Für frisch gebackene Studenten ist es ein völlig neuer, unbekannter und oft verunsichernder Bereich: das wissenschaftliche Arbeiten. Schlagworte wie Zitate, Quellenangaben, Literaturarbeit, Recherche und Plagiat geistern in den Erst-Semster-Kursen umher, ohne dass die Studenten davon eine klare Vorstellung haben. Doch die meisten Bedenken sind unbegründet: Wissenschaftliches Arbeiten mag manchmal anstrengend und zeitraubend sein – schwer ist es jedoch nicht. Die Einhaltung einiger grundlegender Regeln reicht völlig.

Die im Folgenden dargestellten Grundsätze bilden das Fundament einer korrekten und sauberen wissenschaftlichen Arbeitsweise. Diese Prinzipien sind allgemeingültig, Details unterscheiden sich jedoch von Hochschule zu Hochschule. Daher sollten Sie im Vorfeld einer wissenschaftlichen Arbeit unbedingt mit dem zuständigen Professor oder Dozent Rücksprache halten und sich die Zitat-Regeln der Bildungseinrichtung gründlich durchlesen.

Kenntnisse der Methoden – Es klingt selbstverständlich: Um wissenschaftliches Arbeiten korrekt umsetzen zu können, sollten Studenten nicht nur die Regeln, sondern auch die dahinter stehenden Methoden kennen. Das ist jedoch erstaunlich oft nicht der Fall. Viele Studenten setzen Regeln stur um, ohne sich Gedanken über das Warum zu machen. Das geht früher oder später schief.
Schritt für Schritt – Eine der wichtigsten Regeln überhaupt: Gehen Sie einen Arbeitsschritt nach dem anderen durch und vermeiden Sie Multitasking so gut Sie können. Der Grund: So bald Sie mehrere Arbeitsschritte kombinieren, steigt das Fehler-Risiko. Quellenangaben werden dann schnell vergessen und Zitate nicht kenntlich gemacht. So entstehen viele ungewollte Plagiate.
Detaillierte Planung – Vor Bachelor- und Masterarbeiten erstellen die meisten Studenten ganz selbstverständlich einen Plan – eine Vorgehensweise, die auch bei Studienarbeiten sinnvoll ist. Diese Planung muss und kann natürlich nicht auf das i-Tüpfelchen genau sein, doch die unterschiedlichen Arbeitsphasen und die Struktur der Arbeit sollten feststehen. Planen Sie bitte ausreichende Zeitpuffer ein.
Klare Zielsetzung – Das Ziel einer wissenschaftlichen Arbeit ist klar – sollte man meinen. Dem ist jedoch ganz und gar nicht so, denn grundsätzlich gibt es drei mögliche Zielsetzungen.
1. Das Aufstellen von Theorien und Hypothesen auf Grundlage bestehenden Materials.
2. Die Verifizierung oder Falsifizierung, beispielsweise durch empirische Untersuchungen und die Analyse bestehender Fachliteratur, bestimmter Theorien.
3. Die Überprüfung bestehender Theorien und Erkenntnisse auf ihren praktischen Nutzen hin.
Je nachdem, welche der drei Zielsetzungen zutrifft, muss die Struktur der wissenschaftlichen Arbeit angepasst werden.
Konsequente Dokumentation – Die Ergebnisse jedes Arbeitsschrittes müssen lückenlos dokumentiert und archiviert werden. Das ist als Student vor allem in Ihrem eigenen Interesse, denn nur so sind Sie in der Lage, gegen Ende der Arbeit bestimmte Gedankengänge und Überlegungen vom Anfang des Prozesses nachzuvollziehen. Dann fällt es Ihnen leicht, Ihre Arbeits- und Vorgehensweise im Text darzulegen.
Festes System – Sowohl eine sinnvolle Dokumentation als auch die mittel- und langfristige Archivierung setzen ein festes System voraus. Dieses müssen Sie bereits vor Beginn des Arbeitsprozesses erstellt und erprobt haben. Denn während des eigentlichen Recherche- und Schreibprozesses sollten Sie sich um die technische Umsetzung keine Gedanken mehr machen müssen.
Erprobte Tools – Was für Ihr System gilt, sollte sich bei den eingesetzten Tools fortsetzen. Idealerweise haben Sie alle Programme und Geräte bereits vor dem produktiven Einsatz ausgiebig – beispielsweise in Vorlesungen und bei der Vorbereitung von Referaten und Transferaufgaben – getestet und beherrschen den Umgang damit problemlos.
Fertige Formatvorlagen – Unabhängig vom eingesetzten Textverarbeitungsprogramm sollten Sie Ihre wissenschaftlichen Texte unbedingt mit Formatvorlagen erstellen. Diese erleichtern Ihnen die Umsetzung aller formalen Vorgaben und sparen Ihnen im Lauf einer Arbeit jede Menge Zeit und Aufwand. Wie bereits bei Punkt sieben gilt auch hier: Den Umgang mit Formatvorlagen sollten Sie im Vorfeld üben.
Aktueller Wissensstand – Zitat-Regeln und Vorgaben für die Standards wissenschaftlichen Arbeitens werden immer wieder überarbeitet. Studenten sollten sich auch in diesem Bereich auf dem Laufenden halten und die neusten Entwicklungen mitverfolgen. Die meisten Hochschulen veröffentlichen entsprechende Informationen im E-Learning-System oder Intranet, auf das Studenten in der Regel Zugriff haben. Nutzen Sie diese Informationsquelle.
Nachvollziehbare Quellenangaben – Die goldene Regel jeder wissenschaftlichen Arbeit: Die Quellen einer Arbeit müssen problemlos auffindbar sein. Um nachvollziehbare Quellenangaben zu gewährleisten, wurden im Lauf der Zeit verschiedene Zitationsstile entwickelt. Oft lassen Bildungseinrichtungen den Studierenden die Wahl zwischen mehreren Stilen. Dann gilt: Entscheiden Sie sich für einen Stil und setzen Sie diesen konsequent um.