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An wen denken Sie bei dem Namen Kevin: An den Chef eines globalen Konzerns oder einen Versicherungsangestellten? Und wie ist es mit Justin oder Dennis? Oder bei den Vornamen Chantal und Jaqueline? Tatsächlich assoziieren viele Menschen bereits den sozialen Status und die Intelligenz eines Fremden wenn sie dessen Vornamen hören. Sag mir, wie du heißt und ich sage dir, wie intelligent du bist - Kinder, die einen wohlklingenden Vornamen tragen, haben im Leben eindeutig Startvorteile...

Nomen est omen: In Namen stecken viele Klischees

vorname-baby-namenwahlÜber 200.000 verschiedene Vornamen sind in Deutschland registriert. Historisch sind Vornamen übrigens älter als Familiennamen: Erst vor rund 300 Jahren wurden Nachnamen für Bauern und andere Leibeigene eingeführt.

Dabei fällt neben den jährlichen Hitlisten der beliebtesten Vornamen zunehmend auf: Namen sind nicht nur Geschmackssache oder zeigen, wer wir sind - sie sind auch Ausdruck von Herkunft und Zugehörigkeit.

So bevorzugen Akademiker gerne solide alte Vornamen, wie Jonathan, Friedrich, Elias, Franziska, Antonia oder Emilia, während einfachere Bildungsschichten eher zu Modenamen aus Film, Funk und Fernsehen greifen.

Das ist dann vielleicht Ausdruck von Modernität, aber für die Kinder nicht immer das Beste.

Dazu ein kurzes Beispiel und Experiment.

Es gibt Namen, mit denen verbinden wir ganz oft bestimmte Klischees. Diese schwanken zwar von Mensch zu Mensch, doch bei einigen Vornamen assoziieren nicht gerade wenige dasselbe Bild:

  • Benjamin zum Beispiel wirkt sofort klein,
  • Gabi ist vermutlich Frisörin,
  • Jessica vermutlich auch.
  • Maria ist bestimmt katholisch,
  • Marie-Luise etwas Etepetete und
  • Pamela ist nackt.
  • Paul wiederum trägt sicher Brille,
  • Wolfgang einen Bart,
  • Wilfried häufig Pollunder und
  • Kevin kommt aus dem Osten.

Bestimmt fallen Ihnen dazu noch mehr Beispiele ein. Und das alles ist natürlich genau das: eine Reihe haltloser Klischees.

Aber genau diese Stereotypen können das Urteil unserer Umwelt enorm beeinflussen, und im schlimmsten Fall wirken sie negativ bei der Auswahl von Bewerbern, bei der Beförderung oder bei der Wahl von Politikern.

Vornamen als Spiegel der Gesellschaft

Dass immer mehr Vornamen aus dem anglo-amerikanischen Kulturkreis kommen, ist übrigens nicht weiter verwunderlich. Der Soziologie Jürgen Gerhards untersuchte die Änderung bei deutschen Vornamen und kam zu dem Ergebnis, dass der American Way of Life sich in den Vornamen niederschlägt.

Grundlage seiner Analyse waren Geburtsregister zwischen 1894 und 1994 in einer westdeutschen Stadt und einer Stadt, die vormals auf DDR-Gebiet lag. Obwohl beide Staaten über vier Jahrzehnte hinweg getrennt waren und sich unterschiedlich entwickelten, konnten sich keine generellen Unterschiede feststellen lassen.

Oder anders ausgedrückt: die Vorliebe für transkulturelle Namen ist in beiden Staaten ab den fünfziger Jahren zu beobachten. Dies hängt zum einen mit der Abkehr von der nationalsozialistischen Zeit unmittelbar nach dem Krieg zusammen.

Zum anderen spielt das Christentum als Religion keine derartig große Rolle mehr, dass der Glauben in christlichen Namen ausgedrückt werden müsste. Die Nutzung von Massenmedien, der Einfluss durch amerikanische Filme, Serien und Musik lassen sich belegen: Proportional zum Anstieg dieser amerikanischer Medien gingen deutsche Vornamen seit den fünfziger Jahren zurück.

