Kennen Sie das? Eigentlich wollen Sie sich heute nur um den Bericht kümmern, den Sie in wenigen Tagen abgeben müssen. Alle anderen Aufgaben haben Sie vorausschauend delegiert, verschoben oder bereits im Vorfeld erledigt. Ihr Plan sieht gut aus. Doch wie heißt es so schön: Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität.
Und genau das passiert: Kaum beginnen Sie an Ihrem Bericht zu schreiben, kommt die nette Kollegin aus dem zweiten Stock zu einem Plausch vorbei. 20 Minuten später schauen Sie auf die Uhr und erschrecken: Jetzt werden Sie diesen Bericht aber wirklich schreiben, komme was da wolle! Fünf Minuten später klingelt das Telefon. Noch während Sie abheben, sehen Sie in der rechten Ecke Ihres Bildschirms etwas blinken – eine neue E-Mail ist angekommen. Und so geht es weiter. Egal, was Sie auch tun: Sobald Sie sich an den Bericht setzen, werden Sie von irgendwas unterbrochen und abgelenkt. Sie arbeiten und arbeiten und am Ende fällt Ihr Blick auf die Uhr: Es ist schon kurz vor Feierabend. Eigentlich ein produktiver Tag, denken Sie sich. Dann schauen Sie auf den Bildschirm: Schock! Der Bericht ist auf gerade einmal 20 Zeilen angewachsen. Und das, obwohl Sie doch so viel getan haben. Wo ist nur die Zeit hin?
Wenn Sie jetzt mehr als einmal genickt haben, sollten Sie unbedingt weiterlesen!
Die meisten Berufstätigen kennen das Problem: Egal, was man sich vornimmt, immer wird man von scheinbar wichtigeren Dingen unterbrochen und kommt deshalb nicht zur eigentlichen Arbeit. Das muss doch auch anders gehen!, denken Sie? Und Sie haben Recht: Es geht – mit der sogenannten Pomodoro-Technik, mit der Sie wesentlich effizienter arbeiten können.
So funktioniert die Pomodoro-Technik
Pomodoro-Technik? Nein, das hat nichts mit Essen zu tun. Entwickelt wurde die Methode von dem Italiener Francesco Cirillo in den Achtzigerjahren. Denn auch Cirillo hatte das Problem der ununterbrochenen Unterbrechungen. Sein Rezept dagegen war denkbar einfach:
- Tür abschließen,
- alle Ablenkungen ausschalten,
- einen Küchenwecker auf 25 Minuten stellen,
- arbeiten bis dieser klingelt,
- fünf Minuten Pause machen,
- wieder 25 Minuten arbeiten
- und nach vier mal 25 Minuten 30 Minuten Pause einlegen.
Klingt gut und funktioniert. Versprochen. Wenn, ja wenn da nicht die lieben Kollegen, Vorgesetzten und Großraumbüros wären. 25 Minuten die Tür abschließen? Keine E-Mails oder Telefonate beantworten? In einer so perfekten Welt würden Sie auch gerne arbeiten!
Keine Sorge, die Pomodoro-Technik funktioniert auch wenn Sie angepasst wird. Eine etwas praktikablere Variante besteht aus fünf Minuten Blöcken, in denen Sie völlig ungestört an einer Aufgabe arbeiten. Nach einer kurzen Pause können Sie dann den nächsten Block anhängen. Und mal ehrlich: Fünf Minuten sind in den meisten Arbeitsumgebungen zu schaffen. Wenn Sie selbst dafür keine Zeit finden, sollten Sie sich vielleicht Gedanken machen, ob Sie in einem solchen Umfeld überhaupt produktiv arbeiten können.
Oder anders formuliert: Jeder hat nur die Zeit, die er sich nimmt!
Falls Ihnen fünf Minuten zu kurz erscheinen, dann probieren Sie es einfach mal aus. Glauben Sie mir, wenn Sie fünf Minuten konzentriert an einer Aufgabe arbeiten, werden Sie zwei Dinge feststellen:
- Sie schaffen deutlich mehr als Sie dachten.
- Sie werden länger als fünf Minuten an der Aufgabe arbeiten, weil Sie nicht mittendrin aufhören wollen.
Cirillo selbst empfiehlt übrigens nur Stift und Papier für die Arbeit mit der Pomodoro-Technik, um weitere Ablenkungen auszuschalten. Zugegeben, in unseren moderen Arbeitswelt ist das vielleicht etwas unrealistisch. Aber auch mit dem Computer können Sie fokussiert arbeiten. Wussten Sie zum Beispiel, dass Word einen Vollbildmodus hat, bei dem die Symbolleisten ausgeblendet werden?
Ach ja, wenn Sie nun neugierig geworden sind und noch mehr über diese Methode erfahren wollen, dann besuchen Sie doch einfach noch die offizielle Pomodoro-Homepage. Den seltsamen Namen hat die Technik übrigens Cirillos Vorliebe für einfach Hilfsmittel zu verdanken. Der Küchenwecker, den er seinerzeit zur Zeitmessung verwendete, hatte die Form einer Tomate – Pomodoro auf Italienisch.







Karin
Interessante Tipps, danke! :) Zu dem Thema gibt es auch einen sehenswerten Beitrag bei TED “Why work doesn’t happen at work” http://www.ted.com/talks/lang/eng/jason_fried_why_work_doesn_t_happen_at_work.html
Falk Ebert
Tipp: Da gibt es auch einen guten Timer als kostenlose Web-App und Desktop-Variante.
http://www.focusboosterapp.com/live
JUICEDaniel
Guter Artikel, schön geschrieben. Hoffe, das eines Tages mal anwenden zu können :) Danke!
Christian Mueller
Danke für die Blumen. :-)
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