ollyy/ShutterstockEin eigenes Blog bietet Bewerbern, Unternehmen und Fachkräften gleichermaßen Chancen und Vorteile und wirkt auf den ersten Blick sehr verlockend. Folgerichtig schießen Blogs wie Pilze aus dem Boden - und sterben größtenteils wie die Fliegen, um im Bild zu bleiben. Viele frisch gebackene Blogger realisieren nach den ersten Wochen, dass Bloggen eben doch nicht ganz so einfach ist und die Leser nicht vom Himmel fallen. Nicht selten sind die Besucherzahlen bei Blogs auch nach Monaten noch sehr überschaubar und der Website-Traffic entspricht nicht den Erwartungen. Kommt Ihnen bekannt vor? Dann laden wir Sie heute zu einem kritischen Blick auf Ihr Blog ein. Gut möglich, dass Sie eine der sieben Todsünden des Bloggens begehen.

Bloggen ist leicht.... zu Beginn

Der Einstieg ins eigene Blog ist dabei verführerisch leicht, denn ein Content Management System - egal ob Wordpress oder eine andere Lösung - ist bei den meisten Hostern schnell aufgesetzt und selbst dieser Aufwand lässt sich mit Blogging-Plattformen umgehen. Die technischen Hürden sind also atemberaubend niedrig und die Ideen werden in der ersten Euphorie für das neue Projekt oft in Hülle und Fülle geboren. Doch die anfängliche Begeisterung weicht früher oder später Ernüchterung, wenn aus den Ideen konkrete Texte werden sollen. Und wenn das Schreiben der Artikel kein Problem darstellt, wartet noch die Herausforderung des Community Aufbaus auf die frisch gebackenen Blogger.

Dieser ist oftmals deutlich schwerer als das Schreiben an sich und die Gewinnung von Fans kann sich durchaus schwierig gestalten. Selbst wenn sich Blogger in den sozialen Netzwerken engagieren und versuchen ihr Netzwerk auszubauen, können diese Bemühungen ins Leere laufen. Die Gründe dafür sind oft nicht eindeutig, unserer Erfahrung nach liegen die Ursachen in vielen Fällen jedoch in einer oder mehreren der sieben Todsünden des Bloggens, die wir im Folgenden darstellen. Sehen Sie diese bitte nicht als Kritik, sondern nutzen Sie sie als Reflexionsanlass und Impuls zur Verbesserung.

Todsünde 1: Ihr Blog ist hässlich

Daniel Nel/123rfJa, in Ihrem Blog geht es um Texte, namentlich Ihre Artikel. Ja, es kommt auf den Inhalt und die Qualität der Artikel an. Doch wenn diese in einem hässlichen Design präsentiert werden, das bei Ihren Lesern Augenschmerzen auslöst, werden diese zweimal auf Ihr Blog gehen - das erste und das letzte Mal und gleichzeitig. Die Qualität der Artikel können Leser erst beurteilen, wenn sie zumindest einige Zeilen in den Text hineingelesen haben. Genau das wird jedoch nicht passieren, wenn bereits der erste optische Eindruck abschreckend wirkt.

Hässlich bezieht sich dabei nicht nur auf die Optik, sondern auch auf die technische Basis Ihres Blogs und das Layout Ihrer Artikel. Ein responsives Design ist bei einem heute startenden Blog eine Selbstverständlichkeit und das Artikel von Absätzen, Zwischenüberschriften, Listen und anderen Strukturelement profitieren - ja, sogar Youtube Videos und andere Medien lassen sich einbinden - ist ebenfalls kein Geheimnis. Wenn Sie sich nicht die Mühe geben, Ihr Blog und Ihre Artikel ansprechend zu gestalten, haben auch potenzielle Leser keinen Grund, sich Ihre Artikel anzuschauen oder Ihr Blog häufiger zu besuchen.

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Todsünde 2: Sie kennen Ihre Leser nicht

Diego Cervo/123rfSie haben tolle Ideen und sind von Ihren Themen begeistert? Wunderbar, eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Bloggen ist erfüllt. Eine Frage sei allerdings gestattet: Finden andere Menschen Ihre Themen denn auch interessant? Und wissen Sie überhaupt, für wen Sie schreiben wollen und werden? Wenn Sie beide Fragen nicht überzeugend beantworten können, sollten Sie noch mal zurück ans virtuelle Reißbrett und das Konzept Ihres Blogs überdenken.

Sicher können Sie einfach mal drauf los schreiben und ja, es gibt erfolgreiche Blogs, die genau so begonnen haben. Doch das sind Ausnahmen und von den hundert anderen Blogs, die sang- und klanglos eingegangen sind, hören Sie natürlich nichts. Wenn Sie keinen Wert darauf legen, Ihre Leser zu kennen und sich nicht überlegen, für wen Sie schreiben, können - und sollten - Sie das Bloggen auch gleich sein lassen. Über wenige Besucher dürfen Sie sich dann jedenfalls nicht beschweren.

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Todsünde 3: Sie enttäuschen Ihre Leser

ollyy/ShutterstockSie sind ein absolutes Ass im formulieren ansprechender Überschriften und Themen? Hervorragend... wenn Ihre Artikel mit Ihren Überschriften mithalten können. Die besten und attraktivsten Überschriften der gesamten Blogosphäre sind nur dann sinnvoll und hilfreich, wenn Ihre Inhalte die dadurch geweckten Erwartungen Ihrer Leser auch erfüllen können. Sind Ihre Artikel allerdings nur Durchschnitt, enttäuschen Sie die Erwartungen Ihrer Leser.