Übrigens gilt nicht nur in Ländern wie Amerika ein deutlich liberaleres Namensrecht als in Deutschland. Auch in der ehemaligen Sowjetunion gab es aufgrund eines großzügigen Namensrechts mitunter kuriose Auswüchse:

Dort war es nämlich üblich, Kinder nach den jüngsten Errungenschaften der Sowjetmacht zu benennen: Elektrina, Traktorina (von Traktor!) oder auch Oktrabrina (in Anlehnung an die Oktoberrevolution).

Mächtige Vornamen: So heißen deutsche Top-Manager

Extra-Tipp-IconThomas oder Stefan - so heißen die Manager der deutschen Wirtschaft. Diese beiden Vornamen sind in den Vorständen aller 30 deutschen DAX-Unternehmen am häufigsten vertreten. Das zeigt unsere eigene Auswertung aller 197 Vorstands-Vornamen. Dabei haben wir uns auf die Zusammensetzung der DAX-Vorstände, Stand: Mai 2016, beschränkt. Denn das permanente Stühlerücken in den Unternehmen wird die Liste natürlich bald wieder durcheinanderwürfeln. Es bleibt also eine Momentaufnahme, die jedoch dadurch nicht weniger interessant ist:

  • Namen-Spitzenreiter: Thomas und Stefan/Stephan sind die häufigsten Vornamen in den DAX-Vorständen. Beide Namen kommen jeweils sieben Mal vor. Dahinter folgen Bernd/Bernhard und Michael mit je sechs Vertretern, Frank und Markus/Marcus mit je fünf.
  • Jahrgang: Der größte Teil der DAX-Vorstände wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren geboren. Entsprechend dominieren auch Namen, die damals in Mode waren. Neben Thomas und Michael zum Beispiel auch Andreas. Auf der anderen Seite kommen moderne Namen wie Leon, Lukas oder Ben, die seit einigen Jahren zu den beliebtesten Babynamen zählen, so gut wie gar nicht vor. Das könnte sich aber innerhalb der nächsten 20 bis 40 Jahre ändern. Das Gleiche gilt für Modenamen der Siebziger- und Achtzigerjahre, beispielsweise Tobias, Fabian, Florian, Philipp oder Sebastian. Kein einziges DAX-Vorstandsmitglied heißt so.
  • Geschlecht: 17 Frauen sind in den Vorständen der DAX-Konzerne vertreten. Das bedeutet: Es gibt mehr Vorstandsmitglieder, die Thomas, Stefan oder Michael heißen, als solche, die auf die Namen Christine, Kathrin, Lisa, Melanie, Simone oder Helga hören (die ebenfalls vorkommen).
  • Internationalisierung: Vor allem US-Amerikaner sind stark vertreten, auch einige Inder. Das macht sich auch in der Namensliste bemerkbar, wo unter anderem Bill, Steve, Jay, Robin, Arunjai und Sanjiv mitmischen. EU-Ausländer gibt es dagegen nur vergleichsweise wenige, ebenso Deutsche mit Migrationshintergrund. So tauchen lediglich zwei türkische Vornamen auf - Kemal und Hakan. Der erste ist ein gebürtiger Brite, der zweite stammt aus der Türkei.

Im Jahr 2011 wertete wiederum Linkedin mehr als 100 Millionen Nutzerprofile aus, darunter vornehmlich die Namen von Geschäftsführern. Ergebnis: Die Namen der Chefs waren überwiegend kurz und hatten oft nur eine Silbe. Die Vermutung damals: Männer in Führungspositionen nutzen gerne kurze Spitznamen, um freundlicher und offener zu wirken.

