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Business Model: Besser als ein Businessplan?

Wer ein Unternehmen gründet, muss viele Fragen klären: Welche Zielgruppen spreche ich an? Was ist mein Alleinstellungsmerkmal? Welche Kosten kommen auf mich zu? Und wie kann ich die Finanzierung sichern? Wer diese und weitere Fragen schlüssig beantworten kann, hat die wichtigste Erfolgsgrundlage in der Tasche: Ein Konzept, das sich praktisch umsetzen und mit dem sich Geld verdienen lässt. Der Businessplan galt lange als Allzweckwaffe, wenn es darum ging aus einer ersten Idee ein vollständiges Geschäftskonzept zu machen. Aber er hat Konkurrenz bekommen: Viele sehen heute im Business Model eine frische und moderne Alternative…

Business Model: Besser als ein Businessplan?

Löst das Business Model den Businessplan ab?

Ein Business Model oder Geschäftsmodell beschreibt, wie ein Unternehmen funktioniert. Es ist eine vereinfachte Darstellung der Abläufe, die jeden Tag notwendig sind, damit das Angebot die Kunden erreicht.

Ob bewusst oder unbewusst: Jedes Unternehmen verfügt über ein Business Model, das sich aus folgenden Bausteinen zusammensetzt:

    Nutzenversprechen

  • Kunden
  • Nutzen
  • Geschäftsstruktur

  • Angebot
  • Produktion
  • Vertrieb & Kommunikation
  • Kernfähigkeiten
  • Schlüsselpartner
  • Ertragsmodell

  • Kostenstruktur
  • Ertragsquelle
  • Unternehmensgeist

  • Gründer & Team
  • Werte

Alle Bausteine des Geschäftsmodells sind für den Unternehmenserfolg wichtig. Im Idealfall sind sie so organisiert sein, dass sie…

  • den Kundennutzen bestmöglich erfüllen,
  • ein starkes Alleinstellungsmerkmal begründen und
  • für Kunden, Mitarbeiter und Partner einen starken Sinn ergeben.

An einem Beispiel will ich verdeutlichen, was gemeint ist: Nehmen wir an, Sie möchten mit Bio-Seife an den Markt gehen. Ihren Kunden kommt es nicht nur darauf an, dass diese Seife ihre Haut reinigt.

Sie wollen ein hochwertiges Naturprodukt, das ihrer Haut und der Umwelt gut tut. Da wäre es kontraproduktiv, wenn Sie Ihre Seife in Plastik verpacken und unter sozial und ökologisch fragwürdigen Umständen produzieren lassen würden. Ein rundum stimmiges Geschäftsmodell stützt Ihr Nutzenversprechen („nachhaltige Naturkosmetik“) nicht nur durch das Produkt an sich, sondern auch durch einen transparenten Herstellungs- und Vertriebsprozess und durch vertrauenswürdige Partner.

Was ist eine Business Model Canvas?

Eng verbunden mit dem Geschäftsmodell-Ansatz ist die Business Model Canvas, die der Visualisierung Ihrer Überlegungen dient. Wie auf einer großen Leinwand (englisch: Canvas) werden alle Felder des Geschäftsmodells nebeneinander angeordnet. Der Vorteil: So können Sie auf Anhieb sehen, wie die einzelnen Elemente zusammenhängen und ob sie wirklich zusammenpassen.

Notieren Sie Ihre Gedanken und feilen Sie dann so lange an Ihrem Geschäftsmodell, bis das Ergebnis überzeugt. Wie das geht, können Sie sich bei den Verfechtern der Design-Thinking-Methode oder des Lean-Startup-Gedankens abschauen.

Diese Ansätze, bei denen es – kurz gesagt – um frühes Testen von Ideen und schlankes Gründen geht, bilden den theoretischen Überbau für Business Modelling.

Am besten, Sie beschriften bunte Klebezettel und kleben Sie auf die Felder Ihrer Canvas. Sie lassen sich nach Belieben austauschen oder ergänzen. Oder Sie machen es sich noch einfacher und nutzen das digitale Geschäftsmodell-Tool der Gründerplattform.

Wir haben es gemeinsam mit dem Geschäftsmodell-Experten Patrick Stähler entwickelt, der Ihnen in kurzen Videos erklärt, worauf Sie achten sollten. Zu jedem Baustein Ihres Unternehmens haben wir kurze Leitfragen formuliert, die Sie einfach nur beantworten müssen, um Schritt für Schritt zu einem vollständigen Geschäftsmodell zu kommen.

Da die Gründerplattform vom Bundeswirtschaftsministerium und der KfW getragen wird, ist das Angebot für Sie vollkommen kostenlos – Sie zahlen also weder mit Ihrem Geld, noch mit Ihren Daten.

Wofür braucht man ein Business Model?

Dank der Vereinfachung lenkt eine Business Model Canvas Ihren Blick auf die wesentlichen Erfolgsfaktoren Ihrer Gründung. Das macht es leichter, aus einer vagen Idee ein marktfähiges Konzept abzuleiten.

