Noch so ein Button fürs Blog! Der eine oder andere dürfte darüber schon gelesen haben: Seit kurzem gibt es den Micropayment-Service Flattr auch in Deutschland – erkennbar an dem grün-orangenen Klinckdings unter jedem Beitrag, das es jetzt auch auf Karrierebibel gibt.
Was das soll?
Offen gestanden: Ich weiß es selbst noch nicht. Es ist ein Experiment. Flattr ist zunächst auch nur ein weiterer Versuch, ein Bezahlsystem für Online-Inhalte zu etablieren. Wer mitmachen will, meldet sich dazu bei Flattr an und legt einen Betrag fest, den er oder sie pro Monat spenden will. Sagen wir: zehn Euro. Anschließend lässt sich diese Summe verflattrn, indem man auf die entsprechenden Buttons unter diversen Beiträgen in Blogs oder auf anderen Webseiten klickt. Je öfter man klickt, desto kleiner wird die jeweilige Spende. Heißt: Wer nur zwei Mal im Monat klickt, verflattrt im obigen Beispiel je fünf Euro (die Summe – zehn Euro – bleibt gleich); wer zehn Mal klickt, verringert den Wert seiner Einzelspende entsprechend auf einen Euro.
Die Idee hat – zugegeben – ihren Charme: kein lästiges Überweisen, keine Abos bestellen – einfach nur klicken und Inhalte belohnen, die einem etwas wert sind. Eine kleine unkomplizierte Wertschätzung eben. Andererseits weiß kein Mensch, was dabei am Ende herauskommt und ob die Summen, die dabei gespendet werden den (wenn auch geringen) Aufwand überhaupt rechtfertigen. Nach den ersten Erfahrungen einiger Blogger, die Flattr bereits nutzen, bringt ein Klick im Schnitt zwischen 10 und 15 Cent. Leben können wird man davon also eher nicht.
Deshalb ist es, wie gesagt, erst einmal ein Experiment, und ich bin gespannt, wie die Leser zum Beispiel auch hier darauf reagieren. Die Blogs Netzpolitik, Spreeblick, Stefan Niggermeier oder auch Imgriff haben sich dem Bezahlsystem schon angeschlossen, ebenso sind die taz oder der Freitag mit von der Partie.
Ich bin auf Ihr Feedback gespannt – und auf das Geflattre…



kloni
“Noch so ein Button fürs Blog!” Genau aus dem Grund bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich das auch in meinem Blog einbauen soll. Obwohl die ersten Reaktionen ja überwiegend positiv sind.
Mal sehen … wenn ich einen Ort für den Button finde, dann werde ich es wohl auch einbauen! :)
Torsten
Mir ist bis jetzt aufgefallen, dass es sich eher besonders bei hochfrequentierten Weblogs oder sonstigen Webseiten lohnt. Aus meiner Sicht gibt es im Moment erst einmal eine “Ausprobieren”-Phase für Leser und die Betreiber. Das sieht man daran, dass diese “Wir nutzen jetzt auch Flattr” Artikel oft die meisten Flattr-Klicks haben. Ob es also wirklich funktioniert, wird man erst in Monaten oder sogar Jahren wissen. Übrigens ist es für viele nicht wichtig, damit “reich” zu werden, sondern abgesehen von Social Bookmarks, Kommentare und Co. eine Anerkennung der präsentierten Inhalte zu bekommen. Ich nutze es auch und werde es, wie alle anderen, erst einmal testen.
Oliver Rumpf
Also ich finde die Idee gut. Am Anfang einen Betrag festzulegen, den man ausgeben möchte kann sich jeder überlegen und sich dazu entscheiden.
Dann haben die Bloger die Flattr nutzen einen Grund mehr, gute Artikel abzuliefern (das machen die meisten ja auch schon).
Bisher habe ich schon über die PayPal-Donate-Funktion (vor allem bei Software) für tolle Leistung gezahlt. Vorteil: Ich kann gezielt einen bestimmten Betrag an jemanden senden.
Kleiner Beträge habe ich aber aus Faulheit nicht gezahlt. Außerdem fällt die Beurteilung über einen “angemessenen” Betrag oft schwer. Dabei fühle ich mich oft wie im Cafe, wo ich bei 3,90 Euro überlege, ob ich “nur” 10 Cent (ist irgendwie zu wenig) oder 1,10 (ist irgendwie zu viel) Trinkgeld bezahlen soll.
Die Flattr-Variante (auch wenn die Summen pro Click niedrig sein mögen) stellt immerhin eine Einnahme-Möglichkeit für die Blogger dar, die bisher nichts dafür bekommen haben.
Ich finde Flattr es interessant und eine Idee die gut in die Zeit paßt.
@Jochen: Ich möchte gern ein Flattr-Invite haben !
Gruß
Oliver Rumpf
Pingback: Flattr – die andere Wertschätzung für einen Blog at webCONSUL
Mike Gutzschhahn
Guten Abend Miteinander,
auf http://www.fscklog.com wird es ebenfalls genutzt. Die einfache Handhabung lässt, so empfinde ich, die Hemmschwelle für hochwertige Inhalte erheblich fallen. Ich bin wirklich gespannt wohin dieser Service führt. Denn Micropayments sollen auch zukünftig in Facebook integriert werden.
@ Herr Mai: Über eine Einladung würde ich mich freuen, Ihre beiträge halfen mir schon bei einigen Gelegenheiten und würde da auch gerne meine Wertschätzung bekunden.
jtoth
Ich würde mich über eine Einladung freuen.
Jochen Mai
Okay, die Einladungen sind raus… Wer seine Mails noch nicht abgerufen hat:
d309daca4f1380946
8ee689f515ebfc071
db05cfb6939a35ec9
Torsten
Hallo Jochen,
da ich meine letzten beiden Invites nicht los werde, könntest du sie haben und verteilen. Du findest wohl eher Abnehmer als ich.
Gruß Torsten
Jochen Mai
Das ist ein sehr nettes Angebot. Du kannst ja deine Einladungs-Codes hier als Kommentar einstellen – und wer mag, nimmt sie sich einfach. Was weg ist, ist weg…
Torsten
Kein Problem. Hier sind noch zwei Invite-Codes von mir:
67720a98656cbbee5
828c6ef0d0b8a60e1
Viel Spaß beim Testen.
Gruß Torsten
Christian
Hallo,
ich habe auch noch 3 Einladungen wer also will, kurz melden. (kontakt[äätt]fene-blog.de)
Ich selbst nutze es seit kurzem auch in meinem Blog und werde nach einer kurzen Testphase auch noch etwas darüber schreiben.
Mir ist aufgefallen, dass das Laden des Flattr Buttons meinen Blog sehr verlangsamt hat, könnt ihr das bestätigen?
Insbesondere wenn der Button in der Sidebar untergebracht wird (darum da wieder weg bei mir)
Gruß
Christian
Strangerli
Externer Content kann die Ladezeit der eigenen Seiten extrem verlangsamen. Besonders z.B. bei Twitter, wenn die Microblogging-Seite überlastet ist und man dessen Inhalt auf der eigenen Seite ausgeben möchte. Wenn das Seitenlayout nicht entsprechend gestaltet wurde, kann auch das Laden des eigenen Seiteninhalts unterbrochen werden.
Urs
Auf jeden Fall beginnt das ganze nicht gerade sehr kreativ und nutzerfreundlich.