Endlich! Der große Tag ist da, Sie verlassen diesen unorganisierten Saftladen, schließen dieses Kapitel ab und wechseln zu einem richtigen Arbeitgeber, der diesen Namen auch verdient. Nach Jahren des Martyriums ist das Ende greifbar nah. Das ist Ihre Chance, bleibenden Eindruck bei Ihrem bisherigen Chef und den Kollegen zu hinterlassen. Feuern kann Sie ja keiner mehr und das können Sie so richtig ausnutzen. Der Platz in der Firmengeschichte ist Ihnen sicher. Und es wird Ihnen wahrscheinlich sogar Spaß machen.

Hinterlassen Sie Eindruck – aber richtig!

  • Ehrliche Meinung – Es heißt doch immer “Ehrlich währt am längsten” oder? Dann sind Sie jetzt einfach mal brutal ehrlich und sagen völlig ungeschminkt die Wahrheit. Wie erbärmlich Sie die Arbeitsbedingungen bisher fanden, was Sie an Ihren Kollegen schon immer gestört hat und das Ihr Chef die komplette Null auf ganzer Linie ist. Das ist Ihr Augenblick endlich all das zu sagen, was Sie sich die letzten Jahre verkniffen haben.
  • Konstruktive Kritik – Natürlich kritisieren Sie nicht nur, schließlich wissen Sie ja, dass Ihre armen Ex-Kollegen noch für dieses Unternehmen arbeiten müssen. Deshalb bringen Sie auch gleich Ihre Verbesserungsvorschläge mit ein und geben Ihre guten Ratschläge kostenlos zu Besten. Nach vielen Jahren der Knechtschaft wissen Sie ja genau, was sich ändern muss. Komisch nur, dass Ihnen Ihre Ex-Kollegen gar nicht dankbar sind. Na ja, das waren halt immer schon Ignoranten.
  • Individuelle Abschiedsgeschenke – Nach jahrelanger Zusammenarbeit sind Ihnen Ihre Ex.Kollegen – bei allen offensichtlichen Fehlern – nicht völlig gleichgültig. Daher bedenken Sie jeden mit einem individuellen und praktischen Geschenk. Die Palette reicht dabei vom Nikotinpflaster über Deo bis hin zum Handbuch “PC für Dummys”. Schließlich sollen die Ex-Kollegen ja auch was mit den Geschenken anfangen können. Und Ihr Chef bekommt eine Tasse mit dem bekannten Sinnspruch “Er ist zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen”. Passend eben.
  • Rundmail – Bevor Sie gehen schicken Sie noch eine letzte Rundmail an das gesamte Unternehmen. Darin decken Sie alle Missstände detailiert auf und liefern – ganz im Sinne konstruktiver Kritik – auch gleich noch die Lösungsvorschläge für die benannten Probleme mit. Vergessen Sie auf keinen Fall die Geschäftsführung mit in den Verteiler zu setzen, sonst macht die E-Mail ja wenig Sinn.

Wenn Sie alle beschriebenen Abschiedsrituale umgesetzt haben, werden Ihre Ex-Kollegen und Ihre Ex-Chef Sie garantiert nicht vergessen. Und wenn Ihr neuer Arbeitgeber sich bei Ihrem bisherigen Chef erkundigt, wird der mit Ihrem Namen sofort etwas anfangen können. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben sich ein Denkmal geschaffen.

Psst, das war natürlich Satire. Wie Sie sich richtig verabschieden beschreiben wir hier.

Die Serie rund um den Jobwechsel

Dieser Artikel gehört zu einer fünfteiligen Reihe rund um das Thema Jobwechsel. In dieser Reihe sind folgende andere Artikel erschienen.