In dieser Phase des Gründungsprozesses wäre es noch zu früh, mit einem detaillierten Businessplan anzufangen. Sie würden sich nur in Einzelheiten verlieren und sich womöglich auf eine bestimmte Lösung festlegen, ohne zuvor die Alternativen ausprobiert zu haben.

Mit einer Business Model Canvas haben Sie zudem eine perfekte Grundlage, um mit Freunden, Geschäftspartnern, Kunden oder Fachleuten über Ihr Vorhaben zu diskutieren. Und auch wenn Sie an Ihrem Prototyp sitzen oder einen ersten Proof of Concept machen, ist eine Canvas von unschätzbarem Wert. Die Ergebnisse dieser Tests und das Feedback von Kunden und Experten können Sie nämlich problemlos in Ihr Geschäftsmodell übernehmen und so dafür sorgen, dass es jeden Tag ein bisschen besser wird.

Ursprünglich wurde das Business Modelling für komplexe und innovative Geschäftsmodelle angewandt. Ich bin aber überzeugt davon, dass Sie auch dann einen Nutzen daraus ziehen, wenn Sie nur einen Friseursalon, einen Kiosk oder ein Restaurant eröffnen möchten.

Denn mit einer Canvas verstehen Sie zum einen besser, wie Ihr Unternehmen funktioniert, und Sie können sich zum anderen leichter am Markt behaupten und mehr Umsatz machen. Meiner Meinung nach gibt es nur eine Gruppe von Gründern, die auf eine Canvas verzichten können: Frachise-Gründer, deren Aufgabe ja darin besteht, ein fertiges Geschäftsmodell 1:1 umzusetzen, und nicht, es zu verbessern.

Was ist ein Businessplan?

Ein Businessplan enthält deutlich mehr Informationen, als ein Business Model. Er besteht aus einem Textteil, in dem die Gründungsidee, ihre Chancen und Risiken, die Zielgruppe und der Markt beschrieben werden, und einem Finanzteil, der die erwarteten Umsätze und Gewinne abbildet, eine Liquiditätsplanung enthält und erkennen lässt, wie hoch der Kapitalbedarf für die Gründung ist.

Es ist allgemein üblich, dass der Businessplan auf die ersten drei bis fünf Jahre nach der Gründung vorausschaut. Sein Aufbau ist nicht streng geregelt und kann nach Bedarf an das jeweilige Gründungsvorhaben angepasst werden. Folgende Aspekte dürfen jedoch keinesfalls fehlen:

  • Angebot
  • Zielgruppen
  • Gründerperson/Gründerteam
  • Marketing
  • Vertrieb
  • Markt und Wettbewerb
  • Kapitalbedarf und Finanzplanung

Am Anfang steht immer die Zusammenfassung (Executive Summary). Sie beschreibt, was Sie vorhaben, was das Besondere daran ist und warum Sie damit erfolgreich sein werden.

Was kann ein Businessplan?

Ein Businessplan hilft Ihnen, Ihr Konzept besser zu machen und sich intensiv auf die turbulente Zeit nach der Gründung vorzubereiten. Beim Schreiben sind Sie – stärker als beim Erstellen eines Business Models – gezwungen, Ihre Gedanken zu strukturieren und Ihre Idee durchzurechnen. Eventuelle Lücken oder Widerspruche, über die die abstrakte Business Model Canvas großzügig hinweggeht, werden Ihnen klar vor Augen geführt.

Vor allem die Finanzplanung, die zeigt, wie sich Ihre Einnahmen und Ausgaben entwickeln, wie es um Ihre Zahlungsfähigkeit bestellt sein wird und wie viel Geld Sie brauchen, ist eine überlebenswichtige Ergänzung zum Geschäftsmodell.

Im Businessplan erläutern Sie nicht nur Ihre Ziele, sondern auch, mit welchen Maßnahmen Sie diese erreichen wollen. Er ist also quasi die Anleitung für den Aufbau Ihrer Firma. Außerdem hilft er nicht nur Ihnen, sondern auch Ihren Geldgebern oder Partnern, die Erfolgsaussichten Ihrer Gründung zu beurteilen.

Wenn Sie das Gefühl haben, mit dem Schreiben Ihres Businessplans überfordert zu sein, lassen Sie sich gesagt sein: Zu viel Ehrfurcht ist nicht angebracht. Im Grunde geht es nur darum, die geplante Entwicklung Ihres Unternehmens darzustellen und zu begründen, wie Sie zu Ihren Annahmen gekommen sind.

Auch für den Businessplan finden Sie übrigens auf der Gründerplattform ein digitales Tool und viele Hilfen. Mit unserer Businessplan-Vorlage können Sie die Inhalte zügig niederschreiben, unsere Finanzplan-Assistenten helfen Ihnen durch den Zahlenteil und ein automatischer Check weist Sie auf eventuelle Schwachstellen hin.

