Schlechte Angewohnheiten loswerden: 10 Beispiele + Tipps

Schlechte Angewohnheiten haften uns an wie Kaugummi am Schuh. Ob ständige Unpünktlichkeit, Aufschieberitis oder der Griff zum Smartphone: Solche Verhaltensmuster entstehen schleichend und lassen sich nur schwer wieder ablegen. Wir zeigen Ihnen 10 typische schlechte Angewohnheiten und erklären, wie Sie diese in sechs Schritten dauerhaft loswerden – inklusive praktischem Selbstcheck…

Schlechte Angewohnheiten Loswerden Beispiele Stategien Tipps

Was sind schlechte Angewohnheiten?

Schlechte Angewohnheiten sind regelmäßig wiederholte Verhaltensweisen, die uns selbst oder anderen schaden. Sie laufen häufig automatisch ab, obwohl wir ihre negativen Folgen kennen. Dazu gehören etwa Unpünktlichkeit, ständiges Aufschieben (Prokrastination), übermäßiger Medienkonsum oder ungesunde Essgewohnheiten.

Unser Gehirn speichert wiederholte Handlungen als Automatismen. Diese entlasten uns im Alltag, erschweren aber zugleich die Veränderung. Wer Gewohnheiten ändern möchte, muss deshalb zunächst verstehen, welche Situationen das Verhalten auslösen und welchen Nutzen es kurzfristig erfüllt. Bei einer Sucht oder Abhängigkeit reichen solche Selbsthilfestrategien allerdings nicht aus. Hier ist professionelle Unterstützung sinnvoll.

Schlechte Angewohnheiten: Synonyme

Andere Begriffe für schlechte Angewohnheiten sind Macken, Unarten, Unsitten, Untugenden, Laster oder Marotten. Gerade in Kreuzworträtseln wird häufig nach einer schlechten Angewohnheit mit 5 Buchstaben gesucht: „Macke“ oder „Unart“ passen hier.

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10 schlechte Angewohnheiten: Beispiele

Viele Menschen bemerken ihre eigenen schlechten Angewohnheiten kaum. Oft sind es erst die Reaktionen anderer, die uns darauf aufmerksam machen. Gerade im Beruf und in Beziehungen beschädigen manche Verhaltensmuster auf Dauer das Vertrauen und die persönliche Reputation. Diese 10 schlechten Angewohnheiten wirken besonders negativ auf andere und können sogar unsympathisch machen:

  1. Unpünktlichkeit

    Mal zu spät zu kommen, passiert. Regelmäßige Unpünktlichkeit aber ist gelebte Arroganz und ein Zeichen für schlechtes Zeitmanagement. Indirekt sagen Sie damit: „Deine Zeit ist mir egal.“ Oder: „Ich kann es mir erlauben, dich warten zu lassen.“ Wer sich so verhält, verliert an Respekt. Besonders ärgerlich wird die Angewohnheit, wenn andere deshalb ihre Termine verschieben müssen.

  2. Unzuverlässigkeit

    Wer Zusagen nicht einhält oder regelmäßig Versprechen bricht, verspielt das Vertrauen anderer. Zuverlässigkeit gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit. Kollegen, Freunde und Partner müssen sich darauf verlassen können, dass Ihre Worte und Taten übereinstimmen. Andernfalls werden Sie irgendwann bei wichtigen Aufgaben übergangen.

  3. Prokrastination

    Unangenehme Aufgaben immer wieder aufzuschieben, ist häufig ein eingeübtes Bewältigungsmuster. Die sogenannte Prokrastination verschafft kurzfristige Erleichterung, erzeugt langfristig aber zusätzlichen Stress. Aufgaben bleiben liegen, Fristen rücken näher und das schlechte Gewissen wächst. Am Ende müssen Sie unter Zeitdruck nachholen, was Sie zuvor vermieden haben.

  4. Ungeduld

    Ungeduld verleitet zu voreiligen Schlüssen, hektischem Aktionismus und unnötigen Fehlern. Wer ständig sofortige Ergebnisse erwartet, unterbricht andere, hört schlechter zu und trifft Entscheidungen, bevor alle Informationen vorliegen. Im Alltag führt diese schlechte Angewohnheit zudem häufig zu Spontankäufen oder unnötigen Konflikten.

