Einladung beim Chef: Die wichtigsten Regeln

Sie haben eine Einladung beim Chef zum Abendessen erhalten. Ein gutes Zeichen. Aber wie verhalten Sie sich dabei richtig? Sie zwar die generellen Umgangsformen, doch gibt es als Gast beim Chef zuhause einige Besonderheiten zu beachten. Die wichtigsten Knigge-Regeln im Überblick…

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Wie reagiere ich angemessen auf die Einladung vom Chef?

Eine Einladung beim Chef ist ein Vertrauensbeweis. Offenbar schätzt er Sie und Ihre Arbeit. Das kann für ihn eine Gelegenheit sein, das in Sie gesetzte Vertrauen zu prüfen und zu stärken.

Die Einladung ist also ein positives Signal. In dem folgenden Schritt-für-Schritt-Leitfaden zeigen wir Ihnen klassische Stolperfallen im Umgang mit Vorgesetzten. Um sich von Beginn an zu bewähren, sollten Sie bereits angemessen auf die Einladung reagieren:

  • Mündliche Einladung

    Auf eine mündliche Einladung sollten Sie sich direkt bedanken. Gleichzeitig sollten Sie sich direkt nach einem möglichen Dresscode für den Abend erkundigen. Sind Sie zum Beispiel Vegetarier, ist das ebenfalls eine wichtige Information an den Gastgeber.

  • Schriftliche Einladung

    Erfolgt die Einladung schriftlich, reagieren Sie bitte ebenfalls schriftlich: In der Antwort bedanken Sie sich für die Einladung und das Vertrauen und haben nun die Gelegenheit, kurz Hinweise zu Allergien oder ernährungsspezifischen Besonderheiten anzugeben, damit sich Ihr Gastgeber darauf einstellen kann.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Geringschätzung

    Der größte Fauxpas wäre, die Einladung lediglich hinzunehmen und gar keine Reaktion zu zeigen. Ein Feedback und Dankeschön zu geben, ist absolute Pflicht.

  • Hinweise

    Sie vergessen zu erwähnen, dass Sie Veganer sind, und Ihr Chef tischt einen Sonntagsbraten auf. In dem Fall wäre der Koch bzw. die Köchin zurecht schwer beleidigt.

  • Vorsorge

    Sie haben eine Laktoseintoleranz und vergessen das zu erwähnen? Dann nehmen wenigstens Laktase-Tabletten mit. Alles andere wäre wieder ein Fauxpas.

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Einladung beim Chef: Was ziehe ich an?

Kleider machen Leute. Die Kleidung sollte dem Anlass angemessen sein. Die Uhrzeit der Einladung spielt dabei eine entscheidende Rolle: Sind Sie nur zum Nachmittags-Kaffee eingeladen, wäre Abendgarderobe natürlich übertrieben. Umgekehrt gilt: Ab 18 Uhr erscheinen Sie im feineren Abendoutfit. Schwarze Schuhe sind dann zum Beispiel ein Muss.

  • Männer

    Die Farbwahl des Sakkos können Sie etwas großzügiger handhaben. Schwarz wäre theoretisch möglich, ist aber unter Umständen zu elegant für ein einfaches Abendessen. Wir empfehlen eher auf dunklere Farben wie Blau oder Grau zurückzugreifen. Für das Hemd wählt mann am Abend lieber die Farbe Weiß.

  • Frauen

    Hier gilt ebenfalls Business Casual – ein klassischer Mix aus Twinset oder Bluse und Hose oder Shirt und Blazer.

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  • Lässigkeit

    Sie greifen auf Ihre Lieblingsjeans zurück, weil die so schön bequem ist… Fehler! Sie dürfen abends zwar die Krawatte weglassen, aber zu leger sollte es nicht zugehen. Da es eine Einladung beim Chef ist, gelten zumindest noch ein paar Business-Regeln.

  • Outfit

    Wenn Sie die Krawatte zuvor umbinden, muss sie beim Essen unbedingt an bleiben – es wird keine Kleidung mehr abgelegt, daher sollten Sie insgesamt eher auf leichte Kleidung zurückgreifen.