Da Ihre Überschrift die erste Werbung für Ihren Artikel darstellt, gilt auch hier der Grundsatz: „Nichts tötet ein schlechtes Produkt so nachhaltig und schnell wie gute Werbung.“ Dieses Prinzip gilt analog auch für Artikel und Überschriften. Natürlich können Sie Ihre Überschriften etwas herunterschrauben, doch besser wäre es, wenn Sie Ihre Artikel inhaltlich und qualitativ auf das Level Ihrer Titel bringen könnten.

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Todsünde 4: Sie konkurrieren mit anderen Blogs

ollyy/ShutterstockNatürlich wollen Sie die Reichweite, Sichtbarkeit und Leserschaft Ihres Blogs bestmöglich ausbauen und sich von anderen Blogs positiv abheben. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, doch wenn Sie andere Blogs und Blogger als Konkurrenten sehen und aktiv gegen diese vorgehen - beispielsweise Gerüchte streuen, verdeckt Kritik äußeren oder offen negativ über sie schreiben - schaden Sie damit in erster Linie sich selbst und natürlich Ihrem Blog.

Blogger sind - oder sollten es zumindest sein - sehr netzwerkorientiert und verlinken sich untereinander gerne gegenseitig. Diese organische Verlinkung nützt in der Regel - wir gehen natürlich von seriösen Blogs aus - allen Beteiligten. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie sich aktiv in die Community einbringen, von sich aus den Kontakt zu anderen Bloggern suchen und diese auch mal zuerst und ohne Berechnung verlinken. Das ist der gute alte Beziehungsaufbau, ohne den Ihr Blog dauerhaft unter mangelnder Aufmerksamkeit und fehlender Verlinkung leiden wird.

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Todsünde 5: Sie haben schlechten Content

ollyy/ShutterstockEs klingt so banal und logisch, dass wir uns fast nicht trauen, diesen Punkt hier anzusprechen. Ein Blick in verschiedene Blogs zeigt jedoch, dass dieser Aspekt leider seit Jahren seinen Platz unter den Todsünden des Bloggens behauptet. Ihr Content ist der Kern und das Rückgrat Ihres Blogs. Das schönste Design, die beste technisch Basis und aktive Netzwerkarbeit können qualitativ schlechten Content definitiv nicht ausgleichen. Er bildet die Basis Ihrer Arbeit als Blogger, mit ihm steht und fällt Ihre Reputation.

Mit schlecht meinen wir dabei nicht, dass Ihre Artikel vor Rechtschreibfehlern strotzen, dass Sie darauf achten setzen wir voraus. Nein, Sie können sich auch schlicht mit Themen befassen, die niemand interessieren, all Ihre Artikel sehr oberflächlich schreiben, keine Quellen oder weiterführende Links angeben und wenig Nutzwert bieten. Selbst wenn Ihre Artikel dann wunderbar geschliffen formuliert sind, werden Sie so keine nennenswerte Stammleserschaft und Reichweite aufbauen können. Die Verpackung ist wichtig, doch schlussendlich muss der Inhalt Ihrer Artikel stimmen und Ihren Lesern echten Nutzen bieten, um den Website-Traffic zu steigern.

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Todsünde 6: Sie sprechen nicht mir Ihren Lesern

Artsem Martysiuk/123rfSelbst wenn Sie sich in keiner der bisher genannten Todsünden wieder erkannt haben, kann Ihnen Todsünde Nummer sechs das virtuelle Genick Ihres Blogs brechen. Gute Artikel sind zwar die Basis, doch um Ihr Blog wirklich ausbauen und für Leser attraktiv machen zu können, müssen Sie auch mit Ihren Lesern sprechen. Das kann durch eine Bitte um Kommentare, eine direkte Frage an die Leser oder einfach das aufmerksame Lesen - und zeitnahe Beantworten - der Kommentare geschehen.

Natürlich gilt es auch hier die Balance zwischen zu vielen und zu wenigen Fragen zu finden - platzieren Sie beispielsweise in jedem Artikel einen Call to Action, werden Ihrer Leser davon schnell genervt sein - doch grundsätzlich gilt: Kommunizieren Sie mit Ihren Lesern. Gehen Sie auf Feedback ein, nutzen Sie es, um Ihr Blog und Ihre Themen weiterzuentwickeln und bedanken Sie sich für konstruktive Kritik und natürlich Lob. Denken Sie daran: Sie schreiben für Menschen - und die wollen eben nicht nur lesen, sondern auch kommunizieren.

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Todsünde 7: Sie bloggen viel zu selten

Denis Tevekov/123rfStellen Sie sich vor, Sie stoßen auf ein Ihnen bisher unbekanntes Blog und der aktuellste Artikel ist zwei Monate alt. Welchen Eindruck hätten Sie ganz spontan von diesem Blog? Allzu gut dürfte er vermutlich nicht sein und Ihren Lesern geht es ganz genau so. Lange Pausen und die berühmt-berüchtigte Funkstille sollten Sie daher vermeiden. Besser, Sie bloggen nur einmal pro Woche - was für manche Blogs schon viele wäre - und halten diesen Rhythmus durch, als mit einer viel zu hohen Frequenz zu starten und diese drastisch reduzieren zu müssen.

Neben der Frequenz sollten Sie sich idealerweise auch einen festen Veröffentlichungsrhythmus zulegen. Regelmäßigkeit kann bei Ihren Lesern Vertrauen schaffen und Ihnen den Ruf der Zuverlässigkeit einbringen. Als angenehmer Nebeneffekt erleichtert Ihnen ein fixer Rhythmus auch die Redaktions- und Themenplanung. Dieses Grundgerüst ist daher unter mehreren Aspekten sinnvoll. Langes Schweigen - schlimmstenfalls noch ohne Grund oder begleitende Kommunikation - sollte jedoch absolut Tabu sein.

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