Startvorteil: Die klügsten Vornamen für Ihr Kind

Der Namensvorteil beginnt bereits in der Grundschule. Schon im Jahr 1973 erforschten Herbert Harari und John W. McDavid Namensklischees. Damals sollten rund 160 Lehrkräfte Kurzgeschichten benoten. Was sie nicht wussten: Die Namen der Autoren waren willkürlich gewählt. Dennoch beurteilten sie Kinder mit positiv besetzten Namen besser - bei Jungen sogar noch stärker als bei Mädchen.

Im Jahr 2009 wiederum konnten Forscher der Universität Oldenburg ebenfalls in einer Studie nachweisen, dass Lehrer aus den Vornamen der Kinder Rückschlüsse auf deren Fähigkeiten und Verhalten ableiten. Aus dieser Schublade kämen viele Kinder später nicht mehr heraus:

  • Als leistungsstark gelten aus Lehrersicht Kinder mit Namen wie Charlotte, Marie, Sophie und Hannah bei den Mädchen. Alexander, Maximilian, Simon, Lukas und Jakob bei den Jungs.
  • Als leistungsschwach gelten demnach Chantal, Mandy, Angelina, Justin, Maurice und insbesondere Kevin.
  • Jungennamen mit historischem oder religiösem Bezug wirken wiederum besonders häufig intelligent: Tristan, Raphael, Julius, Elijah, Constantin, Samuel, Levi, Lias (von Elias). Gerne auch Namen mit griechischem oder lateinischem Einschlag. Bei den Mädchennamen ist dies weniger der Fall, was mangels historischer Vorbilder aber nicht verwundert.
  • Von Musik- oder Filmstars abgekupferte Namen sind hingegen meist keine clevere Idee und sehr kurzlebig. Ob Angelina, Britney oder Kevin ("Kevin allein zu Haus") - Eltern sollten aufpassen, hier nicht in eine Zeitgeist-Falle zu tappen, die ihnen später noch Schmerzen bereitet. Aktuelle Beispiele, die möglicherweise in Frage kommen: Taylor (Taylor Swift), Katy (Katy Perry) oder Helene (Helene Fischer).

Ein Blick ins Online-Portal babyclub.de bestätigt, dass die Ergebnisse im Großen und Ganzen weiterhin ihre Gültigkeit haben. Seit 2007 können User hier selbst darüber abstimmen, ob ein Name intelligent oder dümmlich wirkt, hübsch oder hässlich, jung oder alt, sportlich oder ungelenk, introvertiert oder extrovertiert. 15.000 Vornamen stecken schon in der Datenbank, insgesamt 400.000 Stimmabgaben sind registriert.

Zum Vergleich eignet sich auch der Blick auf sogenannte Onogramme. Das sind Assoziationslisten zu bestimmten Namen. So ist demnach etwa ein Jochen zwar sehr männlich, eher groß, alt und zuverlässig, aber auch unsportlich, ernst, und unattraktiv.

Allerdings sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Wahrnehmung von Vornamen ändert sich im Laufe der Zeit. Als Beispiele führen die Baby-Experten den Vornamen Mia an. 2007 war deren Image noch nicht so überragend, wie das heute der Fall ist. Umgekehrt wirkt ein Paul heute etwas weniger intelligent als noch vor fünf Jahren.

Daher rät der Psychologe und Namenforscher Udo Rudolph von der Universität Chemnitz zu einem zeitlosen Namen. Alexander, Michael, Anna und Claudia seien immer eine gute Wahl, bei Zeitgeistnamen sei hingegen Vorsicht geboten.

Noble Namen - bessere Bewerbungschancen

Extra-Tipp-IconKinder mit adelig klingenden Namen, werden im Bewerbungsprozess eher eingeladen und eingestellt. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Osnabrück. Dabei legten die Wissenschaftler Personalern Lebensläufe vor, die diese beurteilen sollten.

Der Trick war: Die Lebensläufe waren fachlich identisch, alle Bewerber hatten BWL studiert und vier Jahre Berufserfahrung. Einziger Unterschied war ihr Name.