  • Sorgfalt

    Löcher, Falten, Flusen und Fettflecken sind absolute No-Gos. Daher kontrollieren Sie Ihre Kleidung zuvor.

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Welche Mitbringsel für die Einladung beim Chef?

Ein Gastgebergeschenk ist immer eine nette Geste und honoriert den Aufwand. Überreicht wird das Gastgeschenk stets bei der Begrüßung. Je nachdem, ob Sie eine Frau oder einen Mann als Chef haben, sollten Sie sich für ein passendes Geschenk entscheiden. Mit einem Blumenstrauß oder Pralinen im Falle einer Chefin und einem guten Wein, wenn Ihr Chef ein Mann ist, machen Sie prinzipiell nichts verkehrt. Das gilt auch für die Frau des Gastgebers. Die Tücke liegt hier allerdings im Detail. Achten Sie auf folgende Dinge:

    Gastgeschenk für die Frau:

  • Wählen Sie unverfängliche, stilvolle Schnittblumen.
  • Bei verschiedenen Blumensorten nehmen Sie eine ungerade Zahl.
  • Sollte der Strauß in eine Papiermanschette oder Folie gewickelt sein, nehmen Sie diese vorher ab.
  • Gastgeschenk für den Mann:

  • Investieren Sie 20-30 Euro in einen hochwertigen Wein. Zwar können auch günstigere Weine qualitativ gut sein. Ein Qualitätswein aus der Weinhandlung spricht aber für mehr Wertschätzung und Niveau.
  • Sollten Sie die Hobbys oder Vorlieben Ihres Chef besser kennen, können Sie z.B. auch einen schönen Bildband über ein favorisiertes Urlaubsland mitbringen.

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  • Botschaften

    Die falschen Blumen: Rote Kavaliersrosen sowie weiße Lilien sind tabu. Erstere sind Verehrern vorbehalten; Letztere werden mit Grabschmuck assoziiert.

  • Aberglaube

    Nehmen Sie nie genau 13 Blumen mit – die Menge wird als Unglückszahl empfunden.

  • Müll

    Übergeben Sie Blumen stets unverpackt – also unbedingt vorher Papier oder Folie entfernen.

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Einladung beim Chef: Die richtige Begrüßung

Wenn Sie der Einladung Ihres Chefs folgen, versteht es sich von selbst, dass Sie pünktlich erscheinen. Bei einem Abendessen müssen Sie davon ausgehen, dass die Speisen entsprechend vorbereitet werden und sich nicht beliebig warmhalten lassen.

Die Begrüßung hängt davon ab, wer Ihnen die Tür öffnet: Üblicherweise gibt man der Person zuerst die Hand, die einem zuerst entgegentritt. Sollte also die Frau des Chefs die Tür öffnen und der Chef selbst nicht zu sehen sein, ist klar, dass Sie diese als erste begrüßen. Auch wenn beide Partner gleichzeitig an der Tür erscheinen, gilt: Ladies first! Diese Regel steht im Widerspruch zu Begrüßungen im Businessalltag: Dort wird stets der Ranghöchste zuerst begrüßt.

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  • Verspätung

    Sie schaffen es nicht pünktlich zu sein? Dann sollten Sie unbedingt anrufen und Bescheid geben – eine Viertelstunde ist noch im Rahmen des Tolerierbaren.

  • Durcheinander

    Bei der Begrüßung mit Handschlag sollten sich die Arme nicht kreuzen. Vermeiden Sie das, indem Sie folgende Reihenfolge einhalten: Der Gast begrüßt die Frau des Chefs oder die Chefin zuerst, dann den Chef oder den Mann der Chefin. Erst dann folgt der Partner oder die Partnerin des Gastes in derselben Reihenfolge.

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Smalltalk: Welche Gesprächsthemen eigenen sich?

