Bei dem Stichwort “Jobsuche” denken viele Menschen immer noch zuerst an das stundenlange Schreiben von Bewerbungen. Sicher, Bewerbungen gehören dazu, Soziale Netzwerke und Jobbörsen bieten jedoch viele weitere Suchoptionen. Mit den richtigen Tools lässt sich Ihre Jobsuche bis zu einem gewissen Grad sogar automatisieren. Das ist zwar kein Ersatz für gezielte Bewerbungen und aktive Stellensuche, kann diese aber hervorragend ergänzen. Die Einrichtung der Tools und Plattformen ist natürlich zu Beginn mit etwas Arbeit verbunden, nach der initialen Erstellung ist der Aufwand – abhängig von den genutzten Tools und Plattformen – jedoch gering.

Jobbörsen

Stepstone, Monster, Jobware, Jobscout24, Meine Stadt… die Liste der Jobbörsen ist lang. Normalerweise werden sie für die aktive Stellensuche genutzt, doch die meisten Jobbörsen lassen sich für die Automatisierung der Stellensuche hervorragend nutzen. Stellengesuche sind ein Weg, um Arbeitgeber über eine Jobbörse auf sich aufmerksam zu machen, die Kosten sind meist überschaubar, einige Plattformen – beispielsweise die Jobbörse der Agentur für Arbeit – bieten die Option sogar kostenlos an. Zusätzlich können Sie bei vielen Jobbörsen eine automatische Suche anlegen und sich die Ergebnisse täglich oder wöchentlich per E-Mail zusenden lassen. Die verschiedenen Jobbörsen haben natürlich auch verschiedene Schwerpunkte im Hinblick auf vertretenen Branchen. Welche Jobbörse sich für Ihre Jobsuche und Ihr Stellengesuch am besten eignet, erfahren Sie in unserem Jobbörsen-Vergleich. Natürlich finden Sie auch in der Karrierebibel-Jobbörse eine Vielzahl attraktiver Stellen.

Ein Gesuch – viele Seiten

Die Jobbörse der Agentur für Arbeit ist nicht unbedingt die Anlaufstelle für die Suche nach hoch qualifizierten Arbeitsplätzen. Dennoch sollten Sie ein Stellengesuch auf der Plattform erstellen. Ein hier erstelltes Stellengesuch lässt sich nämlich ohne großen Aufwand auf vielen anderen Jobbörsen veröffentlichen, die Agentur für kooperiert mit verschiedenen Anbietern, um dies zu ermöglichen. Die Erstellung und Veröffentlichung eines Gesuches auf der Jobbörse ist übrigens kostenlos.

Social Media

Laut einer Randstad-Umfrage nimmt die Bedeutung von Social Media bei der Jobsuche stetig zu. Das verwundert nicht, schließlich sind so gut wie alle großen Unternehmen in den großen Sozialen Netzwerken vertreten. Einige Unternehmen nutzen Twitter bereits gezielt für die Personalsuche, noch mehr Firmen verfügen über spezielle Karriere-Seiten auf Facebook. Doch auch Bewerbern können Soziale Netzwerke bei der Jobsuche helfen.

Denn Soziale Netzwerke und Online-Medien sind optimale Werbe-Plattformen, die Sie auch für Ihre Bewerbung nutzen können. Das beschränkt sich allerdings nicht auf Twitter und Co. sondern geht darüber hinaus. Ein eigenes Blog kann eine hervorragende Visitenkarte für Ihre Jobsuche sein, wenn Sie regelmäßig branchen- oder themenspezifische Artikel in hoher Qualität publizieren und diese teilen. Die Jobsuche läuft damit automatisch so zu sagen als Nebeneffekt Ihres Blogs. Auch eine Homepage als dauerhaft abrufbare Online-Bewerbungsmappe oder kreative Strategien wie die Jobsuche per Ad Word Kampagne sind denkbar. Die letztgenannte Methode hat Alec Brownstein erfolgreich angewendet, seine Vorgehensweise beschreibt das unten stehende Video.