Ergebnis: Bewerber mit Adelstitel wurden durchweg als durchsetzungsfähiger und führungsstärker bewertet - und auch eher eingestellt.

Die klügsten Vornamen - Stand 2016

Mädchen-Vornamen

  • Nicole
  • Esmé
  • Helen
  • Irina
  • Alisa
  • Anastasia
  • Veronika
  • Eske
  • Leana
  • Leonora
  • Isabel
  • Aline
  • Alessa
  • Ina
  • Emelie
  • Marlena
  • Kristin
  • Esther
  • Liv
  • Isabell
  • Maja
  • Mira
  • Juliane
  • Juna
  • Elina

Jungen-Vornamen

  • Mattis
  • Elijah
  • Lars
  • Jaron
  • Leonard
  • Patrick
  • Maxim
  • Matthias
  • Thilo
  • Lio
  • Liam
  • Lennard
  • Vincent
  • Lian
  • Tristan
  • Mio
  • Neo
  • Levi
  • Constantin
  • Samuel
  • Lias
  • Raphael
  • Julien
  • Leo
  • Julius

Wissenswerte Fakten: Was Ihr Vorname über Sie verrät

Extra-Tipp-IconVornamen sind alles andere als Schall und Rauch. Ganz häufig transportieren sie nicht nur die Identität einer Person, sondern eben auch deren vermeintliche Attraktivität, Intelligenz und deren Alter. Dazu gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Studien, die wir Ihnen hier kurz vorstellen wollen:

  • Namen signalisieren Alter.

    Bei einer Studie des schon erwähnten Psychologen Udo Rudolph von der TU Chemnitz sollten 149 Probanden anhand eines Fragebogens 60 männliche und weibliche Vornamen hinsichtlich des vermuteten Alters, ihrer Attraktivität, Intelligenz und Religiosität beurteilen.

    Ergebnis: Wer einen modernen Vornamen trug, wurde von den Versuchsteilnehmern prompt als jünger eingeschätzt. Wer als vermeintlich jünger galt, wurde ebenso mit dem Attribut "attraktiv" versehen. "Das wahrgenommene Alter ist die zentrale Information im Vornamen", sagt Rudolph.

  • Einfach auszusprechende Namen bringen Vorteile.

    Als Adam Alter von der New York Universität untersuchte (PDF), wie die Aussprache die Namenwirkung beeinflusst, stellte er fest: Menschen bevorzugen Menschen mit einem einfach auszusprechenden Namen. Oder wie er es formuliert: "Wenn wir eine Information leichter verarbeiten können, wenn es leichter ist, sie zu verstehen, läuft es immer darauf hinaus, dass wir diese Information mehr mögen." Bestätigt wird dies durch Studien an der Marquette Universität. Danach werden Menschen mit geläufigen Namen eher eingestellt als jene mit ausgefallenen Vornamen.

    Laut Studien am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge kann schon der Klang eines Namens darüber entscheiden, wie anziehend derjenige auf das andere Geschlecht wirkt. Demnach sind Männer mit sogenannten Vorderzungenvokalen (e und i) besonders sexy - also Oliver oder Felix. Frauen hingegen verdrehen Männern umso mehr den Kopf, wenn die sie mit Hinterzungenvokalen (a und u) ansprechen müssen. Fraukes wären somit enorm anziehend, Claudias geradezu unwiderstehlich.

  • Namen vom Anfang des Alphabets fördern Erfolg.

    Anton hat messbare Vorteile gegenüber Thomas und Claudia gegenüber Renate. Das ist die Quintessenz einer Studie um Stephan Jurajda und Daniel Munich. Die beiden Forscher untersuchten beispielsweise den Zusammenhang zwischen der Position von Studentennamen im Alphabet und deren Aufnahmechancen an renommierten Schulen.

