Sie kennen vermutlich die urbane Legende vom Minirock-Index: Zieht die Konjunktur an, werden die Röcke kürzer und umgekehrt. Für Ökonomen und Konsumforscher war und ist der Rocksaum schon immer ein guter Indikator gewesen, wie viel Vertrauen die Bevölkerung in die Wirtschaft hat.
Zugegeben, der Zusammenhang ist mehr als skurril. Wird aber begründet durch die Geschichte: Als Deutschland beispielsweise in den Fünfzigern zum Wirtschaftswunderland avancierte, da trug Frau gerne einen Minirock, der zuweilen nicht viel breiter war als ein gemeiner Gürtel. Mit der Rezession in den frühen Neunzigern wurde die Mode wieder züchtiger und die Röcke und Kleider wadenlang. Aber können viel nacktes Bein und ein knapper Rock tatsächlich aufzeigen, wie gut es um die Wirtschaft bestellt ist? Oder handelt es sich dabei vielmehr um eine zufällige Korrelation und vorübergehende Modeerscheinung?
Nix Zufall!, sagen Marjolein van Baardwijk und Philip Hans Franses vom Econometric Institute der Erasmus School of Economics in Rotterdam.
Sie haben in ihrer kürzlich veröffentlichten Studie (pdf) exakt diesen Zusammenhang aus Rocklänge und Rezession wissenschaftlich untersucht – und konnten ihn bestätigen. Ja, richtig gelesen: Es stimmt.Allerdings – und um die Geschichte kurz zu halten – reagieren Mode und Wirtschaft nach den vorliegenden Untersuchungen etwa drei Jahre zeitversetzt aufeinander. Oder konkret ausgedrückt: Die Wirtschaftskrise der vergangenen Monate dürfte die Rocksäume spätestens im Jahr 2011 und 2012 kräftig nach unten ziehen.
In den Worten der Autoren:
Urban legend has it that the hemline is correlated with the economy. In times of decline, the hemline moves towards the floor (decreases), and when the economy is booming, skirts get shorter and the hemline increases. We collected monthly data on the hemline, for 1921-2009, and evaluate these against the NBER chronology of the economic cycle. The main finding is that the urban legend holds true but with a time lag of about three years. Hence, the current economic crisis predicts ankle length shirts around 2011 and 2012.
Wen es interessiert: So sieht der Minirock-Index dann grafisch aus:

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ahabicher
Finde ich gar nicht so skurril, den Zusammenhang. Ein dickes Konto macht sorgenfrei und risikofreudiger. Schulden und knappe Nahrung drücken die Stimmung und damit auch die modische Lebensfreude.
Gero Gode
Offensichtlich gibt es ebenso einen gesellschaftlichen Trend, der nicht zu vernachlässigen ist. Schließlich wurde die Menschheit immer liberaler gegenüber kurzen Röcken. Mich interessiert, ob neue Modetrends dann auch automatisch zu einem Wirtschaftsaufschwung führen!? Wenn es so sein sollte, dann gehen wir auf 100%Aktienquote und investieren in das Marketing für Gürtel als Röcke.
Pingback: Nacktes Bein und Minirock als Indikator für die Wirtschaft | dadao
Geschäftsmann 2.0
Sehr geehrte Damen und Herren, dazu gibt es andere Erkenntnisse. Es gibt Exponenten, die behaupten, dass das NICHT stimmt. Hierzu empfehle ich folgendes Buch: “Wenn die Röcke kürzer werden, wächst die Wirtschaft”
http://www.amazon.de/R%C3%B6cke-k%C3%BCrzer-werden-w%C3%A4chst-Wirtschaft/dp/3499623749
Jochen Mai
Aber es gibt mehr Studien, die Zusammenhänge erkennen. Ich sage ja nicht, dass es eine Kausalität ist, aber die Korrelation ist nachgewiesen.