Key Facts
- Definition: Der Businessplan ist eine schriftliche Übersicht zu einem Geschäftskonzept mit detaillierten Informationen zur Geschäftsidee, Finanzierung und Umsetzung auf rund 30 Seiten. Für Banken und Investoren ist er eine zentrale Entscheidungsgrundlage.
- Pflicht: Ein Businessplan ist gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben. Für Förderungen oder Kredite wird er aber fast immer vorausgesetzt.
- Erstellung: Wenn Sie einen Businessplan schreiben, können Sie Vorlagen, Muster oder Online-Programme und KI nutzen. Empfohlen wird aber, das Dokument selbst zu erstellen.
In Deutschland erstellen etwa 80 % der Gründer einen Businessplan – auch weil rund 40 % der Startups Startkapital von 10.000 € oder mehr benötigen. Dazu braucht es in vielen Fällen Geld von Banken oder Investoren.
Inhalte
Professionelle Businesspläne sind in folgende Abschnitte gegliedert:
Abschnitt |
Details |
| Executive Summary | Prägnanter Überblick und Zusammenfassung |
| Gründer (Team) | Vorstellung der Qualifikationen |
| Geschäftsidee | Beschreibung von Produkt oder Dienstleistung |
| Markt- & Wettbewerbsanalyse | Zielgruppen, Marktgröße und Konkurrenz |
| Marketing & Vertrieb | Strategien zur Kundengewinnung |
| Organisation | Rechtsform, Personal, Standort |
| Finanzplan | Kapitalbedarf, Finanzierung, Rentabilität |
| Chancen & Risiken | Stärken, Schwächen und Risikoszenarien |
Was ist ein Businessplan genau?
Ein Businessplan ist eine schriftliche Übersicht über alle zentralen Aspekte einer geplanten Selbstständigkeit. Das Dokument informiert über die Gründer, das Geschäftsmodell, Produkte oder Dienstleistungen, Markt und Konkurrenz sowie die finanzielle Situation und geplante Entwicklungen. Mit einem Businessplan wird aus einer Geschäftsidee ein tragfähiges Konzept. Schwachstellen werden erkannt und frühzeitig behoben. Der Plan liefert damit die Grundlage für wichtige unternehmerische Entscheidungen in naher Zukunft.
Wie viele Seiten hat ein Businessplan?
Für den Businessplan gibt es zwar keine fest vorgeschriebene Seitenzahl. In der Praxis gibt es aber Richtwerte: Ein kompakter Businessplan für die interne Planung umfasst meist 10-20 Seiten, ein ausführlicher Businessplan für Banken, Investoren und Förderprogramme kommt dagegen auf 20-40 Seiten. Wichtiger als die Länge ist jedoch, dass alle relevanten Inhalte klar und überzeugend dargestellt sind.
Businessplan erstellen: Vorlage und Muster
Sie können selbst den Businessplan erstellen – eine genaue Anleitung finden Sie im nächsten Abschnitt. Oder Sie nutzen hierfür fertige Vorlagen zur Orientierung. Kostenlose Muster und Downloads finden Sie beispielsweise hier:
Businessplan erstellen: Aufbau & Inhalt
Wenn Sie Ihren Businessplan schreiben, sollten Sie sich an der Standard-Gliederung für die wichtigsten Inhalte orientieren. Gründungsexperten empfehlen, vor dem Erstellen alle erforderlichen Zahlen und Daten genau zu recherchieren. Nur so ist der Plan auch wirklich solide und aussagekräftig. Das kann – selbst mit KI – einige Tage und Wochen dauern, um die Daten zu validieren. Danach sollte Ihr Businessplan stets folgende Abschnitte enthalten:
1. Executive Summary
Die Executive Summary ist eine erste wichtige Übersicht für Leser. Auf 1-2 Seiten fassen Sie alle zentralen Unternehmensdaten zusammen: Geschäftsidee, Umsatz- und Gewinnprognosen, Kurzporträts der Gründer, Beschreibung des Marktes, der Produkte oder Dienstleistungen sowie den Finanzierungsbedarf und Liquiditätsplan. Die Zusammenfassung ist eine prägnante und aussagekräftige Kurzfassung der zentralen Inhalte.
