Es gibt in sie in jedem Team und in jedem Unternehmen. Meist sind sie die lautesten und sichtbarsten Mitglieder einer Gruppe und lenken den größten Teil der Aufmerksamkeit auf sich: Hochstapler. Diese Kollegen sind immer dann zur Stelle, wenn es Lob und Anerkennung einzuheimsen gilt. Bei der eigentlichen Arbeit halten sie sich jedoch oft dezent zurück. Das ist meist keine Faulheit, diese Kollegen sind oft einfach nicht kompetent genug, um sich an wichtigen Projekten ernsthaft zu beteiligen. Das Problem: Hochstapler sind – da sie sich gut verkaufen können – in der Regel schwer zu erkennen. Doch es gibt einige Warnsignale.

Warum Sie Hochstapler möglichst früh erkennen sollten? Weil sonst die aktiven und kompetenten Team-Mitglieder und Kollegen irgendwann enorm frustriert sein werden. Denn Hochstapler haben eine überragende Eigenschaft: Sie können sich gegenüber dem Chef als das wichtigste Team-Mitglied darstellen – und gehen dabei völlig skrupellos vor. Konkret heißt das: Die hart arbeitenden Kollegen bringen die Leistung, der Hochstapler verkauft diese Leistung als seine eigene und kassiert die Lorbeeren. Das drückt die Stimmung und schadet dem Team.

Warnsignale beachten

Die folgenden Zeichen können Ihnen dabei helfen einen Hochstapler zu erkennen, bevor er dem Team und der Arbeitsatmosphäre nachhaltig schaden kann. Beachten Sie dabei bitte: Untrügliche Zeichen oder Sicherheiten gibt es nicht.

Einerseits wird es immer Hochstapler geben, die unter Ihrem Radar durchrutschen. Andererseits ist nicht jeder Kollege, auf den eines oder mehrere der folgenden Zeichen zutrifft, gleich ein Hochstapler. Die endgültige Entscheidung müssen Sie selbst treffen und dabei auch auf Ihre Intuition und Erfahrung vertrauen.

Einarbeitung ist unnötig – Wenn ein neuer Mitarbeiter zu Ihrer Abteilung stößt und eine Einarbeitung als überflüssig abtut, sollten Sie vorsichtig sein. Auch der kompetenteste Fachmann braucht etwas Zeit, um sich in einem neuem Team zu orientieren.
Er kann einfach alles – Das gilt ebenso für Mitarbeiter, die niemals Aufgaben ablehnen und sich alles zutrauen. Diese überschätzen sich entweder oder wollen sich besonders gut präsentieren. Doch das geht irgendwann schief.
Alle aufgaben werden delegiert – Auch ein Warnsignal: Wenn ein Mitarbeiter alle Aufgaben geschickt delegiert und nichts mehr selbst tut, sollten Sie stutzig werden. Prüfen Sie seine Kompetenz dann mit anspruchsvollen Aufgaben – die er natürlich selbst erledigen muss.
Er hat immer etwas zu sagen – Kollegen, die sich in jeder Diskussion zu Wort melden und sich immer wieder als Wortführer positionieren sind entweder enorm kompetent – oder klassische Hochstapler.
Es gibt kein Wir – Einen Hochstapler können Sie oft schon anhand der Sprache identifizieren. Spricht ein Mitarbeiter immer nur in der Ich-Form und erwähnt seine Kollegen fast gar nicht, sollte Ihnen das zu denken geben.
Übernimmt immer die Meinung des Chefs – Auf den ersten Blick vertreten Hochstapler ihre Meinung wortgewaltig und überzeugt. Doch bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass sie eigentlich nur der Meinung des Chefs folgen und sich diese zu eigen machen. Mitarbeiter, die dem Chef nie widersprechen, sollten Sie im Auge behalten.
Die Hierarchie wird ignoriert – In den meisten Unternehmen gibt es eine klare Hierarchie. Team-Mitglieder wenden sich in der Regel zuerst an Ihren Abteilungsleiter und direkten Vorgesetzten, bevor Sie zum übergeordneten Chef gehen. Hochstapler ignorieren diese Hierarchie gerne, um sich direkt beim Chef in Szene zu setzen.
Sucht stets seinen eigenen Vorteil – In einem funktionierenden Team helfen sich Kollegen untereinander auch dann, wenn daraus kein direkter Nutzen für den Einzelnen entsteht. Hochstapler tun das nicht, sie achten darauf, aus jeder Aktion ihren Vorteil ziehen und sich dadurch gut darstellen zu können. Das fällt schnell auf.
Er ist nicht kritikfähig – Einer der schnellsten und einfachsten Wege, um Hochstapler zu erkennen, ist der Umgang mit Kritik. Denn Hochstapler sind enorm auf ihre Reputation bedacht, Kritik – vor allem berechtigte – verstehen sie oft als Angriff auf ihren guten Ruf und setzen sich dementsprechend zu Wehr. Ein konstruktiver Umgang mit Kritik fällt ihnen schwer.
Fehler gibt es nicht – Schuld sind immer die anderen. Auf diese Formel lässt sich die Einstellung – und das Verhalten – eines Hochstaplers im Kern reduzieren. Fehler wird er immer auf andere Kollegen abwälzen, jedoch niemals die Verantwortung übernehmen. Das würde dem eigenen Ruf schaden.
Er prangert Fehler an – Bei Fehlern von Kollegen sieht die Sache jedoch anders aus. Diese wird ein Hochstapler anprangern und hervorheben – wenn er sich davon einen Vorteil verspricht. Das vergiftet die Atmosphäre im Team natürlich schnell.