  5. Geltungssucht

    Sich ständig in den Vordergrund drängen, Gespräche an sich reißen und nach Lob oder Anerkennung gieren: Übertriebener Geltungsdrang wirkt auf Dauer anstrengend und unsympathisch. Wer immer die Aufmerksamkeit auf sich zieht, übersieht die Bedürfnisse anderer. Das erzeugt häufig Ablehnung statt der erhofften Bewunderung.

  6. Ständiges Vergleichen

    Wer sich ständig mit anderen vergleicht, blickt permanent auf deren vermeintliche Erfolge. Das ist wie eine Autofahrt mit ständigem Blick in den Rückspiegel: Sie verlieren Ihre eigene Richtung aus den Augen. Ständiges Vergleichen verstärkt Neid, Unzufriedenheit und Minderwertigkeitsgefühle. Gleichzeitig übersehen Sie Ihre persönlichen Fortschritte und Stärken.

  7. Gerüchte verbreiten

    „Gerüchte werden von Neidern erfunden, von Dummen verbreitet und von Idioten geglaubt.“ Klatsch und Tratsch gehören zwar zum sozialen Alltag. Wer aber gewohnheitsmäßig Gerüchte verbreitet, verspielt seine Glaubwürdigkeit. Gerade im Beruf ist mangelnde Diskretion ein echter Karrierekiller: Wer über andere lästert, dem vertraut man irgendwann selbst keine vertraulichen Informationen mehr an.

  8. Geiz

    Geiz ist gar nicht geil. Er verrät eine kleingeistige Kramerseele, die ständig fürchtet, zu kurz zu kommen, und deshalb möglichst viel für sich behalten will. Wer bei jeder Gelegenheit seinen Vorteil sucht und andere ausnutzt, zerstört Beziehungen. Das Gegenteil – Großzügigkeit – schafft Vertrauen und macht sympathisch.

  9. Verantwortungslosigkeit

    Ständig jammern, Ausreden suchen und anderen die Schuld geben: Diese schlechte Angewohnheit macht Menschen handlungsunfähig. Wer anderen die Schuld gibt, gibt ihnen auch die Macht über das eigene Leben und macht sich zum ohnmächtigen Opfer. Mehr Eigenverantwortung bedeutet dagegen, eigene Fehler einzugestehen, Lösungen zu suchen und die Folgen des eigenen Handelns zu tragen.

  10. Undankbarkeit

    Niemand hat ausschließlich alleine Erfolg. Dahinter stecken praktisch immer Unterstützer, Mentoren, Kollegen oder Freunde. Fehlende Dankbarkeit vergrätzt diese Kontakte und schadet Ihnen langfristig selbst. Wer Hilfe für selbstverständlich hält und sich nie bedankt, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann niemand mehr bereit ist, ihn zu unterstützen.

Daneben gehören Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Schlafmangel zu den häufigsten schlechten Gewohnheiten. Sie stehen deshalb regelmäßig auf der Liste guter Neujahrsvorsätze. Bei den gesundheitlichen Angewohnheiten sind die Folgen oft weniger sichtbar, langfristig aber umso gravierender.

Selbstcheck: Welche schlechte Angewohnheit möchten Sie loswerden?

Beantworten Sie die folgenden Fragen möglichst ehrlich. So erkennen Sie, wo eine Veränderung besonders sinnvoll ist:

  • Welche meiner Angewohnheiten ärgert mich selbst regelmäßig?
  • Worauf haben mich andere schon mehrfach angesprochen?
  • Welche Verhaltensweise kostet mich unnötig Zeit, Geld oder Energie?
  • Was tue ich immer wieder, obwohl ich die Folgen bereue?
  • Welche einzelne Angewohnheit würde mein Leben spürbar verbessern, wenn ich sie ablege?

Wählen Sie zunächst eine Angewohnheit aus. Je konkreter Sie diese benennen, desto gezielter arbeiten Sie daran.

