Hitzefrei-Sommerhitze-Erfrischungstipps-Wasser
Jetzt ist er da, endlich ist Sommer – allerdings auch gleich mit einer Affenhitze. Das Termometer zeigt über 30 Grad, leider teilweise auch in manchen Büros. Sobald die Raumtemperatur über diese 30 Grad-Marke steigt, wird der Arbeitsalltag für die meisten Menschen jedoch zur Belastungsprobe. Konzentration und Leistung sinken, bei manchen können sich sogar Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen oder Schwindelgefühle bemerkbar machen. Das sind Alarmzeichen. Spätestens dann sollten Sie etwas gegen die Hitzewelle auf der Arbeit unternehmen - besser aber noch früher...

Hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer leider nicht

Eine schlechte Nachricht jedoch vorab: Hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer nicht. Laut Arbeitsschutzrecht ist der Arbeitgeber im Rahmen seiner Fürsorgepflicht nach §4 lediglich verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gesundheitsgefährdung vermieden wird. Das bedeutet konkret:

Das sagt das Arbeitsrecht

Generell sollte die Lufttemperatur in Büros 26 Grad nicht überschreiten. Ist es draußen deutlich heißer, bilden 35 Grad die Obergrenze. Erst Temperaturen darüber gelten als unzumutbar. Wird diese Grenze überschritten, sind Arbeitgeber gehalten, ihren Mitarbeitern Kühlung zu verschaffen – zum Beispiel durch Ventilatoren, Rollos, die die Räume abdunkeln oder durch Gratis-Erfrischungsgetränke. Welche Mittel der Chef zur Kühlung wählt, bleibt ihm überlassen. Kaltes Wasser reicht zur Not auch schon.

Lediglich Schwangere, stillende Mütter und Mitarbeiter, die per Attest gesundheitliche Probleme nachweisen, genießen einen besonderen Schutz und können vom Chef verlangen, dass ihr Büro auf Normaltemperatur gekühlt wird. Geht das nicht, haben sie ein Recht auf Freistellung an besonders heißen Tagen.

Es kann aber auch niemand gezwungen werden, den gesamten Tag in der prallen Sonne zu arbeiten – auch nicht am Schreibtisch. Laut Arbeitsstätten-Richtlinie müssen Arbeitnehmer vor dauerhafter direkter Sonneneinstrahlung – selbst durch Fensterscheiben – geschützt werden. Sie können also vom Chef zumindest verlangen, dass der Jalousien anbringt oder die Scheiben abdunkelt. Zudem kann der Chef bei flirrender Hitze seinen Mitarbeitern gestatten, die Kleiderordnung lockerer auszulegen.

Heißt:

  • Männer können sich dann die Krawatte sparen;
  • Frauen die Strumpfhosen.

Zuviel nackte Haut sollten Arbeitnehmer trotzdem nicht zeigen: Insbesondere nicht bei Kundenkontakt. Das darf der Arbeitgeber auch weiterhin untersagen.

Coole Tipps gegen die Hitze im Büro

Schwitzen-im-BüroZum Glück gibt es weitere bewährte Mittel, Körper und Geist bei allzu zu hohen Temperaturen im Büro wieder runterzukühlen. Deshalb hier ein Hitze-Spezial, wie Sie leichter abkühlen und sich die Sommerhitze im Büro besser aushalten lässt:

  • Viel trinken.

    Wussten Sie, dass ein Anstieg der Temperatur um fünf Grad Celsius bereits dafür sorgt, dass ein mittelschwer arbeitender Mensch am Tag 1,5 Liter mehr Wasser braucht als gewöhnlich? Die Faustregel: Mindestens zwei Liter Wasser am Tag sollten ein Mensch trinken – bei dieser Hitze eher sogar drei. Besonders empfehlenswert sind natürliches Mineralwasser, Saftschorlen oder Früchtetees – sie führen dem Körper auch noch Mineralien zu, die über den Schweiß verloren gehen. Kaffee ist weniger zu empfehlen. Nicht weil der angeblich entwässert (das ist ein Mythos), sondern weil er eher noch die Schweißproduktion anregt. Unangenehm.

  • Luftig bekleiden.

