Sketchnotes lernen: Tipps & Vorlagen fürs Sketchnoting

Sketchnotes sind ein praktisches Werkzeug zum effektiven Lernen oder Strukturieren und Visualisieren von Gedanken. Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Worten „Sketch“ (= Skizze) und „Notes“ (= Notizen). Sketchnoting hilft vor allem dabei, Informationen besser zu verstehen oder sich zu merken. Sie müssen dazu nicht einmal künstlerisch begabt sein. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, wie Sie ganz einfach Sketchnotes lernen und nutzen…

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Was sind Sketchnotes einfach erklärt?

Sketchnotes (= Skizzen + Notizen) sind visuelle Notizen, die Texte und einfache Zeichnungen miteinander kombinieren. Anstatt alles wortwörtlich aufzuschreiben, konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Inhalte und stellen diese mit Schlüsselwörtern, Symbolen und kleinen Skizzen dar. Dadurch entstehen übersichtliche und optisch ansprechende Notizen, die leichter zu verstehen und zu merken sind.

Typisch für Sketchnotes sind Elemente wie Pfeile, Kästen, Icons oder kleine Figuren, die Zusammenhänge verdeutlichen und Informationen strukturieren. Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass das Gehirn sowohl mit Sprache als auch mit Bildern arbeitet, was das Lernen effektiver macht. Dabei ist es nicht wichtig, besonders gut zu zeichnen (zu „sketchnoten“) – schon einfache Strichmännchen und Formen reichen aus, um Inhalte verständlich darzustellen.

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Wie funktioniert sketchnoten?

Sketchnoting funktioniert ganz einfach: Während Sie etwas hören oder lesen, filtern Sie die wichtigsten Inhalte heraus und halten diese mit einer Kombination aus Schlüsselwörtern, einfachen Zeichnungen und Strukturen fest. Statt ganzer Sätze schreiben Sie nur kurze Begriffe auf und ergänzen sie durch Symbole, Pfeile oder kleine Skizzen, die den Inhalt unterstützen. Dabei ordnen Sie Ihre Notizen auf dem Blatt so an, dass Zusammenhänge sichtbar werden: Einzelne Themenblöcke können Sie etwa in Kästen setzen, mit Pfeilen verbinden oder durch unterschiedliche Schriftgrößen hervorheben. Oft entstehen so kleine „Gedankenbilder“, die an Mindmaps erinnern und den Inhalt übersichtlich darstellen. Farben können zusätzlich helfen, Wichtiges zu betonen oder Themen zu unterscheiden.

Jochen Mai Karriereexperte Bewerbungscoach Buchautor„Ich nutze die Methode ebenfalls seit Jahren. Wichtig beim Sketchnoten ist, dass Sie aktiv mitdenken und auswählen, was und wie Sie die Inhalte darstellen. Genau dieser Prozess sorgt dafür, dass Sie den Stoff besser verstehen und sich leichter merken.“ – Jochen Mai, Bewerbungsexperte mit über 20 Jahren Erfahrung und Autor zahlreicher Karrierebücher.

Was braucht man für Sketchnotes?

Für Sketchnotes brauchen Sie kaum Equipment – das macht es ja so praktisch. Im Grunde reichen schon ein Stift und Papier, um loszulegen. Sie können einfach mit einem normalen Kugelschreiber oder Fineliner schreiben und auf einem Blatt Papier oder in einem Notizbuch arbeiten.

    Die Grundausstattung

  • Stift (z.B. Kuli, Fineliner)
  • Papier oder Notizbuch
  • Damit können Sie bereits vollständige Sketchnotes erstellen.

    Optionale Hilfsmittel (für schönere Sketchnotes)

  • Bunte Stifte (zum Hervorheben)
  • Marker oder Brushpens (für Überschriften)
  • Textmarker (für wichtige Begriffe)

Hinweis: Es geht beim Sketchnoten jedoch nie um perfektes Material oder Malen, sondern allein darum, wie Sie denken und die Notizen strukturieren. Selbst mit einem einzigen Stift lassen sich perfekte Sketchnotes erstellen – etwa durch Schraffuren, dreidimensionale Objekte oder einprägsame Symbole.

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Wie wirken Sketchnotes psychologisch?

