Englischsprachige Blogs können teilweise mehrere tausend Leser am Tag vorweisen. Das Blog Zenhabits zum Beispiel schafft es derzeit auf mehr als 100.000 regelmäßige Leser. Das klingt für viele deutschsprachige Blogger utopisch und unerreichbar. Okay, aber wie klingen dann 1000 Leser? Immer noch zu weit weg? Ist es aber nicht! Mehr Leser zu gewinnen, ist gar nicht so schwer, wie es auf Anhieb klingt. Wir zeigen Ihnen heute wie…

1. Vorbereitung

Gleich zu Beginn sollten Sie darauf achten, Ihre Abonnenten und E-Mail-Listen gut verwalten zu können. Dienste wie Mad Mimi oder Mailchimp ermöglichen die komfortable Verwaltung großer Datenbestände. Wenn Ihnen das zu Beginn übertrieben vorkommt, denken Sie dran: Sie arbeiten auf 1000 Leser hin, eine gute Vorbereitung ist da wichtig, um spätere Listen besser verwalten zu können.

Auch über Statistik-Dienste sollten Sie sich gleich anfangs Gedanken machen, schließlich wollen Sie ja auch wissen, wann Sie die Tausender-Grenze erreicht haben und welche Artikel am besten ankommen. Für Blogstatistiken eignen sich sowohl Google Analytics als auch der alternative Dienst Blogoscoop.
Update: In den Kommentaren wurde Piwik als nützliches Statistik-Tool empfohlen. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Blick darauf zu werfen. Danke für die – sehr guten – Hinweise.

2. Newsletter

Der Linkriss des schweizer Bloggers Christian Leu zeigt eindrucksvoll, dass E-Mail-Newsletter immer noch nicht überholt sind, sondern nach wie vor gut bei Lesern ankommen. Ganz nebenbei machen Sie Ihr Blog auch noch bekannter und bauen eine Stammleserschaft auf. Auch die Karrierebibel hat ein Jahr lang einen Newsletter angeboten, der weit über 1000 Abonnenten erreicht hat. Wichtig: Ihr Newsletter muss regelmäßig erscheinen und natürlich gute Inhalte und einen Mehrwert für die Leser bieten! Denken Sie bitte immer daran, warum Sie den Newsletter schreiben. In erster Linie soll er Ihren Lesern etwas bieten, doch nebenbei wollen Sie auch neue Blogleser gewinnen. Also verlinken Sie Ihr Blog auch innerhalb des Newsletters und leiten Sie so die Leser zu Ihnen.

3. Präsentation

Sorgen Sie dafür, dass besondere Angebote – wie beispielsweise Ihr Newsletter – prominent in Ihrem Blog platziert sind. Das kann in der Sidebar sein oder auch schon im Header der Seite (wo üblicherweise auch der RSS-Feed-Link platziert wird). Natürlich kann sich das Design und das Layout Ihres Blogs im Lauf der Zeit verändern – auch die Karrierebibel hat bereits einen Relaunch hinter sich. Stellen Sie dabei aber immer zwei Punkte sicher: Erstens sollten die wichtigen Dinge, wie zum Beispiel Ihr Newsletter, immer gut sichtbar sein und dem Leser sofort ins Auge springen. Zweitens sollten Sie größere Veränderungen unbedingt kommunizieren und den Lesern die Neuerungen und deren Gründe erläutern. Das hat Jochen beispielsweise beim Relaunch der Karrierebibel auch getan, wie Sie hier nachlesen können.

Das bekannte und hier bereits erwähnte Saftblog setzt genau diesen Tipp vorbildlich um. Alle Angebote und Social Media Kanäle des Unternehmens sind offensichtlich platziert und fallen sofort ins Auge.

4. Mehrwert

Bieten Sie Ihren Lesern stets einen Mehrwert, der über die bloße Lektüre oder Tipps hinausgeht. Um beim Beispiel des Linkriss’ zu bleiben: neue Abonnenten können hier etwa kostenlos “65 Linktipps” herunterladen. Aber auch E-Books und Anleitungen können solche Dreingaben sein. Als erfolgreiche Beispiele seien hier das E-Book “Focus” von Leo Babauta und die vielen, umfangreichen Anleitungen hier auf der Karrierebibel genannt. Achten Sie aber darauf, dass die Leser zumindest einmal dafür auf Ihre Seite kommen müssen, um das Angebot herunterzuladen. Nur haben sie die Chance, Ihr Angebot besser kennenzulernen und vielleicht auch wiederzukommen.

5. Inhalt

Im englischen gibt es das Sprichwort “Content is king” das sich jeder Blogger zu Herzen nehmen sollte. Schreiben Sie also vor allem viele originäre Artikel, die Ihre Leser interessieren. Entscheidend ist, dass Sie sich Ihre Zielgruppe vorher genau vorstellen: Was wollen diese Leser wissen? Welche Fragen haben sie? Welche Informationen benötigen sie? Genau das bieten Sie ihnen dann – möglichst in kompakter Form. Denn das spart dann auch noch Lesezeit. Ein paar Beispiele hierfür finden Sie in unseren Dossiers, etwa zum Bewerbungsanschreiben oder zum Lebenslauf formulieren.