    Resultat: Je eher der Name mit A, B, C und so weiter begann, desto besser die Aussichten auf Erfolg. Auch sonst hat das Vorteile, weil viele Listen alphabetisch sortiert werden und derlei Namen dann weit vorne erscheinen - auch wenn das gar nichts mit einer Rangfolge zu tun hat.

  • Namen beeinflussen die Arbeitgeberwahl.

    Das ist vielleicht eine der kuriosesten Korrelationen überhaupt: Wir entscheiden uns angeblich eher für Arbeitgeber, deren Name mit unseren eigenen Initialien übereinstimmt. Kurz: Amber arbeitet eher für Amazon und Simone für Siemens. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie um die Psychologen Frederik Anseel and Wouter Duyck von der Ghent Universität.

Seltene Vornamen: Einfach kreieren lassen!

Was aber tun, wenn einem so gar kein Name einfallen will? Es soll ein spezieller, seltener Vorname fürs Kind sein, denn die Eltern wissen: Ein Name mit negativen Beiklang könnte die Zukunft des Kindes nachhaltig beeinflussen.

Seltene Vornamen sind einem Vornamenportal zufolge diese - jeweils für Mädchen und Jungen:

  • Seltene Vornamen Mädchen: Brooklyn, Sansa, Alisha, Rhianna - ganz klar ist hier, woher der Wind weht: Namen von Popstars oder literarischen Vorbildern.
  • Seltene Vornamen Jungen: Milton, Mars, Pharell, Stig - auch bei den seltenen Vornamen für Jungen lassen sich sofort die berühmten Namensvetter ausmachen: Musikstars und Literaten lassen grüßen.

Die Gefahr, dass ein Name eine bestimmte Konnotation hat, ist bei Namen, die häufig auftauchen natürlich größer als bei seltenen. Zumal der Wunsch nach Individualität und Abgrenzung immer eine Rolle spielt: Wer will schon wie die sprichwörtlichen Hinz und Kunz heißen?

Mit dem nötigen Kleingeld alles kein Problem. Der Berner Kommunikationsexperte und Inhaber der Kreativagentur Erfolgswelle, Marc Hauser, designt für solvente Kunden exklusive Vornamen. Für knappe 30.000 Franken bekommen Sie bereits maßgefertigte Individualität ganz nach Wunsch zu kaufen.

Ob diese Individualität jedoch vor den Behörden Bestand hat, ist nicht klar: Zwar wird in zwölf gängigen Sprachen gegengecheckt, ob dieser seltene Vorname möglicherweise negative Konnotationen hat, aber eine endgültige Garantie gibt es nicht, da es in Deutschland und der Schweiz verschiedene Vorgaben, in Österreich sogar besonders strenge Regeln gibt.

Seltene Vornamen-Vornamen Mädchen-Vornamen JungenDie Vergabe von Vornamen ist in Deutschland nicht gesetzlich, sondern nur durch eine Verwaltungsvorschrift geregelt. Neben dem findet das Namensrecht im § 12 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in gewissem Umfang Eingang. Für Deutschland gilt es folgende Regeln zu beachten:

  • Innerhalb von vier Wochen nach der Geburt des Kindes muss der Name beim Standesamt festgelegt werden.
  • Der Name des Kindes sollte eindeutig weiblich oder männlich sein. Wird ein neutraler Name vergeben, muss ein zweiter Vorname das Geschlecht deutlich machen.
  • Markennamen - sofern sie nicht zuvor auf Vornamen zurückgehen (wie bei Mercedes) - dürfen nicht als Vornamen verwendet werden.
  • Ebenfalls nicht erlaubt sind geographische Namen. Ausnahmen: Ausländische geografische Namen, die sich hier eingebürgert haben. Brooklyn ist erlaubt, Sylt nicht - der Einzelfall entscheidet.