Der besondere Clou ist: Alle wichtigen Akteure der deutschen Gründungsförderung sind auf der Gründerplattform versammelt. Per Mausklick können Sie sich von ihnen Feedback zu Ihrem Geschäftsmodell oder Ihrem Businessplan holen und sogar direkt Ihre Finanzierungsanfrage stellen.

Business Model oder Businessplan: Wann hilft was weiter?

Business Model und Businessplan – beide Planungsinstrumente haben ihre Berechtigung. Sie entfalten ihre jeweiligen Vorteile am besten, wenn sie miteinander kombiniert werden.

Die Business Model Canvas ist gewissermaßen die Vorstufe für Ihren Businessplan. Sie hilft Ihnen in der Ideenphase, sich auf die wesentlichen Eckpunkte Ihres Unternehmens zu konzentrieren. Da Sie noch keine genauen Zahlen vorlegen müssen, können Sie locker mit den einzelnen Modulen jonglieren und mehrere Varianten vergleichen. Die Canvas eignet sich außerdem besser als ein 20-seitiges Dokument, um Ihre Überlegungen zu visualisieren und gemeinsam mit anderen darüber zu diskutieren.

Gerade Gründer, die noch nicht so bewandert mit Business-Themen sind, profitieren von diesem Instrument, weil sie sich ohne Scheu und mit großer Spielfreude daranmachen können, aus ihrer Idee ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Ein Businessplan mit seinen Tabellen und Zahlenkalkulationen hätte zu diesem Zeitpunkt eher abschreckende Wirkung und würde eine unnötige Überforderung darstellen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, beide Planungsinstrumente einzusetzen und bedeutet für Sie keineswegs doppelte Arbeit. Ich beobachte immer wieder, dass Gründer, die zuerst eine Business Model Canvas erstellt haben, anschließend mit erstaunlich wenig Aufwand und in sehr kurzer Zeit einen wirklich guten Businessplan zustande bekommen.

Sie sollten sich aber erst ans Schreiben machen, wenn Sie einigermaßen sicher sein können, dass sich Ihr Geschäftsmodell technisch und ökonomisch umsetzen lässt. Sonst laufen Sie Gefahr, einen Plan zu erstellen, der zwar perfekt aussieht, aber mit der Realität nicht viel gemein hat.

Fazit: Alles zu seiner Zeit

Allen Abschiedsgesängen zum Trotz: Der Businessplan gehört nach wie vor zum festen Repertoire von Gründerinnen und Gründern. Wenn es darum geht, die Chancen und Risiken einer Gründung zu bewerten, gibt es einfach kein besseres Planungsinstrument. Deshalb werden auch Banken, Investoren und öffentliche Förderer auf absehbare Zeit nicht auf einen Businessplan verzichten.

Der Geschäftsmodell-Ansatz mit der Business Model Canvas stellt aber eine sinnvolle Ergänzung dar, um Gründungen innovativer und tragfähiger zu machen. Durch seine starke Vereinfachung ist er dem Businessplan in der frühen Phase der Gründung überlegen.

Den größten Nutzen für Ihre Gründung ziehen Sie aus einer Kombination beider Instrumente: Erst entwickeln Sie über das Business Model eine starke Geschäftsidee und erläutern dann in Ihrem Businessplan, wie Sie diese umsetzen wollen.

Business Model
Businessplan
Merkmale
  • Vereinfachte, modulare Darstellung eines Konzepts
  • Stichworte
  • Alles passt auf eine Seite
  • Ausführliche, lineare Beschreibung eines Konzepts
  • Annahmen werden durch Zahlen und Fakten untermauert
  • Umfang: Mindestens 10 Seiten
Vorteile
  • perfekt für die Ideenphase
  • der Kern einer Geschäftsidee wird ersichtlich
  • flexible Grundlage für Diskussionen
  • einfach zu verstehen und anzuwenden
  • perfekt für den Abschluss der Planung
  • alle Fragen zur Geschäftsidee werden beantwortet
  • solide Anleitung für die Umsetzung
  • hilft, eine Idee zu Ende zu denken
Nachteile
  • wichtige Informationen fehlen
  • wirkt fremd für mit dem Konzept nicht Vertraute
  • ohne gute Hilfsmittel aufwendig und komplex
  • wirkt statisch



Über den Autor

Jan Evers hat sich mit Leib und Seele moderner Gründungsförderung verschrieben. Er ist Geschäftsführer des Startups BusinessPilot, das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und der KfW die Gründerplattform aufgesetzt hat, um Gründen in Deutschland einfacher und digitaler zu machen. Die Gründerplattform wird öffentlich gefördert und ist daher für alle kostenfrei.

[Bildnachweis: H_Ko by Shutterstock.com]
9. Dezember 2019 Autor: Anzeige

Dies ist ein werblicher und bezahlter Artikel. Für die Richtigkeit der darin gemachten Angaben sowie der enthaltenen Links haftet allein das werbetreibende Unternehmen. Alle Angaben wurden von der Redaktion nicht noch einmal geprüft.


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