Employer BrandingBewerber haben es bei der Jobsuche nicht immer leicht, doch das gilt auch für Unternehmen, die auf der Suche nach hoch qualifizierten Mitarbeitern sind und diese nicht nur anziehen, sondern auch an sich binden wollen. Vorbei die Zeiten in denen Unternehmen sich für alle Stellen die besten Mitarbeiter frei heraussuchen konnten. Heute buhlen zahlreiche Unternehmen durch aktives Employer Branding um die Gunst gut ausgebildeter – und idealerweise erfahrener – Fachkräfte. Was Unternehmen tun können, um Arbeitnehmer auf sich aufmerksam zu machen, zeigen wir Ihnen heute.

Dass Employer Branding fester Bestandteil einer jeden Unternehmensstrategie sein sollte, haben die meisten Firmen inzwischen realisiert. Die praktische Umsetzung lässt allerdings nicht selten zu wünschen übrig. Manche Unternehmen gehen sogar soweit, Ihren Mitarbeitern das Posten in sozialen Netzwerken vorzuschreiben – nicht zu empfehlen (!) – und geben teilweise auch die Inhalte vor.

Solche Methoden sind jedoch zum Scheitern verurteilt. Wer Mitarbeiter durch Druck zu Unternehmensbotschaftern machen will, wird dieses Ziel zwar erreichen. Die dann ausgesandte Botschaft dürfte jedoch nicht im Sinne des Unternehmens sein. Statt Druck sollten Unternehmen daher andere Methoden und Strategien einsetzen.

