eBook-Reise-Urlaubslektüre
Als mein erstes Buch erschien - Die Karriere-Bibel -, geschah dies noch ausschließlich auf Papier, als gedrucktes Buch, das riecht und sich nach Literatur anfühlt. Inzwischen gibt es natürlich von allen drei Bestsellern auch eBooks, die man mit jedem eBook-Reader lesen kann. Aber ist das nun ein Vorteil, wenn das Bücherregal bald überflüssig wird oder schon Nostalgie, wenn man eben dem guten alten Buch noch anhängt? Eine (halbwegs objektive) Abwägung, allerdings schon in einem digitalen Medium...

Wozu überhaupt eBook-Reader?

Bei einem sogenannten eReader handelt es sich - laut Definition - zunächst um ein elektronisches Lesegerät für digitalisierte Bücher, sogenannte eBooks. Oft lassen sich damit auch PDFs lesen, ebenso Webinhalte mit dem integrierten Internet-Browser. So steigen denn auch die erwirtschafteten Umsätze mit eBooks beziehungsweise eReadern seit Jahren an:

eBook-eReader-Umsatz

Was eReader können, können Smartphones und Tablets - mit entsprechenden Apps - heute allerdings auch. Entsprechend groß sind die Vorbehalte gegenüber den eBook-Readern:

  • Noch ein so ein Gerät und Stromfresser!
  • Die hohen Anschaffungskosten rechnen sich doch nie!
  • Strand- und Badewannen tauglich ist das eBook sowieso nicht!
  • Ich hab doch schon ein Tablet und Smartphone!

So ganz lässt sich das nicht von der Hand weisen. Tatsächlich gibt es aber insbesondere gegenüber Tablets und Smartphones deutliche Unterschiede - nicht nur beim Display oder der Hintergrundbeleuchtung. Auch die Nutzer selbst sind hinterher häufig mehr als begeistert, wie etwa unsere Twitter-Umfrage zeigt:

Eine US-Studie (PDF) kommt sogar zu dem Ergebnis, dass 36 Prozent der Besitzer eines eBook-Readers deutlich mehr Bücher kaufen und lesen als zuvor. Und auch noch jeder zweite eReader-Besitzer liest genauso viel wie vorher.

Aber wie so oft hat auch diese Medaille zwei Seiten. Es gibt sowohl gute Argumente, die für die elektronischen Lesegeräte sprechen als auch zahlreiche dagegen. Deshalb eine Übersicht der stärksten Pro- und Contra-Punkte:

Pro: Was FÜR eBook-Reader spricht

    Daumenhoch_t

  • eReader wiegen wenig.

    Sicher, ein Taschenbuch fällt kaum ins Gewicht. Wer aber längere Zeit verreist und deshalb mehrere Bücher und Romane als Ferienlektüre mitnehmen will, hat irgendwann ein Gewichtsproblem mit dem Reisegepäck. eReader wiegen dagegen kaum mehr als 200 Gramm. Dafür passen dort aber gleich hundert Bücher und mehr in den Speicher. Einige verfügen sogar über eine Schnittstelle für Micro-SD-Karten (Faustregel: Auf einen Speicher von 1 GB passen in etwa 1000 E-Books). Damit ist die potenzielle Reiseliteratur praktisch unbegrenzt.

  • eReader benötigen keine Lesezeichen.

    Eselsohren, Lesezeichen, ... All das wird mit einem eBook-Reader überflüssig. Die Geräte speichern heute automatisch die Seite, die zuletzt angesehen und gelesen wurde. Beim nächsten Mal: einfach einschalten und weiterlesen. Teilweise lässt sich so - bei entsprechender Sync-Funktion - sogar auf dem Smartphone an der gleichen Stelle weiterlesen und vice versa.

  • eBooks sind sparen Geld.

    Noch immer geben zahlreiche Verlage auf ihre eBooks kräftigen Rabatt - bis zu 20 Prozent gegenüber dem gedruckten Exemplar. Zudem gibt es im Internet zahlreiche Quellen (selbst bei Amazon) für Gratis-eBooks oder Bücher, deren Autor seit mindestens 70 Jahren tot ist und die Klassiker daher gemeinfrei sind.

  • eReader lassen sich nachts und in der Sonne lesen.

    Im Gegensatz zu Smartphones oder Tables nutzen eBook-Reader entspiegelte Bildschirme beziehungsweise sogenannte E-Ink oder elektronisches Papier. Selbst im gleißenden Sonnenlicht lässt sich der Text dann noch - Schwarz auf Weiß - gut und gestochen scharf lesen. Nachts und ohne Taschenlampe sowieso.

Contra: Was GEGEN eBook-Reader spricht

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  • eReader brauchen Strom.

