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Als Arbeitsplatz wird allgemein der Ort bezeichnet, an dem ein Arbeitnehmer seiner beruflichen Tätigkeit nachgeht. Für viele ist dies gleichbedeutend mit dem Büro, wo jede Woche rund 40 Stunden verbracht werden. Immer häufiger gehört der zentrale und festgelegte Arbeitsplatz jedoch der Vergangenheit an, da die Möglichkeiten der Telearbeit es nicht mehr notwendig machen, ständig persönlich vor Ort zu sein, um gemeinsam zu arbeiten oder ein Projekt voranzubringen. Was sich hinter dem Begriff der Telearbeit verbirgt, welche Vor- und Nachteile das Konzept hat und welche Rechte Mitarbeitern zustehen...

Telearbeit Definition: Was ist das?

Telearbeit Vor- und Nachteile Telearbeit Home Office Telearbeit DefinitionDer Begriff der Telearbeit ist eng mit dem Home Office verbunden und bezeichnet allgemein berufliche Tätigkeiten, die nicht am zentralen Standort eines Arbeitgebers ausgeführt werden, sondern über verschiedene Kommunikationskanäle entweder zu Hause oder von unterwegs ausgeführt werden.

Telearbeit wird auch als Teleheimarbeit, Fernarbeit, Teleworking, Telecommuting oder e-Work bezeichnet. Darunter fallen genau genommen das Arbeiten am heimischen Computer oder Laptop, die Teilnahme an Telefonkonferenzen von zu Hause aus oder auch die Erledigung der täglich anfallenden Aufgaben und deren Übermittlung per E-Mail.

Klingt zunächst einmal für viele Arbeitnehmer nach einer lohnenswerten Alternative, die durch die technischen Möglichkeiten heutzutage leicht umzusetzen ist. Schnelle Internetverbindungen, Programme wie Skype und gemeinsam angelegte Online-Dokumente sorgen dafür, dass keine Notwendigkeit mehr besteht, für die gemeinsame Arbeit an einer Aufgabe auch zwangsweise im selben Raum zu sitzen.

Durch Telearbeit wird das Arbeitsverhältnis flexibler. Es können beispielsweise Regelungen getroffen werden, die es erlauben, einen Großteil der Arbeitszeit von einem frei wählbaren Ort zu nutzen und nur für wichtige Meetings tatsächlich ins Büro zu fahren.

Theoretisch müssen Teammitglieder nicht einmal mehr im selben Land sein, um zusammen zu arbeiten und sich über den Fortschritt eines Projekts auszutauschen.

Dabei sind verschiedene Formen der Telearbeit möglich:

  • Alternierende Telearbeit

    Die häufigste Form der Telearbeit ist eine Mischung aus Home Office und Präsenz. Der betriebliche Arbeitsplatz bleibt erhalten und es existieren Absprachen darüber, wann an welchem Ort gearbeitet wird. Der Vorteil ist, dass in diesem Fall soziale Kontakte zu Kollegen fortbestehen.

  • Teleheimarbeit

    Der Arbeitnehmer arbeitet nur von seiner Wohnung aus. Er kann sowohl in einem normalen Arbeitsverhältnis beschäftigt oder als Freelancer tätig sein.

  • Telearbeitszentren und Televillages

    Hier arbeiten Telearbeiter in eigens angemieteten Büros (Satellitenbüros) oder auch angemieteten Schulen und Verwaltungsgebäuden. Häufig befinden die sich in der Nähe von Wohnsiedlungen oder sind im Falle der Televillages Bestandteil einer Wohnsiedlung.

  • Mobile Telearbeit

    Sie wird vor allem von Außendienstlern geleistet. Dazu zählen beispielsweise Handelsvertreter und Reporter, aber auch Berater, die mittels einer entsprechender Technik von ihrem jeweiligen Einsatzort oder vom Hotel aus arbeiten. Auch die Arbeit während der Telearbeiter im Zug oder Flugzeug unterwegs ist, zählt zur mobilen Telearbeit.

Telearbeit: Was sind die Vor- und Nachteile?

Telearbeit Vor- und Nachteile Telearbeit Home OfficeDie Telearbeit wird nicht nur von vielen Arbeitnehmern positiv betrachtet. Auch Unternehmen sind mehr und mehr davon überzeugt und führen entsprechende Möglichkeiten für ihre Mitarbeiter ein.

Allerdings muss man auch ganz klar sagen: Telearbeit ist in Deutschland immer noch die Ausnahme. Gerade mal zwölf Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland gehen der Telearbeit nach - damit liegen wir unter dem EU-Durchschnitt.

Das ist insofern überraschend, da immerhin 40 Prozent der Jobs in Deutschland für Telearbeit geeignet wären.

Zum Vergleich: In Schweden arbeiten 32 Prozent der Angestellten von Zuhause aus, und in den Niederlanden gibt es seit 2015 sogar ein Recht auf Telearbeit.