Hier zeigt sich, wer die Kunst des Smalltalks beherrscht. Angenommen, Sie sind zum ersten Mal bei Ihrem Chef eingeladen, dann bieten sich folgende Themen an:

  • Lage des Hauses
  • Würdigung von Möbeln und Kunst
  • Urlaubsorte
  • Erfahrungen im Ausland
  • Künstler und Musik

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Treten Sie gesellig auf, ohne privat zu werden! Gerade mit Blick auf die Arbeit gilt es einige Themen unbedingt auszulassen. Dazu gehören:

  • Finanzen

    Gehaltsverhandlungen und ähnliche Themen wie Boni oder mehr Urlaub sind tabu.

  • Gerüchte

    Ebenfalls sollten Sie nie abfällig über Kollegen oder andere Führungskräfte reden.

  • Distanzlosigkeit

    Absolutes No-Go sind Komplimente über die Figur oder das Kleid der Chefin oder die Frau des Gastgebers.

  • Reizthemen

    Klassische Fallen lauern bei Reizthemen wie Religion und Politik. Nicht ansprechen! Auch Krankheiten oder den Tod von Angehörigen sollten Sie ausklammern.

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Besteck und Gläser: Die richtige Handhabung

Die richtige Regel bei der Benutzung des Bestecks lautet: immer von außen nach innen aufnehmen. Spezielles Fischbesteck gibt es für Grätenfische. Sollten Sie beim Kauen eine Fischgräte bemerken, bringen Sie diese auf die Gabel und legen die Gräte am Tellerrand ab. Grätenfreie Fischsorten wie Scholle oder Seeteufel werden mit dem üblichen Besteck gegessen.

Einmal benutztes Besteck legen Sie niemals auf dem Tisch oder der Tischdecke, sondern nur auf dem Teller ab! Sollten Sie eine Pause machen, liegt das Besteck in Form eines Spitzdaches auf dem Teller: Zinken der Gabel sind oben, die Messerschneide zeigt zu Ihnen. Wenn Sie das Essen komplett beendet haben, werden Messer und Gabel parallel zueinander schräg rechts auf dem Teller abgelegt – die sogenannte 20-nach-4-Stellung.

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Sehr wahrscheinlich wird man Ihnen Alkohol in Form eines Aperitifs vor dem Essen anbieten. Grundsätzlich können Sie ohne Angabe von Gründen den Alkohol ablehnen. Falls Sie jedoch zum Aperitif greifen, wird das Glas anschließend nicht mit zum Tisch genommen! Wenn Sie Wein trinken, halten Sie das Weinglas immer am Stiel. So vermeiden Sie nicht nur eine Erwärmung des Inhaltes, sondern auch hässliche Fingerabdrücke auf dem Glas.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Imitation

    Sie bemerken bei Ihrem Vorgesetzten irritierende Marotten und machen diese nach. Gefährlich! Es könnte sich beim Verhalten des Chefs um einen Test handeln. Also: Niemals die Ellenbogen auf dem Tisch absetzen und die Hände beim Essen nicht unter dem Tisch ablegen (machen nur Amerikaner).

  • Manieren

    Niemals die Gräte oder Olivensteine mit den Fingern aus dem Mund nehmen. Richtig ist allein: Sie legen diese vorsichtig mit der Zunge auf die Gabel und führen diese zum Teller.

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Einladung beim Chef: Der Umgang mit Speisen

Auch im Bereich der Tischmanieren gilt: andere Länder, andere Sitten. Wir fokussieren hier die Normen, die für Deutschland gelten. Das Essen beginnt, wenn der Gastgeber oder die Gastgeberin am Tisch sitzen und dazu auffordern. Ebenso verhält es sich mit den Getränken bei Tisch: Der Gastgeber fordert dazu auf, erst dann wird getrunken.

Es gibt zu viele Speisen, die einen speziellen Umgang erfordern, als dass wir hier alle aufführen könnten. Daher geht es um die wichtigsten Regeln für die gängigsten Speisen. Es sind tatsächlich auch vermeintlich simple Speisen, deren Handhabung sich plötzlich als herausfordernd entpuppt:

  • Suppe

    Wird mit der Löffelspitze zum Mund geführt, nicht quer schlürfen. Der Suppenteller wird ausgelöffelt, nicht ausgetrunken.