25 Tipps, die Arbeitgeber attraktiv machen

  1. Flexible Arbeitszeiten werden von Mitarbeitern der Generation Y oder Z fast schon selbstverständlich erwartet. Doch diese sollten Unternehmen nicht nur anbieten, sondern auch aktiv kommunizieren und deutlich machen, dass auf die Mitarbeiter zugeschnittene Lösungen möglich sind.
  2. Neben flexiblen Arbeitszeiten spielt auch die Kinderbetreuung eine immer wichtigere Rolle. Kann diese nicht selbst angeboten werden, sollten nach Kooperationsmöglichkeiten mit Kitas oder anderen Einrichtungen gesucht und diese kommuniziert werden.
  3. Die Arbeit im Home Office oder mobil an einem beliebigen Ort steht vor allem bei Young Professionals hoch im Kurs. Diese Arbeitsform sollten Sie Unternehmen anbieten, sie jedoch umfassend vorbereiten und strategisch in die bestehenden Prozesse integrieren. Nur so können Mitarbeiter wirklich davon profitieren.
  4. Fast noch wichtiger als die bisher genannten Punkte sind die beruflichen Perspektiven im Unternehmen. Bilden Sie diese daher auch in Stellenausschreibungen ab und machen Sie deutlich, welche Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen bestehen.
  5. Um die Perspektiven zu erweitern können Unternehmen auch spezielle Trainings- und Fortbildungsprogramme auflegen. Gibt es solche Angebote im Unternehmen, sollten diese spätestens im Bewerbungsgespräch genannt werden.
  6. Arbeits- und Teamatmosphäre sind für Arbeitnehmer logischerweise wichtig. Um diese glaubwürdig zu vermitteln, sollten Unternehmen Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen lassen – idealerweise in Videos – und Bewerbern so einen authentischen Blick hinter die Kulissen bieten.
  7. Die schönsten Stellenanzeigen sind jedoch wirkungs- und sinnlos, wenn die Unternehmens-Webseite und die tägliche Unternehmenskommunikation die angepriesenen Werte nicht widerspiegeln. Unternehmen sollten sich darüber im Klaren sein, dass ihre Kommunikation ein wichtiger Teil des Employer Brandings ist.
  8. Ähnliches gilt auch für die Formulierung der Stellenausschreibungen. Es ist erstaunlich, wie viele Unternehmen sich hier keinerlei Mühe geben und offensichtlich immer die gleichen – wenig inspirierten – Vorlagen verwenden. Hoch kreativ müssen Stellenangebote zwar nicht sein, doch es sollte erkennbar sein, dass Zeit in die Erstellung investiert wurde.
  9. Apropos Stellenausschreibung: Neben der Formulierung sollten vor allem das Bewerber- und Stellenprofil eindeutig abgebildet werden. Nichts schreckt so sehr ab wie Stellenausschreibungen, bei denen der Arbeitgeber offensichtlich keine Ahnung hat, welche Kompetenzen konkret benötigt werden.
  10. Auch die Auswahl der Kanäle, auf denen die Stellenausschreibungen bekannt gemacht werden, kann für Unternehmen relevant sein. Hier sollten gezielt die Kommunikationswege gewählt werden, die für die vermutete Zielgruppe ansprechend sind. Die dafür notwendige Zielgruppenanalyse zahlt sich in Form passender Bewerbungen aus.
  11. Der Spruch: „Die beste Werbung sind zufriedene Mitarbeiter.“ ist zwar nicht uneingeschränkt gültig, trifft jedoch den Kern des Employer Brandings. Wenn Unternehmen sich um die Belange ihrer Mitarbeiter kümmern und auf deren Bedürfnisse eingehen, werden Mitarbeiter loyal und zu hervorragenden Unternehmensbotschaftern.
  12. Ganz so einfach ist es manchmal allerdings nicht, denn Unternehmensbotschafter müssen auch wissen, wie sie ihre Botschaft bekannt machen können. Für Unternehmen zahlt es sich daher aus, ihre Mitarbeiter im Umgang mit den Social Media zu schulen.
  13. Eine Kultur der Wertschätzung, des Vertrauens und des Respekts wünschen sich vermutlich alle Führungskräfte und Mitarbeiter. Unternehmen sollten ihr eigene Firmenkultur daher immer wieder auf den Prüfstand stellen und aktiv an Verbesserungen arbeiten. Nur so kann das Arbeitsklima dauerhaft positiv bleiben und Bewerber anziehen.
  14. Der praktizierte Führungsstil hat einen entscheidenden Einfluss auf das Arbeitsklima. Daher sollten Unternehmen ihre Führungskräfte regelmäßig schulen und sie bei einem offenen und wertschätzenden Führungsstile und Umgang mit den Mitarbeitern unterstützen.
  15. Ob Bewerber flache oder stark ausgeprägt Hierarchien bevorzugen, ist völlig individuell. Unternehmen sollten sich hier nicht verbiegen, sondern zu ihren bestehenden Strukturen – wenn diese funktionieren und von den Mitarbeitern geschätzt werden – stehen. Dann sollten diese jedoch auch klar kommuniziert werden.
  16. Apropos Kommunikation: Das beste Employer Branding ist – bei einem Unternehmen mit funktionierenden Teams – eine realistische und ehrliche Darstellung der internen Abläufe und Arbeitsweise. Unternehmen sollten Bewerbern auf keinen Fall mehr versprechen, als sie tatsächlich halten können. Enttäuschte Erwartungen sind ein sicherer Weg, die Unternehmens-Reputation zu schwächen.
  17. Für optimale Ergebnisse sollten Kommunikations- und Personal- oder HR-Abteilung beim Employer Branding zusammenarbeiten. Geht es um Stellen in konkreten Teams, sollten auch die Mitglieder oder zumindest Leiter des Teams in die Personalsuche einbezogen werden.
  18. Finden im Unternehmen regelmäßig Teamevents oder Veranstaltungen statt, sollten diese im Rahmen des Employer Brandings natürlich nach außen kommuniziert und dargestellt werden.
  19. Auch wenn wir uns hier wiederholen: Videos bieten Bewerbern oft den schnellsten und authentischsten Einblick in ein Unternehmen. Die Wirkung eines gut gemachten Videos kann Seiten von Text in den Schatten stellen.
  20. Employer Branding endet nicht mit der Bewerbung potentieller Mitarbeiter. Auch der Umgang von Rezeption, Sekretären und Personalern mit den Bewerbern gehört zum Gesamtbild des Unternehmens und kann Bewerber abschrecken oder anziehen.
  21. Soziale Netzwerke sollten inzwischen zu jeder Unternehmenskommunikation gehören. Klar, dass auch die Suche nach neuen Mitarbeitern und die – implizite oder explizite – Werbung für das Unternehmen als Arbeitgeber hier Platz finden sollten.
  22. Prämien- und Bonus-Systeme spielen für vor allem für Young Professionals eine untergeordnete Rolle. Dennoch sollten Unternehmen diese Systeme und Regelungen in Bewerbungsgesprächen erwähnen und anbieten, wenn sie vorhanden sind. In Stellenausschreibungen müssen sie dagegen nicht unbedingt Platz finden.
  23. Mobilität kann für Bewerber da schon wichtiger sein. Verfügt das Unternehmen über Kooperationen mit der Deutschen Bahn, Fluggesellschaften oder die Option eines Dienstwagens, können das positive Faktoren in einer Stellenausschreibung sein.
  24. Auch Auftritte und Interviews von Führungskräften des Unternehmens werden von Bewerbern in der Regel sehr deutlich wahrgenommen. Widersprechen diese in Wirkung und Aussagen der Unternehmenskommunikation, disqualifiziert sich das Unternehmen damit selbst.
  25. Je nach Branche und Arbeitsgebiet können Kunden und erfolgreiche abgeschlossene Projekte des Unternehmens eine klare Empfehlung für Bewerber sein. Unternehmen sollten daher prüfen, ob sie bekannte Projekte und Erfolge auch in Stellenanzeigen prominent platzieren. Dass sie in der Kommunikation einen festen Platz haben sollten, versteht sich von selbst.