Natürlich lassen sich heute mit Apps und KI ganz einfach und binnen weniger Sekunden professionelle Zeichnungen erstellen. Beim handschriftlichen Notieren, Zeichnen und Skizzieren machen Sie sich jedoch einen psychologischen Effekt zunutze, der auf die Dual-Coding-Theory zurückgeht. Danach werden beim Sketchnoting verbale und visuelle Informationen im Gehirn in mehreren Arealen verarbeitet, was dazu führt, dass mehrere neuronale Verbindungen entstehen und wir die Information besser verstehen und uns merken (siehe auch: Behaltenskurve). Kurz zusammengefasst:

  • Sketchnoting hilft beim Reflektieren.
  • Die Skizzen strukturieren Gedanken.
  • Sketchnotes verankern Informationen stärker im Gedächtnis.
  • Die Visualisierung hilft, Zusammenhänge zu erkennen.
  • Das Sketchnoten unterstützt die Konzentration auf das Wesentliche.
  • Überdies macht das Zeichnen mehr Spaß als reinen Text aufzuschreiben.

Wie stark emotionale Bilder beim Lernen oder Verarbeiten von Informationen helfen, zeigen auch andere Werkzeuge und Formen der Visualisierung – etwa in Präsentationen, wie Flipcharts, Powerpointfolien oder Vision Boards sowie Graphic Recordings. Sie alle erhöhen das Verständnis und sorgen dafür, dass wir uns noch lange daran erinnern können.

Jochen Mai Karriereexperte Bewerbungscoach Buchautor„Sketchnotes sind ebenso eine Form des aktiven Zuhörens, weil wir beim Zeichnen und Schreiben Gehörtes verarbeiten, komprimieren und gewichten müssen.“

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Wie kann ich Sketchnotes lernen?

Sketchnotes lernen Sie am besten, indem Sie einfach damit anfangen und regelmäßig üben. Am Anfang ist es sinnvoll, sich auf einfache Dinge zu konzentrieren: Schreiben Sie z.B. nur wichtige Stichwörter auf und ergänzen Sie diese mit kleinen, einfachen Zeichnungen wie Pfeilen, Kästen oder Strichmännchen. Sie können sich auch erst einmal eine kleine Sammlung von Symbolen aufbauen, zum Beispiel für Begriffe wie „Idee“, „Frage“ oder „wichtig“. Mit der Zeit werden Sie schneller darin, passende Bilder zu finden und Inhalte übersichtlich darzustellen.

Hilfreich ist es außerdem, sich Beispiele anzuschauen und nachzuzeichnen. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie andere ihre Sketchnotes aufbauen und strukturieren. Auch Videos oder Anleitungen können Ihnen zeigen, wie man Überschriften gestaltet oder Inhalte auf einer Seite anordnet. Wichtig ist nur, dass Sie sich dabei nicht unter Druck setzen: Es geht nicht darum, perfekt zu zeichnen, sondern darum, Informationen verständlich festzuhalten!

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Je öfter Sie Sketchnotes im Alltag nutzen – zum Beispiel im Unterricht, bei Vorträgen oder beim Lernen – desto leichter fallen Ihnen die Skizzen. Aus Erfahrung wissen wir: Mit der Zeit entwickeln Sie automatisch Ihren eigenen Stil und finden heraus, was für Sie am besten funktioniert.

Was sind typische Motive beim Sketchnoting?

Um Inhalte zu visualisieren, benötigen Sie unterschiedliche und oft wiederkehrende Motive und Symbole. Dabei handelt es sich in der Regel um einfache grafische Elemente. Auch wenn Ihnen kein allzu großes, künstlerisches Talent in die Wiege gelegt wurde, können Sie damit schon Vieles grafisch darstellen. Zu den wichtigsten Elementen für Einsteiger gehören:

  • Boxen

    Hierfür bieten sich geometrische Formen wie Kreise, Rechtecke oder Quadrate an. Eine Information kann dadurch deutlich hervorgehoben werden. Neben Boxen können Sie ebenso Sprechblasen verwenden – oder Sie nutzen metaphorische Elemente wie Straßenschilder, um Richtungen anzudeuten.

  • Aufzählungszeichen

    Mit Aufzählungszeichen (engl. Bulletpoints) strukturieren Sie Gedanken in kompakten Listen. Mithilfe einer zusätzlichen Hierarchie lässt sich auf Anhieb erkennen, was wichtig und was weniger wichtig ist. Als Bulletpoints eignen sich einfache Gedankenstriche, Punkte sowie Häkchen, Sterne oder Ausrufezeichen.

  • Verbindungselemente

    Mithilfe von Pfeilen lassen sich Bezüge herstellen. Dabei sollten Sie die Art der Pfeile variieren: Je nach Kontext eignen sich einfache Pfeile oder dreidimensionale. Die Linien können mal dicker oder dünner ausfallen oder gepunktet sein, um die Stärke der Verbindung auszudrücken. Machen Sie sich bewusst: Pfeile leiten die Blickrichtung und tragen so zum Verständnis bei!

