Die perfekte Überschrift
Inhalte mit Mehrwert, Themen, die Leser wirklich interessieren, praktisch anwendbare Tipps - all das sollen Blog-Artikel liefen. Corporate Blogs tun sich damit - das hat unsere Corporate Blog-Studie gezeigt - nach wie vor schwer, doch selbst die Corporate Blogs, die gute und für ihre Zielgruppe interessante Inhalte liefern, haben eine große Schwäche: Ihre Überschriften. Guter Content wird eben nicht von alleine interessant, sondern muss auch attraktiv positioniert und präsentiert werden. Genau das ist die Funktion der Blog-Headline. Mit unseren elf Tipps kommen Sie der perfekten Überschrift ein ganzes Stück näher.

Die perfekte Überschrift: Lust auf mehr

Die Überschrift ist im Grunde das Aushängeschild Ihres Artikels. Sie entscheidet - vielleicht noch zusammen mit dem Vorschautext bei den Google-Suchergebnissen - darüber, oft Leser sich Zeit für den Artikel nehmen oder einfach weiter scrollen. Die perfekte Überschrift zieht Leser daher nicht nur in ihren Bann, sie macht auch Lust auf den Artikel und weckt Erwartungen.

Doch die Faszination einer hervorragenden Überschrift kann auch zum Problem werden - wenn der Artikel beispielsweise die Erwartungen der Leser nicht erfüllt. Die perfekte Überschrift ist daher eine Gratwanderung zwischen offensiver und attraktiver Präsentation und realistischem Nutzwert-Versprechen. Die perfekte Überschrift sollte...

  • ... auf den Artikel aufmerksam machen und die Aufmerksamkeit der Leser erregen.
  • ... den Inhalt des Artikels schmackhaft machen und zum Lesen animieren.
  • ... Erwartungen wecken, die dann auch vom Artikel erfüllt werden.
  • ... zur Ausrichtung und Botschaft der Seite passen.

Der letztgenannte Punkt wird unserer Erfahrung nach leider viel zu oft vergessen. Es gibt Überschriften-Formate, die zwar hervorragend funktionieren, Leser ansprechen, Interesse wecken, die Klick-Zahlen in die Höhe treiben... jedoch so gar nicht zur Ausrichtung eines Blogs oder einer Seite passen. Sicher, hin und wieder können auch reißerische Blog-Headlines sinnvoll sein, doch grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass auch Ihre Überschriften zu Ihrem gewünschten Image passen.

In unseren elf Tipps zeigen daher Prinzipien und Mechanismen auf, die Sie für perfekte Überschriften nutzen können. Wie Sie diese jedoch konkret für Ihre Artikel nutzen und auf Ihren Stil anpassen können, müssen Sie selbst herausfinden. Eines sollten Sie dabei beachten: Wie das Bloggen selbst sind auch gute Überschriften eine Frage der Übung. Verfassen Sie daher auch Überschriften, die Sie nicht konkret für einen Artikel brauchen und probieren Sie verschiedenste Varianten aus. So entwickeln Sie nach und nach ein Gefühl für Struktur und Aufbau guter Blog-Headlines.

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11 Tipps für die perfekte Überschrift

  1. Emotionen, Baby

    Die einen nennen es Bild-Niveau, die anderen cleveres Marketing. Wie auch immer Sie zu emotional aufgeladenen Überschriften stehen: Sie erregen die Aufmerksamkeit der Leser und funktionieren. Ein aktuell ist prominentes Beispiel für diese Art der Überschriften ist die umstrittene Webseite Heftig.co, die sich fast ausschließlich dieser Mechanik bedient. Auf dieses Niveau sollten Sie sich zwar nicht begeben, doch auch Corporate Blogs tut die eine oder anderen emotionale Überschrift gut.

  2. Achtung Warnhinweis

    Diese Überschriften begegnen Ihnen auch hier auf der Karrierebibel immer wieder. Durch Formulierungen wie "7 Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten" werden natürlich auch Emotionen getriggert und die Neugier der Leser geweckt. Wichtig: Sie sollten dann nicht nur Fehler nennen, sondern - zumindest implizit - die passenden Gegenmaßnahmen und Strategien aufzeigen und Ihren Lesern so Mehrwert bieten. Denn diese Erwartung wird durch solche Überschriften auch geweckt.

  3. Wichtige Informationen

    "33 Psychotricks, die wirklich jeder kennen sollte" - Solche Überschriften wecken nicht nur Neugier, sondern richten sich auch ein klein wenig an das Ego der Leser. Denn wenn "jeder" die Tricks kennen sollte - und vielleicht schon kennt - können Sie doch nicht außen vor bleiben, oder? Außerdem verspricht die Überschrift implizit auch, dass es sich hier um 33 lesenswerte Tricks handelt. Diesen Ansatz können Sie natürlich auch verschiedenste Themen übertragen.