6. Gastbeiträge

Gute eigene Artikel sind absolut wichtig, keine Frage. Doch sollten Sie diese nicht nur auf dem eigenen Blog veröffentlichen. Machen Sie die einflussreichen Blogs zu Ihrem Themengebiet ausfindig und bieten Sie Gastartikel an. Gut geschrieben stellen diese die beste Werbung dar, die Sie für Ihr Blog bekommen können. Außerdem vernetzen Sie sich dadurch auch noch mit einflussreichen Bloggern und Autoren Ihres Themengebietes. Später dann können Sie umgekehrt auch in Ihrem Blog Gastbeiträge veröffentlichen und so anderen zu mehr Publikum verhelfen. Natürlich finden Sie auch auf der Karrierebibel zahlreiche Gastbeiträge verschiedener Autoren.

7. Social Media

Um Ihr Blog – und sich selbst – wirklich bekannt zu machen, sollten Sie Ihre Aktivitäten aber nicht allein auf das Schreiben von Artikeln und Newslettern konzentrieren. Werden Sie auch auf Twitter und Facebook aktiv, richten Sie automatische Suchen nach den Schlagworten Ihrer Themen ein und beteiligen Sie sich an Diskussionen, die Ihr Themengebiet betreffen. So erweitern Sie Ihr Netzwerk und steigern Ihre Bekanntheit.

8. Auswertung

Erinnern Sie sich noch an Tipp Nummer eins? Dort hatten wir Ihnen unter anderem empfohlen, einen Statistikdienst wir Google Analytics oder Blogoscoop zu nutzen. Für diesen Tipp benötigen Sie nun die so gewonnen Daten. Werten Sie regelmäßig Ihre Blogstatistik aber auch Ihre Retweets und “Gefällt mir”-Klicks auf Facebook aus. Welche Themen kamen besonders gut an? Gab es dazu Kommentare die neue, verwandte Themen betreffen? Nutzen Sie diese Daten als Grundlage für neue Artikel und Themen. Diesen Prozess sollten Sie natürlich regelmäßig wiederholen.

9. Aufruf

Auch wenn es offensichtlich erscheint, es wird sehr oft vergessen: Rufen Sie Ihre Leser am Ende eines Artikels (aber nicht jedes Artikels!) dazu auf, Ihr Blog zu abonnieren, einen Kommentar zu schreiben oder Ihnen auf Twitter und Facebook zu folgen. Das heißt in der Fachsprache call-to-action und hat nachweislich mehr Effekt, als wenn Sie nur darauf hoffen, dass Ihre Leser von sich aus schon motiviert genug sind, aktiv zu werden. Sprechen Sie Ihre Leser also ruhig direkt an und sagen Sie Ihnen, was Sie sich wünschen. Es ist ja nur eine Bitte, der man folgen kann oder nicht. Aber wer nicht bittet, dem wird auch weniger gegeben. Bei der Gelegenheit sollten Sie freilich auch alle Möglichkeiten verlinken, Ihnen zu folgen.

10. Aufmerksamkeit

Das Sprichwort “Tu Gutes und rede darüber” gilt ebenso für Online-Aktivitäten. Auch wenn es in Deutschland manchmal den Beigeschmack der Selbstbeweihräucherung hat: Werben Sie ruhig für Ihr Blog und Ihre Artikel! Weisen Sie bei Twitter und Facebook auf Ihre – neuen und alten – Artikel hin und machen Sie es Lesern leicht, diese auch zu finden. Wer ein kleines Budget hat, kann aber auch erwägen, bei Google Adwords oder Facebook für kleines Geld ein paar Anzeigen zu schalten. Mit schon 100 Euro kann man bei beiden Dienst sehr fokussierte und große Zielgruppen erreichen.

11. Abwechslung

Auch das beste Konzept nutzt sich irgendwann ab und verliert seinen Reiz. Überraschen Sie deshalb Ihre Leser immer wieder mit neuen Ideen, Ansätzen und Angeboten. So bleibt Ihr Blog attraktiv und Ihre Leser sind gespannt, was Sie als Nächstes bringen. Unser Newsletter wurde beispielsweise nach einem Jahr eingestellt, das Konzept hatte sich schlicht überholt. Dafür bieten wir Ihnen derzeit mit Karrierebibel.TV einen hochinteressanten und informativen neuen Youtube-Kanal an. Zum Beispiel auch zum aktuellen Thema mit dem “Tutorial: Interessanter Schreiben im Blog”.

12. Kommunikation

Mit steigender Leserzahl werden Sie vermutlich auch deutlich mehr Kommentare erhalten. In Tipp Nummer 8 hatten wir bereits gezeigt, wie Sie diese zur Themenfindung nutzen können. Doch der Wert von Kommentaren geht weit darüber hinaus: Sie bieten Ihnen die Chance, mit Ihren Lesern in den Dialog zu treten. Gehen Sie also auf Kommentare ein, antworten und diskutieren Sie. Es spricht absolut nichts dagegen, gute Hinweise von Lesern auch in Artikeln zu ergänzen. Ganz wichtig: Bedanken Sie sich für besonders gute und informative Kommentare, so zeigen Sie Wertschätzung für die Arbeit Ihrer Leser. Ein aktiver Umgang mit Kommentaren bietet Ihnen die optimale Möglichkeit, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Umfangreiche Tipps zum richtigen Umgang mit Kommentaren finden Sie hier.

Und jetzt laden wir Sie gerne noch dazu ein, die Beiträge der Karrierebibel per RSS zu abonnieren. Ganz im Sinne von Punkt 9.