    Gewiss, die Akkulaufzeiten der Geräte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und gegenüber Smartphones und Tablets halten sie sogar unschlagbar viel länger. Aber: Auch der sparsamste eReader muss irgendwann an die Steckdose. Blöd, wenn ausgerechnet dann keine in der Nähe, kein passender Adapter im Ausland greifbar ist und das Buch gerade seinen Spannungsklimax erreicht... Ein gedrucktes Buch dagegen kann man jederzeit lesen - auch Offline.

  • eBooks lassen sich nicht weitergeben.

    Manche Bücher muss man einfach besitzen. Mit der Lektüre sind zu viele Erinnerungen und Emotionen verbunden. Die gibt man nicht mehr her. Aber so manches Taschenbuch wird auch schon mal mit freundschaftlicher Empfehlung vor dem Urlaub (oder danach) weitergegeben, verliehen oder verschenkt. Ein schöner Brauch - der mit einem eReader einfach nicht funktioniert. Denn die meisten E-Books sind mit einem DRM (Digital Rights Management) versehen. Die problemlose Weitergabe oder gar Ausleihen sind damit unmöglich.

  • Nicht jedes Buch gibt es als eBook.

    Tatsächlich gibt es - auch heute noch - von nicht jedem Autor oder jeder Neuerscheinung auch ein elektronisches Exemplar. Die Auswahl an eBooks ist also beschränkt. Weitaus schwerer wiegt aber der Konkurrenzkampf der großen Anbieter: Bücher, die es auf Amazon/Kindl gibt, fehlen bei Apple und Sony und umgekehrt. Wer also die volle Auswahl haben will, müsste sich eReader aller Hersteller anschaffen.

  • eReader sind nicht unbedingt pooltauglich.

    Ein gedrucktes Buch kann man gut mit in die Badewanne nehmen, ebenso sorgenfrei an den Pool oder an den Strand. Dem Buch macht es wenig, wenn der Wind feinen Sand darüber strahlt und in feinste Ritzen bläst. Auch leidet es wenig darunter, wenn die Sonnencreme darauf kleckert oder es mal nass wird. eReader mögen das gar nicht. Von wasserdichten Ausnahmen (zum Beispiel der Tolino Vision 2) abgesehen, honorieren die elektronischen Lesegeräte Wasser und Schmutz gar nicht. Meist sind sie sogar Schrott, wenn sie ins Wasser fallen.

  • Aus eBooks kann man nicht wissenschaftlich zitieren.

    Natürlich können Sie daraus wörtlich zitieren und auch die Quelle nennen. Weil aber jedes Buch auf einem anderen Reader anders dargestellt wird und auch der Text anders umbricht, gibt es hier keine Seitenzahlen. Um wissenschaftlich korrekt zu zitieren, werden diese aber benötigt.

Wann lohnt sich die Anschaffung eines eReaders?

eReader-StrandlektüreOb sich die Anschaffung eines eBook-Readers lohnt, hängt nicht zuletzt von den eigenen Lesegewohnheiten ab. Wer etwa im Jahr nur maximal zwei bis drei neue Bücher liest, wird die Anschaffungskosten von durchschnittlich 70 bis 150 Euro so schnell nicht herausholen.

Vielleser dagegen sparen dafür umso deutlicher. Nicht nur wegen der zahlreichen Gratis-eBooks und bis zu 20-prozentigen Rabatte auf Neuerscheinungen - sie sparen auch Platz. Daheim in puncto Regalmeter genauso wie auf langen Reisen und beim Reisegepäck. Rucksacktouristen werden das bestätigen können.

Auch lassen sich bei eBook-Readern Schriftart und -größe sowie der Zeilenabstand der Texte einstellen. So lassen sich die damit gesammelten Bücher dann auch noch bei zunehmendem Alter beziehungsweise abnehmender Sehkraft immer noch gut lesen. Wer gerne und viele Bücher liest, der wird von einem eBook-Reader auch langfristig profitieren können. Mit ihm können Sie Ihre hunderte Lieblingsbücher jederzeit bei sich haben und auch nach Lust und Laune auswählen, welches Sie davon (noch mal) lesen möchten.

Die Bilanz fällt also eher zugunsten des eReaders aus. Ganz verzichten auf gedruckte Bücher werde ich aber trotzdem nicht.

In Kürze: eBook-Reader lohnen sich in der Regel für...

  • Vielleser (5 oder mehr Bücher im Jahr)
  • Allesleser (ohne bestimmte Vorlieben für Autoren oder Genres)
  • Vielreisende (oder Pendler, die unterwegs gerne lesen)
  • Sehschwache (die das Schriftbild individuell anpassen wollen)

Weiterführende Artikel und eReader-Vergleiche

eBook-Reader-Karrierebibel-BSPFür welches Modell Sie sich am Ende entscheiden, welchen Touchscreen, welches Display, welchen Kontrast durch E-Ink Sie wählen und wie wichtig die Akkulaufzeit oder permanente W-LAN-Verbindung sind, hängt natürlich von individuellen Vorlieben ab. Zum Glück gibt es gute Übersichten, Tests und eReader-Vergleiche im Internet, die die Auswahl ein wenig erleichtern...

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