Gelegenheiten freundlich zu sein oder jemandem etwas Gutes zu tun, gibt es eigentlich immer. Heute aber, also am 21. Januar, ist internationaler Weltknuddeltag. Den hat sich der Amerikaner Kevin Zaborney vor über 25 Jahren ausgedacht – weil es im Januar ungemütlich kalt ist und die Menschen oft miese Laune haben. Warum also nicht gerade heute jemandem umarmen, herzen, drücken und ihn so mit etwas menschlicher Wärme beschenken?

Zugegeben, das klingt ein bisschen nach Quatsch und so, als wollte ich Sie eher AUF den Arm nehmen. Stimmt aber nicht: Umarmungen sind ein natürliches Stärkungsmittel, können den Blutdruck senken und Stress abbauen, weil dabei Glückshormone, vor allem aber Oxytocin ausgeschüttet werden. Und die sorgen dafür, dass wir uns auch noch lange nach der Liebkosung besser fühlen und leichter mit Ärger oder Druck umgehen können. Ob ein kumpeliges Schulterklopfen oder beherztes Drücken: “Berührungen machen glücklich und sind ein menschliches Grundbedürfnis, wie atmen oder essen”, sagt etwa die Diplom-Psychologin Lisa Fischbach.

Mehr noch: Studien zufolge machen Körperkontakt und aufmunternde Berühungen unter Teamkameraden sogar NBA-Spieler erfolgreicher. Fragen Sie mal den Ausnahme-Athlet Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks…

Und dann ist da noch die “Free Hugs”-Kampagne des Australiers Juan Mann. Der bot in einer Shoppingmall kostenlose Umarmungen an. Love, Peace and Happiness und so… Das Video sahen schon über 71 Millionen Menschen. Überdies machte es die Sick Puppies berühmt:

Allerdings herrschen diesbezüglich in Deutschland eher Kuschelmangel und Berührungsarmut. Kaum etwas vermissen beispielsweise Singlefrauen mehr als eine Umarmung. Bei den Singlemännern ist es immerhin noch knapp jeder Zweite (48 Prozent), so das Ergebnis einer Umfrage aus dem vergangenen Jahr. Nur Küsse (62 Prozent) rangieren unter den erwünschten Zärtlichkeiten noch vor der Umarmung (55 Prozent) – abgesehen vom Sex.

Natürlich sollten Sie – trotz des Weltknuddeltags – jetzt nicht gleich losziehen und jeden daher gelaufenen Menschen in den Arm nehmen. Schon aus zwei Gründen:

  • Nicht jeder mag das, und manch einer könnte das auch als Verletzung seiner Intimzone oder sexuelle Belästigung auffassen. Also bei Fremden besser vorher fragen!
  • Massenhaftes Umarmen kann helfen, Infektionskrankheiten zu verbreiten.

Trotzdem ist es natürlich ein guter Gedanke, heute wenigstens einen Menschen IN den Arm zu nehmen…