Endlich ist es geschafft! Nach einiger Suche haben Sie einen hervorragenden neuen Job gefunden und bei Ihrem aktuellen Arbeitgeber gekündigt. Das ist zwar ein Grund zur Freude, doch bei aller Euphorie sollten Sie nicht vergessen: Auch nach Ihrer Kündigung werden Sie noch einige Zeit bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber bleiben. Denn Ihre Kündigungsfrist dürfte irgendwo zwischen vier Wochen und sechs Monaten liegen. Daher haben wir heute 12 Strategien für Sie, mit denen Sie diese Zeit nutzen und im Guten gehen können.

Auch wenn es vielleicht der einfachste Weg wäre: Eine Krankmeldung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses sollten Sie nicht in Betracht ziehen. Denn erstens hat das immer einen unangenehmen Beigeschmack und zweitens können Sie sich so einen bisher guten Ruf ruinieren. Nutzen Sie die verbleibende Zeit lieber dazu, letzte Baustellen abzuschließen, offene Fragen zu klären und Ihren Abschied vorzubereiten.

  1. Checkliste erstellen – Nehmen Sie sich Zeit und notieren Sie alle Projekte und Aufgaben, an denen Sie aktuell beteiligt sind. Im zweiten Schritt fügen Sie dann all das zur Liste hinzu, was Sie noch im Unternehmen erledigen wollen. Dabei kann es sich um ein Gespräch mit einem Kollegen, eine Frage an Ihren Chef oder ähnliches handeln. Diese Checkliste arbeiten Sie dann in der verbleibenden Zeit konsequent ab.
  2. Projekte abschließen – Nutzen Sie die Zeit und schließen Sie alle Projekte ab, bei denen das problemlos möglich ist. Je mehr Arbeiten Sie sauber zu Ende bringen, desto weniger müssen Sie an Ihre Kollegen übergeben. Diese werden es zu schätzen wissen, wenn Sie nicht all zu viel Arbeit hinterlassen.
  3. Übergabe vorbereiten – Natürlich werden Sie nicht alles abschließen können. Bereiten Sie daher bei allen weiterlaufenden Projekten und Arbeiten die Übergabe minutiös vor. Schreiben Sie wirklich alle wichtigen Punkte auf und gehen Sie Ihre Notizen am besten mit dem dann zuständigen Kollegen durch. Stellen Sie sicher, dass er oder sie versteht, was Sie mit Ihren Notizen meinen und das alle Fragen zum Projekt geklärt sind. Erst dann können Sie ruhigen Gewissens gehen und müssen sich keine Gedanken machen.
  4. Archiv ausmisten – Im Lauf der Monate und Jahre sammelt sich eine ganze Menge Unterlagen im Archiv an. Gehen Sie Ihre persönlichen Akten vor Ihrem Abschied in Ruhe durch und misten Sie aus, was nicht notwendig ist oder nur Ihnen etwas sagt. Das mag nicht viel sein, doch es ist auch ein psychologisch wichtiger Vorgang, an Ihrem alten Arbeitsplatz Ordnung zu schaffen und sich zu vergewissern, dass Sie alles ordentlich zurücklassen.
  5. Fragen und Konflikte klären – Sie haben einen Kollegen, mit dem Sie immer wieder aneinander geraten sind? Es sind noch Fragen offen oder bestimmte Dinge unklar? Dann gehen Sie diese Themen jetzt an und suchen Sie das Gespräch mit Ihren Kollegen. Sie werden – und sollen – sicherlich nicht auf einmal Freundschaft mit Ihnen unsympathischen Menschen schließen. Doch Sie können durchaus dafür sorgen, dass alle Fragen geklärt sind und Sie keine schwelenden Konflikte zurücklassen.
  6. Detailliert dokumentieren – Auch nach Ihrer Kündigung werden Sie noch in Projekte und Arbeiten eingebunden sein. Dokumentieren Sie dabei bitte jeden Schritt und alle Aufgaben detailliert. So erleichtern Sie sich nicht nur die Übergabe, Sie sichern sich auch gegen mögliche Vorwürfe und Missverständnisse ab. Denn eines sollten Sie bedenken: Da Sie ohnehin bald gehen ist Ihre Stellung im Team längst nicht mehr so gefestigt, wie es vielleicht die letzten Jahre der Fall war. Für manchen Kollegen sind Sie daher der ideale Sündenbock. Ziehen Sie sich diesen Schuh nicht an.
  7. Nachfolger einarbeiten – Ihr Nachfolger steht bereits fest? Sehr gut, dann können Sie ihn gleich einarbeiten und sicherstellen, dass er Ihre Aufgaben optimal übernehmen kann. Das ist auch in Ihrem Interesse, denn so kann niemand im Nachhinein sagen, dass Sie gegen Ende nur noch Dienst nach Vorschrift geschoben und Ihre Arbeit vernachlässigt haben. Das ist wichtig, um Ihre Reputation zu schützen.
  8. Netzwerk prüfen – Die letzen Wochen in einem Unternehmen sind der perfekte Zeitpunkt, um Ihr Netzwerk genau unter die Lupe zu nehmen und für sich zu entscheiden, mit wem Sie weiterhin in Kontakt bleiben wollen und mit wem nicht. Neben Sympathie und zwischenmenschlichen Aspekten dürfen dabei auch strategische Überlegungen eine Rolle spielen.
  9. Kontaktdaten austauschen – Sie wissen, mit welchen Kollegen Sie in Kontakt bleiben wollen? Dann gehen Sie ins Gespräch, sprechen Sie offen an, dass Sie auch nach Ihrer Zeit beim Unternehmen den Kontakt gerne halten würden und tauschen Sie Kontaktdaten aus. Dass Sie den Kontakt danach auch aktiv pflegen müssen, ist selbstverständlich.
  10. Arbeitszeugnis anfordern – Mit Ihrem Chef sollten Sie natürlich auch sprechen. Einerseits, um alle noch offenen Fragen zu klären, andererseits, weil Sie noch ein abschließendes Arbeitszeugnis brauchen. Ein vorläufiges haben Sie vielleicht schon, die endgültige Version ist dennoch wichtig. Wenn Ihr Chef wenig Zeit hat oder sich mit der Formulierung von Arbeitszeugnissen schwer tut, können Sie ihm auch anbieten, einen Entwurf zu formulieren. Seien Sie damit allerdings vorsichtig, mancher Chef wird bei diesem Angebot misstrauisch.
  11. Abschied vorbereiten – Wenn Sie sich auch nur halbwegs mit Ihren Kollegen verstanden haben, werden Sie sich wahrscheinlich angemessen verabschieden wollen. Beginnen Sie rechtzeitig mit den Vorbereitung, schließlich soll Ihr Abschied nicht in Stress ausarten.
  12. Rückblick halten – Parallel zu den bisher beschriebenen Aktivitäten sollten Sie die Zeit nutzen, um sich in die Aufgaben Ihres neues Arbeitsplatzes einzulesen. Das können Sie logischerweise nicht während Ihrer Arbeitszeit tun, doch ein wenig Freizeit sollte Ihnen die Vorbereitung auf Ihren neuen Job wert sein.