Wichtige Key Facts
- Definition: Arbeitskleidung ist die Kleidung, die ein Arbeitnehmer bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit trägt bzw. auf Anweisung des Arbeitgebers tragen muss. Manche Arbeitskleidung dient der Sicherheit von Mitarbeitern. Es gibt aber auch Vorschriften zur Kleidung für einen seriösen und professionellen Eindruck bei der Repräsentation des Arbeitgebers.
- Arten: Es wird vor allem zwischen normaler Arbeitskleidung (z.B. Business Casual) und spezieller Schutzkleidung unterschieden.
- Arbeitsrecht: Unternehmen können über das Direktionsrecht (§ 106 Gewerbeordnung, GewO) Vorschriften zur Kleidung der Mitarbeiter machen. Dies muss allerdings betrieblich begründet sein. Vorschriften zur Arbeitskleidung dürfen die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter nicht unverhältnismäßig einschränken.
- Kosten: Spezial- und Schutzkleidung muss der Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung stellen. Wird lediglich berufsübliche Kleidung (z.B. Anzug, Kostüm) erwartet, tragen Mitarbeiter die Kosten selbst.
In Deutschland tragen etwa 52 % der Arbeitnehmer normale Freizeitkleidung bei der Arbeit. Diese haben keine konkreten Vorgaben und sind völlig frei in der Kleiderwahl. Bedeutet umgekehrt: 48 % der Mitarbeiter haben zumindest teilweise spezielle Kleidungsvorgaben wie Business-Dresscodes oder sie müssen eine Uniform bzw. Schutzkleidung tragen.
Was ist Arbeitskleidung genau?
Als Arbeitskleidung (Synonym: Berufs- oder Dienstkleidung) wird allgemein die Kleidung bezeichnet, die während der Arbeit getragen wird. Im engeren Sinne geht es jedoch meist um die Outfits, die der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern während der Arbeitszeit vorschreibt.
Welche Arten von Arbeitskleidung gibt es?
Arbeitskleidung kann je nach Job und Branche unterschiedlich ausfallen. Die folgende Übersicht zeigt die verschiedenen Arten:
1. Business-Kleidung (Dresscode)
Diese Arbeitskleidung umfasst Dresscodes, die für bestimmte Berufe typisch sind. Dazu zählen z.B. ein klassischer Anzug oder ein Kostüm in der Finanzbranche. Hierbei gibt es jedoch keine gesetzlichen Vorgaben. Unternehmen regeln den Dresscode über interne Richtlinien, benötigen hierfür aber einen sachlichen Grund – z.B. die seriöse Wirkung beim Kundenkontakt –, um verpflichtende Vorgaben zu machen.
2. Schutzkleidung (PSA)
Die „Persönliche Schutzausrüstung“ (PSA) ist in vielen Berufen unverzichtbar. Sie ist zentrales Mittel für den Arbeitsschutz. Ob Atemschutzmaske, schnittfeste Handschuhe oder Schutzhelm: Der Arbeitgeber muss gemäß Arbeitsschutzgesetz geeignete Schutzkleidung bereitstellen, um die Sicherheit der Mitarbeiter bei der Arbeit zu gewährleisten – zum Beispiel vor Hitze, Kälte, Chemikalien, Wasser oder Strahlung.
3. Uniformen
Dienstkleidung dient der Identifikation. Ob im Einzelhandel oder in der Gastronomie möchte ein Arbeitgeber etwa, dass Kunden die Mitarbeiter sofort an einem einheitlichen Erscheinungsbild erkennen. Auch einheitlich schwarze Hosen und ein Shirt mit dem Logo des Unternehmens sind eine Variante der Uniform. Bei der Polizei oder der Bundeswehr sind Uniformen wiederum fest vorgeschrieben.
Darf der Chef Arbeitskleidung vorschreiben?
Arbeitgeber dürfen Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung von Mitarbeitern genauer bestimmen. Dazu gehört aus rechtlicher Sicht auch das äußere Erscheinungsbild, sofern es einen Bezug zum Betriebszweck hat. Grundlage dafür ist das Direktionsrecht (§ 106 GewO). Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, welches Ziel das Unternehmen verfolgt: Möglich sind etwa ein einheitlicher Look der Belegschaft oder ein professionelles Auftreten im direkten Kundenkontakt.
Wo wird Arbeitskleidung geregelt?
Geregelt wird die Arbeitskleidung im Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung. Im letzten Fall hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht (§ 87 Abs. 1 BetrVG)
Wann darf der Arbeitgeber nichts vorschreiben?