2. Gründer oder Gründerteam
Stellen Sie sich und die Mitgründer in diesem Teil genau vor. Dabei geht es nicht in erster Linie um die persönlichen Daten wie das Alter, sondern um deren Motivation und Eignung als Gründer: Was genau treibt Sie an, dieses Unternehmen zu starten? Was ist Ihre Leidenschaft? Welche Stärken, Erfahrungen und Kompetenzen bringt das Team mit? Welches Know-how ist vorhanden? Präsentieren Sie unbedingt ein überzeugendes Profil!
3. Geschäftsidee & Angebot
Das ist der Kern des Businessplans: Was genau ist Ihre Idee und das Angebot dahinter? Beschreiben Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung und zeigen Sie, welches wichtige Problem Sie für die Kunden damit lösen. Erst durch diesen echten Nutzen für Konsumenten und Kunden wird aus einer Idee eine lukrative und vielversprechende Nische und ein tragfähiges Geschäftsmodell.
4. Zielgruppe & Kunden
Gleich im nächsten Abschnitt sollten Sie Ihre Zielgruppe definieren. Überlegen Sie sich, wen Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung ansprechen wollen und an wen sich das Angebot richtet. Das können Privatkunden sein (Business to Customer, B2C) oder Geschäftskunden (Business to Business, B2B).
5. Markt & Wettbewerbsanalyse
Wenn Sie einen Businessplan erstellen, darf eine gründliche Marktanalyse nie fehlen. Mittels Zielgruppe wissen Sie bereits, wie groß der potenzielle Markt ist. Hinzu kommen die Marktanteile der vorhandenen Marktbegleiter: Wie viele vergleichbare Anbieter gibt es schon? Wie stark sind diese zu bewerten? Wie leicht können weitere Mitbewerber denselben Markt erschließen? Schätzen Sie zudem die voraussichtliche Entwicklung des Marktes ab: Wachsen Markt und Nachfrage? Oder ist eher mit einem Rückgang zu rechnen?
6. Marketing & Vertrieb
Eine wichtige Voraussetzung für ein florierendes Unternehmen ist natürlich, dass Sie Kunden gewinnen. Wie stellen Sie das an? Machen Sie sich also im Vorfeld Gedanken darüber, wie Ihr Marketing aussieht, wie Sie Ihre Preise gestalten und welche Vertriebskanäle Sie nutzen wollen – z.B. Social Media, Influencer oder klassische Werbung. Nennen Sie bei jeder Strategie, wo und wie Sie die anvisierte Kundschaft am besten erreichen. Als Gründer brauchen Sie ein klares Ziel, auf das Sie hinarbeiten. Das darf ambitioniert sein, muss aber realistisch immer bleiben.
7. Organisation & Rechtliches
Im Businessplan dürfen zudem organisatorische Informationen nicht fehlen. Dazu zählen der Firmenname, die gewählte Rechtsform sowie erforderliche Genehmigungen, Patente und Schutzrechte und die Wahl des Unternehmensstandorts. Ein wichtiger Teil der Unternehmensorganisation ist ebenso die erste Planung für künftige Mitarbeiter: Wie viele Angestellte planen Sie in welchen Bereichen in den kommenden 3-5 Jahren einzustellen?
8. Finanzplan & Startkapital
Der Finanzplan gehört zu den wichtigsten Inhalten im Businessplan, die Banken und Investoren besonders genau lesen. Sie prognostizieren damit, wie viel Geld Sie in den kommenden Jahren benötigen und erwirtschaften. Dabei spielen Investitionen, laufende Kosten, geplante Umsätze und die Finanzierung des Unternehmens die größte Rolle. Ermitteln Sie Ihren genauen Kapitalbedarf – und zeigen Sie, wie Sie diesen decken. Worauf Investoren und Geldgeber vor allem achten, ist, wann Sie voraussichtlich zum ersten Mal Gewinn machen und den sog. Break-even-Point erreichen.
9. SWOT-Analyse
Am Ende des Businessplans steht häufig eine SWOT-Analyse. Diese stellt die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Unternehmens am Markt einander gegenüber und hilft bei der aktuellen Positionsbestimmung. Sie kann überdies eine zentrale Grundlage für weitere Maßnahmen sein und aufzeigen, welche Bereiche des Unternehmens zeitnah im Fokus stehen sollten. So können Sie etwa Stärken ausbauen, Chancen nutzen oder mögliche Risiken frühzeitig verringern.