    Passen Sie Ihre Kleidung den Temperaturen an. Tragen Sie also eher helle, atmungsaktive Kleidung, zum Beispiel aus Baumwolle, Leinen oder Mikrofasern. So gibt es keinen Hitzestau. Und wechseln Sie – wenn möglich – verschwitzte Kleidung sofort gegen trockene.

  • Leicht essen.

    Belasten Sie Ihren Kreislauf nicht auch noch mit schweren Speisen. Selbst wenn Gegrilltes verführerisch riecht - tagsüber sollten Sie lieber frische Salate, Obst und Gemüse auf den Speiseplan nehmen - leichtes, mageres Hühnchenfleisch oder Fisch gehen auch. Nur auf Fettiges wie Pommes oder eben die Grillwurst sollten Sie vorrübergehend verzichten. Die belasten den Kreislauf zu sehr.

  • Richtig lüften.

    Um die Temperatur wenigstens etwas zu senken, sollten Sie morgens stoßlüften und ab Mittag die Fenster geschlossen halten oder mit Vorhängen oder Jalousien abdunkeln. Obacht mit Klimaanlagen! Wenn der Unterschied zwischen Raum- und Außentemperatur zu hoch wird, droht Erkältungsgefahr.

  • Früher arbeiten.

    Falls Ihr Arbeitgeber Gleitzeit anbietet, nutzen Sie das an heißen Tagen, indem Sie morgens eher zur Arbeit kommen, wenn es noch nicht so heiß ist. Dann können Sie auch früher wieder Feierabend machen (wenn es richtig heiß ist). Oder fragen Sie Ihren Chef, ob Sie den Nachmittag im Home Office verbringen können. Falls das nicht möglich ist: Machen Sie unbedingt mehr Pausen als sonst! Alle 45 Minuten rund zehn bis 15 Minuten.

  • Richtig abkühlen.

    Ein guter Trick, um sich zwischendurch zu erfrischen, ist, die Unterarme mit kaltem Wasser abzuspülen und sich etwas Wasser ins Gesicht zu tatschen.

Yoga-Atemübung gegen die Hitze

Auch diese alte Sitali-Übung aus dem Yoga hilft, Hitze besser zu vertragen: Strecken Sie Ihre Zunge leicht nach vorne. Rollen Sie die Zunge so, dass die Zungenmitte unten ist, und die seitlichen Zungenränder nach oben schauen. Atmen Sie langsam und tief mit einem leichten Zischlaut die Luft über die Zunge ein. Dann atmen Sie zügig aber lautlos durch die Nase wieder aus. Wiederholen Sie diese Übung etwa zehn Atemzüge.

Was die Fans und Follower empfehlen

Als wir vor einiger Zeit eine Twitter-Umfrage zur Bürohitze gemacht haben, gab es noch viele weitere Anti-Hitze-Tipps. Hier eine Auswahl:

  • Barfuß laufen
  • Eis essen, zwei Mal am Tag
  • Eimer mit Wasser unter den Tisch stellen, Schuhe ausziehen und Füße ins kühle Nass halten
  • Coolpacks auf die Füße oder in die Schuhe
  • T-Shirt zum Wechseln mitnehmen - das zweite liegt immer im Eisfach
  • Meetings nach draußen verlagern

Hitze-Bonus:

Die Hitze hat allerdings auch ihr guten Seiten: Wie der US-Forscher Alan Hedge von der Cornell Universität vor einiger Zeit festgestellt hat, leisten Mitarbeiter in einem warmen Büro deutlich mehr als in einem kalten. Dazu ließ er die Angestellten einer Versicherung in Florida bei 20 Grad arbeiten. Ergebnis: eine Fehlerquote von 25 Prozent. Dann drehte Hedge die Heizung auf 25 Grad. Schon schufteten die Leute mehr und machten nur noch 10 Prozent Fehler.

Unterstützung erhalten Hedges Studienergebnisse durch eine Untersuchung zweier Kollegen von der Universität Utrecht. Dort haben Wissenschaftler ermittelt, dass die Raumtemperatur beeinflusst, wie Menschen miteinander reden und welche Beziehungen sie aufbauen. Resultat: Je höher das Thermometer steigt, desto näher kommen wir uns und desto besser verstehen wir die anderen. So trägt der heiße Arbeitstag wenigstens zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre bei – weniger zum Arbeitsklima.

Jetzt Sie: Was sind Ihre besten Tipps gegen die Bürohitze? Wie kühlen Sie sich ab?

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