Die Grenze für die Outfit-Vorgaben bildet das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers. Ein Unternehmen darf zwar einen seriösen Look verlangen, aber keine entwürdigenden oder vollkommen abwegigen Kostüme vorschreiben, die den Mitarbeiter lächerlich machen könnten. Bei den Vorgaben zur Arbeitskleidung müssen immer auch die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt werden. So haben Arbeitnehmer, die ausschließlich ohne Kundenkontakt im Büro arbeiten, größere Freiheiten bei der Wahl des eigenen Outfits. Solange die Kleidung die eigene Leistung oder das Arbeitsumfeld nicht beeinflusst, hat der Arbeitgeber kein „berechtigtes Interesse“ an einer Kleidungsvorschrift.
Typische Berufe, in denen Arbeitsschutzkleidung getragen wird
In manchen Jobs geht es bei Arbeitskleidung um die Sicherheit am Arbeitsplatz für Arbeitnehmer. In diesen Berufen ist eine bestimmte Bekleidung vorgeschrieben, um Verletzungen zu vermeiden und Hygienevorschriften einzuhalten:
- Atemschutz
- Handschuhe
- Schutzhelm
- Sicherheitsschuhe
- Atemschutz
- Feuerwehrschutzanzug
- Gummistiefel
- Kontaminationsschutzkleidung
- Schutzhandschuhe
- Sicherheitsschuhe
- Sicherheitshelm mit Nackenschutz
- Augenschild
- Dienstschuhe
- Handschuhe
- Kasack
- Kopfhaube
- Mund- und Nasenschutz
- Atemschutz
- Gummistiefel
- Gehörschutz
- Handschuhe
- Schutzanzug
- Schutzbrille
- Sicherheitsschuhe
Berufe im Bauwesen
Arbeitnehmer, die auf einer Baustelle arbeiten, sind vielen Gefahren ausgesetzt. Aus diesem Grund sind sie dazu verpflichtet, bestimmte Arbeitsschutzkleidung zu tragen. Dazu gehört zum Beispiel:
Berufe bei Feuerwehr und Katastrophenschutz
Arbeitnehmer, die bei der Feuerwehr und beim Katastrophenschutz arbeiten, leben gefährlich. Arbeitsschutzkleidung ist daher bei diesen Berufen Pflicht. Dazu zählt zum Beispiel:
Berufe im Gesundheitsbereich
Wer in einem medizinischen Beruf arbeitet und mit kranken Patienten zu tun hat, muss nicht nur die Patienten, sondern auch sich selbst während der Arbeit schützen. Dazu gehört das Tragen von Kleidung, die sich besonders leicht keimfrei halten lässt. Zusätzlich sind in bestimmten Bereichen auch Handschuhe und Atemmasken vorgeschrieben. Typische Kleidungsstücke:
Berufe im Handwerk
In bestimmten handwerklichen Berufen wird der sogenannte Blaumann nicht nur als Mittel der Corporate Identity getragen. Er ist schwer entflammbar und schützt Monteure, KFZ-Mechaniker und andere Handwerker vor Verletzungen. Typische Schutzkleidung im Handwerk:
Der Arbeitgeber kann aus Sicherheitsgründen auch verlangen, dass während der Arbeit keine Ringe, Ketten oder Piercings getragen werden, wenn dadurch eine Unfallgefahr besteht.
Wer muss die Arbeitskleidung bezahlen?
Der Arbeitgeber muss benötigte Arbeitsschutzkleidung zur Verfügung stellen und auch alleine bezahlen. Mitarbeiter müssen sich daran nicht beteiligen. Wer hingegen freiwillig Schutzkleidung tragen möchte, obwohl es dafür keine Pflicht gibt, muss diese auch selbst kaufen. Anders ist es bei Arbeitskleidung, die dem Erscheinungsbild dient. Hierbei kann der Arbeitgeber einheitliche Outfits zur Verfügung stellen (beispielsweise in der Gastronomie, damit das gesamte Team gleich angezogen ist). Ansonsten ist der Mitarbeiter selbst verantwortlich, den entsprechenden Dresscode im Job einzuhalten.
Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?
Wenn Sie die Kleidung ausschließlich beruflich nutzen, können Sie diese als Werbungskosten bei der Steuererklärung von der Steuer absetzen. Als Arbeitskleidung gelten z.B. ein Arztkittel, eine Richterrobe oder die Kleidung eines Kochs, die dieser nur in der Küche trägt. Bei ausschließlich beruflicher Nutzung können Sie ebenso die Reinigungskosten bei der Steuer geltend machen. Allerdings ist die Anerkennung im Einzelfall Auslegungssache des Finanzamts.
Achtung: Übernimmt Ihr Arbeitgeber die Kosten für eine Arbeitskleidung, die nicht berufstypisch ist und die Sie daher auch in Ihrer Freizeit tragen können, könnte es sich um einen geldwerten Vorteil handeln, den Sie zusätzlich versteuern müssen!
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