Zielgruppen: Wer liest den Businessplan?
In erster Linie erstellen Sie den Businessplan für sich selbst. Das Konzept zwingt Sie dazu, das eigene Vorhaben klar zu definieren, die Rahmenbedingungen zu hinterfragen und Ziele zu formulieren. Ein guter Businessplan steigert Ihre Chancen und ist eine nicht zu unterschätzende Grundlage für eine erfolgreiche Gründung. Zusätzlich hat der Businessplan wichtige Außenwirkung. Potenzielle Leser und Zielgruppen sind:
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Banken
Brauchen Sie Geld oder Kredite für die Gründung, verlangen Banken immer einen überzeugenden Businessplan. Ohne gutes Konzept vergibt die Bank keine Darlehen, um das Risiko eines Zahlungsausfalls zu minimieren.
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Investoren
Ob Business Angel oder Venture Capital: Investoren schauen besonders genau auf die Gründer und das Potenzial der Geschäftsidee – also wie „skalierbar“ diese in den kommenden Jahren ist. Das Vorhaben muss nicht nur gut durchdacht sein, sondern primär ein hohes Wachstumspotenzial bieten, damit sich die Investition lohnt.
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Arbeitsamt
Falls Sie sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen, können Sie bei der zuständigen Arbeitsagentur einen Existenzgründerzuschuss beantragen. Voraussetzung ist auch hierfür ein fertiger und aussagekräftiger Businessplan.
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Geschäftspartner
Wollen Sie Geschäftspartner überzeugen und gleich mit einer Kooperation starten, wollen diese ebenfalls oftmals einen Businessplan sehen. Kaum jemand vereinbart etwas mit Unternehmen in der Gründungsphase, ohne sich ein genaues Bild zu machen.
Was sind die häufigsten Businessplan-Fehler?
Einen Businessplan zu erstellen, ist für viele Gründer eine Herausforderung. Trotz gründlicher Vorbereitung kommt es darin immer wieder zu Fehlern, die Ihrem Erfolg im Weg stehen. Diese besonders häufigen Fehler im Businessplan sollten Sie unbedingt vermeiden:
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Falsche Informationen oder Analysen
Fehlerhafte Informationen oder falsche Annahmen und Analysen sind ein echter Killer. Haben Sie das Marktpotenzial vollkommen falsch eingeschätzt, oder liegen Sie bei der Analyse der Konkurrenz völlig daneben, kann das nicht nur zu unangenehmen Rückfragen führen, sondern das gesamte Unternehmen gefährden.
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Fehlende Fähigkeiten und Kompetenzen
Investoren sagen immer wieder: „Wir investieren nicht in Ideen, sondern in Gründer.“ Der Businessplan muss eindeutig zeigen, warum Sie dieses Unternehmen erfolgreich gründen können – und warum das Team alle wesentlichen Kompetenzen und Stärken mitbringt. Es dürfen keine Zweifel an der Eignung des Gründerteams bleiben.
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Unterschätzte Risiken
Seien Sie ehrlich: Risiken zu verschweigen oder zu verkleinern, um die Chancen und Vorteile zu beschönigen, ist keine kluge Strategie. Schon im eigenen Interesse. Sie vergrößern so nur die Gefahr, zu scheitern. Außerdem haken Banken und Investoren hierbei genau nach. Ein konservativer Finanzplan und ein realistischer Businessplan wirken wesentlich überzeugender.
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Unklare Geschäftsidee
Gründer sind natürlich immer von der eigenen Idee überzeugt und begeistert. Aber zündet diese wirklich am Markt? Oder gibt es Ihr Angebot nicht schon? Nicht wenige flüchten sich dann in eine Nische, die es noch nicht gibt. Allerdings muss diese groß genug sein, um damit auch Gewinne zu machen. Die fünfundtrölfzigste Bar auf Mallorca zu eröffnen, ist eben keine wirklich pfiffige Idee. Idealerweise lösen Sie mit Ihrem Angebot ein echtes Problem mit einer großen Nachfrage.