Telearbeit Vor- und NachteileFür die Telearbeit sprechen folgende Aspekte:

Für Arbeitnehmer

  • Arbeitsweg

    Das ständige Pendeln zum Arbeitsplatz und der tägliche Aufenthalt im Büro werden überflüssig, ohne dass die Arbeitsleistung darunter leidet.

  • Motivation

    Es fällt ein entscheidender Stressfaktor weg. Telearbeit kann so die Motivation steigern und zur größeren Zufriedenheit beitragen.

  • Ersparnis

    Sie sparen als Arbeitnehmer Kosten fürs Benzin, die Abnutzung des Autos wird ebenfalls verringert - vom Umweltnutzen ganz zu schweigen. Weniger verstopfte Straßen freuen auch diejenigen, die auf das Auto für tägliche Arbeitswege angewiesen sind.

  • Flexibilität

    Die Arbeitszeiten lassen sich an den persönlichen Rhythmus anpassen, aber auch an äußere Bedingungen: Zwischendurch mal ein Arztbesuch oder Behördengang kann leichter erledigt werden, ebenso ist der Arbeitnehmer deutlich freier in seiner Wohnortwahl.

  • Privatleben

    Für viele Arbeitnehmer wirkt es sich positiv auf ihr Privatleben aus, wenn ein Teil der Arbeit vom heimischen Computer erledigt werden kann. So wird beispielsweise ermöglicht, die Zeit, die sonst im Stau auf dem Hin- und Rückweg verschwendet wird, mit der Familie zu verbringen.

  • Konzentration

    Wer Zuhause im stillen Kämmerlein arbeitet, hat deutlich bessere Möglichkeiten, sich zu konzentrieren, als wenn ständig Kollegen ins Büro kommen oder das Telefon vom Kollegen und seine Gespräche womöglich das Arbeiten erschweren.

  • Vereinbarkeit

    Familie und Beruf können besser vereinbart werden. Für viele Frauen - auch wenn Sie in der Telearbeit noch den kleineren Anteil der Arbeitnehmer ausmachen - ist die Arbeit von Zuhause Grundvoraussetzung dafür, überhaupt einer Arbeit nachgehen zu können. Fehlzeiten bei der Arbeit durch kranke Kinder oder ungünstige Öffnungszeiten von Kitas können vermieden werden, da die Betreuung gesichert ist.

Doch auch Arbeitgeber sehen in der Telearbeit einen Nutzen, der nicht nur im gesteigerten Ansporn der Mitarbeiter liegt.

Für Arbeitgeber

  • Dezentralisierung

    Wer seinen Arbeitnehmern ganz oder teilweise ermöglicht, von zu Hause oder unterwegs zu arbeiten, spart Kosten für Büroflächen und die Einrichtung der Arbeitsplätze. Die Rechnung ist einfach: Wechseln sich beispielsweise zwei Mitarbeiter ab und verbringen jeweils nur die Hälfte der Zeit im Büro, während sie den Rest ihrer Arbeitszeit in Telearbeit verrichten, reicht dem Unternehmen ein Arbeitsplatz am Standort.

  • Mitarbeiterbindung

    Telearbeit gehört bei den ansprechenden Arbeitsbedingungen für Angestellte zu den wichtigsten Aspekten. Gute Arbeitsbedingungen bedeuten somit zufriedene Mitarbeiter. Und diese Mitarbeiter lassen sich langfristig an ein Unternehmen binden. Das wirkt sich positiv auf die Produktivität aus, da Einarbeitungsphasen von Neuzugängen vermieden werden und generell Personalkosten eingespart werden.

Telearbeit Vor- und NachteileLeider hat auch die Telearbeit nicht nur Vorteile, sondern kann auch zu Problemen führen. Die wichtigsten Nachteile dabei sind...

  • Absprache

    Damit die Telearbeit funktioniert und tatsächlich für beide Seiten vorteilhaft ist, müssen die Absprachen stimmen. Ziele müssen klar definiert werden, um Missverständnissen vorzubeugen und gute Ergebnisse zu sichern.

  • Kontakte

    Wer viel Zeit außerhalb des Büros ohne die Kollegen verbringt, hat es schwerer, sich in das Team einzubinden, Kontakte zu den anderen Mitarbeitern aufzubauen und sich so zu integrieren. Einige Arbeitnehmer leiden unter der fehlenden sozialen Bindung, wenn sie viel alleine im Home Office arbeiten.

  • Disziplin

    Von Zuhause zu arbeiten setzt auch die Fähigkeit zum Selbstmanagement voraus. Das Sofa, der Fernseher können sehr verlockend sein - morgens mal eine Stunde länger liegen bleiben: Wer im Home Office arbeitet, sollte die Arbeitszeit gut einteilen und Zeitfresser entsprechend ausschalten können.

