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13 von Jochen Mai am 5. August 2007 → Artikel in Psychologie
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Alles Banane – Warum Traditionen negativ wirken

In einem Käfig sitzen vier Affen. In der Mitte des Käfigs steht ein Holzpfosten, darüber hängt eine reife Banane. Um sie zu bekommen, müssten die Affen auf den Pfosten klettern. Nach einer Weile wagt der erste Affe sein Glück. Kurz bevor er die Banane erreicht, spülen ihn Wissenschaftler mit einem kalten Wasserstrahl vom Pfahl. Es dauert eine Weile, dann versuchen auch die anderen Affen ihr Glück. Sie alle fegt der Wasserstrahl hinweg. Das Experiment wiederholt sich einige Male, dann geben die Affen auf. Nun ersetzen die Forscher einen der Affen. Der Neue weiß noch nichts von der kalten Dusche und sieht nur die Banane. Doch als er auf den Pflock steigen will, halten ihn die anderen drei mit lautem Gekreische und körperlicher Gewalt zurück. Im Grunde eine soziale Geste. Danach ersetzen die Wissenschaftler mit jedem weiteren Testdurchlauf einen Affen nach dem anderen. Solange, bis vier Affen im Käfig hocken, die niemals mit kaltem Wasser bestrahlt wurden. Was passiert, ist: nichts! Kein Affe wagt jemals wieder den Pfosten zu besteigen.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Traditionen beginnen so. Irgendwann weiß niemand mehr, warum man die Dinge so macht, wie man sie macht. Aber jeder ist davon überzeugt, dass es so richtig ist oder nur so geht. Lassen Sie niemals zu, dass Affen Sie davon abhalten, die Erfolgsleiter hochzuklettern!



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1. Kommentar

Armin
05.08.07 um 20:41 Uhr

Hier noch ein passendes Video zur Geschichte bzw. Monkey Business:
http://www.karge.biz/?p=84

2. Kommentar

Excellence-Blog
05.08.07 um 23:12 Uhr

Welcher Jung-Unternehmer kennt das nicht? Da hat jemand eine tolle Idee und erzählt den Kollegen davon, wie er sich damit selbständig machen wird.
Anstatt ihn zu ermutigen, sehen alle nur die Probleme, die fehlende Sicherheit, das Scheitern anderer Unternehmer, usw.
Selbst die so gründungsfreudigen Amerikaner kennen das Phänomen. “If you search a new success, change your peergroup first” ist daher ein oft gehörter Rat. Mancher deutscher Unternehmer ist dabei sogar soweit gegangen, gleich auszuwandern, denn die wenigsten hier haben den Wasserstrahl erlebt, aber jeder “weiss”, dass es dumm ist, nach der “reifen Banane zu greifen”, ein Unternehmen zu gründen. :-)

3. Kommentar

Norbert Glaab
06.08.07 um 09:04 Uhr

Erst letzte Woche war ein Unternehmer bei mir und bat um Hilfe. Hauptsächliche ging es ihm um seinen Gesundheitszustand.
Nach seiner Ansicht mache er ja alles richtig, doch seit Jahren könne er nicht mehr schlafen und sein Gewicht und….
Er lebe die Tradition seines Unternehmens. Dann seine Aufforderung die ich hier übersetze:
Wasch mich, aber mache mich bitte nicht nass!
Tja, das Wasser und die Affen ;-)

4. Kommentar

Jochen Mai
06.08.07 um 10:06 Uhr

In der Tat gilt das Beispiel nicht nur für Routinen und Rituale, die einem von anderen ungeprüft auferlegt werden, sondern auch um eigene Traditionen und Denkschablonen. Die sind sogar noch schwerer aufzubrechen.

5. Kommentar

derherold
06.08.07 um 17:25 Uhr

Ist das nicht vergleichbar mit dem “not invented here” oder “das haben wir schon immer so (nicht) gemacht” ?

Hoffentlich sind sich die anwesenden/lesenden Damen und Herren bewußt, was damit impliziert wird: um (nun) Erfolg zu haben, soll man einen Kahlschlag vornehmen und die Belegschaft “runderneuern”.

Nur damit keiner sagen kann, er hätte es nicht gewußt … ;)

6. Kommentar

Norbert Glaab
06.08.07 um 18:05 Uhr

Neue Erkenntnisse einbringen, bedeutet jedoch nicht Kahlschlag.
Nur weil seit zig Jahren die Bücherregale mit Motivationskonzepten gefüllt wurden, bedeutet das noch lange nicht, dass Motivation von außen kommt. Jetzt, wo wir es wissen, sollen wir so tun, als ob? Hat schon einmal nicht funktioniert, als man behauptet hat, die Erde ist eine Scheibe.
Warum nicht eine gemeinsame sanfte Umkehr. ;-)

7. Kommentar

derherold
06.08.07 um 21:22 Uhr

Eine gemeiensame sanfte Umkehr ist sicherlich sehr schön … ;)

Aber die Variante, daß bei *Bockbeinigkeit* nahezu die komplette Führungsgruppe geschaßt wird, ist so selten ?

Ich meine mich an einen stahl- und maschinenbaunahen Zulieferer zu erinnern, der aufgrund “alter Zöpfe” seine gesamte Vertriebsmannschaft in einem Bundesland “ausgetauscht” und mit neuen Leuten auch neu angefangen hat.

8. Kommentar

Eva Ihnenfeldt
06.08.07 um 22:35 Uhr

Bedenkenträger können einen wirklich wahnsinnig machen – aber andererseits:
was uns nicht wirklich fertig macht , macht uns erst richtig stark! In diesem Sinne liebe ich die kreischenden Affen: sie stärken meinen Willen und meine Tatkraft ungemein!

9. Kommentar

Jochen Mai
06.08.07 um 23:09 Uhr

bedenkenträger haben durchaus ihren nutzen – wirklich. dazu steht auch etwas in meinem buch. mir war in diesem beitrag wichtig vor allem auf die ungeprüften traditionen hinzuweisen – das, was wir scheinbar schon immer so gemacht haben, weil es sich bewährt hat. aber das muss deswegen nicht für immer gelten. zeiten ändern sich, menschen und manche regeln eben auch.

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