Universaltalent: Achtung Karrierefalle!

Die Bezeichnung Universaltalent klingt im ersten Moment positiv – nach jemandem mit vielen Fähigkeiten und Begabungen. Also beste Voraussetzungen für Arbeitsmarkt und Karriere? Falsch! Trotz diverser Qualifikationen und breiter Aufstellung fällt ausgerechnet Universaltalenten oftmals die Jobsuche besonders schwer. Die Gründe dafür und welche Hürden Sie als Universaltalent überwinden müssen…

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Definition: Was ist ein Universaltalent?

Ein Universaltalent ist eine Person, die in vielen Bereichen Stärken und Kompetenzen hat. Beispielsweise ist so jemand ebenso sprachlich versiert, kann gut organisieren und beherrscht auch noch die Kunst des Marketings und Vertriebs. Die Stärken eines Universaltalents liegen also in vielen – oftmals sehr unterschiedlichen – Feldern.

Dahinter können viele verschiedene Ausbildungen, Berufe, Interessen und Hobbys sowie natürliche Begabungen stecken – wie etwa bei einer typischen Scanner-Persönlichkeit. Ein Universaltalent ist damit das Gegenteil von einem sogenannten T-Shaped-Profil – einer Person mit breitem Wissen aber einer besonders tiefen Spezialisierung. Und genau das ist das Problem…

Universaltalent: Synonyme

Typische Synonyme für ein Universaltalent sind Alleskönner, Allrounder, Generalist, Multitalent, Tausendsassa oder Universalgenie. Spöttisch und abwertend wird auch vom „Hansdampf in allen Gassen“ oder „General-Dilettanten“ gesprochen.

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Wie wird man zum Universaltalent?

Universaltalente entscheiden sich selten bewusst dazu, ein Universalgenie zu werden. Es passiert einfach. Sie interessieren sich zum Beispiel für viele Berufsbilder oder Bereiche, wählen eine Ausbildung oder einen Studiengang, der viele Optionen offenlässt. Oder sie sammeln zahlreiche Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten, entwickeln dabei unterschiedliche Kompetenzen oder eignen sich immer wieder neue Stärken an – einfach weil sie es können und Spaß daran haben. Mit der Zeit entwickelt sich so ein vielseitiges Stärkenprofil und ein Arbeitnehmer, der – theoretisch – überall eingesetzt werden könnte. Was jedoch fehlt, ist ein klarer Fokus. Und das ist eben in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt heute eher ein Handicap.

Warum wird das Universaltalent zur Karrierefalle?

Die Gefahr liegt in der Wahrnehmung von Personalern: Universaltalente können zwar von allem etwas, aber nichts so richtig gut genug – so zumindest die Annahme und Unterstellung. Zwar lesen sich manche Stellenanzeigen wie eine Wunschliste für Generalisten – eingestellt und befördert wird aus unserer Erfahrung aber immer der Spezialist und nicht das Universaltalent.

Ein Grund dafür ist die immer arbeitsteiliger werdende Unternehmensorganisation, die dafür immer mehr Experten im Wortsinn benötigt. Hinzu kommt: Wer in einem Job arbeitet, der nur wenig Spezialisierung erfordert, sitzt de facto auf einer gefährdeten Stelle, die schnell durch KI oder eben andere, billigere Arbeitskräfte (im Ausland) ersetzt werden kann. Zwar benötigt jedes Unternehmen Universaltalente – sie können jederzeit einspringen und personelle Engpässe ausgleichen. Die Position ist aber auch extrem undankbar – eben weil sie so austauschbar bleibt.

Wichtige Merkmale

Typische Fähigkeiten von Universaltalenten:

Keine Frage, all das sind heute wichtige Schlüsselqualifikationen. Aber sie sind auch kein Alleinstellungsmerkmal – auch nicht in der Masse!

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Wie kann ich als Universaltalent die Karrierefalle umgehen?

Als Universaltalent auf Jobsuche werden Sie eher Absagen erhalten. Das liegt schlicht daran, dass Unternehmen und Personaler zwar breit ausschreiben, aber am Ende doch den oder die Spezialistin für die Position suchen und besetzen. Bei der Bewerbung müssen Sie Arbeitgeber zwingend davon überzeugen, dass Sie der oder die Bestbesetzung sind. Und das gelingt nur, indem Sie Ihr Profil schärfen, zuspitzen und im Zweifel Stärke und Talente unerwähnt lassen, die Ihre Positionierung nur verwässern – selbst wenn Sie all das auch können.

Wie dabei vorgehen? Wir empfehlen diese Strategien:

  • Finden Sie Ihre Top-Skills

    Sie mögen in vielen Bereichen Erfahrungen und Stärken besitzen. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie sich jetzt auf Ihre echten Top-Skills und Alleinstellungsmerkmale fokussieren: Was können Sie besonders gut und besser als andere? Was macht Sie einzigartig? Gleichen Sie diese mit den Anforderungen in Stellenanzeigen ab und konzentrieren Sie sich primär darauf.

  • Justieren Sie nach

    Fehlen Ihnen für Ihren Traumjob oder eine angestrebte Position wichtige Kompetenzen oder einschlägige Erfahrungen, dann versuchen Sie, sich diese anzueignen – durch Kurse, Fortbildung, Coaching oder Praktika. Informieren Sie sich aber vorher genau, welche Abschlüsse anerkannt sind. Sonst geben Sie nur unnötig Geld aus.

  • Schärfen Sie Ihre Selbstpositionierung

    Jobsuche und Bewerbung funktionieren heute auch passiv. Bedeutet: Sie müssen dafür sorgen, auch gefunden zu werden – beispielsweise mit einem klaren Profil auf Linkedin. Hierbei kommt es darauf an, dass Sie zentrale Keywords besetzen, für die Sie stehen wollen. Aber eben auch hier: Klasse statt Masse!

In unserem ausführlichen Ratgeber erhalten Sie noch mehr Tipps und Strategien zur erfolgreichen Selbstpositionierung.


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