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Fehler im Finanzplan
Fehler im Finanzplan sind nicht nur peinlich – sie können die Existenz des gesamten Unternehmens bedrohen. Bei einer falschen Kalkulation ist der Kapitalbedarf möglicherweise viel höher als erwartet. Durch die Einnahmen können die Kosten nicht gedeckt werden und es droht eine Insolvenz. Rechnen Sie daher stets mit spitzem Stift und prüfen Sie Ihre Zahlen lieber dreimal nach.
Businessplan schreiben lassen?
Es gibt inzwischen verschiedene Anbieter, von denen Sie sich einen Businessplan schreiben lassen können. Damit sollen mögliche Fehler und eigene Unsicherheiten überwunden werden. Das kann hilfreich sein, vergessen Sie aber nicht: Die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Unternehmen ist eigentlich Ihre Pflicht als Gründer und steigert die Erfolgschancen. Wer das auslagert, bringt sich selbst um wichtige Erkenntnisse.
Kann ich einen Businessplan mit KI erstellen?
Sie können einen Businessplan mit KI erstellen und erhalten mit den richtigen Prompts innerhalb von Sekunden einen Geschäftsplan für Ihre Idee. ChatGPT, Gemini und Claude können problemlos Analysen erstellen, Informationen zusammentragen und diese aufbereiten. Das Problem bei der Erstellung mit KI ist aber: Es fehlt die Individualität! Künstliche Intelligenz arbeitet mit verfügbaren Daten und Statistiken. Ihre persönlichen Erfahrungen und Innovationen bleiben hierbei unberücksichtigt, weil Sie die KI nicht kennt.
KI nur als Hilfsmittel
Wollen Sie einen Businessplan mit KI erstellen, sollten Sie dies nur als Hilfsmittel verwenden. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz können Sie schnell und einfach recherchieren, mehr über die Branche, Märkte und Marktbegleiter erfahren. Oder Sie lassen sich einen Businessplan von der KI erstellen, um diesen mit Ihrem eigenen Dokument zu vergleichen. Das dient der Optimierung und der Inspiration. Wir raten aber davon ab, mit einem Befehl wie „Erstelle einen Businessplan für ein Modegeschäft in der Innenstadt von Neustadt“ einen fertigen Plan anzufordern. Das Ergebnis ist selten brauchbar und überzeugend.
Tipps, wie Sie einen überzeugenden Businessplan schreiben
Damit Ihr Businessplan auf Anhieb überzeugt und den bestmöglichen Eindruck macht, haben wir zum Abschluss noch einige bewährte Tipps zusammengestellt:
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Vorbereitung
Ein Businessplan braucht immer gute Vorbereitung und Recherche. Suchen Sie Informationen aus glaubhaften Quellen und achten Sie auf fehlerfreie Analysen. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit, um alle Daten zusammenzutragen und gegenzuchecken. Sie können keinen Businessplan an einem Nachmittag erstellen.
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Aufbau
Halten Sie sich an den typischen Aufbau für einen Businessplan. Ein Inhaltsverzeichnis hilft dem Leser zusätzlich. Der Plan sollte präzise, aber einfach sein, damit Leser die gesuchten Informationen schnell finden.
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Schreibstil
Der Schreibstil im Businessplan ist immer sachlich und professionell. Egal, wie begeistert Sie sind: Sie müssen objektiv bleiben! Nennen Sie hauptsächlich Fakten, statt euphorisch von Ihren Visionen zu schreiben. Zu viel Emotionalität weckt häufig Zweifel.
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Material
Investieren Sie in hochwertiges Papier und eine geeignete Mappe. Nicht vergessen: Der Businessplan ist die Visitenkarte Ihres Startups. Präsentieren Sie Ihr unternehmerisches Konzept nicht auf billigste Weise, sondern auch haptisch ansprechend und professionell.
Gibt es Alternativen zu einem Businessplan?
In den meisten Fällen kommen Sie um einen klassischen Businessplan nicht herum. Es gibt dafür keine direkten Alternativen, sondern allenfalls Ergänzungen. Eine Möglichkeit ist das Business Model Canvas als Visualisierung Ihres Geschäftsmodells auf einer einzelnen Seite. Es besteht aus neun Bausteinen als Übersicht aller wichtiger Informationen – Beispiel:
Besonders beliebt ist das Canvas bei agilen Startups und für die schnelle Veranschaulichung einer Idee – im Gegensatz zu einem langen und umfangreichen Businessplan.
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