  • Karriere

    Leider ist das berufliche Vorankommen häufig an Präsenz gebunden. So kann es auch passieren, dass gute Leistungen vom Chef weniger wahrgenommen werden, wenn Sie selbst nicht anwesend sind. Es ist leichter, positiv aufzufallen, wenn Sie dem Chef persönlich gegenübersitzen und damit ein Gesicht zu den Erfolgen präsentieren.

  • Gesundheit

    Nicht jeder eignet sich für Telearbeit. Bei manchen Arbeitnehmern führt die mangelnde Trennung von Arbeit und Privatleben dazu, dass die Grenzen verschwimmen und unbezahlte Überstunden geleistet werden. Einer 2017 veröffentlichten Studie (PDF) zufolge klagen 41 Prozent aller in Telearbeit Arbeitenden über Stress, 42 Prozent sogar über Schlafstörungen. Unter Arbeitnehmern mit Präsenzpflicht hingegen leidet lediglich jeder vierte an diesen Beschwerden.

  • Datenschutz

    Aus rechtlichen Gründen sollten bei der Telearbeit keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Zum einen ist der Zugang durch Unbefugte (etwa Kinder) zum Arbeitsraum und damit sensiblen Daten häufig nicht geklärt, ebenso wenig die Haftungsfrage im Falle von Schäden. Zum anderen müsste ein Datenschutzbeauftragter kontrollieren können - es besteht allerdings kein Zutrittsrecht gegen den Willen des Telearbeiters.

Wie Sie Telearbeit und Familie besser vereinbaren

Telearbeit Vor- und Nachteile Telearbeit Home Office Telearbeit VoraussetzungenUm für die Telearbeit Voraussetzungen zu schaffen, die ein gutes Miteinander von Familie und Arbeit ermöglichen, sollten...

  • eine räumliche Trennung und
  • klare Regeln

Räumliche Trennung besagt, dass Sie idealerweise ein eigenes Arbeitszimmer einrichten. Das hilft nicht nur bei der Konzentration - Dinge des alltäglichen Lebens geraten erst gar nicht ins Blickfeld, um ablenken zu können.

Zusätzlich hilft es dabei mental abzuschalten, wenn Sie das Arbeitszimmer verlassen und die Arbeit wortwörtlich hinter sich lassen. Ein großer Vorteil des eigenen Arbeitszimmers bei der Telearbeit: Sie können es steuerlich absetzen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Einrichtung des Zimmers durch Büromöbel dominiert - ein Fernseher oder ein Kühlschrank würde beispielsweise beim Finanzamt kritisch gesehen. Außerdem muss das Zimmer nachweislich vom privaten Bereich abgetrennt und für Arbeitsbelange genutzt werden. Eine gleichzeitige Nutzung als Gästezimmer kommt also auch nicht in Frage.

Mehr dazu, wie Sie Ihr Arbeitszimmer steuerlich absetzen können, lesen Sie hier:

  • Home Office absetzen: So geht’s

Nun kann sich nicht jeder den Luxus eines eigenen Arbeitszimmers leisten. Um dennoch den Fokus auf die Arbeit zu legen und eine klarere Trennung zu ermöglichen, kann es hilfreich sein, zumindest eine Ecke des jeweiligen Zimmers abzutrennen - beispielsweise mit einem Paravent. Ebenfalls denkbar wäre eine farbliche Trennung oder Gestaltung.

Eine bessere Konzentration ist dann gegeben, wenn Sie klare Regeln aufstellen: Nur weil Mama / Papa die ganze Zeit Zuhause ist, heißt das nicht, dass Sie genauso abkömmlich sind wie beispielsweise an freien Tagen. Das heißt, Sie sollten für die Zeit der Arbeit klare Zutrittsregeln zum Arbeitszimmer beziehungsweise zum Raum, in dem Sie arbeiten, aufstellen.

Telearbeit: Welche Rechte haben Arbeitnehmer?

Telearbeit ist mehr und mehr im Kommen. Dennoch haben Arbeitnehmer in Deutschland kein grundsätzliches Recht, Telearbeit nutzen zu können. Daher gilt erst einmal, was im Arbeitsvertrag festgehalten wurde.

Möchte ein Arbeitnehmer Telearbeit nutzen, muss er seinen Vorgesetzten darauf ansprechen und eine entsprechende Vereinbarung aushandeln. Hier wird genau geregelt, in welchem Ausmaß die dezentrale Arbeit durchgeführt wird und wann doch das Erscheinen im Büro erforderlich ist. Es ist auch empfehlenswert, konkrete und messbare Ziele festzulegen, um die Arbeitsergebnisse trotz Telearbeit nachvollziehen und bewerten zu können.

Letztlich können in dieser Vereinbarung auch regelmäßige Gespräche angesetzt werden, die es dem Mitarbeiter ermöglichen, Feedback zu erhalten und Probleme anzusprechen, die er gemeinsam mit dem Vorgesetzten lösen kann.

[Bildnachweis: gpointstudio by Shutterstock.com]

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