Promovieren neben dem Job
Mit dem Bachelor oder Master in der Tasche ist der akademische Weg nicht unbedingt abgeschlossen. Ein Teil entscheidet sich dafür, auch noch einen Doktortitel zu machen, also an der Universität zu bleiben und sich über einen langen Zeitraum von in der Regel mehreren Jahren intensiv mit einem Thema auseinandersetzen und eine entsprechende Doktorarbeit verfassen. Damit verbunden ist ein enormer Arbeitsaufwand. Tatsächlich entscheiden sich aber immer mehr Arbeitnehmer, neben dem Job zu promovieren und sich damit einer Doppelbelastung der ganz besonderen Art auszusetzen. Mit der richtigen Einstellung und Unterstützung vom Arbeitgeber kann das aber durchaus funktionieren. Dennoch sollte jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich auch die Frage stellen, ob es sich tatsächlich lohnt, die enorme Anstrengung auf sich zu nehmen, um neben dem Job zu promovieren...

Promovieren neben dem Job: Lohnt sich das?

Klar, ein Doktortitel hat Vorteile. Zum einen verschafft er Ansehen und Respekt, aber natürlich ist er auch ein Zeichen der Expertise und kann im Berufsleben sehr nützlich sein, wenn man beispielsweise auf der Suche nach einem neuen Job ist und sich von anderen Bewerbern abheben möchte. So zeigt sich auch, dass das Gehalt mit einem Doktortitel durchschnittlich höher liegt, als ohne.

Aber wie verhält es sich, wenn man neben dem Job promovieren möchte - gelten hier die gleichen Grundlagen? Gründe für die Entscheidung kann es unterschiedliche geben: Manch einer möchte sich einfach weiterbilden, andere erhoffen sich auf diese Weise, die nächsten beruflichen Schritte vorzubereiten, ohne gleichzeitig für mehrere Jahre aus dem Beruf ausscheiden zu müssen. Jedem sollte jedoch bewusst sein, auf was für einen Aufwand er sich dabei einlässt.

Die Frage, ob sich das Promovieren neben dem Job lohnt, lässt sich dabei nicht allgemein beantworten, es kommt immer auf die persönliche Situation an. Nicht jeder profitiert in gleichem Ausmaß von einem Doktortitel. Um herauszufinden, ob eine Promotion neben dem Job der richtige Weg ist, sollten Sie sich einige Fragen ehrlich beantworten.

  • Weiß ich, was es für mich und auch mein Umfeld bedeutet, wenn ich neben dem Job promoviere?
  • Bringt ein Doktortitel mich wirklich meinen Zielen näher?
  • Kann ich die beiden Aspekte wirklich miteinander verbinden?

Tipps, um neben dem Job zu promovieren

SFIO CRACHO/shutterstock.comUm neben dem Job einen Doktortitel anzustreben, brauchen Sie nicht nur eine gute Organisation, um die unterschiedlichen Anforderungen und Herausforderungen auszubalancieren, sondern auch eine gute Planung des gesamten Vorhabens. Damit es am Ende trotzdem von Erfolg gekrönt ist, haben wir einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen können, neben dem Job zu promovieren.

  1. Finden Sie ein geeignetes Thema

    Wer vielleicht bereits seit einigen Jahren berufstätig ist, hat es nicht immer ganz leicht, ein passendes Thema zu finden. Hier hilft eine gute Recherche und Rücksprache mit dem Betreuer. Vielleicht ist es sogar möglich, ein Thema zu finden, dass relevant für den eigenen Beruf ist. So werden Sie zum Experten auf Ihrem Gebiet. Die wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass Sie ein Thema finden, dass Sie interessiert, da Sie sich lange damit beschäftigen werden.

  2. Holen Sie Ihren Chef ins Boot

    Um neben dem Job promovieren zu können, sollten Sie Ihr Vorhaben mit dem Arbeitgeber absprechen. Viele Unternehmen zeigen dafür Verständnis und Unterstützen den Wunsch des Mitarbeiters sogar. Schließlich profitiert auch der Arbeitgeber von der besseren Qualifikation des Mitarbeiters. Oft kann man sich für eine Zeit lang freistellen lassen oder die Arbeit reduzieren, um mehr Zeit zu haben.

  3. Bleiben Sie diszipliniert

    Es ist wahrlich nicht leicht, sich neben dem Job immer wieder aufzuraffen, zu motivieren und die ohnehin meist knapp bemessene Freizeit zu nutzen, um wissenschaftliche Texte zu lesen, weiterführende Literatur zu suchen und zu durchstöbern und natürlich auch die eigene Doktorarbeit zu schreiben. Hier braucht es eine starke und anhaltende Motivation und die nötige Selbstdisziplin, um am Ball zu bleiben.

  4. Nehmen Sie sich genügend Zeit

    Sie sollten sich bereits im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen wird, um neben dem Beruf zu promovieren. Doktoranden brauchen nicht ohne Grund mehrere Jahre bis zum Doktortitel - auch wenn Sie nicht nebenbei noch einen Vollzeitjob haben. Planen Sie daher von Anfang an genügend Zeit ein und machen Sie dies auch gegenüber Ihrem Arbeitgeber deutlich. Neben dem Job zu promovieren ist ein langer Weg, der sich aber für beide Seiten lohnen kann.

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