller Autor, der sein erstes E-Book erstellen und verkaufen will. Wir wollen ihm dabei über die Schulter schauen und Ihnen so die verschiedenen Schritte zu eigenen E-Book nahe bringen. Thomas hat sein Buch ganz klassisch in Microsoft Word geschrieben. Der einfachste Weg wäre, aus dem Dokument eine PDF-Datei zu generieren und diese dann als E-Book zum Download anzubieten. Das könnte Thomas tun, doch ein PDF kann er nicht bei Amazon oder Apple verkaufen.

Für Apples iBooks ist der Fall klar, denn hier bietet Apple sein eigenes Programm iBooks Author kostenlos im MacAppstore an. Zu Beginn gab es heftige Kritik an den EULA – den Endbenutzerrichtlinien – denn Apple hatte in der ersten Version alle Rechte an den erstellten Büchern für sich beansprucht. Apple hat die EULA jedoch geändert. Aktuell dürfen mit iBooks Author erstellte Bücher nur im iBook-Store verkauft, jedoch kostenlos auf allen Plattformen verteilt werden. Einziger Haken: Diese Bücher lassen sich nur auf dem iPad nutzen, bieten dafür jedoch die Möglichkeit, auch Bilder, Videos und Animationen einzubauen. Da iBooks Author Word-Dokumente importieren kann, ist dies für Thomas die einfachste Möglichkeit, sein E-Book für Apple zu erstellen. Für Windows-Nutzer kommt iBooks Author jedoch nicht in Frage, da das Programm ausschließlich auf dem Mac läuft. Außerdem will Thomas sein Buch ja auch für Amazon in das Mobi-Dateiformat und für kleiner E-Book-Stores als ePub-Datei formatieren. Diese Option bietet im iBooks Author nicht.

Das kostenlose Programm Calibre ist da schon eher eine Lösung für Thomas. Die Software ist für Windows, Linux und Mac verfügbar und konvertiert eine Vielzahl von Dateien in unterschiedliche E-Book-Formate, darunter auch Mobi- und ePub-Dateien. Damit könnte Thomas sein Buch für alle Plattformen erstellen, denn Apple akzeptiert auch ePubs.

Doch es gibt noch weiter Alternativen: So bietet die Seite Red Staple ein Online Tool an, mit dem sich iBooks und ePub-Dateien erstellen lassen. Das Tool akzeptiert aktuell nur Word-Dokumente im Doc-Format. Der Autor hat beim Erstellen die Möglichkeit, Bilder und Videos einzubinden. Das Tool befindet sich aber aktuell noch im Beta-Stadium und soll erweitert werden. Und einen Haken hat die Sache ebenfalls: Thomas muss hier mindestens 29 Dollar auf den Tisch legen, um sein Buch zu erstellen, bei vielen Seiten oder verschiedenen Formaten wird der Dienst entsprechend teurer.

Eine Alternativen ist das kostenlose Windows-ProgrammMobipocket-Creator. Amazon selbst bietet das Kommandozeilen Tool KindleGen2 an, mit dem Autoren E-Books für den Kindel-Store erzeugen können. Und wer HTML beherrscht, kann sich sein E-Book auch komplett ohne spezielle Programme erstellen, dieses Tutorial zeigt, wie das funktioniert.

E-Books publizieren – (k)ein Kinderspiel

Wenn Thomas sein fertiges E-Book kostenlos auf seiner eigenen Homepage vertreiben wollte, wäre er jetzt bereits fertig.

Er will sein E-Book aber auch im Kindle-Store von Amazon und dem Apple iBooks-Store verkaufen. Bei Amazon ist das relativ einfach, mit dem Kindle Direct Publishing-Programm bietet Amazon unabhängigen Autoren die Möglichkeit, E-Books direkt im Amazon-Kindle-Store zu veröffentlichen und – wenn gewünscht – auch zu verkaufen. 70 Prozent der Einnahmen gehen dabei an den Autor, hier können jedoch zusätzliche Gebühren anfallen.

Um sein Buch bei Apple zu veröffentlichen, muss Thomas etwas mehr tun. Zuerst braucht er ein iTunes-Konto mit einer gültigen Kreditkarte und muss sich bei iTunes-Connect anmelden. Das ist kein Problem so lange er seine Bücher kostenlos vertreiben will. Will er sein E-Book jedoch verkaufen, benötigt Thomas eine amerikanische Steuernummer, die sogenannte TIN (Taxpayer Identification Number). Diese kann er gleich online beantragen, muss dazu jedoch einige Formulare ausfüllen und braucht eine spezielle E-Mail sowie einen Telefon-Kontakt in den USA. Als letzten Schritt muss sich Thomas noch eine ISBN-Nummer kaufen. Die Informationen dazu findet er bei der internationalen ISBN Agentur und hier kann er sich dann für eine ISBN anmelden. Für eine ISBN-Nummer werden 80 Euro fällig, wenn mehrere Nummern gekauft werden, sinkt der Einzelpreis. Bei Apple gehen – bei auch bei Amazon – 70 Prozent der Einnahmen an den Autor.

Thomas kann es sich allerdings auch bequem machen und den Dienst von epubli nutzen. Dieser gehört zur Holtzbrinck Verlagsruppe und bietet freien Autoren die Option, E-Books als PDF oder ePub zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung von PDFs ist kostenlos, bei ePubs werden 19,95 Euro pro Jahr fällig. Außerdem gehen bei PDFs 20, bei ePub-Books 40 Prozent der Einnahmen an epubli. Die E-Books können dann bei Amazon, Apple oder dem epubli eigenen Store verkauft werden.

Ein Vorteil des Dienstes: Die ISBN-Nummer ist im Preis bereits enthalten. Und sollte Thomas sein eBook als gebundenes Buch verkaufen wollen, bietet epubli auch diese Möglichkeit an.

Unser virtueller Autor Thomas hat es jetzt geschafft und kann sein eigenes Buch jetzt selbst verlegen und vertreiben. Und wann dürfen wir Ihr erstes E-Book lesen?

Apropos E-Book…

Kennen Sie schon unser E-Book? Ein Buch von den Lesern für die Leser der Karrierebibel. Viele haben mitgemacht und dabei ihre ganz persönlichen Karriereweisheiten eingesandt. Denn man kann viele Worte machen, viel reden – und doch nichts sagen. Ganz oft ist es sogar so, dass sich die großen Wahrheiten hinter einfache Worte und in ganz kurze Sätze kleiden – so, als wollten sie überlesen werden oder nicht viel Aufhebens um sich machen. Eigentlich eine noble Geste. Wie bei Menschen auch, die wahre Größe beweisen, indem sie sich klein machen können. Wie die Leser: Sie haben uns diese Sätze per Kommentar eingesandt. Zahlreich. Abwechslungsreich. Lehrreich. Sicher, die dabei entstehenden Formeln haben so einen Hauch von Tschakka-Rhetorik und Motivationspropaganda. Gerade uns Deutschen mit unserem Faible fürs Analysieren, Theoretisieren und Legitimieren erscheinen solche verdichteten Weisheiten suspekt. Wir denken dann an das Blabla eines altklugen Trainers bei den Bundesjugendspielen oder an unseriöse Popcorn-Prosa. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen und lesen lassen – und Sie können es sich einfach – gratis – als PDF herunterladen. Viel Spaß bei der Lektüre!