Definition: Was ist der Montagsblues?
Der Montagsblues ist ein umgangssprachlicher Begriff für ein regelmäßiges Stimmungstief am Montag. Typisch sind Unlust, Müdigkeit oder schlechte Laune nach dem Wochenende und beim Start in eine neue Arbeits- oder Schulwoche.
Offiziell gibt es den Montagsblues nicht. Er ist weder ein anerkanntes noch ein nachweisbares Krankheitsbild. Wissenschaftler wie der Arbeitspsychologe Oliver Weigelt von der Universität Leipzig bestätigen jedoch, dass die typische Montagsstimmung durchaus real ist. Grund dafür ist aber nicht der Montag, sondern die abrupte Entspannung am Wochenende zuvor.
Ursache für den Montagsblues: eine Entlastungsdepression
Läuft der Körper die gesamte Woche über auf Hochtouren, schüttet er die gesamte Zeit über Hormone – vor allem Cortisol – aus. Diese lassen uns durchhalten, schwächen aber zugleich das Immunsystem. Fahren wir dann am Wochenende rapide runter, bestraft der Körper das mit Kopfschmerzen oder einer Erkältung. Die Psyche wiederum reagiert mit einer sogenannten Sonntagsneurose bzw. Entlastungsdepression – und die kann bis in den Montag ausstrahlen.
Ein weiterer Grund für die ebenso typische Montagsmüdigkeit ist ein wildes Partyleben am Wochenende. Wer Freitagabend oder Samstagabend ordentlich auf den Putz haut, bringt seinen Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Takt. Die Folge: Wir finden Sonntagnacht keine Ruhe und zu wenig Schlaf. Der Erholungseffekt des Wochenendes ist am Montagmorgen dahin – und es fehlt jede Motivation, auf die Arbeit zu gehen.
Was ist das Phänomen Montagsangst?
Eine Studie der Universität Hongkong um Professor Tarani Chandola bestätigt, dass der Montag tatsächlich die Stresswerte bei Menschen erhöht. Menschen mit ausgeprägter Montagsangst haben im Durchschnitt 23 % höhere Cortisolwerte. Der sogenannte „Anxious Monday“-Effekt betrifft dabei nicht nur Berufstätige, sondern lässt sich ebenso bei Rentnerinnen und Rentnern beobachten. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser biologische Rhythmus durch jahrelange Prägung in Schule und Beruf dauerhaft in unserer Physiologie verankert wird. Die Studienergebnisse liefern zudem eine Erklärung dafür, warum sich montags nachweislich rund 19 % mehr Herzinfarkte ereignen als im restlichen Wochenverlauf.
Was ist der Blue Monday?
Der „Blue Monday“ ist der angeblich „deprimierendste Tag des Jahres“ – es ist immer der dritte Montag im Januar. Der Begriff wurde Anfang der 2000er von einem britischen Reiseunternehmen verbreitet und einem Psychologen (Cliff Arnall) zugeschrieben. Angeblich sorgen Winterwetter (wenig Licht) und gescheiterte Neujahrsvorsätze dafür, dass dieser Montag den Stimmungstiefpunkt des Jahres darstellt. Wissenschaftlich ist der Blue Monday aber weder seriös belegt, noch nachweisbar. Er ist ein reiner Marketinggag.
Wie kann ich den Montagsblues überwinden: Tipps gegen den Montagsfrust
Egal, wie sehr die Mundwinkel am Montag nach unten zeigen: Schicksal ist das nicht! Sie können jederzeit etwas tun, um den Montagsblues zu überwinden. Die meisten verfahren dabei nach dem Motto: „Augen zu und durch!“ Kann man so machen, strengt aber an. Andere pushen sich laut Studien am Montagmorgen mit ihrer Lieblingsmusik (31 %), jeder Vierte (24 %) vertreibt die trübe Stimmung mit einem Schwatz unter Kollegen. Um das Tief zu überwinden und gutgelaunt in den Arbeitsrhythmus zu starten, gibt es aber bessere Wege. Hier ein paar Anregungen zum Aufmuntern:
Starten Sie gemütlich in den Tag
Steigen Sie sanft in die Woche ein. Deswegen sollten Sie primär montags auf die Schlummertaste verzichten. Die Zeit, die Sie länger liegenbleiben, fehlt Ihnen später nur und bringt Hektik in den Morgen. Raffen Sie sich stattdessen auf und stehen Sie bereits beim ersten Klingeln auf. So bleibt noch genügend Zeit für eine zweite Tasse Kaffee und ein besonders gemütliches und gesundes Frühstück, um Energie zu tanken.
Kurbeln Sie Ihren Kreislauf an
Fühlen Sie sich noch müde und schwerfällig, bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung. Starten Sie mit einer kalten Dusche oder einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft. Wenn Sie dafür keine Zeit haben, können Sie auch das letzte Stück bis zum Büro zu Fuß zurücklegen.
Erzeugen Sie Vorfreude
Planen Sie kleine private und berufliche Höhepunkte für den Montag ein. Das können etwa ein Treffen mit Freunden nach Feierabend oder die Arbeit an einem Projekt sein, an dem Sie besonders viel Spaß haben. Damit schaffen Sie sich etwas, auf das Sie sich freuen können, und starten sofort motivierter in den Montag.
Unterteilen Sie Ihren Arbeitstag
Besonders montags haben viele das Gefühl, dass sich der Arbeitstag ewig hinzieht. Diesen Eindruck können Sie vermeiden, indem Sie den Tag in kleinere Abschnitte und Projekte unterteilen. Konzentrieren Sie sich dann ganz auf den jeweiligen Zeitraum – und schon vergeht die Zeit wie im Flug.
Legen Sie ausreichend Pausen ein
Achten Sie darauf, während des Arbeitstages mehrere kurze Pausen zu machen. Bereits 5 Minuten, in denen Sie aufstehen, die Beine ausschütteln, die Arme in die Luft strecken und sich recken und dehnen, reichen schon aus, um sich frischer zu fühlen.
Sorgen Sie für genügend Licht
Dunkelheit kann sich negativ auf Ihre Stimmung auswirken. Schuld daran ist ein Mangel an Vitamin D. Der Körper benötigt für die Herstellung dieses Vitamins Sonnenlicht. Aus diesem Grund der Appell: Sorgen Sie für genügend Licht: Schon eine Mittagspause an der frischen Luft kann den Vitamin-D-Tank wieder auffüllen.
Bereiten Sie Ihre Woche vor
Damit Ihnen der Wochenstart leichter fällt, sollten Sie bereits am Sonntagabend beginnen, den Montag vorzubereiten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die anfallenden Aufgaben und Termine. Planen Sie diese in einer To-do-Liste oder einem Tagesplan. Bonus-Tipp: Räumen Sie schon am Freitagabend kurz vor Feierabend Ihren Schreibtisch auf und machen Sie alles startklar. Dann können Sie am Wochenende getrost abschalten.
Extra Motivationskick
Sollten Sie noch einen Extra-Kick und neue Motivation benötigen, haben wir eine Liste mit 20 Gründen, Ihren Job zu lieben, und Antworten auf die Frage: „Warum arbeite ich gerne für meine Firma?“
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