A propos Video, dieses Medium eignet sich natürlich auch für kreative Bewerbungen. Diesen Weg hat Matthew Epstein gewählt, um Google als Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Offensichtlich mit Erfolg, Google soll angeblich Kontakt zu ihm aufgenommen haben. Wenn Sie mehr zur Jobsuche per Social Media wissen wollen, empfehlen wir Ihnen unser ausführliches Dossier zum Thema

Vermittlungsagenturen

Ihre Jobsuche können Sie natürlich auch vollständig an andere Personen delegieren. Vermittlungsagenturen erstellen ein Profil von Ihnen, suchen in Ihrem Auftrag nach dem passenden Job und stellen den ersten Kontakt her. Das geschieht entweder im Auftrag eines Unternehmens – dieses trägt dann auch die Kosten der Vermittlung – oder auf eigene Rechnung der Agentur. Ohne den Auftrag eines Unternehmers erfolgt die Bezahlung des Vermittlers entweder über einen Vermittlungsgutschein oder im Rahmen eines Vermittlungsvertrages mit dem Bewerber. Diesen Vertrag sollten Sie gründlich studieren, die Kosten für eine Vermittlung beginnen bei ungefähr 300 Euro und können schnell die 1000-Euro-Marke überschreiten. Je nach Vertrag müssen Sie zumindest einen Teil des Geldes in jedem Fall bezahlen, eine Erfolgsgarantie geben Vermittlungsagenturen in der Regel nicht.

Vermittlungsgutschein

Der Vermittlungsgutschein ist ein Förderinstrument der Agentur für Arbeit. Um Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein zu haben, müssen Sie mindestens sechs Wochen arbeitslos gemeldet sein, der Gutschein ist im Normalfall drei Monate gültig und kann in diesem Zeitraum von einem Arbeitsvermittler eingelöst werden. Voraussetzung ist, das der Vermittler Sie erfolgreich in Arbeit vermittelt. Näher Informationen finden Sie auf der Seite der Agentur für Arbeit.

Vitamin B

Beziehungen und ein gut ausgebautes soziales Netzwerk erhöhen Ihre Chancen bei der Jobsuche – so weit, so gut. Doch viele Bewerber nutzen Ihre Kontakte nicht. Einer der Hauptgründe ist die Scheu davor, Freunde und Bekannte direkt auf die eigene Jobsuche anzusprechen. Ein fataler Fehler. Gehen Sie offen mit Ihrer Jobsuche um und bitten Sie Freunde, Bekannte und Geschäftspartner darum, Sie auf offene Stellen hinzuweisen. Wenn Ihr aktueller Arbeitgeber noch nichts von Ihren Wechsel-Ambitionen weiß, sollten Sie hier Vorsicht walten lassen und nur ausgewählte Kontakte und Ansprechpartner diskret informieren. Ist Ihre Jobsuche jedoch bei Ihrem aktuellen Unternehmen bekannt oder sind Sie gerade zwischen zwei Jobs, können Sie noch einen Schritt weiter gehen.

Informieren Sie nicht nur Ihre direkte Umgebung sondern auch Ihre Kontakte in den verschiedenen Soziale Netzwerken. Erklären Sie kurz Ihre Situation und bitten Sie direkt darum, Sie auf offene Stellen und Jobangebote hinzuweisen. Das können Sie auf Twitter, Facebook, Google+, Xing und Linkedin, aber auch auf Ihrem Blog tun. Diesen Weg hat beispielsweis Kai Thrun für seine Jobsuche gewählt. Er beginnt seinen Aufruf mit den folgenden Worten:

Ich suche einen Job. Fest. Dazu brauche ich eure Hilfe, sicherlich gibt es viele Stellenbörsen, jedoch gibt es gefühlte 100 Bezeichnungen für ein und den selben Arbeitsplatz.

Bei allen genannten Optionen gilt: Wählen Sie die für Sie passenden Kanäle und Tools aus und gehen Sie Ihre Jobsuche systematisch an. Karrierebibel-Macher Jochen Mai fasst die wichtigsten Strategien der Jobsuche zum Abschluss für Sie zusammen.

Jetzt kommt es auf Sie an. Haben Sie die genannten Methoden bereits verwendet? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.