  • Trennungselemente

    Auch Trennlinien können Sie nutzen, um das Blatt oder den Raum in verschiedene Abschnitte zu teilen. Die so entstehenden Bereiche können unterschiedliche Gedanken enthalten oder sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen (siehe: Cornell-Methode). Wir empfehlen, auch die Art der Linien zu variieren – mal gestrichelt, gepunktet oder als Balken.

  • Figuren

    Figuren verleihen Ihren Sketchnotes eine menschliche Dimension. Ihnen können z.B. Aussagen oder Tätigkeiten zugeordnet werden. Sie müssen dazu nicht einmal komplizierte Porträts zeichnen. Um etwa einen Geschäftsmann darzustellen, reicht schon ein Strichmännchen mit Krawatte. Es geht lediglich darum, dass Sie selbst hinterher wissen, wofür das Element steht!

  • Symbole

    Mit gängigen Symbolen, sogenannten Icons, können Sie Dinge, die Sie ansonsten umständlich ausschreiben müssten, schnell und einfach visualisieren. Gerne genutzt werden zum Beispiel Glühbirnen (für Ideen) oder Paragrafenzeichen (für Regeln).

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Eine große Auswahl an Beispielen finden Sie überdies in Büchern zum Sketchnoting. Besonders empfehlenswert sind:

  • Sketchnotes: Die große Symbol-Bibliothek“ (Nadine Roßa)
  • Sketchnotes kann jeder“ (Ines Schaffranek)
  • Die Sketchnote Starthilfe“ (Tanja Wehr)

Für wen sind Sketchnotes interessant?

Sketchnotes sind für viele Menschen interessant: besonders für Schülerinnen und Schüler, Studierende und alle, die sich Inhalte besser merken oder strukturieren möchten. Sie eignen sich besonders gut für Menschen, die visuell lernen, also Informationen leichter verstehen, wenn sie mit Bildern und Symbolen dargestellt werden. Auch in Berufen, in denen viel geplant, erklärt oder präsentiert wird, zum Beispiel bei Lehrkräften, Trainern oder in kreativen Berufen, können Sketchnotes hilfreich sein. Ferner sind sie für alle geeignet, die ihre Notizen übersichtlicher und abwechslungsreicher gestalten wollen. Da man keine besonderen Zeichenfähigkeiten benötigt, kann im Grunde jeder Sketchnotes nutzen, unabhängig von Alter oder Erfahrung.

Wofür kann ich Sketchnotes nutzen?

Sketchnotes können Sie gezielt für Denk-, Reflexions- und Erinnerungsprozesse nutzen. Es gibt Anwender, die Sketchnoting einsetzen, um die Ergebnisse von Meetings oder Konferenzen festzuhalten, um Vorlesungen an der Uni mitzuschreiben, visuelle Tagebücher zu führen oder Konzepte zu visualisieren. Selbst Einkaufslisten lassen sich damit verschönern. Sie haben hierbei maximale Freiheit. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören:

Sketchnotes als Wegweiser

Sketchnotes sind eine echte Möglichkeit, um sich die eigenen Ziele vor Augen zu halten und sich immer wieder an einen gefassten Plan zu erinnern. In dem Fall helfen sie Ihnen dabei, das Vorgehen und die einzelnen Schritte zu strukturieren und sich daran zu erinnern, welche Prioritäten oder Reihenfolge für Sie perfekt passt.

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Sketchnotes zum Lernen

Mal ehrlich: Notizen sind primär dann wichtig, wenn wir uns an etwas erinnern wollen oder müssen. Das trifft in hohem Maße auf das Lernen zu. Ganz gleich, ob Sie als Schüler für Klausuren büffeln, als Student in der Examensphase lernen oder Teilnehmer in einer Weiterbildung sind: Das sogenannte Bulimielernen ist zwar eine Option dafür. Wer sich das Wissen aber langfristig einprägen und über die Prüfung hinaus nutzen will, kann sich mithilfe der Sketchnotes – je nach Lerntyp – die Inhalte tiefer einprägen.

Sketchnotes zur Problemlösung

Sketchnoting kann überdies helfen, komplexe oder diffuse Probleme zu zerlegen, und mithilfe der bildlichen Darstellung leichter eine Lösung zu finden. Durch die Zeichnungen verschieben Sie den Blickwinkel und betrachten die Herausforderung aus der Vogelperspektive. Oft werden durch die Pfeile und Symbole Strukturen und Muster überhaupt erst sichtbar. So können Sie mit den Sketchnotes zum Beispiel Ihren aktuellen Jobfrust zu Papier bringen und ermitteln, ob Sie im Hamsterrad feststecken oder wie Sie Ihren Jobwechsel vorbereiten.


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