Vornamen: Das Bedürfnis nach Besonderem

vorname-name-badget-besondersZugegeben, in manchen Fällen ist die Geburtsurkunde auch nichts anderes als ein Mittel zur Selbstinszenierung der Eltern. Diesen Erzeugern reicht dann nicht nur einfach ein Vorname – es müssen schon mindestens drei sein und die möglichst extraordinär. Klasse durch Masse, man gönnt sich ja sonst nichts.

Hollywood (siehe Listen unten) macht es schließlich vor:

  • Die vier Geschwister von River Phoenix etwa heißen Liberty, Rainbow, Summer und Leif – offenbar allesamt made in Woodstock.
  • Flugzeug-Fan John Travolta wiederum benannte seinen Sohn direkt nach seiner Leidenschaft: "Jett" – das zweite T sicher um Verwechslungen auszuschließen.

So ganz neu ist das nicht.

  • Schon Wolfgang Amadeus Mozart hieß eigentlich Wolfgang Theophil Mozart. Nur fand der Wiener Komponist die lateinische Form fescher.
  • Der Schriftsteller Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen ("Simplizissimus") wurde von seinen Eltern mit gleich drei Rufnamen bedacht.
  • Auch der Reformator und Luther-Zeitgenosse Philipp Melanchthon hörte ursprünglich auf den deutschen Namen Philipp Schwartzerdt. Sein Onkel schlug passend zur humanistischen Bildung eine Gräzisierung vor, also die Übertragung ins Griechische.
  • Und der mittelalterliche Mediziner Paracelsus (1493-1541) hörte eigentlich auf den eindrucksvollen Titel Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim.

Das Bedürfnis nach Besonderem führt heute jedoch auch zu grotesken Taufgesuchen. So berichten Standesbeamte von Fällen, bei denen Eltern ihre Gören "Pepsi Cola", "Karl der Große" oder "Nicht Vaters Wunsch" taufen wollten. Derartiger Mumpitz wird zurecht kategorisch abgelehnt.

Wo bei solchen Extravaganzen hierzulande die Grenzen liegen, ist aber nicht eindeutig geregelt:

  • Erlaubte Vornamen sind zum Beispiel: Azalee, Bavaria, Chelsea, Cheyenne, Europa, Momo, Oleander, Pumuckl, Sexana, Sunshine, Taiga oder Winnetou.
  • Nicht erlaubte Vornamen sind dagegen: Che, Gin, Grammophon, Möwe, Judas, Kain, Teufel, Moon, November, Pfefferminze oder Wiesengrund.

Die grobe Regel dahinter: Vornamen dürfen ihre Träger nicht der Lächerlichkeit preisgeben. Und sie dürfen keine negativen Assoziationen wecken.

Positive dagegen schon. Deshalb stammt beispielsweise heute nahezu jeder dritte Vorname aus der Bibel. Das haben Onomastiker ermittelt.

Den Rekord für Onomastik-Onanie hält dagegen ein 1904 in Bergedorf bei Hamburg geborener Mann (das stand in der 1978 veröffentlichten Ausgabe des Guinness Book of World Records). Er hieß - kein Scherz:

Wolfeschlegelsteinhausenbergerdorffvoralternwarengewissenhaftsschaferswessenschafewarenwohlgepflegteundsorgfaltigketbeschutzenvonangreifendurchihrraubgierigfeindewelchevoralternzwolftausendjahresvorandieerscheinendenvanderersteerdemenschderraumschiffgebrauchlichtalsseinursprungvonkraftgestartseinlangefahrthinzwischensternartigraumaufdersuchenachdiesternwelchegehabtbewohnbarplanetenkreisedrehensichundwohinderneuerassevonverstandigmenschlichleitkonntefortpflanzenundsicherfreuenanlebenslanglichfreudeundruhemitnichteinfurchtvorangreifenvoneinanderintelligentgeschöpfsvonhinzwischensternartigraum

Sollten Sie zufällig auch gerade nach einem passenden Namen (für wen auch immer suchen) – hier ein paar Anregungen aus den Sphären der Schönen und Reichen. Zur Nachahmung jedoch nur bedingt empfohlen...

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