  • Bouillon

    Nur die dürfen Sie austrinken, sofern sie in einer Tasse serviert wird und Sie die Einlagen zuvor mit dem Löffel gegessen haben.

  • Salat

    Wird niemals mit dem Messer geschnitten. Falls einzelne Bestandteile zu groß sind, darf man sich mit einem Stückchen Brot behelfen.

  • Brot

    Wird nicht geschnitten oder bestrichen, sondern in kleine Stücke gebrochen.

Achtung Fettnapf: Hier lauern Gefahren

  • Signale

    Nach dem Essen niemals den Teller von sich weg zur Tischmitte schieben, um darauf aufmerksam zu machen, dass man den Gang beendet hat.

  • Geräusche

    Allgemein verbieten sich Essgeräusche wie Schlürfen und Schmatzen sowie das Ablecken von Messer und Gabel.

  • Konsum

    Trinken Sie nicht durcheinander. Sie sollten Ihre Grenzen kennen und maßvoll beim Alkoholkonsum bleiben. 2-3 Gläser Wein sind noch okay.

  • Diskretion

    Schminken Sie sich nicht bei Tisch, ebensowenig werden Essensreste mit dem Zahnstocher bei Tisch entfernt. In beiden Fällen suchen Sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Waschraum auf.

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Was tun bei Missgeschicken?

Malheurs wie ein umgekipptes Weinglas sind zwar unangenehm, aber kein Weltuntergang – bei Rotwein auf der weißen Tischdecke oder heller Kleidung hilft immer noch ein altes Hausmittel: Mineralwasser. Es verdünnt den Fleck und die Kohlensäure löst Rückstände. Wichtig dann: nicht reiben, sondern tupfen!

Haben Sie sich bis zum Digestif, dem Verdauungsschnaps, erfolgreich bewährt, kann Ihnen eigentlich kaum noch etwas passieren. Mit den wichtigsten Knigge-Regeln sollte eine Einladung beim Chef zu bewältigen sein.

Einladung vom Chef ablehnen: Geht das?

Eine Absage auf eine Einladung beim Chef ist heikel. Wer hierbei nicht den richtigen Ton trifft, kränkt sein Gegenüber. Noch schlimmer: Steckt das Unternehmen in der Krise und der Chef lädt zu einem semi-offiziellen Treffen mit anderen Kollegen ein, könnte das Folgen für Ihre berufliche Zukunft haben. Die Für und Wider sollten Sie also im Einzelfall gut abwägen.

Wichtig jedoch: Auch bei einer Absage sollten Sie Wertschätzung zeigen und diese zeitnah und nachvollziehbar formulieren. Nachvollziehbare Absagegründe sind Urlaub, Krankheit oder anderweitige Verpflichtungen. Zur Not gehen auch Notlügen, wenn Sie dadurch eine Kränkung vermeiden. Inhaltlich kann das dann so aussehen:

  1. Dank für die Einladung

    Beispiel: „Sehr geehrte Herr Chef, vielen Dank für die freundliche Einladung zum Essen.“

  2. Bedauern ausdrücken

    Beispiel: „Sehr gerne wäre ich am TT.MM.JJJJ zum Essen gekommen. Leider muss ich Ihre Einladung absagen.“

  3. Plausiblen Grund nennen

    Beispiel: „Am selben Tag feiert meine Mutter ihren 80. Geburtstag. Das lässt sich nicht verschieben.“

  4. Um Verständnis bitten

    Beispiel: „Ich bitte um Verständnis für meine Absage, würde mich aber sehr freuen, wenn wir das Treffen zu einem anderen Zeitpunkt nachholen.“

Der letztes Satz gilt natürlich nur, wenn Sie sich wirklich mit Ihrem Chef privat treffen wollen. Wer Wert auf größere Distanz legt, kann die Einladung auch gänzlich ablehnen – ohne Kommentar.


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