  4. Problemlösung voraus

    Diese Art der Überschriften begegnet Ihnen fast täglich auf den verschiedensten Seiten. Das Prinzip ist klar: Durch Versprechen wie "Lösen Sie Ihre Probleme in 5 Schritten" wird ein hoher Nutzwert suggeriert. Diese Überschriften funktionieren allerdings nur dann wirklich gut, wenn Sie erstens Probleme behandeln, die Ihre Leser auch wirklich interessieren und Sie zweitens dann auch konkrete Lösungsansätze bieten können. Ist Letzteres nicht der Fall, bleiben enttäuschte Leser zurück und die Überschrift wird zum Problem.

  5. Beispiele en masse

    "Geschichten zum Teilen: 10 gute B2B Beispiele" - Überschriften dieser Art versprechen nicht nur Informationen, sondern konkret greifbare Beispiele. Wählen Sie hier Themen und Beispiele mit hohem Praxisbezug und Relevanz für Ihre Zielgruppe, fühlen sich Ihre Leser direkt angesprochen und können sofort eine Verbindung zum Thema aufbauen. Klar, dass der Artikel dann auch interessant wirkt und aufmerksam gelesen wird.

  6. Berühmte Vorbilder

    Das Prinzip aus Punkt fünf können Sie noch weiter führen und statt Best Practice Beispiele auf Berühmtheiten und VIPs zurückgreifen. Hier können sowohl Namen bekannter Stars als auch Eigenschaften Interesse erwecken. Überschriften wie "10 Dinge, die erfolgreichen Menschen vor dem Frühstück tun" wecken natürlich die Erwartung, hier etwas für den eigenen Erfolg lernen zu können. Idealerweise wählen Sie hier Eigenschaften, die zu den Kerninteressen Ihrer Leser zählen.

  7. Tutorials und Guides

    Auch mit einem ganz konkreten Nutzwertversprechen können Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Leser erregen. Blog-Headlines "Ersties Studienstart: Der Guide für Erstsemester" machen von vornherein deutlich, worum es im Artikel geht. Wählen Sie hier das passende Thema - und können Sie im Artikel wirklich praxisorientierte Tipps und Anleitungen bieten - ist Ihnen die Aufmerksamkeit Ihrer Leser sicher.

  8. Fragen und Antworten

    Auch Fragen eignen sich hervorragend dazu, die Aufmerksamkeit Ihrer Leser zu erregen und sie zum Lesen zu animieren. Für die optimale Wirkung sollten Sie Fragen wählen, die sich die meisten Ihrer Leser ohnehin auf die eine oder andere Art stellen. Unsere Überschrift "Berufsunfähigkeit: Was tun, wenn die Arbeit krank macht?" greift beispielsweise ein oft diskutiertes und für die meisten Leser relevantes Thema auf. Die Antwort muss dann natürlich im Artikel folgen.

  9. Klare Worte

    Apropos Fragen: Dieses Prinzip können Sie sich auch noch auf andere Art und Weise für Ihre Überschriften nutzen. Mit Formulierungen wie "Die Wahrheit: Warum Sie den Job nicht bekommen" transportieren Sie vor allem eine Botschaft: Sie scheuen sich nicht davor, klare Worte zu sprechen und Ihren Lesern - implizit: im Gegensatz zu anderen - reinen Wein einzuschenken. Logisch, dass der Artikel dann auch wirklich klare Aussagen liefern muss.

  10. Listen über Listen

    Listen funktionieren nicht nur hervorragend als Artikel-Format, sondern eigenen sich ebenso gut für Überschriften. Hier gibt es zwei Extreme: Einerseits können Sie mit kurzen Listen wie beispielsweise unserer "Hausordnung" auch Leser erreichen, die keine ellenlangen Artikel lesen wollen. Andererseits schaffen machen durch Überschriften wie "10 Gründe, warum wir Listen lieben" deutlich, dass hier wirklich jeder Leser fündig wird. Solch große Zahlen schrecken manche Leser zwar ab, anderer werden davon jedoch angezogen.

  11. Ultimative Superlative

    Auch vor Superlativen sollten Sie in Ihren Überschriften nicht zurückschrecken. Wichtig ist jedoch, dass Sie solche Überschriften dosiert und mit Bedacht einsetzen und die geweckten Erwartungen dann auch im Artikel erfüllen. Wenn Sie mit Formulierungen wie "ultimativer Guide" oder ähnlichen um sich werfen weckt das sowohl hohes Interesse als auch entsprechende Erwartungen. Solche Artikel müssen dann groß und qualitativ hochwertig sein, sonst wird die Überschrift zum Fluch.

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