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Schlechte Angewohnheiten loswerden: 6 Schritte

Schlechte Angewohnheiten entstehen durch Wiederholung und bleiben häufig bestehen, weil sie kurzfristig einen Vorteil bieten. Wer beispielsweise bei Stress nascht, erlebt einen Moment der Entspannung. Deshalb reicht der Vorsatz „Ab morgen höre ich auf!“ meistens nicht aus. Sie müssen das bisherige Verhaltensmuster gezielt unterbrechen und durch eine bessere Reaktion ersetzen. Die folgenden sechs Schritte haben sich schon oft bewährt:

  • Auslöser identifizieren

    Beobachten Sie einige Tage lang, wann Ihre schlechte Angewohnheit auftritt. Welche Situation geht ihr voraus? Welche Gefühle spielen dabei eine Rolle? Greifen Sie beispielsweise bei Stress zur Schokolade oder bei Langeweile zum Smartphone? Schreiben Sie sich die typischen Auslöser auf. Dadurch erkennen Sie, wann das Verhalten automatisch startet.

  • Alternative festlegen

    Überlegen Sie, welchen kurzfristigen Nutzen Ihnen die Angewohnheit verschafft. Suchen Sie anschließend eine bessere Handlung, die ein ähnliches Bedürfnis erfüllt. Statt bei Anspannung Süßigkeiten zu essen, gehen Sie etwa kurz spazieren oder machen eine bewusste Pause. Formulieren Sie einen konkreten Wenn-Dann-Plan: „Wenn ich nachmittags gestresst bin, dann gehe ich fünf Minuten an die frische Luft.“

  • Kleine Schritte machen

    Verändern Sie zunächst eine Angewohnheit und setzen Sie sich realistische Zwischenziele. Wer ständig zu spät kommt, plant beispielsweise ab sofort 10 Minuten zusätzlichen Zeitpuffer ein. Kleine Erfolgserlebnisse stärken die Motivation. Sobald die neue Handlung selbstverständlich wird, erhöhen Sie schrittweise Ihre Anforderungen.

  • Unterstützer suchen

    Erzählen Sie einer vertrauten Person von Ihrem Vorhaben. Freunde, Kollegen oder Partner helfen Ihnen, Fortschritte zu erkennen und Rückschläge einzuordnen. Besonders hilfreich ist jemand, der Sie freundlich an Ihre Ziele erinnert oder selbst an einer ähnlichen Veränderung arbeitet. Gemeinsame Vorhaben erleichtern das Durchhalten.

  • Versuchungen meiden

    Gestalten Sie Ihre Umgebung so, dass das unerwünschte Verhalten zusätzliche Hürden bekommt. Wer weniger naschen möchte, kauft keine Süßigkeiten auf Vorrat. Wer sich seltener vom Smartphone ablenken lassen will, legt es außer Reichweite. Damit reduzieren Sie Situationen, in denen Sie aktiv einer Versuchung widerstehen müssen.

  • Disziplin üben

    Bleiben Sie möglichst regelmäßig bei Ihrer neuen Handlung. Anfangs kostet die Veränderung bewusste Anstrengung und Selbstdisziplin. Mit jeder Wiederholung festigt sich das neue Verhalten. Falls Sie einmal in die alte Angewohnheit zurückfallen, setzen Sie Ihren Plan bei der nächsten Gelegenheit fort. Ein einzelner Rückschlag macht Ihre bisherigen Fortschritte nicht zunichte.

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Wie lange dauert es, schlechte Angewohnheiten abzulegen?

Schlechte Angewohnheiten abzulegen, benötigt häufig mehrere Wochen bis Monate, bis sie weitgehend automatisch abläuft. Die oft genannten 21 Tage sind wissenschaftlich nicht belegt. Auch die bekannten 66 Tage sind lediglich ein Orientierungswert und keine feste Frist. Die Psychologin Phillippa Lally vom University College London untersuchte mit ihrem Team, wie Menschen neue Verhaltensweisen entwickeln. In ihrer Studie lag der mittlere Wert (Median) bei 66 Tagen. Die geschätzte Dauer bis zu einem hohen Grad an Automatisierung schwankte jedoch zwischen 18 und 254 Tagen.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2024 bestätigt die Spannweite. Je nach Untersuchung lagen die Zeiten bei 59-66 Tagen (Median) bzw. 106-154 Tagen (arithmetischer Mittelwert). Einzelne Menschen benötigten also deutlich länger. Was aber gut ist Laut Lallys Untersuchung beeinträchtigt eine einzelne ausgelassene Wiederholung den Lernprozess kaum. Viel wichtiger ist die Regelmäßigkeit. Machen Sie deshalb weiter, auch wenn Sie Ihren Vorsatz zwischendurch brechen oder vergessen.


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